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Schönen Dank für die Zusendung Ihrer Götterdämmerung1, die ich zwar samt meiner Frau bereits
vorher erfreut zur Kenntnis genommen hatte. Ich vermute stark, daß dieser Stein erhebliche
Kreise ziehen wird. Wenn Sie noch ein Exemplar haben, so senden Sie es doch an Wernle, den ich letzthin in Basel besuchte und der sich angelegentlich und sehr
kopfschüttelnd nach Ihnen erkundigte. Meine Doublette werde ich für |32 Frau Bousset2 bereitlegen, die sich ebenfalls lebhaft für Sie interessiert.
An unser Zusammensein in Marburg3 denke ich noch immer mit Vergnügen, so fragwürdig das Bild der beiden
pfeifenschmauchenden Rabbis inmitten der lernbegierigen Adepten vom Himmel aus gesehen
sich ausgenommen haben mag. Wie steht’s mit Ihrem Besuch hier in Göttingen? Ich zerbreche mir bei der Lektüre von
allerhand unguter Literatur den Kopf darüber, wie man eine Dogmatik macht (ich hoffe, Sie
bringen mir entscheidende Ratschläge mit!!)4 und führe daneben einen kleinen Verwaltungsproceß in Berlin gegen die hiesige Fakultät5, die nicht davon lassen will, mir auf der Nase
herumzutrampeln. Bis jetzt steht meine Sache nicht schlecht, aber «groß Macht und viel
List …»6, und ich weiß nicht, wie es endigen wird. So bin ich auch in dieser
Hinsicht trostbedürftig. Schlatter hat mich in
Gnaden angenommen, im September mit ihm zusammen ein größeres theologisches Manöver in
Bethel durchzuführen.7 Wie finden Sie das? Was macht Ihr Johannescommentar? Wie werden Sie die Diagonale
zwischen Walter Bauer8 und mir ziehen und damit die Probe aufs Exempel liefern?!
Mit herzlichem Gruß und Dank