17. September 1911

Predigt: Exodus 19,17 (Eidgenössischer Bettag)

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Eidgenössischer Bettag2
Exodus 19,17
Und Mose führte das Volk aus dem Lager Gott entgegen, und sie traten unten an den Berg.
Liebe Freunde!

Wir sind hier versammelt als ein kleiner Teil der großen vaterländischen Volksgemeinde, die heute in allen Gauen der Heimat dem Ruf der Glocken folgt, um den einen großen, einfachen Gedanken sich wieder einmal ins Herz und ins Gewissen zu prägen, dass Gott waltet und walten soll im Schweizerland, dass er unser Gott sein will und wir sein Volk. Das ist der große Gedanke, den schon unsre Vorväter aussprechen wollten, als sie das Kreuz zum Zeichen ihres Bundes machten. Mit diesem Gedanken bewaffnet wie mit einem Arbeitshammer haben sie auf ihren Ratssälen und Zunftstuben und Schlachtfeldern das Schönste und Größte der Schweizergeschichte vollbracht. In allen ereignisreichen, entscheidenden Zeiten ist der Ruf nach «Gott im hehren Vaterland»3 erschollen, bald als ein Ruf des Dankes und der |285 Freude, wenn der Erfolg da oder die Gefahr überstanden war, bald als ein Ruf der Buße, der Selbstbesinnung und Reue, wenn der Hochmut und die Geldgier uns und unsre Machthaber auf ein totes Geleise oder in einen Sumpf geführt hatten, bald als ein Ruf des Gebets, der innern Erhebung, wenn die Schweizer innere Ruhe und äußere Kraft suchten bei dem, der Himmel und Erde gemacht hat [vgl. Ps. 121,2; 124,8]. Auch die neue Eidgenossenschaft hat sich diesen Gedanken zu eigen gemacht, indem sie über ihre Bundesverfassung das schlichte und doch so inhaltsreiche Wort setzte: Im Namen Gottes des Allmächtigen!4 Und wenn gute Schweizer aller Zeiten in die Höhe oder in die Tiefe gegangen sind mit ihrer Vaterlandsliebe, dann ist es ihnen gegangen wie einem der Größten, die wir gehabt, Gottfried Keller:

Beten will ich dann zu Gott dem Herrn,
Lasse strahlen deinen schönsten Stern
Nieder auf mein irdisch Vaterland!5

Und mit diesem Gedanken: Gott für das Vaterland! und: das Vaterland für Gott! sind nun auch wir heute zusammengekommen, um Bettag zu feiern.

Aber nun soll dieser Gedanke nicht ein bloßer Gedanke bleiben und der Bettag nicht eine schöne Insel inmitten des übrigen Volkslebens. Sondern der Gedanke: «Gott im Vaterland» soll uns anpacken und soll zu einer Tatsache werden. Und die Fragen und Aufgaben, die der Bettag uns stellt, sollen uns hinausbegleiten in unser privates und bürgerliches Leben; Gott soll nicht bloß am Bettag im Vaterland sein, sondern alle Tage; wir wollen nicht bloß heute uns erheben zu großen und schönen vaterländischen Gefühlen, sondern es muss unser Aller Leben und Wirken im Vaterland groß und schön werden. Und gerade deshalb wollen wir uns heute vor den großen und schönen Worten in Acht nehmen. Die Versuchung dazu liegt so nahe bei allen patriotischen Anlässen. Aber wenn wir von Gott reden, dann müssen wir |286 aufrichtig und ernsthaft sein. Wovon wir heute reden, das muss morgen auch gelten und übermorgen auch. Denn Gott ist nicht ein Gott der Feste, auch nicht der Vaterlandsfeste, sondern ein Gott des Alltags. – |

Als Programm und Vorsatz und Maßstab für unser Leben als Schweizer – nicht bloß als «Bettagspredigt» – soll denn heute ein Bild aus uralter Zeit zu uns reden. Das Volk Israel wartet am Berg Sinai auf die Offenbarung der Herrlichkeit und des Willens Gottes. Das war ein Vorgang ähnlich dem, was wir heute tun. Gott wollte sich dieses Volkes annehmen, und dies Volk wollte Gottes Eigentum sein. Es war ein Bettag für Israel im tiefsten Sinn des Wortes. Die Bibel beschreibt kurz und gewaltig, wie dieser Tag angehoben hat: Und Mose führte das Volk aus dem Lager, Gott entgegen, und sie traten unten an den Berg. Wir wollen die Botschaft hören, die in diesem Bild aus alter Zeit an uns gerichtet ist.

*   *   *

Mose führte das Volk aus dem Lager… Sollte Gott zum Volke Israel reden und zu ihm kommen, dann durfte das Volk nicht liegen bleiben in seinen Zelten und Schlafstätten, an seinen Herdfeuern und in seinen Viehhürden. Das alles musste dahinten bleiben. Vielleicht hatte es schon dort Manchem besser gefallen, das Lager nicht zu verlassen und gemütlich von Weitem zu erwarten, was Gott mit dem Volk wollte. Aber das war nicht der Sinn des Mose. Er wusste: wenn Gott redet und kommt, dann kann und darf der Mensch nicht sitzen oder liegen bleiben, dann muss er vorwärts, muss hinwegsehen lernen von dem Krimskrams seines täglichen Lebens, muss hinaus aus dem Lager, Gott entgegen.

Liebe Freunde! Wir wollen heute auch vor Allem dies: hinaus aus dem Lager! zu uns reden lassen. Wenn es uns ernst ist mit dem Gedanken: Gott im Vaterland!, dann muss auch bei uns vor Allem etwas zurückbleiben. Gott ist immer wieder etwas Neues für uns, und darum müssen wir, wenn es uns um ihn zu tun ist, immer wieder etwas Altes zurücklassen. Bußtag nennen wir den Bettag auch. Buße tun heißt eben: sich abwenden, sich umkehren und ein Neues denken und es ergreifen. Was ist das für eine Buße, die wir tun wollen, und was ist das Alte, das hinter uns bleiben soll? Die Proklamation des aargaui|287schen Kirchenrates, die ihr vor acht Tagen gehört habt, weist darauf hin, dass es in unserm Volk neben vielen «braven, fleißigen Menschen» auch viele «Haltlose und Zuchtlose», ja, dass es Mörder und Brandstifter unter uns gebe.6 Ich glaube aber nicht, dass es eine richtige Bettagsfeier ist, wenn wir uns heute hinstellen und über leichtsinnige Menschen und Verbrecher den Kopf schütteln mit dem frohen Gedanken: Gottlob, ich habe kein Haus angezündet! An solcher Buße hat Gott keine Freude. Denn Buße tut man nicht für Andre, sondern für sich selbst. Es heißt auch in unserm Text nicht, dass Mose die Halt- und Zuchtlosen aus dem Lager geführt habe, während die «braven, fleißigen Menschen» in ihren Zelten und bei ihren Kochtöpfen hätten bleiben dürfen. Sondern es heißt, dass Mose das Volk, also alle miteinander, die Brandstifter und die Braven aus dem Lager geführt habe. Das Lager war ihr gewöhnlicher, alltäglicher Aufenthaltsort. Da konnte und wollte Gott nicht mit ihnen reden; und darum mussten sie hinaus aus dem Lager. Da tun auch wir gut, jetzt nicht vor Allem an Verbrechen und grobe Unsitten zu denken, von denen hoffentlich die Meisten von uns frei sind, sondern uns zu fragen, wie es mit unserm Lager steht, in dem wir Alle wohnen, mit unsern gewöhnlichen, durchschnittlichen Gesinnungen und Gewohnheiten. Ob Gott da zu uns reden und zu uns kommen kann, ob wir mitten da drin sein Volk werden und sein können, oder ob es nicht auch uns Not tut, hinauszugehen aus dem Lager, hinter uns zu lassen eine Denk- und Lebensweise, wie sie durchaus nicht nur dem Verbrecher, sondern gerade uns «braven und fleißigen Menschen» eigen ist?

Hinaus aus dem Lager! Hinaus gerade aus dem, was das Durchschnittliche, fast Selbstverständliche unter uns ist! Denn wir können |288 Gott nicht sehen und ergreifen im Vaterland, solange noch immer das Geldverdienen die höchste Schweizertugend und das höchste Schweizergesetz ist. Muss es denn immer wahr bleiben, was in alten Zeiten das Ausland spottend von uns sagte: Ohne Geld keine Schweizer!7 Wo aber Geld zu verdienen ist, da sind die Schweizer für Alles zu haben!? Ja es ist bei uns auf einer ganzen Reihe von Gebieten selbstverständlich geworden, dass Gefühl und Recht und Ordnung in zweite Linie zu treten haben, sobald das Geld im Spiel ist. Um des Geldes willen, das die Fremden bringen, dulden wir noch immer an den großen Kurorten die Spielhäuser, diese Quellen einer faulen, oberflächlichen, liederlichen Gesinnung.8 Um des Geldes willen stellen wir selbst an die schönsten Stellen unsres Heimatlandes plumpe Hotelgebäude und hässliche Plakate. Um des Geldes willen schämt sich mancher Geschäftsherr nicht, nur solche Angestellte aufzunehmen, die keinen Militärdienst tun und ihm deshalb keine Unkosten um des Vaterlands willen zuziehen. Um des Geldes willen lassen es – hier bei uns – Fabrikbesitzer und Eltern zu, dass Kinder von noch unter 16 Jahren elf Stunden des Tags in einem staubigen Fabrikraum arbeiten müssen, obwohl sie wissen könnten, dass das eine systematische Untergrabung der Gesundheit nicht nur dieser, sondern der ganzen folgenden Generation bedeutet. Um des Geldes willen… Ja was tun wir nicht noch Alles, wenn das in Frage kommt?! Und ich wiederhole: Da handelt es sich nicht um besondere Verbrechen, sondern um das, was uns eine ganz ehrbare Gewohnheit ist. Hinaus aus diesem Lager, in dem wir sitzen und liegen, hier wird uns Gott sicher nicht finden! – |

Ich denke weiter an das, was wieder ganz gewohnheitsmäßig und selbstverständlich als Erholung und Freude gilt bei uns. Wir Schweizer sind bekannt als ein festfreudiges, überhaupt als ein freudiges Volk. Aber wie feiern wir unsre Feste und an was haben wir Freude? Es fängt Manches an, besser zu werden auf diesem Gebiet, seit eine ener|289gische Bewegung gegen den Alkoholismus anfängt, ihre Früchte zu zeitigen,9 seit der Kampf gegen schlechte Vergnügungen und schlechte Literatur mit starken Waffen aufgenommen worden ist.10 Allein es ist |290 nicht genug, dass diese und jene Auswüchse in unserm Volksleben bekämpft werden, unser Volk müsste von innen heraus einsehen und begreifen, dass so Vieles, was es jetzt für eine Freude ansieht, in Wahrheit keine Freude ist. Es ist in der Art, wie wir uns erholen, soviel Oberflächlichkeit und Stumpfsinn im Spiel. Wir sollten lernen, im rechten Sinn anspruchsvoller zu werden in unsern Freuden, ich meine: lernen an Dingen Freude [zu] haben, die nicht nur etwas kosten‚ sondern auch etwas Reelles sind. Ein zufriedener Schoppen des Abends ist noch lange nichts Reelles. Eine Kinematographenvorstellung ist in den allermeisten Fällen auch nichts Reelles. Und ein Feuilletonroman wie der, welchen das gelesenste Blatt unsres Bezirks11 in der letzten Zeit seinen Lesern anzubieten wagte, ist erst recht nichts Reelles. Nicht von schlechten Dingen rede ich da, aber eben von wertlosen. Von denen sollten wir uns freimachen. Sollten unsre Freude in höhern Regionen suchen, die ja heutzutage Keinem mehr verschlossen sind. Sollten heraus aus dem Lager, in dem wir behaglich sitzen und liegen. Denn wenn es uns behaglich ist, so ist das noch lange kein Zeichen, dass Gott mit uns zufrieden ist. – |

Und heraus müssen wir aus der öden Schweizerkrankheit des Selbstinteresses. Ich wiederhole und unterstreiche: Das ist eine Krankheit, an der nicht ein paar Verbrecher und Zuchtlose leiden, sondern wir Alle. 22 Kantone zählt unser kleines Land,12 es könnten aber auch 44 sein. Denn wir sind ein Volk, das ums Leben gern kleine und ganz kleine Interessenkreise bildet, die sich dann gegen alles Übrige mit |291 einer ebenso lächerlichen als unheilvollen Beschränktheit abschließen. Früher sind’s die Kantone gewesen, und der Kantönligeist ist von daher eine gemeineidgenössische Eigenschaft geworden, für die wir in ganz Europa bekannt sind. Heute sind es die verschiedenen Stände13 geworden, die sich gegeneinander abschließen und [von denen] jeder wie mit Scheuläden versehen seinen Weg geht, als wäre es eitel Rauch und Phrase, was wir an vaterländischen Festen gern bekennen:

Wir wollen sein ein einig Volk von Brüdern!14

Ich erinnere an das, was gegenwärtig an Gründen gegen die eidgenössische Versicherungsvorlage15 aufgebracht wird. «Wir wollen nicht für Andre bluten», ist da der Grund aller Gründe. Und wir brauchen gar nicht bis in die eidgenössische Politik hinaufzusteigen, um zu bemerken, wie wir Alle dem Grundsatz huldigen: Ich mues für mi lue­ge!16 Einige Wenige sind’s überall, die an den gemeinsamen Aufgaben arbeiten, die doch Aller Sache sind. Wie ganz anders würde es mit diesen gemeinsamen Aufgaben vorwärtsgehen, wenn wir etwas mehr Ernst machten mit der schönen Devise: Einer für Alle, Alle für Einen.17 Aber dazu müssten wir lernen, hinwegzublicken über unsre |292 Gartenzäune so gut wie über unsere Kirchtürme. Das würde heißen: Hinaus aus dem Lager! Hinaus aus dem gewohnheitsmäßigen Trott unsrer Gesinnungen! Hinaus aus der engen Luft unsrer mittelmäßigen Bravheit, die nichts besonders Böses tut, aber auch nichts besonders Gutes! Hinaus aus dem Lager!

*   *   *

Aber nun wollen wir einen andern Ton anschlagen, der uns höher führt in unsrer vaterländischen Selbstbesinnung. «Mose führte das Volk aus dem Lager, Gott entgegen», sagt unser Text mit wundervoller poetischer Ausführlichkeit. Gott senkt sich hernieder vom Himmel auf den Berg Sinai, er kommt wie ein Mensch an einen Ort, oder besser, wie ein Gewitter über eine Gegend kommt. Und wie setzen sich die unabsehbaren Haufen Israels in Bewegung, Moses führt sie, Gott entgegen. Gott kommt zu seinem Volk, da kann sein Volk nicht anders, als zu seinem Gott kommen. Es liegt etwas Umwälzendes, Grandioses in diesem: Gott entgegen! Wenn das Lager verlassen ist, dann geht man Gott entgegen. Wenn man sich vom Alten abgewendet, dann greift man nach dem Neuen, das kommen will. Wenn man Buße getan, dann ist man reif für die Gnade, die uns sucht und findet. Tadeln und Klagen soll auch am Bettag nicht die herrschende Stimmung sein, sondern Arbeiten und Bessermachen. Es liegt eine Aufforderung und Verheißung vor uns in diesem «Gott entgegen!» unsres Textes.

Eine Aufforderung zuerst. Wenn wir die Geldgier, die platte Vergnügungssucht, das Selbstinteresse hinter uns gelassen, dann sollen wir uns zu Gott wenden. Es hat zu allen Zeiten Religionen und fromme Lebensweisen gegeben, die dem Menschen eigentlich nur zu sagen wussten, er müsse alles jenes Gewöhnliche, Weltliche, Ungute in sich zum Schweigen bringen und ersticken, aber damit hörte ihre |293 Weisheit auf. Sie machten gleichsam einen hohlen Raum, aber sie hatten keinen Inhalt dafür. Sie führten die Menschen aus dem Lager, aber sie führten sie bloß in die Wüste. Auch im katholischen und protestantischen Christentum hatte es manchmal diesen Anschein. Man verleidete den Menschen dieses und jenes, ohne ihnen etwas dafür zu geben. Wir wollen es nicht so machen. Für uns soll die Losung gelten: Gott entgegen! Dem Ewigen, Höchsten, Reinen, dem Vater der Lichter [vgl. Jak. 1,17] entgegen! Wahrlich, wenn wir ins Auge fassen, was das sagen will, dann muss uns Freude ergreifen über die große Aufgabe, über das reiche Programm, das vor uns liegt. Das Schweizervolk, das Gott entgegengeht!! Wird es das werden, was seine Besten ihm wünschen möchten? Wollen wir Gott entgegengehen, dann muss das vor Allem heißen, dass Klarheit und Wahrheit immer mehr durchbreche bei uns: Dass an die Stelle der Verworrenheit in unserm Denken das Licht trete. Dass die Vorurteile den ruhigen Einsichten Platz machten. Dass die Schlagworte und Phrasen verschwinden vor den hellen nüchternen Gedanken. Wir haben viel Intelligenz in unserm Volk, und wir haben viel Schulbildung; aber was wir nötig haben, das ist jene Klarheit, die die Intelligenz und die Schulbildung erst wertvoll macht. – |

Und wenn es klar geworden ist bei uns, dann müssen wir lernen, uns selber zu erziehen. Unser Leben – ich meine das Leben von uns einzelnen Schweizern – muss sich einrichten nach den klar erkannten Gesetzen des Lebens. Es soll die Frage nach dem, was tüchtig und groß ist, uns wichtiger werden als die Frage nach dem, was nützlich und angenehm ist. – Diese Selbsterziehung aber wird uns von selbst darauf leiten, dass das höchste Gesetz des Lebens das ist, dass wir helfen dürfen, dass wir als Starke für die Schwachen da sind, dass wir erst durch die Betätigung der Solidarität selbst etwas werden, dass über unserm einzelnen Leben turmhoch das Ganze, die Gemeinsamkeit steht, für deren Wohl, für deren Fortschritt wir verantwortlich sind. Seht, liebe Freunde, wenn wir diese Ziele sehen, dann sehen wir Gott, und wenn wir bewusst und tapfer diesen Zielen entgegen gehen, dann gehen wir Gott entgegen. Wir wollen uns heute Richtung und Kraft geben lassen, uns dazu aufzumachen.

Aber dieses «Gott entgegen» ist mehr als eine Aufforderung. «Entgegen» ist eine Verheißung, denn es bedeutet eben, dass Gott auch |294 schon unterwegs ist. Ihr habt Alle diesen Frühling die Beschreibung gelesen vom Durchbruch des Lötschbergtunnels.18 Wie da ein freudiger Schreck die Ingenieure und Arbeiter der Nordseite durchfuhr, als sie zum ersten Mal noch durch dicke Steinwände hindurch ganz leise die Bohrmaschinen und Sprengungen auf der Südseite arbeiten hörten. Das war eine Verheißung für ihre eigene Arbeit. Sie wussten: wir schaffen, aber die andern schaffen uns entgegen. Gerade das dürfen und sollen wir nun von Gott auch wissen. An einem Tag wie dem heutigen, da wollen wir auf einen Moment unsre Hacken und Maschinen ruhen lassen, um zu lauschen auf das Entgegenkommen Gottes auf der andern Seite des Berges. Nicht nur die göttlichen Aufgaben wollen wir heute sehen, sondern auch die göttlichen Tatsachen, die Tatsachen seines Kommens, denen wir entgegengehen. Wir Menschen und Schweizer sollen und dürfen dankbar sein für das, was Gott tut gerade in unsern Tagen. Es ist nicht wahr, dass es böse Tage, schlechte, finstere Zeiten sind, wie viele fromme Christen meinen. Wir leben in einer großen Gotteszeit. Denn alle die Gotteskräfte, die wir nötig haben, können sich heute viel freier und herrlicher entfalten als jemals vorher, und wir dürfen Gott einfach dafür danken, dass er tatsächlich diese Kräfte wirken lässt in einer Weise wie wenig frühere Zeiten es gesehen haben. |

Ich habe die Klarheit genannt als ein Lebensziel, das wir uns vornehmen sollen. Sie ist mehr als ein Lebensziel. Sie ist eine Macht, die anfängt Boden zu gewinnen in allen Schichten der Völker, auch unsres Volkes. Große gemeinsame Erkenntnisse werden Gemeingut, setzen sich durch und bekommen Geltung trotz Verworrenheit und Vorurteilen. So sind auch die sittlichen Grundsätze heutzutage in weitesten Kreisen sicherer geworden als früher. Ich könnte daran erinnern, dass wir es tatsächlich ernster nehmen z. B. mit Leben und Eigentum des Nächsten. Und nicht nur sicherer, auch feiner. Wir haben Grundsätze erst entdeckt, z. B. den der Abstinenz, über die vor 100 Jahren auch sehr ernste Leute noch gelacht haben würden. Heißt das Alles nicht, dass Gott kommt?! Und heißt es nicht auch, dass Gott kommt, wenn |295 wir die Bewegung verfolgen, die die Menschen heute aller Orten drängt zur Gemeinschaft, zur Organisation, zum Sozialismus, d. h. zum gemeinsamen Denken und Handeln? Ist diese Bewegung, die heute noch fast ausschließlich von den Arbeitermassen getragen wird und die die Solidarität zum Mittel wie zum Zwecke hat, ist sie nicht ein Stück Erfüllung des Willens Gottes, dessen Bedeutung weit über die Schranken des Arbeiterstandes hinausgeht und zu uns allen redet als ein lebendiges Gotteswort? Gewiss, es fehlt auch hier nicht an menschlichen Borniertheiten und Gewaltsamkeiten, aber wir wollen eben auf das Göttliche darin sehen, auf die großen Gedanken und Tatsachen, und wenn wir darauf sehen, dann spüren wir, dass wir nicht allein sind mit unsern Gedanken und Bestrebungen von Hilfe und Gemeinwohl, sondern dass Gott an der Arbeit ist, besser als wir es könnten. Dass er uns entgegenkommt, bevor wir uns nur aufgemacht. Wir schlagen dann auch wohl dankbar die Hände zusammen: «Herr, wie sind deine Werke so groß und viel, du hast sie alle weislich geordnet und die Erde ist voll deiner Güter» [Ps. 104,24].

*   *   *

Und sie traten unten an den Berg. Das soll uns das Letzte sagen, was wir mitnehmen wollen. Wir hören, dass Israel von ferne stehen und aufblicken musste zu Gottes Offenbarung. Naseweise, selbstgewisse Menschen sollten der majestätischen Herrlichkeit Gottes nicht zu nahe kommen, sie hätte ihnen sonst gefährlich werden können. Der Ort, wo wir stehen müssen, wenn Gott mit uns reden will, ist «unten am Berg». Und das zeigt uns, wie wir’s zu machen haben, wenn wir Gott entgegen gehen. Wir sollen unten an den Berg treten, wir sollen Ehrfurcht haben, das ist’s. Unsre Schweizerberge kann man besteigen und erklettern, die Berge Gottes hat noch keiner bezwungen, und wenn einer meinte, oben zu sein, so ist sein Übermut noch immer mit schweren Enttäuschungen bestraft worden.

Wenn wir vor Gott treten, dann müssen wir immer nach oben sehen. Denn Alles, was wir erkennen und anstreben an göttlichen Zielen, das ist größer und höher als wir selbst. Wenn es das nicht mehr wäre, so wäre es nicht mehr göttlich. Gerade das ist nun Quelle und Hauptsache von Allem, was wir nötig haben, dass wir lernen aufsehen |296 zu Gott, zu etwas Größerem als wir selbst. Dieses Aufsehen ist die Ehrfurcht. Und sie ist’s, die wieder wichtig werden muss im Schweizervolk. Wir sind in unserm Denken und Empfinden zu zuversichtlich, zu selbstgewiss, wir sind zu zufrieden mit unsrer Kraft und unsern Leistungen. Wir vergleichen uns gern mit andern Völkern und finden, dass der Vergleich zu unserm Vorteil ausfalle. Da ist’s dann kein Wunder, wenn wir in Wirklichkeit oft zurückbleiben. Der rechte Stolz ist nur da möglich, wo die rechte Ehrfurcht ist, wo die Menschen in Demut erkennen: Die Aufgaben des Lebens sind riesengroß. Denn nur da packt man diese Aufgaben an mit dem Ernst und der Kraft, die dazu nötig sind. Wo man meint, es mit Spielereien zu tun zu haben, da bringt man auch nur Spielereien fertig.

Und nun seht: Darum predigen wir hier in der Kirche immer wieder das Evangelium von Jesus Christus, weil wir in Jesus Christus die Größe erkennen, zu der wir ehrfurchtsvoll emporblicken können. Hier steht Gott majestätisch, unerreichbar hoch vor uns. Hier ist seine Wahrheit, Gerechtigkeit und Liebe in einer Fülle, die uns erschaudern macht. Jesus Christus ist gekommen, um uns zur Ehrfurcht zu erziehen, weil die Ehrfurcht das ist, was wir nötig haben. Und wenn wir mit unserem ganzen Volk heute «unten an den Berg» treten, dann soll uns das heißen, dass wir uns sammeln um diesen Jesus, von dem auch wir Alles zu lernen und zu empfangen haben. An ihm können wir sehen, wie Gott ist, wie groß und schwer, aber auch wie schön und fruchtbar unsre Lebensaufgaben sind.

Ihr Männer und Frauen, Augen auf zu ihm, der 19-auch im-19 Kampfe des Lebens gestanden hat, aber hindurchgegangen ist, rein und siegreich, der das Vertrauen zu Gott und die Liebe zu den Menschen nicht verloren hat – seht, das ist Größe.

Ihr jungen Leute, seht, hier können wir lernen, was das heißt, ins Leben hineingehen mit einem Ernst, der nichts leicht nimmt, und doch mit einem Mut, der sich durch nichts erschrecken lässt. Das ist Größe.

Ihr Eltern und Lehrer, wenn ihr eure Kinder tauglich machen wollt zum Leben, dann führt sie zu diesem Mann, denn wenn sie’s gemerkt |297 haben, dass er größer ist als sie, dann haben sie die Stufen und die Maßstäbe, die sie fürs Leben brauchen.

Sie traten unten an den Berg… Gott sei Dank, dass wir unten an den Berg treten dürfen, auf dem das Kreuz aufgerichtet ist. O wenn doch von diesem Berge ein Rauschen und Wehen ausginge durch unser Land und Volk, die Schlafenden zu wecken und die verdorrten Gebeine lebendig zu machen [vgl. Hes. 37,1–14]! O wenn wir merkten, was zu unserm Frieden dient!

Komm, o komm du Geist des Lebens!20 Gib uns, was du uns befiehlst.21

Amen.
Lieder:
  • Nr. 83: «Zeuch an die Macht, du Arm des Herrn» von Fr. Oser, Strophen 1.4.5 (EG 377,1.4 [Textabweichungen]). 🎵
  • Nr. 82: «Himmelskönig, Gott der Gnaden» von M. Klotz, Strophen 7 u. 8. 🎵

Sachfußnoten

1
Am Bettag fanden in Safenwil – wie in der damaligen Schweiz üblich (vgl. C. Stuckert, Kirchenkunde der reformierten Schweiz [Studien zur praktischen Theologie, 4/2], Gießen 1910, S. 92 📖) – zwei Gottesdienste statt. Aus Briefen an seine Großmutter vom 15. September und an seine Mutter vom 18. September 1911 (KBA 9211.76; 9211.79) geht hervor, dass Karl Barth am Vormittag in Safenwil und am Nachmittag im benachbarten Kölliken predigte, während im Safenwiler Nachmittagsgottesdienst sein Bruder Peter predigte, der in diesen Tagen zu Besuch bei ihm war.↩
2
Der Eidgenössische Dank-, Buß- und Bettag wurde in der Schweiz 1832 per Tagsatzungsbeschluss als überkonfessioneller, staatlicher Feiertag eingeführt und wird am jeweils dritten Sonntag im September begangen.↩
3
Aus der ersten Strophe des «Schweizerpsalms» von L. Widmer und A. Zwyssig (RG 519) 🎵, seit 1961 provisorische, seit 1. April 1981 offizielle Nationalhymne der Schweiz.↩
4
Gemeint ist die Bundesverfassung, die sich das Schweizer Volk am 12. September 1848 gab; das zitierte Wort blieb in allen Revisionen unverändert und findet sich auch in der aktuellen Bundesverfassung der Schweizerischen Eidgenossenschaft vom 18. April 1999 an der Spitze der Präambel.↩
5
Aus Strophe 5 des Festlieds «An das Vaterland» von G. Keller (1846; in: G. Keller, Sämtliche Werke in acht Bänden, Bd. 2: Gedichte, Berlin 1958, S. 175) 📖.↩
6
In der «Vernehmlassung» des aargauischen reformierten Kirchenrats zum Bußtag hieß es: «Wir wissen, daß viele Glieder unseres Volkes ernsthafte, brave, fleißige Menschen sind, die mit Gott und vor Gott zu wandeln sich bestreben; aber daß es auch viele Haltlose und Zuchtlose unter uns gibt, von welchen dem ganzen Volke Gefahr droht, das wird kein Einsichtiger in Abrede stellen.» Im Blick auf die «zahlreichen Brandfälle […] diesen Sommer» hieß es weiter, es sei «besonders schmerzlich, zu denken, daß verbrecherische Hände einige dieser Unglücksfälle hervorriefen», und schließlich: «Mangel an innerem Halt und Gehalt, an Zucht und Weihe des Geistes – das scheinen uns Zeichen unserer Zeit zu sein» (Art. «Zeichen unserer Zeit», in: Zofinger Tagblatt, Nr. 212, 11.9.1911, [S. 2] 📖).↩
7
In mehreren Sprachen verbreitetes Sprichwort, das auf die Zeit zurückgeht, in der viele Schweizer das Land verließen, um als sogenannte «Reisläufer» in fremden Armeen zu dienen, und es daher an vielen europäischen Höfen «Schweizergarden» gab. Diese waren für ihre Kampfkraft berühmt – aber eben auch dafür, sehr auf die pünktliche Zahlung ihres Soldes bedacht zu sein; vgl. Röhrich II, S. 528 📖.↩
8
Vgl. oben, S. 143-157, die Predigt vom 7. Mai 1911.↩
9
Barth denkt wohl in erster Linie an die Tätigkeit des 1877 von Louis-Lucien Rochat (1849–1917) gegründeten Vereins des Blauen Kreuzes, der den Kampf gegen den Alkoholismus mit dem gegen die sozialen Probleme in der Schweiz verband; vgl. C. Stuckert, Kirchenkunde der reformierten Schweiz (Studien zur praktischen Theologie, 4/2), Gießen 1910, S. 127–129 📖.1885 wurden in der Schweizer Verfassung die Fabrikation und der Verkauf von «gebranntem Wasser» von der sonst gewährleisteten Freiheit des Handels ausgenommen (Art. 32bis / Art. 31), 1908 stimmte in einer Volksabstimmung die deutliche Mehrheit der Stimmberechtigten einem Absinth-Verbot zu, das 1910 Aufnahme in die Verfassung fand. Vgl. J. Grellet, Art. «Absinth», in: HBLS I, S. 71f. 📖; R. Trechsel, Art. «Abstinenzbewegung», in: Historisches ­Lexikon der Schweiz, Bd. 1, Basel 2002, S. 68f. 📖Zu Barths eigenem Engagement im Blaukreuzverein vgl. oben, S. 94, Anm. 7, und unten, S. 377, Anm. 2.↩
10
Barth denkt vermutlich an das Spielbankverbot, das im April 1911 – allerdings nur vorübergehend – auch in Genf durchgesetzt worden war (vgl. oben, S. 143, Anm. 1), und an Lesegesellschaften wie etwa die 1896 gegründete Pestalozzigesellschaft in Zürich, die durch Einrichtung von Lesesälen und Bibliotheken auch ärmeren Bevölkerungsschichten den Zugang zu guter Literatur ermöglichen und damit einen Beitrag zur Volksbildung und «im Schmutz- und Schundkampf gegen schlechte Lektüre» leisten wollten (R. Fassbind-Eigenheer, Die Pestalozzigesellschaft in Zürich. Eine Institution im Dienste der Volksbildung – 1896 gegründet, in: SAVK 91 [1995], Heft 1, S. 1–20, dort S. 8 📖). Überhaupt aber war der Kampf gegen «unsittliche Literatur» wesentlich mit von der Schweiz ausgegangen: In Genf war bereits 1889 die «Association suisse contre la littérature immorale» gegründet worden, der deutschschweizer Zweigbund 1904, ein «Internationales Informations-Bureau gegen die unsittliche Literatur» 1893, ebenfalls in Genf (vgl. G. Jäger, Der Kampf gegen Schmutz und Schund. Die Reaktion der Gebildeten auf die Unterhaltungsindustrie, in: Archiv für Geschichte des Buchwesens, Bd. 31, Frankfurt/Main 1988, S. 163–191, dort S. 180 📖). Was darunter – auch! – verstanden wurde, zeigt eine Notiz in der Zeitschrift «Frauenbestrebungen», Heft 10 (1910), S. 80 📖: «Das Sekretariat des Deutschen Zweiges des Schweiz. Bundes gegen die unsittliche Literatur macht folgende Mitteilungen: Unser Vorstand richtete ein ernstes und warmes Gesuch an alle Kantonsregierungen der deutschen Schweiz, sie möchten doch der Schund-Kolportage-Literatur, den Volksverderbern ‹Nic Carter›, ‹Buffalo-Bill› und andern Erzeugnissen durch Gesetz und Polizei endlich ihr Gebiet verwehren.» An gleicher Stelle wurde gemeldet: «In Basel ist das Gesetz gegen die Schmutzliteratur angenommen, und es bieten dort die Väter desselben alle Garantie, dass es auch gehandhabt werde.»↩
11
Im «Zofinger Tagblatt», das hier wohl gemeint sein dürfte, war vom 1. Juli bis zum 9. September 1911 der Roman «Die weiße Lilie vom Gardasee» von Erich Friesen (laut W. Eymer, Eymers Pseudonymen Lexikon. Realnamen und Pseudonyme in der deutschen Literatur, Bonn 1997, S. 38 📖, ein Pseudonym von Adele Boettcher [1861–?]) abgedruckt. Seit 12. September erschien dort «Eine Reise nach Australien» von Ib. Tschamper (nicht ermittelt). – Mit Blick auf den Gehalt und die Vielzahl ähnlicher Romane von Adele Boettcher (vgl. Deutsches Literatur-Lexikon. Das 20. Jahrhundert, hrsg. von W. Kosch u. a., Bd. 3, Zürich / München 20023, Sp. 339f. 📖) wird Barth bei seiner Bemerkung den erstgenannten Titel im Sinn gehabt haben.↩
12
Eigentlich bestand die Schweiz 1911 aus 25 Kantonen; die sechs sogenannten Halbkantone (Appenzell Ausserrhoden und Innerrhoden; Basel-Stadt und -­Landschaft; Obwalden und Nidwalden) sind bei der von Barth angewendeten Zählweise zusammengefasst.↩
13
Es ist etwas unklar, was Barth hier meint. Durch die Entgegensetzung zu den Kantonen scheint es so, als seien hier eher die verschiedenen gesellschaftlichen «Stände» mit ihren unterschiedlichen Interessen gemeint. Andererseits ist der «Ständerat» seit der Bundesverfassung von 1848 die Kammer der Schweizer Bundesversammlung, die sich, von der Bevölkerungszahl unabhängig, aus je zwei Vertretern jedes Kantons (Halbkantone: je ein Vertreter) zusammensetzt.↩
14
Fr. Schiller, Wilhelm Tell, erster Aufzug, zweite Szene 📖:
Wir wollen sein ein einzig Volk von Brüdern,
In keiner Not uns trennen und Gefahr.
↩
15
Vgl. die zur Abstimmung am 4. Februar 1912 erschienene Informationsbroschüre: F. Buomberger, Die schweizerische Versicherungsvorlage und ihre Gegner: das eidgenössische Kranken- und Unfallversicherungsgesetz gemeinverständlich dargestellt unter Bezugnahme der gegnerischen Einwürfe, Zürich 1911 📖.↩
16
Schweizerdeutsch für: «Ich muss mich um mich selbst kümmern».↩
17
Das Motto «Unus pro omnibus, omnes pro uno» wurde 1868 von der Schweizer Presse als Leitmotiv einer großen Sammelaktion verwendet, mit der den Opfern des «Jahrtausendhochwassers» geholfen werden sollte, das über 50 Todesopfer gefordert und besonders im Tessin schwerste Verwüstungen angerichtet hatte (vgl. Chr. Pfister, Von Goldau nach Gondo. Naturkatastrophen als identitätsstiftende Ereignisse in der Schweiz des 19. Jahrhunderts, in: ders. / St. Summermatter [Hrsg.], Katastrophen und ihre Bewältigung. Perspektiven und Positionen. Referate einer Vorlesungsreihe des Collegium generale der Universität Bern im Sommersemester 2003, Bern / Stuttgart / Wien 2004, S. 53–78, dort S. 69f. 📖), und gilt seitdem als inoffizieller Wahlspruch der Schweiz. Es umrahmt auch das Schweizer Wappen in der Glaskuppel des 1902 eingeweihten Berner Bundeshauses.↩
18
Der gut 14 Kilometer lange Lötschberg-Tunnel, der 1913 in Betrieb genommen wurde, bildet das Herzstück der Eisenbahnlinie zwischen Spiez und Brig; der Tunnel-Durchstich erfolgte am 31. März 1911.↩
-19
Im Mskr. infolge eines Flecks weitgehend unleserlich und von den Hrsg. ergänzt.↩
20
Anfang eines Liedes von H. Held (GERS 149; RG 509; EG 134) 🎵.↩
21
Vgl. A. Augustinus, Confessiones X,29,40; X,31,45; X,37,60 (CSEL 33, S. 256; 261; 272) 📖: «da quod iubes et iube quod vis»; vgl. auch aus Strophe 13 des Missionsliedes «Der Vater hat zum Schmerzenslohn / der Welt gegeben seinen Sohn» (A. Knapp, Evangelischer Liederschatz für Kirche und Haus. Eine Sammlung geistlicher Lieder aus allen christlichen Jahrhunderten, Bd. 1, Stuttgart / Tübingen 1837, S. 497f. [Nr. 1156]) 🎵:
O Liebe, die du uns ersehn,
Mit Deinem Zeugnis auszugehn!
Gib uns zuvor, was du befiehlst,
Und dann gebiete, was du willst!
↩