Predigt: Galater 6,7-8
Gott lässt seiner nicht spotten! – Über der Welt und über unserm Leben waltet und wirkt von Ewigkeit her das unzerbrechliche Gesetz seiner Gerechtigkeit. Verstehen werden wir es niemals können, aber anerkennen müssen wir es, sobald wir auch nur einen Augenblick ernsthaft über uns selbst nachdenken, verehren dürfen wir es, wenn wir erschüttert danach verlangen, uns unter Gottes Gebote zu beugen, liebend umfassen dürfen wir dieses Gesetz, vertrauensvoll uns darauf stützend, jubelnd es verherrlichen, wenn wir in der Nachfolge Jesu Gottes Kinder geworden sind. Es ist zu gleicher Zeit das Allerunbegreiflichste und das Allersicherste, das wir uns denken können. – |
Dieses Gesetz der Gerechtigkeit Gottes ordnet von Ewigkeit zu Ewigkeit zwei große Reiche, hier das Reich des Bösen, der Finsternis, des Verderbens, des Todes, dort das Reich des Guten, des Lichtes, des Wachstums, des Lebens. Beide Reiche sind einander so ungleich als möglich. Feindselig stehen sie einander gegenüber. Keine Versöhnung kann es zwischen ihnen geben, sondern nur die Vernichtung des einen und den Sieg des andern. Aber in einem sind sich die beiden Reiche gleich. Sie sind Beide in Gottes Hand. Gott ist Herrscher im Reich des Bösen wie im Reich des Guten. Das Gesetz seiner Gerechtigkeit gilt hier wie dort. Seine Ordnung triumphiert auf dieser wie auf jener Seite. Unser Verstand mag zerbrechen über der Frage, wie das möglich sei, aber die Tatsache, dass es so ist, kann nicht zerbrochen werden. Hier wie dort gilt die Ordnung, dass jede Ursache ihre eigenartige Wirkung hat, in jedem Reich nach seiner besondern Weise, und von dieser Ordnung gibt es keine Ausnahmen. Fest geschlossen sehen wir hier die Wahrheit, den Gehorsam, den guten Willen, die Treue, die Liebe, den Frieden, die Freude, das Leben. Eins folgt aus dem andern. Eins reiht sich ans andre, greift ins andre ein, wie die im Feuer geschmiedeten Glieder einer eisernen Kette. Diese Notwendigkeit, kraft derer der Weg von der Wahrheit zur Liebe und von der Liebe zum Leben führen muss, ist Gottes Gerechtigkeit im Reiche des Guten, des Lichts. Und ebenso fest geschlossen sehen wir dort die Lüge, den Ungehorsam, die Verlotterung, die Untreue, den Hass, die Unruhe, das Entsetzen, den Tod. Wieder folgt eins aus dem andern, wieder greift eins ins andre, wie die Glieder einer Kette ineinander greifen. Und diese Notwendigkeit, die von der Lüge zum Hass führt und vom Hass zum Tod, ist Gottes Gerechtigkeit im Reiche des Bösen, der Finsternis. Es gibt keine Ausnahme von dieser Ordnung, keine einzige. Wohl mag es uns oft im Leben vorkommen, als seien die beiden Reiche wunderlich vermischt, wohl mögen uns die beiden Ketten oft sonderbar verschlungen vorkommen. Sie gehen doch niemals ineinander über. Böses und Gutes rinnen immer wieder auseinander wie Wasser und Öl. Gutes wird nicht böse und Böses wird nicht gut. Licht kann nicht Finsternis erzeugen und noch nie hat die Finsternis Licht geboren. Gottes unerschütterliche Ordnung lässt es nicht zu, weder dem einen noch dem andern. Gottes Gerechtigkeit lässt es nicht zu. Denn wenn auch nur ein einziges Mal aus Gut Böse oder aus Böse Gut werden dürfte, dann wäre zwischen den beiden Reichen die Brücke der Versöhnung geschlagen, dann wäre nicht abzusehen, weshalb der Gegensatz, der Krieg zwischen hüben und drüben, noch fortbestehen müsste. Gott will aber diesen Gegensatz und Krieg, er will, dass Licht und Finsternis kämpfen, und nicht, dass sie einig werden sollen. Es ist müßig zu fragen: warum? So wenig wir darauf antworten können, so wenig können wir uns die Welt und unser Leben denken ohne den ewigen Kampf zwischen Gut und Böse. Wir können nur ahnend begreifen, dass durch diesen Kampf die Welt ihr Ziel und unser Leben seinen Sinn erhält, dass durch diesen Kampf, in diesem Kampf die Ehre Gottes in der Welt und in unserm persönlichen Leben offenbart werden muss. Weil Gott diesen Kampf will, darum darf es zwischen Gut und Böse keine Versöhnung geben, darum müssen die beiden Reiche fest in sich selbst geschlossen bleiben. Darum darf keine der beiden Ketten reißen. Aus Licht wird Licht. Aus Finsternis wird Finsternis. Die Wahrheit strebt dem Leben, dem Himmel entgegen, das Ende der Lüge ist der Tod und die Hölle. Es gibt keine Ausnahmen.
512 Irret euch nicht, Gott lässt seiner nicht spotten! Mitten inne zwischen den beiden Reichen steht der Mensch. Nein, die Grenzlinie zwischen beiden läuft mitten durch seine Seele. Da ist ein Bezirk, in der Bibel das «Fleisch» genannt. Vielleicht werden wir den Ausdruck besser übersetzen: das Ich. Das ist das Wirrwarr von Bedürfnissen, Wünschen unda Befürchtungen, in denen der Mensch nur an sich selbst denkt, an seine Befriedigung, seine Neigungen, seine Ruhe. Das ist das Natürliche im Menschen. Das Natürliche ist an sich nichts Böses. Wenn es vom Geist überwunden und regiert wird, ist es gut. Aber das Böse schlummert im Natürlichen. Es ist der Bezirk in der Seele des Menschen, wo das Reich der Finsternis seine Station hat. Wenn ein Mensch es mit seinem Fleisch hält, mit seinem Ich, wenn das Fleisch herrscht und der Geist gehorcht, dann hat sich der Mensch auf die Seite dieses Reiches gestellt. Auf der andern Seite ist in der Seele des Menschen ein Bezirk, der heißt in der Bibel: «Geist». Das ist der Trieb nach dem Großen, nach dem Vollkommenen, nenne man es nun Wahrheit oder Güte oder Schönheit oder, wie man immer will. Das ist das Überlegene, Höhere, Übernatürliche im Menschen. In allen Menschen ist «Geist», gerade wie in allen Menschen «Fleisch» ist. Und dieser Trieb ist an sich noch nicht gut, wie der Fleischestrieb an sich noch nicht böse ist. Aber das Gute schlummert darin. Das Reich des Lichts hat hier seinen Posten in der Seele des Menschen. Und wenn ihm nun der Mensch gehorsam ist, wenn er sich auf seine Seite schlägt, wenn er es mit dem «Geist» hält, dann hat er sich eben damit auch auf die Seite jenes Lichtreiches gestellt. – |
Nach Gottes Ebenbild ist der Mensch geschaffen [vgl.
Aber wir wissen mehr als das. Wir wissen nicht nur, dass wir zum Kampf bestimmt sind zwischen Gut und Böse. Das wäre eine ganz verzweifelte Lage. Wir stünden dann zwischen Gut und Böse fast wie einer, der vom fallenden Weh2 bald so, bald so verzogen und geschüttelt wird.
Aber gerade weil wir so zuversichtlich und freudig sein dürfen gegenüber jener geheimnisvollen Ordnung Gottes, die über den Reichen des Guten und des Bösen waltet, gerade darum trifft uns mit erschütterndstem Ernst die Mahnung: Irret euch nicht, Gott lässt seiner nicht spotten! Gottes spotten – das würde bedeuten, dass wir seine Ordnung, die wir so gut kennen, irgendwo missachten, dass wir uns dem Kampfe, zu dem wir verpflichtet sind, entziehen wollen, dem Kampfe, dessen herrliches Ende wir doch kennen. Ich las einmal von einem deutschen Soldaten, der in der siegreichen Schlacht bei
Wir spotten Gottes auf gar mannigfaltige Weise. Manchmal in offenem Trotz: Es kommt vor, besonders in gewissen Übergangszeiten der Jugend, aber auch sonst, dass uns das Böse in gewissen Formen förmlich lieb wird, dass wir in merkwürdiger Verblendung das Schlechte für schön und gut halten, den Geist mit dem Fleisch verwechseln. Besonders unter dem Einfluss des Weines können einem solche merkwürdigen Verwechslungen passieren. Es kann aber auch ernsthafter sein: es sind schon Dichter und Philosophen und christliche Sekten aufgetreten, die allen Ernstes zum Beispiel den Ehebruch oder doch die Vielehe oder die sogenannte «freie Liebe» als berechtigt und notwendig hingestellt haben.4 Der Geist, das Gewissen, sie wer|516den wie mit einem plötzlichen Ruck ausgeschaltet, und man erklärt: das Fleisch hat Recht. Oder man denke an einen
Manchmal entziehen wir uns der Pflicht mehr unter der Hand. Wir möchten uns nicht auf die Seite des Bösen schlagen, um keinen Preis, |517 aber wir erlauben uns sachte da und dort eine Ausnahme von der Regel. O wie unendlich oft haben wir Gottes schon so gespottet: nicht indem wir ihm frech getrotzt hätten, aber indem wir ganz still und gottergeben dachten: Für diesmal! Wir haben dann jeweilen den abenteuerlichen Gedanken, Gott merke es kaum, wenn es nur einmal geschehe! wir denken: da will ich schon davor sein, dass es sich nicht wiederholt, vielleicht breiten wir sogar vorsorglich noch ein schönes Mäntelchen über die böse Sache. Daraus können sogar Gewohnheiten werden, nicht nur zeitweilige, sondern Lebensgewohnheiten. Wir sind fähig, in der wunderbarsten Weise doppelt Buch zu führen.7 Jesus schon hat von solchen geredet, die Gott dienen wollen und dem Mammon [vgl.
Und noch ein andrer Fall: es kommt vor, dass wir unbewusst jenen Kampf unterlassen. Wir wissen gar nicht mehr, dass wir Böses tun. Böse Gewohnheiten können uns schließlich so ins Blut übergehen, dass wir gar keine Ahnung mehr davon haben, dass etwas nicht in Ordnung sei dabei. Wenn Einer zum Beispiel seit 30 oder 40 Jahren immer ein wenig zu viel getrunken hat, ja, dann ist ihm heute die Empfindung völlig fremd geworden, das sei nicht recht. Er ist wie abgestumpft. Er tut das Böse bewusstlos. Oder wenn eins schlecht erzogen worden ist und lange in schlechter Gesellschaft gelebt hat. Ja, |518 es gibt Menschen, die färben sogar, wenn sie gut erzogen waren, erbärmlich schnell ab von ihrer Umgebung. Sie machen nun dies und jenes mit, sie haben sich an Sachen gewöhnt, die müssten ihnen eigentlich furchtbar sein. Aber sie sind es ihnen durchaus nicht. Sie sind vielleicht noch ziemlich vergnügt dabei. Das kann ganzen Völkern so gehen. Messerstechen ist für einen Italiener etwas ganz Alltägliches, die barbarischen Stierkämpfe sind für die Spanier das liebste Sonntagsvergnügen. Und für viele Deutsche ist das Biertrinken fast eine heilige Sache. Was soll man zu solchen Erscheinungen sagen? Ist das Böse auch noch böse, wenn es unbewusst geschieht? Muss Gott sich das nicht gefallen lassen? Nein, das lässt sich Gott nicht gefallen. Gott lässt seiner nicht spotten, weder durch trotzige noch durch versteckte noch durch unbewusste Abweichung von seiner Ordnung.e
Sondern Gottes Ordnung besteht in Kraft, gleichviel wie wir uns dazu stellen. Sie vollzieht sich einfach an uns; wenn wir nicht wollen, dass sie uns zum Segen werde, so wird sie uns eben zum Fluch. Was der Mensch säet, das wird er ernten. Eine Aussaat ist alles unser Denken und Reden und Tun. In jeder Minute bauen wir am Hause unsres Lebens. In diesem Hause müssen wir nachher wohnen, und dann muss es sich zeigen, wie wir gesät haben. Wir lernen heute an der Aufgabe, die wir morgen in der Schule können müssen. Wir sammeln heute die Vorräte, die wir morgen in der Hungersnot verzehren möchten. Wir schmieden heute die Waffen, mit denen wir uns morgen, wenn der Feind da ist, verteidigen möchten. Im Heute liegen die Wurzeln des Morgen. Jetzt, jetzt entscheidet es sich, was du sein wirst. Unser Leben strömt vorwärts und vorwärts. Was wir Gegenwart nennen, ist immer nur Vorbereitung der Zukunft, und was wir als Zukunft erwarten, ist die Vorbereitung neuer Zukunft. Ein Samenkorn, in dem ein zweites verborgen ist, und im zweiten ein drittes und im dritten ein viertes, so liegt jeder Augenblick vor uns. Du benützest ihn – jetzt hast du gesät und entschieden für alle Zukunft. Du benützest ihn nicht: was du von der Minute ausgeschlagen, bringt keine Ewigkeit zurück!8 Du benützest ihn falsch: so ist ein falscher Ton im Zu|519sammenklang deines ganzen Lebens. Glaube nur das nie: der gegenwärtige Augenblick ist gleichgiltig, ich kann ihn brauchen, wie es kommt! Ich habe das schon an mir selbst erfahren, dass es sich bitter gerächt hat, gerade immer, wenn ich das dachte. Kein Augenblick ist gleichgiltig, jeder ist eine Aussaat, jeder hat auch seine Ernte, früher oder später. Und glaub nur das nie: Was ich jetzt denke oder tun will, das ist so geringfügig, dass es mir nichts schadet, dass es keine Folgen haben wird. Doch! Verlass dich darauf: Alles hat seine Folgen. Was heute in deinem innersten Herzen vorgegangen, das entscheidet morgen vielleicht über dein Leben. «Du säest einen Gedanken und du erntest eine Tat, du säest eine Tat und du erntest eine Gewohnheit, du säest eine Gewohnheit und du erntest einen Charakter, du säest einen Charakter und du erntest ein Schicksal.»9 Und nun vollzieht sich majestätisch und unerbittlich an uns die Ordnung Gottes, dass aus Gutem Gutes, aus Bösem aber Böses folgt.
Wer auf das Fleisch säet, der wird vom Fleisch das Verderben ernten. Das will sagen: indem wir uns der Ordnung Gottes entziehen wollen, ob trotzig oder heuchlerisch oder bewusstlos gilt sich ganz gleich, indem wir uns ihr entziehen und nicht mehr kämpfen wollen, erfasst sie uns wie das Rad einer Maschine und wird uns zum Verderben. Wenn wir mit dem Bösen Frieden machen, wenn wir es offen oder versteckt oder ganz gedankenlos lieb haben, dann heißt das doch, dass wir auf das Fleisch säen. Nicht der Geist, nicht das Gewissen, nicht der Trieb nach Vollkommenheit leitete uns dazu an, sondern auf alle Fälle das kleine, natürliche, tierische Ich. Sowie das aber geschehen ist, sofort haben wir uns auch dem Reiche der Finsternis unterstellt, sofort sind auch wir dem Gottesgesetz unterworfen, das dort waltet so gut wie im Reiche des Lichts. Wie wenn ein Arbeiter von der Trans|520mission10 erfasst wird, so packt uns die Kette des Bösen und reißt uns der verhängnisvollen Stelle entgegen, wo wir zermalmt werden. Meine nur ja nicht, du könnest schon wieder entrinnen. Nein, wo die Lüge einmal ist, die Verleugnung der göttlichen Wahrheit, und wenn es nur in Gedanken wäre, geschweige denn in Worten, da ist auch schon der Ungehorsam, der Abfall von Gottes Gebot tatsächlich vollzogen. Und wo der Mensch ungehorsam ist, ob er es nun deutlich weiß oder nicht, da ist auch sein Wille verdorben, verroht, geknechtet, und wenn er noch so brav und vergnügt aufträte. Und wo der Wille schlecht geworden ist, da geht die Beständigkeit, die Treue verlorenf aus einem Leben; es ist bloßer Schein, wenn ein Mensch mit schlechtem Willen einem andern Menschen oder einer Aufgabe treu zu sein scheint. Ohne Treue aber gibt es auch keine Liebe. Der böse Mensch ist immer allein, er wird zum Feind aller Andern,11 er hat nur noch einen einzigen Freund, sich selbst, und das Hassen wird ihm Bedürfnis. Aber auch die Freundschaft mit sich selbst geht nicht tief – nein, die Gleichgiltigkeit und Abneigung gegen Gott und die Andern wird zu einer tiefen Zwiespältigkeit in sich selbst: nachdem der Anker verloren ist, treibt das Schiff in den Wellen umher: Sorge und Gier und Kummer werden jetzt wirklich haushohe Wellen, und in dieser Unruhe liegt die Verzweiflung verborgen; denn Unruhe ohne Ende, was ist das Andres als Verzweiflung? Wenn das, was man weggeworfen, die Wahrheit, nun wirklich fehlt, wenn die Lüge dagegen sich in ihrer ganzen Trostlosigkeit offenbart hat, ja, was soll dann der Mensch machen? Ist es dann nicht besser, diesem Leben in seiner Wertlosigkeit ein Ende zu machen? Aber ob freiwillig oder unfreiwillig, der Tod |521 wird immer ein furchtbar, grenzenlos düsterer Schluss eines Lebens sein, das im Fleisch, im Ich seinen Ursprung, seinen Inhalt hatte. Selbst wenn ein Mensch von jener Unruhe und Verzweiflung nichts gespürt hat, der Tod muss ihm zur Strafe, zur entsetzlichen Strafe werden, denn gerade das Fleisch, das Ich, nimmt da auf alle Fälle ein klägliches Ende. Wenn das Fleisch das Höchste ist im Leben, so ist die Verwesung das Letzte im Tode. |
Seht, das ist die Hölle, diese Selbstvernichtung, der wir entgegentreiben, sowie wir auch nur mit der Fußspitze das Reich der Finsternis betreten haben. Das ist der Same, der auf das Fleisch gesät ist und der auf alle Fälle Verderben bringt zur Erntezeit. Wir dürfen nicht denken, dass es auch anders gehen könne, dass aus Lüge jemals Gehorsam gegen Gott oder aus Hass innerer Friede oder aus der innern Unruhe des Gottlosen Seligkeit werden könne. Nein, das sind Dinge aus dem andern Reich, die hier nicht zu finden sind. Als der reiche Mann in der Hölle darum bat,
Aber etwas Anderes dürfen wir erwarten, auch wenn wir noch so tief gefallen oder gesunken sind: Wer auf den Geist sät, der wird vom Geist das ewige Leben ernten. Nichtwahr, meine Freunde, wir sind auch schon von jener Kette des Bösen erfasst gewesen, wir haben schon gefühlt, wie das ist, wenn man so von der Lüge durch die Untreue dem Hass, der Verzweiflung, dem Tode entgegengeschleudert wird? Einige von uns sind vielleicht auch schon in der Hölle gewesen oder doch nahe daran und wissen genau, was das bedeutet: der Tod ist der Sünde Sold! [
Wir müssen noch einmal von Jesus reden, wenn wir dieses Wunderbare begreifen wollen. Das ist eben seine Wirksamkeit, dass er uns die Zuversicht gibt auf ein gutes Ende des Streits, dass er uns, und wenn wir im tiefsten Schlamm steckten, die Hand reicht und uns Mut macht, es noch einmal zu versuchen. Dass er uns Freudigkeit einflößt, auf den Geist zu säen, und wenn wir tausendmal auf das Fleisch gesät und Verderben geerntet hätten. Seit Jesus gelebt hat, muss Keiner mehr in Verzweiflung untergehen. Was er uns gebracht hat, das ist Gnade, Gnade, die uns vom Gericht befreit und die das Gericht überflüssig macht, weil sie uns heiligt. Jesus hat uns die Kraft und die Freudigkeit gebracht, auf den Geist zu säen. Denkt an den Gichtbrüchigen in
523 Und wir? Liebe Freunde! Wir wollen uns auch an den rechten Platz rufen lassen von ihm in der majestätischen Ordnung Gottes. Dass aus Bösem Böses folgt, das wissen wir, das braucht uns niemand zu sagen. Aber dazu muss er uns anleiten, dass in unserm Leben und durch uns in der Welt aus Gutem Gutes komme, aus der Saat des Geistes die Ernte des ewigen Lebens.h