Brief Nr. 29 · 10. April 1925

Rudolf Bultmann an Karl Barth

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Lieber Herr Barth!

In herzlicher Mitfreude senden wir Ihnen und Ihrer Frau viel gute Wünsche, und hoffen, daß der kleine Johann Jakob1 seinen Hals bald kräftig wenden kann, im übrigen aber kein «J. J. Wendehals»2 wird, sondern mit kräftigem Nacken durchs Leben geht und Ihnen allen viel Freude macht. Hoffentlich geht es Ihrer Frau recht gut!

46 Durch Loews3, die neulich hier waren, hörten wir, daß Sie im Sommer an die Nordsee nach Baltrum wollen. Auch wir planen eine Seereise, stehen aber noch in Überlegungen und Verhandlungen, wohin. Wenn Sie keine Bedenken tragen, in den Ferien theologische Gespräche zu führen, so teilen Sie mir vielleicht mit, an welche Adresse man sich in Baltrum wenden muß, falls wir in Wangerooge, wohin wir zunächst geschrieben haben, keinen Platz finden?

Mit besten Grüßen
Ihr
R. Bultmann

Sachfußnoten

1
Johann (Hans) Jakob Barth (s. Nr. 12, Anm. 8), geb. 6.4.1925.↩
2
«Es schlägt eine Nachtigall an einem Wasserfall und ein Vogel ebenfalls, der nennt sich Wendehals, Johann Jakob Wendehals.» Eduard Mörike zugeschrieben, später als Kanon zu drei Stimmen vertont; vgl. Der Kanon. Ein Singbuch für alle, hrsg. von Fr. Jöde, Wolfenbüttel 1926, S. 272. 📖↩
3
Mskr.: Löws. — Wilhelm Loew (20.7.1887–18.12.1977), seit 1914 rheinischer Pfarrer, 1938 aus politischen Gründen Amtsverbot, 1940–1950 Arzt in Graz, 1950 Lehrbeauftragter, 1952 Honorarprofessor für Praktische Theologie in Mainz, war mit seiner Frau mit den Familien Bultmann und Barth befreundet; vgl. Nr. 33.↩