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Aus München2 erhalte ich die Nachricht, daß Sie dorthin einen ausgezeichneten kritischen Brief über meine Prolegomena3 geschrieben hätten. Warum schreiben Sie mir selbst nicht auch einen solchen Brief? Ich weiß, daß ich das durch meine eigene Saumseligkeit Marburg gegenüber nicht verdient habe. Aber wenn es mir bei den meisten Leuten völlig wurst ist, was sie über das Buch sagen, wenn ich insbesondere über das Elaborat in der letzten Theol. Lit. Zeitung4 auch bei den schönsten Stellen nur verstockt gelacht habe, so ist mir Ihre Abgrenzungen, obwohl ich deren Ort ungefähr ahne, genauer kennen zu lernen doch allzu wichtig, als daß ich Sie nicht bitten möchte, Böses — mein öfteres Schweigen und meine Weigerung, mich dort, an der Stätte der richtigen Begriffe5, öffentlich katechisieren zu lassen — mit Gutem |80 zu vergelten und mir, wenn morgen die Pfingstferien wohl auch dort anbrechen werden, eine kleine Darlegung Ihrer wichtigsten Gravamina nicht zu versagen.
Mit herzlichem Gruß, auch an Ihre Frau (die meinige würde sich anschließen,
sie ist aber den ganzen Sommer in der Schweiz)