Brief Nr. 20 · 4. Juli 1924

Rudolf Bultmann an Karl Barth

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20

Lieber Herr Barth!

Herzlichen Dank für Ihr durch Fräulein Haas1 überbrachtes Buch!2 Heute nur die Mitteilung, daß Heideggers3 Vortrag ‹Geschichte und |36 Zeit›4 am Freitag dem 25. abends stattfinden soll. Ich hoffe, daß Sie kommen können, und setzte voraus, daß Sie dann über Sonntag bleiben. Also hoffentlich auf baldiges Wiedersehen!

Mit herzlichen Grüßen von Haus zu Haus
Ihr
R. Bultmann

Sachfußnoten

1
Erna Haas, später verheiratet mit Heinrich Schlier, studierte 1921–1925 in Marburg, mit einer Unterbrechung 1924, wo sie in Göttingen Schülerin K. Barths war. Frau Schlier bestätigte dem Herausgeber in einem Brief vom 12.6.1970, daß im Sommer 1924 ein reger Gedankenaustausch mit gegenseitigem Seminarbesuch und Vorträgen zwischen Bultmann und seinen Schülern einerseits und Barth und seinen Schülern andererseits stattfand.↩
2
K. Barth, Die Auferstehung der Toten. Eine akademische Vorlesung über 1. Kor. 15, München 1924 (Zollikon-Zürich 19534). 📖 Dazu R. Bultmann, Karl Barth, «Die Auferstehung der Toten», in: ThBl, Jg. 5 (1926), Sp. 1–14 📖 (= GuV I, S. 38–64 📖).↩
3
Martin Heidegger (26.9.1889–26.5.1976) hatte als Marburger Ordinarius für Philosophie (1923–1928) eine enge Arbeitsgemeinschaft mit Bultmann, der mit Heidegger auch nach dessen Weggang nach Freiburg i. Br. freundschaftlich verbunden blieb, vgl. Anh. 33 und 34. — Zu Heideggers Bedeutung für die Theologie Bultmanns und Barths wie für die Theologie überhaupt s. Fr. Traub, Heidegger und die Theologie, in: ZSTh, Jg. 9 (1932), S. 686–743 📖; J. Macquarrie, An Existentialist Theology. A Comparison of Heidegger and Bultmann, London 1955 📖; G. W. Ittel, Der Einfluß der Philosophie M. Heideggers auf die Theologie R. Bultmanns, in: KuD, Jg. 2 (1956), S. 90–108 📖; H. Ott, Denken und Sein. Der Weg Martin Heideggers und der Weg der Theologie, Zollikon 1959 📖; H. G. Gadamer, Martin Heidegger und die Marburger Theologie, in: Zeit und Geschichte. Dankesgabe an Rudolf Bultmann zum 80. Geburtstag, hrsg. von E. Dinkler, Tübingen 1964, S. 479–490 📖; The Theology of Rudolf Bultmann, ed. by C. W. Kegley, New York 1966 📖 (darin die Aufsätze von J. Macquarrie, Philosophy and Theology in Bultmann’s Thought, S. 127–143 📖, und G. Harbsmeier, The Theology of Rudolf Bultmann and Its Relation to Philosophy, S. 144–152 📖; dazu Bultmanns Reply, S. 273–276 📖); Heidegger und die Theologie. Beginn und Fortgang der Diskussion, hrsg. von G. Noller (ThB 38), München 1967 📖 (mit Beiträgen von G. Kuhlmann, K. Heim, R. Bultmann, K. Löwith, E. Brunner, E. Fuchs, W. Link, K. Barth, U. Luck, H. Franz, G. Noller, H. Jonas); s. außerdem J. M. Robinson und J. B. Cobb (Hrsg.), Neuland in der Theologie. Ein Gespräch zwischen amerikanischen und europäischen Theologen, Bd. I: Der spätere Heidegger und die Theologie, Zürich 1964 📖; H. Mörchen, Zur Offenhaltung der Kommunikation zwischen der Theologie Rudolf Bultmanns und dem Denken Martin Heideggers, in: Rudolf Bultmanns Werk und Wirkung, hrsg. von B. Jaspert, Darmstadt 1984, S. 234–252. 📖 ↩
4
Eingearbeitet in: M. Heidegger, Sein und Zeit, Halle 1927 (Tübingen 198616). 📖↩