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Anlaß dieser Karte ist die Bitte unserer Theologenschaft an Sie, in diesem Winter über
das Thema der Kirche (im Protestantismus) einen Vortrag zu halten.1 Ich kann Sie darüber
beruhigen, daß diese Bitte sachlich motiviert ist, nicht etwa in dem Wunsche, einen
στῦλος, eine Berühmtheit, zu hören.
Gesamtthema aller Theologenschafts-Vorträge in diesem Semester ist die Kirche. Zuerst hat
K. L. Schmidt über die Kirche des
Urchristentums gesprochen; nun kommen Vorträge über den Kirchenbegriff der orthodoxen und
der römisch-katholischen Kirche, der Reformation und der Aufklärung; schließlich soll
grundsätzlich über unsern Kirchenbegriff gesprochen werden, wozu, wenn ich nicht irre, Sie
ausersehen sind. Wie gesagt: es handelt sich um ein sachliches Interesse, und ich würde
mich sehr freuen, wenn Sie die Bitte der Theologenschaft erfüllen könnten. Jedenfalls
brauchten, wie die Dinge hier liegen, m. E. nur äußere Gründe für eine etwaige Ablehnung
in Betracht zu kommen. — Natürlich würde ich mich auch persönlich außerordentlich freuen,
wenn wir Sie wieder einmal hier hätten! — Daß Sie Bern abgelehnt haben2, freut mich im Interesse unserer deutschen Studenten. Hoffentlich geht es Ihnen und Ihrer Familie gut. Ich
bin gespannt auf Ihre Dogmatik I
📖.3 — Merz konnte meine
Weihnachtsandacht4 für dies Jahr
nicht mehr gebrauchen und will sie nächstes Jahr haben. Für 1928 habe ich ihm einen
Aufsatz über die Eschatologie im |79 Joh-Evg. geschickt, der neu
redigierte 3. Teil der Danziger Vorträge von
1926!5 — Vom Theologentag6 könnte ich Ihnen Lustiges erzählen. Also kommen Sie. Ihnen und den Ihren eine gute
Adventszeit und herzliche Grüße!