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An Herrn Küper1 in Baltrum hatte ich geschrieben und hätte dort auch Quartier bekommen. Aber im letzten Augenblick streikte meine Frau: ich dürfe nicht mit Ihnen zusammen in die Ferien, sonst würde ich der Familie entzogen, triebe nur Theologie und hätte keine Erholung. Ob es so schlimm geworden wäre, weiß ich zwar nicht, aber ich gab nach, und wir fahren also am 4. August nach Langeoog (Haus Biel). Wir sind also in der Nachbarschaft, und ich hoffe dringend, daß wir uns einmal in B[altrum] und L[angeoog] besuchen, denn es ist manches Notwendige zu besprechen. Heute zunächst dies: Hess2 brachte mir ein Manuskript der Prolegomena Ihrer Dogmatik3, das ich ihm vorbehalten Ihre Zustimmung auch abnahm. Ich habe noch nicht darin gelesen und werde es auch ohne Ihre Zustimmung nicht tun. Um diese möchte ich Sie freilich bitten. — Meinen Göttinger Vortrag schickte ich neulich an Merz in etwas gebesserter Form, freilich immer noch recht fragwürdig.4 Nun, er mag ein Stadium der Diskussion markieren. — Sehr erfreut |50 bin ich über Petersons neuste Aufsätze.5 Endlich ein Gegner, mit dem die Diskussion sich lohnt! Wir werden sie von Marburg aus jedenfalls aufnehmen6, und ich hoffe, auch Heidegger mobil zu machen, damit die Phänomenologie dabei auf den rechten Ort gestellt wird. Aber Sie dürfen auch nicht schweigen und werden es ja nicht tun.7 — Ich hätte |51 Lust, noch allerlei zu erzählen, will es aber auf einen schönen Tag an der See verschieben und freue mich recht darauf. Im Kolleg stehe ich jetzt bei 1.Kor 15 und streite mit Ihnen einen schweren Kampf.8 In den Theol. Bl. werde ich davon berichten.
Hoffentlich geht es Ihnen und Ihrer Familie gut! Herzliche Grüße,
auch von meiner Frau!