Gespräch mit dem «Theologischen Arbeitskreis Schaffhausen» in Neuhausen am Rheinfall
GESPRÄCH MIT DEM
„THEOLOGISCHEN ARBEITSKREIS SCHAFFHAUSEN“
IN NEUHAUSEN AM RHEINFALL
Dieses Gespräch «im kleinen Kreise derer, die seinerzeit zu ‹
Aus jenem kleinen «
- Wie stellen Sie sich zum
Atlantikpakt ? - Nationalsozialismus und Kommunismus als religiöse Versuchung
- Gemeinde Jesu Christi und Kirchengesetz (Konkordat zwischen Kirche und Staat)
- Das Nichtige und der Diabolos im N[euen] T[estament] (Ist der Διάβολος nicht in größerem Maße eine Potenz?) Worauf gründet die Mächtigkeit der Sünde, wenn die Sünde das Nichtige ist?
- Was ist an Ostern in Raum und Zeit geschehen?
- Geschichtlichkeit der Urgeschichte und Geschichtlichkeit der Endgeschichte in unserer Verkündigung.
384Als Termin hatte
Nach dem Gespräch schrieb Meyer: «Auch mir bleibt jener Tag, den Sie unserm kleinen Kreis hier kürzlich geschenkt haben, in schönster Erinnerung. Ich habe dabei allerdings die Wahrnehmung gemacht, dass man nicht ‹ungestraft› eine Reihe von Privatdozenten einlädt! Die Guten wollen dann bei einer solchen Gelegenheit dem Professor zeigen, was alles sie können und wissen, so dass der Meister selber ein bisschen zu wenig zu Worte kommt, was am Nachmittag jenes Tages der Fall war. [...] Ihnen aber, lieber Herr Professor, danke ich noch |385 einmal von ganzem Herzen für den Liebesdienst, den Sie uns mit Ihrem Besuch erwiesen haben.»8 Auch
Nur für die fünfte der Barth übermittelten Fragen sind von ihm geschriebene Antwortnotizen erhalten,10 die im Folgenden wiedergegeben werden.
Neuhausen, 1. Okt[ober] 1952
1. Gemeint ist:
sichtbar, hörbar, betastbar (
| unterschieden | von einer zeitlos wahren Idee |
| von einem bloss innern Erlebnis | |
| von dem «eschatologischen» Geschehen der Entdeckung des Glaubens | |
| an J[esus] X [Christus] (in Erkenntnis der Bedeutsamkeit s[eines] | |
| Kreuzestodes[)] |
im selben Sinn Geschichte wie sein Kreuzestod – wie Entstehung der Gemeinde – 40 Tage
Offenbarung der δόξα des Logos
| in seinem getöteten σάρξ ( | |
| in innerweltlicher Gegenständ|386lichkeit | |
| vom Glauben unterschieden als dessen „Darum“ | |
| (Grund!) |
«Leibliche» Auferstehung bezw. Gegenwart Jesu nach s[einem] Tode
2. Warum so?
| Weil sonst | die Rechtfertigung des am Kreuz Gerichteten (und in ihm die unsere!) |
| seine «Erhöhung» d. h. Offenbarung als κύριος ( | |
| die Überwindung des Todes (als Anzeige neuen Lebens) ( | |
| der lebendige J[esus] C[hristus] als Inhalt des Kerygmas und Gegenstand des | |
| Glaubens ( | |
| Sache einer ungewissen u[nd] zweideutigen | |
| in den Glauben wie im Kerygma eingeschlossenen, statt sie begründenden | |
| von den glaubenden bzw. verkündigenden Menschen verantworteten Überzeugung, Behauptung wäre | |
| Weil sonst | der Glaube nicht Glauben an – die Botschaft nicht Botschaft von J[esus] |
| C[hristus] sein könnte | |
| Der Begegnungscharakter der beide begründenden Theophanie fehlen würde. | |
3. Was geschah?
Die erste «Parusie» J[esu] X [Christi] d. h. die erste, vorläufige Enthüllung der in seinem menschl[ichen] Leben, Leiden, Sterben geschehenen Versöhnung der Welt (sündiger u[nd] sterbl[icher] Mensch) mit Gott.
In den Ev[an]g[elien] gekennzeichnet als Geschichtsbereich schlechthin singulärer Art: Auferstehung nicht erzählt, Engel, allgemeiner Zweifel u[nd] Furcht, nicht rekonstruierbar zu einem Bild. Widersprüche [?].
Zum «Beweis» untauglich (nach