Rudolf Bultmann an Karl Barth
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Nachrichten aus 2. Hand sind stets kritisch zu prüfen, damit kein Mißverständnis
entsteht. Es liegt so: am 28. IV. habe ich einen Brief an Sie geschrieben1 und dazu eine ganze Reihe von Blättern mit
kritischen Bemerkungen zu Ihrer Dogmatik, die Ihnen samt dem Briefe zugehen sollten,
sobald sie in die Maschine geschrieben wären. Inzwischen haben sich die Blätter vermehrt,
aber die Dame, der ich das kleine Verdienst gerne zuwenden wollte2, wurde krank und
hatte nachher zu viel zu tun. Ich bitte Sie deshalb, sich noch ein wenig zu gedulden. — Es
versteht sich doch von selbst, daß ich von vornherein meine kritischen Bemerkungen für Sie
und mich geschrieben habe. Für Sie — freilich nicht, um als einer von der «Stätte der
richtigen Begriffe» Sie zu «katechisieren» (ich verstehe nicht recht, warum Sie die
Einladungen nach Marburg so auffassen; sie
sind doch dem ehrlichen Wunsch entsprungen, disputando von Ihnen zu lernen! war es denn
das vorige Mal in unserem Seminar so schlimm?), sondern 1.) als Dank für die Gabe, 2.) um
besser von Ihnen zu lernen, 3.) um mich Ihnen besser verständlich zu machen, 4.) um Sie zu
warnen, ja zu beschwören, manche Fragen (zu denen nun freilich die nach klaren Begriffen
gehören) nicht länger zu ignorieren, was einen schlimmen Schaden für die Sache, die —
davon bin ich überzeugt — unsere gemeinsame ist, bedeuten würde. — Übrigens: nach