Brief Nr. 62 · 23. November 1929

Karl Barth an Rudolf Bultmann

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Lieber Herr Kollege Bultmann!

Ich habe Ihnen für Telegramm und Brief, die Sie mir in der letzten Woche geschickt haben, noch nicht gedankt. Ich empfing dieselbe |96 Nachricht damals gleichzeitig telegraphisch und telefonisch noch von zwei anderen Seiten1 und will gern hoffen, daß sie sich, wenn der entscheidende Augenblick da ist, als letztlich begründet erweist. Im Augenblick habe ich eine Bitte, um deren eilige Erfüllung ich Sie bitten möchte. Haben Sie noch ein Konzept Ihres damaligen Separatvotums zugunsten von Gogarten oder, wenn nein, können Sie mir aus der Erinnerung ungefähr angeben, was Sie damals nach Berlin geschrieben haben? Ich wäre zur Nachhilfe, deren meine eigene literarische Kunst in diesem Fall bedarf, froh, wenn Sie mir das möglichst sofort sagen könnten.2

Mit freundlichem Gruß von Haus zu Haus
Ihr
Karl Barth

Sachfußnoten

1
Die telegraphische Nachricht kam von Gogarten (Dorndorf), die telephonische von Karl Ludwig Schmidt (Bonn). Gogartens Telegramm vom 14.11.1929, 15.55 Uhr (im Karl Barth-Archiv): «oberin tiling telegrafiert mir eben folgendes behoerde erwartet Sondervotum erbitten sie telegrafisch von barth festhalten am Sondervotum = gogarten».↩
2
Entwurf und endgültige Fassung von Barths Sondervotum: Anh. 11 I und II.↩