1937

Eine Frage und eine Antwort

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EINE FRAGE UND EINE ANTWORT

1937

Die Absicht, diesen Text zu schreiben und zu veröffentlichen, geht zurück auf die Reise nach Schottland im März 1937. Barth war eingeladen worden, in diesem und im darauffolgenden Jahr die «Gifford-Lectures»1 zu halten. In den Gesprächen, zu denen es an allen Stationen seiner Reise kam, spielte immer wieder auch die Frage eine Rolle, wie sich die ausländischen Kirchen gegenüber dem Geschehen im deutschen Kirchenkampf verhalten sollten.

Barth reiste Anfang März mit dem Zug von Basel aus über Paris und London nach Aberdeen, wo er vom 8.–12. und vom 15.–19. März 1937 die ersten zehn seiner Vorlesungen2 hielt.3 Die Rückreise führte ihn |691 über Edinburgh erneut nach London, wohin inzwischen auch Charlotte von Kirschbaum und Gerty Pestalozzi gereist waren. Die Tage in London vom 21.–24. März widmete man vor allem dem Besuch zahlreicher Sehenswürdigkeiten, am 22. März aber kam es auch zu einem mittäglichen Treffen Barths mit Vertretern der «World’s Evangelical Alliance» im Hotel Russell, von dem Barth später schrieb, es habe ihm die Gelegenheit geboten, «etwa 30 Spitzen des kirchlichen Lebens zu beschnuppern, mich antoasten zu lassen und selber in einem über Stock und Stein brechenden Englisch das Nötigste kundzugeben».4 Über dieses Treffen berichtete am folgenden Tag die «Times», und nach der ausführlichen Aufzählung aller Barth ehrenden Grußworte findet sich in diesem Bericht auch schon eine kurze Zusammenfassung von Barths spontanem Statement:

«Dr. Barth said that he wished the great struggle of the Church in Germany was understood a little more in the churches of the world. It was not only a question of freedom in the church, but it was a fight of the church against a new religion – not a philosophy or an idea merely written about in books and periodicals, but a religion which was represented by a State and by persons like Hitler and his friends. It was a new religion which was also a new power in the world. Never since Mohammed had Christianity been so threatened as it was in Germany. The Church there was not strong, and his great struggle came upon it unexpectedly. Declarations of sympathy from other Churches would be of little avail. What they in Germany asked was that on this ­side of the channel a voice should declare that the thesis of the Confessional Church was also the standpoint of the Church here. That declaration of the Church was not a German domestic matter; it was a universal matter.»5

692 Möglicherweise wurde gleich am 22. März in London über eine ausgeführte Veröffentlichung dessen, was Barth gesagt hatte, verhandelt, denn auch John A. Hutton6, der Chefredakteur der Zeitung «British Weekly», war beim Treffen mit Barth anwesend.7 Jedenfalls schrieb Barth schon bald nach seiner am 27. März erfolgten Heimkehr – von London aus hatte man noch drei Tage in Paris verbracht – von dieser Absicht: «Ich war in Schottland und England, bzw. London und bin voll lebhafter Eindrücke von dort zurückgekommen. Was für ein Volk ─ ─ und (oh!) was für eine Kirche und Theologie! Wenn ich gefragt wurde, was man für die bekennende Kirche in Deutschland tun könne, so habe ich geantwortet: Weder Sympathie- noch Protestbekundungen, sondern: solenne Zustimmung zu Barmen I! Dies und gar nichts sonst sei es, was uns interessieren, freuen und helfen könne. Ich werde das demnächst in einem Aufsatz für den British Weekly auch schwarz auf weiß kund tun.»8

Den Artikel schrieb Barth gut zwei Wochen nach seiner Rückkehr nach Basel, am 11. April 1937.9 Er muss umgehend verschickt worden sein, denn bereits am 13. April bedankte sich Leonard Cutts vom Verlag Hodder & Stoughton, in dem die «British Weekly» erschien: «Thank you so much for the splendid article for the ‹British Weekly›. I am having this translated at once.»10 Der Artikel erschien neun Tage später: Karl Barth Answers a Question. How can Churches abroad |693 help the German evangelical Church?, in: The British Weekly, A Journal of social and christian progress, Vol. 111, 22.4.1937, p. 71 📖.

Sowohl Barths Manuskript11 als auch ein als «Abschrift» gekennzeichnetes Typoskript12 des Textes sind erhalten. Eine erste deutsche, auf dem Typoskript beruhende Veröffentlichung erschien bald: K. Barth, Eine Frage und eine Antwort, in: Ökumenischer Nachrichtendienst der Vorläufigen Leitung der Deutschen Evangelischen Kirche, Nr. 5, 9. Juni 1937, S. 7–10 📖.13 Wieder abgedruckt wurde der Text unter dem gleichen Titel in: Karl Barth zum Kirchenkampf. Beteiligung – Mahnung – Zuspruch (ThExh.NF 49), München 1956, S. 67–71 📖. Die Edition folgt diesem letzten, mit dem Erstdruck und dem Typoskript identischen Abdruck.14 Im Manuskript zu findende Abweichungen vom Druck sind ausgewiesen.

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Eine Frage und eine Antwort

Wenn ich an meinen Aufenthalt in Schottland und London im März dieses Jahres zurückdenke, so denke ich vor allem mit großer Dankbarkeit an die freundschaftliche, ja brüderliche Aufnahme, die mir dort sowohl in den akademischen wie in den kirchlichen Kreisen überall bereitet wurde. Und ich habe es mit besonderer Freude empfunden, dass die Herzlichkeit dieses Empfanges zum guten, vielleicht zum größten Teil in dem allgemeinen Interesse an dem Kampf der bekennenden Kirche in Deutschland begründet war, an den die Freunde in Großbritannien durch meine Gegenwart aufs Neue erinnert wurden. Die so vielfach in Anspruch genommenen und bedrängten Glieder und Führer dieser Kirche bedürfen der Teilnahme der a-Brüder in den Kirchen-a der anderen Länder, und sie sind dankbar, wenn sie ihnen direkt oder indirekt zuteil wird, so wenig sie in der Lage sind, dies in der Wolke von politischem Misstrauen, in der sie leben müssen, äußerlich sichtbar zu machen. So weiß ich z. B., dass die Nachricht der Times von der am 22. März in London veranstalteten Zusammenkunft da und dort in Deutschland stille Freude erregt hat.15 Da ich nun, obwohl heute als Schweizer in der Schweiz lebend, in Großbritannien immer noch ein Stück weit als Vertreter der deutschen Bekenntniskirche angesehen werde,16 darf ich – ohne dazu einen |695 ausdrücklichen Auftrag zu haben, aber, wie ich weiß, im Sinne meiner deutschen Freunde – eine Antwort auf eine Deutschland betreffende Frage geben. Ich habe sie am 11. März in Aberdeen und am 22. März in London im engeren Kreis mündlich gegeben, nachdem mir die Frage in Aberdeen offen gestellt worden war.17 Ich halte es aber im Blick auf alle Teile für wünschenswert, sie nun zu vervollständigen und zugleich öffentlich und schwarz auf weiß zu wiederholen.

Die Frage lautete: Was können die schottischen, die englischen und die anderen auswärtigenb Kirchen tun, um der deutschen evangelischen Kirche in ihrer gegenwärtigen Situation zu helfen?

Die wichtigste Antwort darauf ist mir von den Fragestellern und von anderen großbritannischen Freunden selber gegeben worden mit der Versicherung, dass in ihren Kirchen für Deutschland und seine evangelische Kirche gebetet werde. Das ist in der Tat der Anfang, die Mitte und das Ende von dem, was heute in dieser Sache getan werden kann c-und getan werden muss-c. Die auswärtigen Kirchen müssen wissen, dass die deutsche evangelische Kirche sich in einer Not befindet, in der Gott d-allein helfen kann, der der Herr der einen Kirche und so der Herr aller Kirchen ist. Sie müssen in der Sache dieser Kirche ihre eigene-d Sache sehen 68 und sie als solche vor Gott bringen. Sie müssen gerade dann an e-diese Kirche-e denken, wenn sie selber lobend, dankend und bittend vor Gott treten. Sie müssen in der Gemeinschaft des Heiligen Geistes an diese Kirche denken. Nur von da aus lässt sich verstehen, f-was weiter zu tun – und nicht zu tun ist-f.

Man wird g-nun freilich-g die Gemeinden nicht gut zum Gebet für die deutsche Kirche auffordern können, wenn man sie nicht eingehend |696 darüber belehrt und unterrichtet, um was es sich denn in jenem Kampf handelt, welches seine Geschichte und seine Formen sind, welche Versuchungen und Nöte ihm zugrunde liegen. Sind die kirchlichen Prediger und Schriftsteller in Großbritannien in der Lage, dies einigermaßen sachverständig zu tun? Die Verhältnisse und Probleme sind nicht ganz einfach, für die Deutschen selber nicht, geschweige denn für Ausländer. Aber wer sich Mühe gibt, wird die Hauptsachen, auf die es ankommt, zu erfassen nicht unvermögend sein. Wer sich diese Mühe vielleicht noch nicht gegeben hat, dem darf ich hiermit sagen, dass h-dies das Nächste-h sein dürfte, was geschehen muss: Man informiere sich über die Tatsachen. Wie man sich, wenn man die Gemeinden zum Gebet für die Mission, für den Frieden usw. erziehen will, vor allem über die Tatsachen informieren muss, um den Menschen zu sagen, welches die Sache ist, die sie als ihre eigene Noti vor Gott bringen sollen.

Die Unterrichtung über das, was in Deutschland vorgeht, dürfte nun aber gerade nicht in der Absicht oder auch nur Nebenabsicht erfolgen, einen Druck auf die «öffentliche Meinung» im vereinigten Königreich und damit indirekt (auf politischem Wege!) einen Druck auf die j- deutsche Regierung-j auszuüben. Eben in der Erwartung solcher halb oder ganz politischen Einwirkung besteht nämlichk das Misstrauen, das die deutsche Bekenntniskirche wegen ihrer Einheit mit den Kirchen des Auslandes und besonders Englands seitens der gegenwärtigen Machthaber zu tragen hat.18 Man gebe diesem Miss|697trauen keine neue Nahrung! Auf diesem Weg ist doch nichts zu erreichen. Was hülfe es, wenn die ganze englische Flotte an der Elbemündung erscheinen würde – der deutsche Kirchenkampf ist ein geistlicher und nicht ein weltlicher Kampf,19 und es können auch die Mittel, mit denen sich die auswärtigen Kirchen daran beteiligen, wenn diese Beteiligung wirkungsvoll sein soll, nur geistliche Mittel sein.

Im selben Sinne möchte ich lieber warnen vor weiteren Sympathieerklärungen und Protestkundgebungen.20 Dass man in England die «Freiheit des Gewissens» und die «Freiheit der Kirche» gutheißt |698 und alle atrocities21 verabscheut und beides gerne ausspricht,22 das weiß man in Deutschland, das macht aber den Nationalsozialisten keinen Eindruck, weil sie l-dafür kein Verständnis haben-l. Und es ist damit der Bekenntniskirche darum nicht geholfen, weil es sich in ihrem Kampf nicht um die Freiheit, sondern um die notwendige Bindung des Gewissens, und nicht um die Freiheit, son69dern um die Substanz der Kirche, d. h. um die Erhaltung, Wiederentdeckung und Bewährung des rechten christlichen Glaubens handelt. Nicht auf die Stimme des englischen Bürgers wartet sie: dass er ihr wieder einmal sage, was jeder tüchtige Engländer seit vielen Jahrhunderten immer gesagt hat, sondern auf die Stimme des englischen Christen, auf die Stimme der englischen Kirche : dass sie jetzt sagen möchte, was nur im Heiligen Geist, nur in der Besinnung auf das, was die Heilige Schrift sagt, gesagt werden kann.

Der Nerv des Widerstandes, den die deutsche evangelische Kirche dem national-sozialistischen Staat heute entgegensetzen muss, ist eine ganz bestimmte Erkenntnis. Nur wenn man um diese Erkenntnis weiß, versteht man, was gemeint ist, wenn sie bekennende Kirche heißt – versteht man die Notwendigkeit ihrer Ablehnung aller bisherigen staatlichen «Ordnungs»-Versuche – versteht man auch die (den Ausländern so schwer verständlichen) inneren Kämpfe in dieser Kirche. Es geht nicht etwa bloß um diem formale Aufrechterhaltung n-der Autorität-n der lutherischen und reformierten Bekenntnisschrif|699ten des 16. Jahrhunderts. o-Sondern es-o geht um eine ganz bestimmte Anwendung dieses Erbes. Esp geht um den Streit gegen einen neuen Irrtum, den die Kirchen des 16. Jahrhunderts so noch nicht kannten, der sich aber seither in die evangelische Kirche eingeschlichen hat und der in dem, was der Nationalsozialismus von der Kirche verlangte, vielleicht zum ersten Mal greifbare geschichtliche Gestalt angenommen hat. Es ist schon lange soq, dass die Welt von der Kirche verlangt hat, dass sie neben der Offenbarung Gottes in Jesus Christus eine Offenbarung Gottes in der Natur oder in der Geschichte oder in der Vernunft oder in den Gefühlen des Menschenherzens zu anerkennen habe. Der Nationalsozialismus hat dem Allemr die Krone aufgesetzt, indem er von ihr verlangt hat, dass sie neben der Offenbarung Gottes in Jesus Christus eine göttliche Offenbarung in ihm selbst, in der Person s-des Führers Adolf Hitler-s und in der unter den Voraussetzungen der Revolution von 1933 zu interpretierenden Wirklichkeit und Geschichte des deutschen Volkes anerkenne. Diesem neuen (nicht ganz neuen!) Irrtum gegenüber hat die deutsche evangelische Kirche auf der Synode von Barmen am 31. Mai 1934 folgenden Satz23 ausgesprochen:

Jesus Christ, as He is testified to us in Holy Scripture, is the one Word of God which we have to hear and which we have to trust and obey in life and in death.

We reject the false doctrine that the Church might and must acknowledge as sources of its proclamation except and beside this one Word of God still other events, powers, forms and truths as God’s revelation.t

700 (Ich bemerke zur Erläuterung: die Voraussetzung dieses Satzes ist die, dass es sich im Alten und Neuen Testament u-und also in 70 der ganzen Heiligen Schrift um eine einzige-u Offenbarung, nämlich um Jesus Christus handelt!).

Liebe Brüder undv Freunde in den Kirchen Großbritanniens und aller anderen Länder! Die einzige reale Hilfe, die ihr der deutschen Kirche abgesehen von eurem Gebet leisten könntet, würde darin bestehen, dass ihr ebenso öffentlich und feierlich, wie es in Barmen selbst geschehen ist, erklären würdet, dass dieser Satz mit seinem positiven und negativen Gehalt auch nach eurer aus der Heiligen Schrift gewonnenen Überzeugung der heute notwendige und rechte Ausdruck des christlichen Glaubens und also auch euer Glaubensbekenntnis sei; w-ähnlich wie sich die kämpfenden Kirchen des 16. Jahrhunderts durch gegenseitige Anerkennung ihrer Glaubensbekenntnisse24 geholfen haben!-w Das, wessen die Kirche in Deutschland bedarf, ist nämlich die Stärkung ihres immer wieder schwachen Glaubens, und diese Stärkung könnte ihr außer durch Gott selbst nur durch das übereinstimmende und bestätigende Bekenntnis der evangelischen Kirchen in der übrigen Welt zuteil werden.x Die auswärtigen Kirchen müssten der |701 deutschen Bekenntniskirche damit helfen, dass sie bekannt machten, dass sie mit ihr – nicht in der Missbilligung Hitlers und seiner Methoden und Ziele, nicht in der Idee der Freiheit des Gewissens oder der Kirche, sondern: in der theologischeny Voraussetzung ihres Kampfes, in der Sache, im Glauben, im Bekenntnis (in dem besonderen Bekenntnis, um das es in diesem Kampf geht!) einig seien.

Ich weiß, dass das viel verlangt ist. Bei genauerem Zusehen werden sich vielleicht viele z-Glieder und auch Führer-z der auswärtigen und nicht zuletzt der großbritannischen Kirchen zunächst sagen müssen, dass sie unter diesen Umständen, wenn sie in Deutschland lebten, Mühe hätten, auf der Seite der Bekenntniskirche zu stehen. Sie werden in dem Satz von Barmen vielleicht einen Angriff auf ihre eigenen selbstverständlichsten und heiligsten Voraussetzungen erblicken. Sie werden vielleicht geneigt sein, das, was die deutsche Bekenntniskirche Irrtum nennt (abgesehen von seiner unangenehmen nationalsozialistischen Form), Wahrheit zu nennen. Mir ist drüben angedeutet worden, aa-der Streit um das «Barmen-Statement» möchte eine domestical question of Germany oder gar eine willkürliche Spezialität der ­Barthian theology sein-aa!26 Ich rechne also damit, mit der hiemit ausgesprochenen Aufforderung äußerlich zunächst keinenab Erfolg zu haben. Gleichwohl bitte ich, sie wenigstens zu hören. Und auch das zu hören: nach meiner wohlerwogenen Überzeugung wäre das, was hier gefordert wird, das Einzigeac, mit dem der deutschen Kirche seitens |702 der anderen Kirchen außer der Fürbitte wirklich ad-und gründlich-ad geholfen werden könnte. Und schließlich doch auch das zu hören: es müsste auch der Ernst und die Kraft der Fürbitte gefährdet sein, wenn es unmöglich sein und bleiben sollte, dass die Fürbitte in der Einheit des Glaubens und des Bekenntnisses erfolgt.

71 Es ist nicht nötig, auf den Ernst der Situation besonders aufmerksam zu machen. Er besteht darin, dass die auswärtigen Kirchenae nur dann helfen können, wenn sie sich nicht weigern, sich selber helfen zu lassen, d. h. die Frage nach der Substanz der Kirche, die Frage nach Gottes Offenbarung, die die Kirche begründet, an sich selbst zu richten, um dann nicht Ja und Nein, sondern Ja oder Nein zu sagen. Niemand kann ihnen zumuten, dies von heute auf morgen zu tun, af-niemand, und ich zuletzt, wird ihnen zumuten wollen, es ohne ernstliche Prüfung zu tun-af. Man darf ihnen aber zumuten, heute und morgen darüber nachzudenken, ob sie es nicht ag-nach ernstlicher Prüfung-ag eines Tages dennoch werden tun müssen.

Textkritische Fußnoten

a-a
Mskr.: «Kirche».↩
b
Fehlt in ThExh.NF 49; von den Hrsg. in Übereinstimmung mit dem Mskr., der englischen Übersetzung und der deutschen Erstveröffentlichung ergänzt.↩
c-c
Fehlt im Mskr. ↩
d-d
Mskr.: «allein, der der Herr der einen Kirche und so der Herr aller Kirchen ist, helfen kann. Sie müssen in der Sache dieser Kirche ihre eigene».↩
e-e
Mskr.: «sie».↩
f-f
Mskr.: «was weiter zu tun ist»↩
g-g
Fehlt im Mskr. ↩
h-h
Mskr.: «das das Zweite».↩
i
Fehlt im Mskr. ↩
j-j
Mskr.: «Hitlerregierung».↩
k
Fehlt im Mskr. ↩
l-l
Mskr.: «zu borniert sind, um es zu verstehen».↩
m
Fehlt im Mskr. ↩
n-n
Fehlt im Mskr. ↩
o-o
Mskr.: «Es».↩
p
Mskr.: «Denn es».↩
q
Mskr., Tskr. und Druck im Ökumenischen Nachrichtendienst: «her». ↩
r
Fehlt im Mskr. ↩
s-s
Mskr.: «Adolf Hitlers».↩
t
Im Mskr. ist das englische Zitat nur angedeutet und bricht nach wenigen Worten ab: «Jesus Christ, as He is …». Im ersten Satz in ThExh.NF 49 irrtümlich: «ist» und «und» (statt «is» / «and»); von den Hrsg. korrigiert. ↩
u-u
Mskr.: «um eine einzige».↩
v
Fehlt im Mskr. ↩
w-w
Fehlt im Mskr. ↩
x
Im Mskr. folgt: «(Und eben dies dürfte auch das Einzige sein, was ihre nationalsozialistischen Versucher und Verfolger fürchten würden: Die Entdeckung, dass ihr Streit gegen die deutsche evangelische Kirche den Streit gegen die ganze evangelische Christenheit bedeutet – wie ihnen die letzte Enzyklika des Papstes25 unzweideutig klar gemacht hat, dass die röm.-kath. Kirche als solche hinter der katholischen Kirche in Deutschland steht.)»↩
y
Im Mskr. hervorgehoben.↩
z-z
Mskr.: «Führer und Glieder».↩
aa-aa
Mskr.: «dass man geneigt sei, den Streit um das ‹Barmen-Statement› als eine domestical question of Germany oder gar als eine willkürliche Spezialität der ­Barthian theology anzusehen».↩
ab
Im Mskr. hervorgehoben.↩
ac
Im Mskr. hervorgehoben.↩
ad-ad
Fehlt im Mskr. ↩
ae
Mskr.: «Kirchen allesamt der deutschen Kirche».↩
af-af
Fehlt im Mskr. ↩
ag-ag
Fehlt im Mskr. ↩

Sachfußnoten

1
Diese abwechselnd an den Universitäten Aberdeen, Edinburgh, Glasgow und St. Andrews gehaltene Vortragsreihe geht auf eine Stiftung des Anwaltes und Richters Adam Lord Gifford (1820–1887) aus dem Jahr 1885 zurück. Die Stiftung wurde gegründet «for the purpose of establishing in each of the four cities of Edinburgh, Glasgow, Aberdeen, and St Andrews, a Lectureship or Popular Chair for ‹Promoting, Advancing, Teaching, and Diffusing the study of Natural Theology›, in the widest sense of that term»; die Ergebnisse der unterstützten Forschungsbeiträge sollen einer breiten Öffentlichkeit zur Verfügung stehen (Lord Adam Gifford’s Will: https://www.giffordlectures.org/lord-gifford/will; zuletzt aufgerufen am 2.9.2020 📖). – Die Einladung an Barth, die Vorträge für 1936/37 und 1937/38 zu halten, war am 26. Juni 1935 durch Henry Jackson Butchart (1882–1971; seit 1920 «Secretary», später «Law Agent» an der Universität Aberdeen) ausgesprochen worden (Brief H. J. Butcharts an Barth [KBA 9335.683]); seine Zusage gab Barth im August 1935, nicht ohne drauf hinzuweisen, dass er sich beim Lesen des ihm zugeschickten Testaments Giffords «immer wieder fragen musste», ob er «gerade für diese Aufgabe der richtige Mann sein möchte» (Brief Barths an Butchart vom 12.8.1935 [KBA 9235.238]).↩
2
Vgl. K. Barth, Gotteserkenntnis und Gottesdienst nach reformatorischer Lehre. 20 Vorlesungen (Gifford-Lectures) über das Schottische Bekenntnis von 1560, gehalten an der Universität Aberdeen im Frühjahr 1937 und 1938, Zollikon 1938 📖 / ders., The knowledge of God and the service of God according to the teaching of the reformation. Recalling the Scottish confession of 1560. The Gifford lectures delivered in the University of Aberdeen, in 1937 and 1938, transl. by J. L. M. Haire / I. Henderson, London 1938 📖. – Zu beiden Vortragszyklen erschien vorab ein «Syllabus»; der chronologisch in diesen V.u.kl.A.-Band gehörende Syllabus of Gifford lectures 1937 wird, um den Zusammenhang der Texte nicht zu zerreißen, ebenso im Folgeband erscheinen wie eine bisher nicht veröffentlichte kleine Dankrede Barths, die er zur Eröffnung der Vorlesungen am 8. März 1937 hielt (Typoskript: KBA 11118).↩
3
Diese und die weiteren Daten nach den Eintragungen Barths in seinem Taschenkalender. Die Tage zwischen den beiden Vorlesungsblöcken verbrachte Barth in St. Andrews.↩
4
Brief Barths an E. Wolf vom 30.3.1937 (KBA 9237.49).↩
5
N. N., The Church Conflict In Germany. London Tributes to Dr. Karl Barth, in: The Times, No. 47 640, 23.3.1937, p. 13 📖 in Aberdeen geäußert, wie er am selben Tag noch an Ch. von Kirschbaum schrieb (KBA 9272.175): «Ich wurde heartily begrüßt, und dann hielt ich eine etwa 20 Minuten dauernde Ansprache (‹speach›) über die Bekenntniskirche […], gipfelnd in der Aufforderung an die schottische Kirche, zu Barmen I a quite clear Yes zu sagen und damit die Antwort zu geben auf die Frage: What can we do for the German Church?»↩
6
John Alexander Hutton (1868–1947), seit 1925 Chefredakteur der «British Weekly».↩
7
Laut N. N., The Church Conflict In Germany (Anm. 5) 📖, fand auch Hutton lobende Worte über Barth und «those great things for which [he] was fighting». ↩
8
Brief Barths an H. A. Hesse vom 29. März 1937 (KBA 9237.47).↩
9
Taschenkalender K. Barth, Eintrag vom 11.4.1937».↩
10
Brief L. Cutts’ an Barth vom 13.4.1937 (KBA 9337.194).↩
11
KBA 10104; dreiseitiges, eng beschriebenes Manuskript mit zahlreichen Korrekturen am Rand, geschrieben auf den Rückseiten der Seiten 25–27 des Typoskripts von K. Barth, Credo. Die Hauptprobleme der Dogmatik dargestellt im Anschluß an das Apostolische Glaubensbekenntnis. 16 Vorlesungen, gehalten an der Universität Utrecht im Februar und März 1935, München 1935 📖.↩
12
KBA 10105; das ebenfalls dreiseitige, eng beschriebene Typoskript enthält die am Mskr. angebrachten Korrekturen, aber auch weitere Korrekturen und Ergänzungen.↩
13
Verantwortlich für die Veröffentlichung des Nachrichtendienstes, von dem je ein Exemplar der Nummern 2–6 im KBA vorhanden ist, war Friedrich Müller-Dahlem (1889–1942), seit 1933 Pfarrer in Berlin-Dahlem, 1936 zum Vorsitzenden der VKL II gewählt, 1939 seines Amtes enthoben und zum Schutz vor weiteren Verfolgungen in die deutsche Wehrmacht eingetreten.↩
14
Nicht aus diesem Abdruck übernommen wird jedoch die dort hineinkorrigierte, für Barth in den 1930er Jahren aber unübliche Großschreibung des Terminus «Bekennende Kirche»; ausnahmsweise folgt die Edition hier den Typoskripten.↩
15
Solche «stille Freude» wird kaum in Briefe gefasst worden sein, sondern Barth eher mündlich mitgeteilt worden sein. Schriftlich erhalten ist im KBA ein Schreiben der Oldenburgerin Dora Ruh­strat (vermutlich Dorothea Ruh­strat geb. Meyer [1862–1944], die Witwe des ehemaligen Oldenburgischen Staatsministers Friedrich J. H. Ruh­strat [1854–1916]), die sich selbst in einem früheren Brief als «Glied der Bekenntniskirche» bezeichnet hatte (Brief an Barth vom 6.2.1937 [KBA 9337.84]); sie schrieb an Barth u. a.: «Heute las ich in der Times, wie Sie in England für unsere deutsche evang[elische] Kirche eintraten! Sie können die Grösse unserer Freude, unsres Dankes nicht ermessen, so befreiend, so beglückend fühlt man es, wenn man erlebt, was in der Versammlung der englischen Bischöfe an Verständnis und Wertschätzung Ihres Wirkens zutage trat […]. Die Times ist schon weiter gewandert, damit auch Andre an Ihren Worten teilnehmen können» (Brief an Barth vom 24.3.1937 [KBA 9337.168]). ↩
16
Nicht nur das: die «Times» beschrieb Barth sogar als «the distinguished German theologian, who was dismissed from his office of Professor in Evangelical Theology at the University of Bonn because of his opposition to Nazi orders» (N. N., The Church Conflict In Germany [Anm. 5] 📖).↩
17
Siehe oben, Anm. 5.↩
18
Zu solchen immer wieder geäußerten Verdächtigungen vgl. etwa Besier, S. 85–88 📖. Ein weiteres Beispiel konnte Barth unmittelbar vor der Niederschrift seines Textes zur Kenntnis genommen haben: Den Bericht der «Times» über Barths Londoner Treffen veröffentlichte der deutschchristliche Landesbischof von Mecklenburg, Walther Schultz (1900–1957; seit 1933 Landeskirchenführer, seit 1934 Bischof von Mecklenburg), auf Deutsch in seinem Rundbrief des Landesbischofs als Leiter des Bundes der nat.-soz. Pastoren Mecklenburgs an dessen Mitglieder vom 2. April 1937, S. 3f. (KBA 3789). Einleitend führte er dazu unter anderem aus: «Wenn der Bericht auch selbst nicht aus dem Rahmen des uns seit Jahren Bekannten herausfällt, so ist er doch in einem Punkt außerordentlich bezeichnend, […]. Die englische Kirche soll […] erklären, daß die Grundsätze der Bekennenden Kirche auch die ihren seien. […] Aehnliche Klänge […] sind schon einmal über den Kanal zu uns herübergedrungen, und zwar in den letzten Jahren des großen Krieges. […] Das deutsche Volk ließ sich betören. Das Ende war der Versailler Vertrag und der Weg durch die Hölle. Deutschland kämpft wieder um Sein oder Nichtsein. Wieder versucht die englische Aktion, den deutschen Widerstandswillen dadurch zu brechen, daß sie an der Stelle ansetzt, wo der Deutsche noch immer verwundbar gewesen ist, bei seiner Innerlichkeit» (S. 1).↩
19
Ein gutes Jahr später und in Kenntnis einerseits der sich in diesem Jahr noch einmal massiv verschärfenden staatlichen Maßnahmen gegen die Bekenntniskirche, andererseits der immer aggressiveren Außenpolitik des nationalsozialistischen Deutschlands trennte Barth beide Bereiche nicht mehr so scharf. Im September 1938, als angesichts der auch mit militärischen Drohungen verknüpften deutschen Forderung nach Abtretung der überwiegend deutsch bewohnten, aber seit 1918/19 zur Tschechoslowakei gehörenden Grenzgebiete der Ausbruch eines Krieges mehrere Wochen lang unvermeidlich schien, schrieb er an seinen tschechischen Kollegen Josef L. Hromádka: «Jeder tschechische Soldat, der dann streitet und leidet, wird es auch für uns – und ich sage es heute ohne Vorbehalt: er wird es auch für die Kirche Jesu Christi tun, die in dem Dunstkreis der Hitler und Mussolini nur entweder der Lächerlichkeit oder der Ausrottung verfallen kann» (K. Barth, An Prof. Dr. Josef L. Hromádka, Prag, in: O.Br. 1935–1942, S. 107–133, dort S. 114 📖).↩
20
Seit Beginn des Kirchenkampfes hatte es immer wieder solche Erklärungen insbesondere aus den Kirchen Großbritanniens gegeben. Der für die Bischöfe Hans Meiser und Theophil Wurm im Vorfeld der Dahlemer Bekenntnissynode vom Oktober 1934 verfügte Hausarrest hatte sogar zu einer außenpolitischen Intervention durch die Bischöfe Cosmo G. Lang (1864–1945; seit 1928 Erzbischof von Canterbury) und George Bell (1883–1958; seit 1929 Bischof von Chichester, seit 1932 Präsident des Ökumenischen Rates für Praktisches Christentum) geführt; vgl. V.u.kl.A 1934–1935, S. 532f., Anm. 27 📖. Zu weiteren Eingaben vgl. Besier, S. 86f.337f. ↩
21
Gräuel, Gräueltaten. ↩
22
Vgl. etwa einen Offenen Brief George Bells, der am 3. Juni 1935 in der «Times» erschien und in dem Bell von dem Wunsch nach Freundschaft mit Deutschland sprach, der überschattet sei von der Beunruhigung vor einem Deutschland, «in dem die nationalsozialistischen Behörden christliche Pfarrer und andere den Grausamkeiten des Konzentrationslagers ausliefern und in dem die Freiheit der christlichen Kirche auf jede nur erdenkliche Weise beschnitten wird» (zit. nach der Übersetzung bei Besier, S. 931, Anm. 567 📖). – Von einer auf ihn selbst gemünzten Zuschreibung schrieb Barth in einem Brief an Ch. von Kirschbaum vom 8.3.1937 (KBA 9272.172), in dem er von der Eröffnungsrede der Gifford-Lectures durch den Principal der Universität berichtete, in der «natürlich eine Stelle über meinen struggle for freedom of conscience nicht fehlte und gebührend bejubelt wurde.»↩
23
Es folgt eine Übersetzung der ersten These der Barmer Theologischen Erklärung und des zugehörigen Verwerfungssatzes; vgl. V.u.kl.A. 1934–1935, S. 296 📖.↩
24
Zu einer solchen gegenseitigen Anerkennung von Bekenntnissen kam es z. B. 1570 zwischen den polnischen Calvinisten, Lutheranern und Böhmischen Brüdern im Konsens von Sandomir/Sandomierz / Consensus Sendomirensis (RefBS 3/1, S. 1–20 📖); vgl. M. G. Müller, Der Consensus Sendomirensis – Geschichte eines Scheiterns? Zur Diskussion über Protestantismus und protestantische Konfessionalisierung in Polen-Litauen im 16. Jahrhundert, in: Konfessionelle Pluralität als Herausforderung. Koexistenz und Konflikt in Spätmittelalter und Früher Neuzeit, Festschrift W. Eberhard zum 65. Geburtstag, hrsg. von J. Bahlcke u. a., Leipzig 2006, S. 397–408 📖. – Eine ähnliche Rolle beim Ausgleich zwischen calvinisch geprägten Genfer und zwinglianischen Zürcher Reformierten spielte in der Schweiz der Consensus Tigurinus von 1549 (BSRK, S. 159–163 📖; RefBS 1/2, S. 467–490).↩
25
Gemeint ist die den Nationalsozialismus und die Zustände in Deutschland offen kritisierende Enzyklika «Mit brennender Sorge» Papst Pius’ XI. vom 14. März 1937 (AAS 29 [1937], S. 145–167 📖; Auszüge: KTGQ V [1999], S. 135–137 📖).↩
26
Auf diese Deutung war Barth schon in seinen mündlichen Ausführungen eingegangen; deren kurze Wiedergabe in der «Times» mit Barths Hinweis schloss: «That declaration […] was not a German domestic matter; it was a universal matter» (s. oben, S. 691).↩