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An Lieb1 werde ich
heute antworten, daß ich seine Umhabilitierung nach Marburg sehr gerne sehen würde und daß sich die Fakultät ver|93mutlich einverstanden erklären würde — vorausgesetzt,
1.) daß er keine Bezahlung beansprucht, weil wir nicht mehr bezahlte Lehraufträge bekommen
werden, als wir schon haben; 2.) daß er sich für Kirchengeschichte habilitieren wird, solange wir 2 systematische Privatdozenten hier haben. — Ich hoffe, daß es
gelingt, denn ich schätze L. sehr. — Diese Mitteilungen übrigens vertraulich!
Meine Bemerkungen zu Ihrer Dogmatik habe ich in den Sommerferien geschrieben. Erna Schlier (geb. Haas)2 will sie wie die früheren in die Maschine
schreiben, da nur sie meine Schrift mit den Abkürzungen lesen kann. Sobald sie damit
fertig ist, schicke ich sie Ihnen. Sie dürfen freilich nichts Besonderes erwarten. Das
Wesentliche ist in den früheren3 schon gesagt, und ich hatte nicht Zeit, die Sache gründlich und systematisch
auszuführen, sondern habe mich auf einzelne Bemerkungen beschränkt. — Über die
Unbelehrbarkeit Rades bin ich doch recht
enttäuscht. Ich hatte die Illusion, daß meine Antwort auf seinen Aufsatz vom Wagnis des
Glaubens4 ihm unser Anliegen deutlicher machen könne; aber nun geht es im alten Tone weiter,
und er wird gar nicht unsicher in der Meinung, zu wissen, worum es sich handelt.
Wie glücklich sind Sie dran, daß Sie im nächsten Semester nicht zu lesen brauchen!5
Herzliche Grüße von Haus zu Haus!