Predigt Nr. 37 · 3. April 1910

Predigt: Jakobus 1,26-27

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Jakobus 1,26–27
Wenn einer meint fromm zu sein, und hält seine Zunge nicht im Zaum, sondern betrügt sein Herz; dessen Frömmigkeit ist wertlos. Reine Frömmigkeit, fleckenlose vor Gott dem Vater ist das: nach den Waisen und Witwen sehen in ihrer Trübsal, sich selbst aber von der Welt unbefleckt erhalten.
Meine Freunde!

Wir haben es heute mit einer sehr dringenden Angelegenheit zu tun, nämlich mit der Frage nach dem rechten Gottesdienst. Ich habe das von Luther mit «Gottesdienst» übersetzte griechische Wort wiedergegeben durch «Frömmigkeit», weil ich glaube, dass wir dadurch dem Verständnis dessen, was Jakobus meinte, näher kommen. Ihr könnt daraus entnehmen, dass es sich jedenfalls nicht um die sonn- und festtäglichen Versammlungen der christlichen Gemeinde handeln kann, die man bekanntlich auch «Gottesdienste» zu nennen pflegt. Zwar gäbe es auch da interessante Fragen zu diskutierena, um nur eine zu nennen: die Frage, wie der Kirchen- und Abendmahlsbesuch zu verbessern sei. Das sind wichtige Dinge, aber dringend für uns sind sie nicht; denn wir müssten uns dabei angelegentlich mit Abwesenden beschäftigen, und deshalb könnenb sie nicht dringend sein, das gilt für private wie öffentliche Gespräche. Wohl aber ist die Frage nach der rechten Frömmigkeit für uns Alle dringend, weil sie uns Anwesende angeht, und zwar uns Anwesende ohne Ausnahme. Immerhin bitte ich euch, euch bei dem, was wir von der Frömmigkeit zu sagen haben, Luthers Übersetzung «Gottesdienst» gegenwärtig zu halten. Die Sache steht nämlich so: Frömmigkeit, will sagen ein inneres Leben, das seine Wurzeln in der Tiefe hat und das eben darum ein starker Baum ist, der den Winden Trotz bietet, Frömmigkeit ist immer Beides: Got|411tes Ruf und des Menschen Antwort, ist Glaube und Leben ineinander und miteinander, ist Gottesgeschenk und Gottesdienst. Beten ist Frömmigkeit und Arbeiten ist Frömmigkeit. Eins nicht ohne das Andre. Aber unsre Textstelle will diesmal unsre Aufmerksamkeit recht ausdrücklich auf die eine Seite der Sache richten, auf den Baum, der aus der Wurzel wachsen soll, auf des Menschen Antwort, auf das Leben, auf die Arbeit, und darum nannte ich die Frage, die uns vorliegt, die Frage nach dem rechten Gottesdienst.

Frömmigkeit ist ihrem Wesen nach innerliche, verborgene Lebendigkeit, sie ist Berührung mit dem geheimnisvollen Grunde des Daseins, und diese Berührung kann der Mensch nicht machen, noch erkünsteln, noch erzwingen, sondern sie wird ihm geschenkt. Aber ebenso gewiss ist es, dass das Innerliche äußerlich werden, dass das Geheimnis sich entschleiern muss in den Gedanken und Handlungen des Alltags, denn der Christ lebt nicht in einer Mönchszelle, sondern in der Welt mit ihrem Gram und Glück.1 Jesus hat das Grundgesetz wirklicher Frömmigkeit ausgesprochen, indem er seinen Jüngern gesagt hat: Es ist nichts verborgen, das nicht offenbar werde, und ist nichts heimlich, das man nicht lassen werde. Was ich euch sage in der Finsternis, das redet im Licht; und was ihr höret in das Ohr, das predigt auf den Dächern [Mt. 10,26f. par.]. An das Offenbarwerden des Verborgenen hat Jakobus bei seinen Worten über die Frömmigkeit gedacht, also an den rechten Gottesdienst, und davon haben wir zu reden.

Jakobus kennt eine Frömmigkeit, die wertlos ist. Er kennzeichnet sie, indem er von ihr sagt, der Mensch halte dabei seine Zunge nicht im Zaum und betrüge eben damit sein Herz, d. h. doch wohl sich selber. Was ist das für eine Frömmigkeit? Im Jahr 1832, kurz vor seinem Tode, hat Goethe zu seinem Freund Eckermann das Wort gesagt: «Auch werden wir alle nach und nach aus einem Christentum des Wortes und Glaubens immer mehr zu einem Christentum der Gesinnung und Tat |412 kommen.»2 Was Goethe damit gemeint hat und was seither einer der beliebtesten und geläufigsten Gedanken innerhalb der christlichen Welt geworden und geblieben ist, das kann uns aus einer Strophe Emanuel Geibels3 deutlich werden, in der der Dichter Gott also anruft:

Aus den dunklen Schriftbuchstaben,
Aus der Lehr erstarrter Haft,
Drin der heil’ge Geist begraben,
Lass ihn auferstehn in Kraft.
Lass ihn übers Rund der Erde
Wieder fluten, froh und frei,
Dass das Glauben Leben werde
Und die Tat Bekenntnis sei.4

Danach wäre das die wertlose Frömmigkeit, das wertlose Christentum, das in einem bloßen Annehmen von Bibelsprüchen und Dogmen bestünde, das bloß Glauben wäre und nicht Leben, bloß Bekenntnis und nicht Tat. Hat Jakobus an Derartiges gedacht, hat er die Meinung aussprechen wollen, gute Religion müsse sich bewähren und betätigen in guten Handlungen, c-eine Meinung, die, wie gesagt, seit 100 Jahren und mehr die Spatzen von den Dächern pfeifen-c? Wir müssen in der Tat annehmen, er habe auch an Derartiges gedacht, denn im zweiten Kapitel lesen wir den berühmten Satz, der ganz jene Meinung wiedergibt, den Satz, dass der Glaube, wenn er nicht Werke habe, tot sei an ihm selber [Jak. 2,17]. Allein, wir müssen gegen diese Meinung, so populär und einleuchtend sie ist, an einem sehr wichtigen Punkt Ein|413spruch erheben, auf die Gefahr hin, dadurch in Widerspruch zu geraten zu der Lebensweisheit des großen Goethe und vielleicht auch zu Jakobus. Der wichtige Punkt ist der: Ein Christentum, das nicht ein Christentum der Gesinnung und der Tat ist, wie Goethe es fordert, wenn auch vielleicht erst als ein Anfang dazu, ein solches Christentum ist kein Christentum. Ein Glaube, der bloß aus einer toten Schale besteht, der nicht wenigstens den Keim des Lebens oder der Werke, wie Jakobus sich ausdrückt, enthält, ein solcher Glaube ist kein Glaube. Ein christliches Bekenntnis, das nicht Tat ist, ist kein Bekenntnis. Eine solche Frömmigkeit ist nicht nur wertlos, sondern überhaupt keine Frömmigkeit. Denn wieder ist Jesu Meinung in dieser Sache die gewesen, dass es sich bei der Frömmigkeit oder beim Reiche Gottes verhalte wie bei dem Samen, der aufs Land geworfen ist und nun aufgeht, ohne dass der Säemann sich dessen annimmt. Denn die Erde bringt von ihr selbst zum ersten das Gras, danach die Ähren, danach den vollen Weizen in den Ähren [Mk. 4,26–28]. Von sich selbst ist und wird der Glaube, der wirkliche Glaube nämlich, Leben, Gesinnung und Tat. Wo diese fehlen, da ist auch kein Glaube. Wo kein lebendiger Baum oder doch der Keim eines solchen ist, da ist auch keine lebendige Wurzel. Es ist also ein Missverständnis, das nur neue Missverständnisse wecken kann, wenn Goethe ein Christentum tadelt, das etwas anderes ist als Gesinnung und Tat, so gut es ein Missverständnis ist, wenn einer von hölzernem Eisen redet. Dem, was er sagen wollte, entnehmen wir eben jene bereits ausgesprochene, richtige Erkenntnis, dass wirkliche Frömmigkeit offenbar werden muss im Leben, in den Gedanken und Handlungen des Alltags. Und diese Erkenntnis kann zweifellos nicht lebhaft genug ausgesprochen und beherzigt werden.

Allein ich glaube doch, unser Text führt uns diesmal noch einen andern Weg als den, der zu dieser Erkenntnis führt.

Wenn einer meint, fromm zu sein, und hält seine Zunge nicht im Zaum, sondern betrügt sein Herz, dessen Frömmigkeit ist wertlos. Ich wiederhole meine Frage: Was ist das für eine Frömmigkeit? Denn ich vermute, Jakobus habe wenigstens an dieser Stelle wirklich nicht an Menschen gedacht, die nur den äußern Schein eines angeblichen «Glaubens» haben, innerlich aber völlig tot und gottlos sind. Solche gibt es vielleicht überhaupt nur ganz selten. Wohl aber gibt es Unzäh|414lige, die zwar etwas erfahren haben von der Herrlichkeit des wirklichen Glaubens, die in freiem Gehorsam und Vertrauen Gott berührt haben, es erwächst auch daraus so etwas wie Leben und Gesinnung, aber das Wachstum bleibt entweder stehen oder es nimmt unschöne, verkrüppelte Formen an. So stehen wir staunend vor einer Frömmigkeit, die zweifellos eine Wurzel hat, die aber aus einem bestimmten Grund eine Zwergpflanze oder Krüppelpflanze geworden ist. Jakobus nennt eine solche Frömmigkeit, einen solchen Gottesdienst wertlos.

Wir besinnen uns über das Merkmal, das er dafür angibt: der Mensch hält dabei seine Zunge nicht im Zaum. Da kommen wir nun scheinbar auf ein sehr weites Gebiet, auf das immer aktuelle Gebiet der Zungensünden. Aber hier handelt es sich offenbar um die besondere Frage nach dem Verhältnis von Frömmigkeit und Reden, das wir bei einem frühern Anlass schon berührt haben.5 Wir erinnern uns von dorther: ein jeder Mensch sei schnell zum Hören, langsam aber zum Reden. Denn das Reden über Religion hat die dringende Gefahr der Fabrikation von Wolkenschleiern bei sich, hinter denen sich eine große Null verbirgt. Solches Reden entfernt von Gott, weil es unwahrhaftig ist. Auf diese warnende Erkenntnis kommt Jakobus hier zurück. Aber sie wird in dem neuen Zusammenhang noch vertieft und ergänzt. Dort hieß es: nicht reden – hören! hier kommt dazu: nicht reden – tun! Aus dem Hören muss das Handeln wachsen, das ist wirkliche Frömmigkeit, der Feind und das Hindernis beider ist das inhaltsleere Reden, weil es einen falschen Schein an Stelle des Wesens setzt. Und wenn wir uns nun erinnern, dass wir damals gesehen haben, wie das inhaltsleere Reden ein Kind des Egoismus ist, weil wir uns damit gegen die Wahrheit verbarrikadieren, die das Gegenteil des Egoismus ist, dann kann es uns heute verständlich werden, dass auch der scheinbare, verkrüppelte Gottesdienst, bei dem wir die Zunge nicht im Zaum halten und uns selbst betrügen, eine Geburt jenes Egoismus sein muss.

Denn es geht so zu bei uns. Wenn wir das Evangelium gehört haben, wenn uns auch nur ein spärlicher Bruchteil seines Lichtes aufgegangen ist, wenn wir Gottes gewahr geworden sind, vielleicht durch die |415 Führungen unseres Lebens, vielleicht durch ernsthaftes Nachdenken über die Werte und Unwerte des Daseins, vielleicht durch irgend ein Wort, das an einem Sonntag oder in einer Festzeit wie der hinter uns liegenden in uns haften geblieben ist, dann will der Same, so klein er sein mag, Wurzel schlagen und aufsprießen. Dann spüren wir es, wie der Bruchteil des Lichtes, das uns aufgegangen ist, die Macht werden will, die unser inneres und äußeres Leben bildet und gestaltet. Wir merken wohl, dass wir bei diesem frühlingsfrohen Sprossen und Treiben des neuen Lebens in uns nichts davon noch dazu tun können, weil es Gott ist, der uns in der Arbeit hat. Aber etwas Anderes können wir tun, und ob und wie wir’s tun, davon hängt es ab, ob unser Gottesdienst ein rechter wird, d. h. ob das Ganze unsrer Frömmigkeit, unsres Lebens ein Rechtes und Reines wird. Der Gärtner macht den Baum nicht, sondern der Baum wächst, weil er wachsen muss. Wohl aber kann der Gärtner einen Graben um den Baum ziehen, er kann ihm gute Erde und Wasser zuführen, er kann ihn aufrichten und stützen, er kann durch Ausrotten des Unkrauts und der Schlingpflanzen verhindern, dass ihm der beste Saft entzogen wird. Er kann mit einem Wort dafür sorgen, dass er wächst, wie er wachsen soll, und nicht zu einer Krüppelpflanze wird. – |

Gerade das ist nun unser Anteil an der Gestaltung und Bildung des neuen Lebens, das aus dem Glauben in uns wächst und wachsen muss. Der Lebenstrieb in der Naturwelt ist mächtiger als die Hindernisse, die ihm durch das Klima, durch die Art des Bodens, durch das Unkraut bereitet werden. Auch die Felsen unsrer Berge, auch die unwirtlichsten Gegenden des hohen Nordens, auch der 5000 Meter tiefe Boden des indischen Ozeans haben ihre Pflanzen- und Tierwelt. Aber etwas Wertvolles, Kräftiges, Großes kann auf solchem Boden nicht gedeihen, es ist Krüppel- und Zwergvegetation, es sind Karikaturen der Natur, die da entstehen. So hat der lebendige Gott sein Licht in großen und kleinen Bruchteilen so oder so vielleicht in allen Menschen einmal aufleuchten lassen. Diese Tatsache darf uns Freude und Hoffnung machen. Aber sie ruft uns auch mit großem Ernst zu: es kommt auf den Boden an, ob etwas Lebenskräftiges und Wertvolles daraus wird. Es gilt, den Boden zu reinigen und empfänglich zu machen. Denn auf dem dürren Boden des Egoismus wächst sonst ein Schein-Gottesdienst, mit dem wir unser Herz betrügen. Das liebe Ich |416 bemächtigt sich des göttlichen Lichtes und braucht es zu seinen angenehmen und nützlichen Zwecken. Die Frömmigkeit wird uns ein vollkommenes Mittel, unsern offenen und verborgenen Wünschen und Ansprüchen Relief und Nachdruck zu geben. So ist aus der guten Wurzel der alten Propheten Israels die Krüppelpflanze des spätern Judentums gewachsen, dessen angeblicher Gottesdienst in Wirklichkeit ein großer Schacher war um zukünftige Belohnung. Die angeblichen Gottesdiener dienten sich selber. So hat im römischen Katholizismus das liebe Ich nach dem Lichte Jesu gegriffen, und es ist eine Versicherungsanstalt auf das ewige Heil daraus geworden,6 in der man sich durch allerlei Bräuche und Verrichtungen dem Einen, was nottut [vgl. Lk. 10,42], entziehen kann. Und die angeblichen Gottesdiener dienen sich selber. So haben wir’s getrieben und treiben’s noch, indem wir den lieben Gott einen guten Mann und die Religion eine gute Sache sein lassen, die unserm Leben die angenehme Zugabe von allerlei harmlosen Wünschen, Sehnsüchten und Träumereien verschafft, ohne zu ahnen, dass der Baum in einer ganz andern Richtung wachsen müsste als dem Erdboden entlang. Brauche ich noch auszuführen, woher es kommt, dass der Mensch, dessen inneres Leben so irgendwie krumm wächst, Neigung hat und haben muss, seine Zunge nicht im Zaum zu halten? Es ist der alte Grund: das Scheinleben des Egoismus äußert sich immer in der Redseligkeit, es tritt dann das französische Sprichwort in Wahrheit: La parole nous est donnée pour déguiser notre pensée.7 Und das wird nicht anders, wenn nun die Frömmigkeit die Formen jenes egoistischen Scheinlebens annimmt. Jene Redselig|417keit wird dann fromme Redseligkeit. Wir sprechen von Gott, vom Guten, von der Sittlichkeit, aber im letzten Grunde sind uns alle diese Dinge doch nur Unterstreichungen, Hilfslinien, Verzierungen für das werte Selbst. Von Gott reden wir, uns selbst meinen wir.

Ich möchte wieder eine Form solchen Scheingottesdienstes aus unsrer Zeit bei Namen nennen, vielmehr eine Form, bei der die Gefahr egoistischen Misswuchses vorhanden und dringend ist. Seit etwa 25 Jahren ist der Begriff der «Persönlichkeit» einer der beliebtesten und gebrauchtesten auf dem religiösen Gebiet geworden.8 Man versteht darunter die freie und doch harmonische Gestaltung eines Menschenlebens aus sich selbst heraus. In Menschen wie Luther und Goethe und Bismarck sieht man die Vorbilder für diesen schöpferischen Prozess. Man redet von Persönlichkeitskultur und Persönlichkeitsreligion, indem man verlangt, Kultur und Religion müssten sich vollenden in der Bildung selbständiger, vollentwickelter Persönlichkeiten. Wer wollte daran zweifeln, dass das eine gute und förderliche Losung ist, wenn sie deutlich ausgegeben und richtig verstanden wird. Wo das aber nicht der Fall ist, da entsteht die Karikatur, und die Karikatur ist auch hier entstanden. Der feine und nachdenkliche Gedanke von der Persönlichkeit droht ein Schlachtruf und Schlagwort zu werden, und das ist immer ein verdächtiges Zeichen. In Marburg haben wir unter den Studenten einen «Verein für persönliches Leben» erlebt,9 in andern Gegenden Deutschlands gibt es förmliche Häuser zur Pflege persönlichen Lebens,10 in denen Persönlichkeiten gezüch|418tet und kultiviert werden wie köstliche holländische Tulpen in einem Treibhaus. Und daneben wachsen zahlreiche große und kleine Persönlichkeiten wild wie die Spargeln im Frühjahr, eine persönlicher als die andre. Gymnasiasten und Lehrmädchen fühlen sich als Persönlichkeiten, und der Tag ist vielleicht nicht fern, da auch die Säuglinge als Persönlichkeiten behandelt zu werden wünschen. d-Ich sage ausdrücklich:-d Dieser allgemeine Ruf nach persönlichem Leben ist trotz der Schrullen und Absonderlichkeiten, die er zeitigt, etwas vom Erfreulichsten in der geistigen Physiognomie unsrer Zeit. Nur wird dabei auf weite Strecken eines übersehen: Luther und Goethe und Bismarck sind nicht einfach Persönlichkeiten gewesen, sie sind nicht als solche geboren und machten auch als 15-­ und 20-Jährige nicht den Anspruch darauf, es zu sein, sondern sie sind es geworden. Macht man es umgekehrt, vergisst man das Werden und fängt mit dem Sein an, dann wird das persönliche Leben unzweifelhaft ein Krüppel, denn die angebliche Persönlichkeit ist dann nur eine neue Verkleidung für das alte Ich. Eine Persönlichkeit sein wird dann so verstanden: man müsse seinen Schrullen und Einfällen durchaus freien Lauf lassen, man müsse seinen Willen beständig und zwar mit mehr oder weniger Gepolter durchsetzen, man müsse um jeden Preis originelle, noch nie dagewesene Ideen und Gefühle haben. Und die Pflege des persönlichen Lebens, die man dann sich und Andern angedeihen lässt, pflegt darin zu bestehen, dass man jene feinen Einfälle und Ideen unermüdlich wiederholt, wie der alte Dessauer, Friedrichs des Großen Feldmarschall, nur eine Melodie kannte und sang, nämlich den Dessauermarsch,11 bis man selber und womöglich auch die Andern daran |419 glauben als an eine Offenbarung. Es ist klar, dass diese angeblichen Persönlichkeiten das Gegenteil sind von dem, was sie zu sein behaupten. Denn nur da kann von einer Persönlichkeit die Rede sein, wo die Elemente des Lebens: unser Wille, unsre Gedanken, unsere Gefühle sich richten und ausstrecken nach dem Ziele, nach dem Ich, wie es sein soll. Wo sie sich dagegen in großer Zufriedenheit gruppieren um das Ich, wie es ist, da ist die ganze Persönlichkeitskultur eine Komödie – ich brauche absichtlich dies Wort – denn es handelt sich um ein Theaterspielen, bei dem man sich mit mehr oder weniger Geschick verkleidet und gebärdet als König, als Heldin, kurzum als etwas, was man nicht ist.

Ich sprach von dieser Bewegung, um euch an einem Beispiel aus dem religiösen Leben der Gegenwart zu zeigen, wie der Schein-Gottesdienst, die Schein-Frömmigkeit, von der Jakobus spricht, entstehen kann. Ihr könntet mir gewiss andre Beispiele nennen, wo derselbe fatale Vorgang wahrzunehmen ist. Aber noch wichtiger ist, dass wir uns selbst als Beispiel nehmen, dass wir uns selbst, jedes für sich, die Frage stellen: was wird bei mir aus dem Samen des ewigen Lebens, den Gott mir in dieser oder jener Weise geschenkt hat, die höchst einfache Frage: welches ist mein Gottesdienst, d. h. meine Bewährung und Betätigung Gottes im Leben. Der Same ist da und er wächst, aber wir sind verantwortlich dafür, ob ein aufrechter, gerader Baum daraus wird oder ein Krüppel.

Nachdem wir uns das gefragt haben, wenden wir uns zu der merkwürdigen Beschreibung, die Jakobus nun von dem Gottesdienst gibt, wie er sein soll. Er sagt nämlich: Reine Frömmigkeit, fleckenlose vor Gott dem Vater ist das: nach den Waisen und Witwen sehen in ihrer Trübsal, sich selbst aber von der Welt unbefleckt erhalten.

420 Wir notieren vor Allem: das ist die Frömmigkeit, die vor Gott gilt, nicht vor irgend einem Gott oder dem Bild eines Gottes, das wir uns selbst gemacht und aufgerichtet haben, sondern vor Gott dem Vater, und das will im Neuen Testament nichts Anderes sagen als: vor dem lebendigen, wirklichen Gott, der uns in Jesus und seiner Art deutlich und gegenwärtig ist. Dieser Gott hat in unverdienter Freundlichkeit den Samen des Lebens in uns gepflanzt, so sieht nun der Baum aus, der daraus wachsen soll. Verstehst du das?

Jakobus zieht zwei einfache Linien: nach den Waisen und Witwen sehen und sich von der Welt unbefleckt erhalten, das ist reine Frömmigkeit, reiner Gottesdienst. Diese Beschreibung mutet uns ziemlich trocken an, das ist keine Frage. Wenn wir von Frömmigkeit reden, denken wir gern an interessantere und kompliziertere Dinge. Aber wenn du bei der nüchternen Anweisung des Jakobus den Reichtum und die Mannigfaltigkeit des religiösen Lebens vermissest, so möchte ich dir doch zu bedenken geben, dass die rechte Mannigfaltigkeit nur die ist, die aus der Einfachheit hervorgeht, wie die Blume sich aus der unscheinbaren Knospe entwickelt, dass von erfreulichem Reichtum hier wie im äußern Leben nur die Rede sein kann, wo ein Mensch von unten herauf gediente und sich das Seine im tapfern Kampf mit dem Leben verdientf hat. Es liegt gerade im Wesen der reinen Frömmigkeit, dass wir diesen und keinen andern Gang gehen. Machen wir’s umgekehrt, begehren wir mit dem Reichtum anzufangen, mit hohen und erhabenen Ideen und Gefühlen, dann ist das, wie wir vorhin gesehen haben, ein Zeichen dafür, dass wir mit unserm Gottesdienst nicht Gott meinen, sondern uns selber.

Die nüchterne Anweisung des Jakobus charakterisiert sich also gerade dadurch, dass sie uns sehr ernsthaft von uns selbst und unsern Wünschen ablenkt. Wir betrachten sie näher:

Der erste Paragraph lautet: nach den Waisen und Witwen sehen in ihrer Trübsal. Dass die allgemeine Menschenliebe eine gute Sache sei, das haben auch die Juden und Heiden schon gewusst oder geahnt, und wir Alle haben das unmittelbare Gefühl, dass das zu rechter Frömmigkeit gehöre. Auch die, welche von den sogenannten Dogmen des |421 Christentums nichts wissen wollen, erklären sich mit diesem Prinzip sehr einverstanden, und noch befriedigter wären sie, wenn es zu machen wäre, dass die ganze Kirche sich in eine große Armen-Anstalt verwandelte. Allein es wird doch seinen guten Grund haben, dass Jakobus diese scheinbar allgemein angenommene Selbstverständlichkeit in dieser Weise an die Spitze stellt. Ich bitte zu beachten, dass nicht von Wohltätigkeit, nicht von Pensionen und Unterstützungsbons die Rede ist, sondern davon, dass man nach den Waisen und Witwen sehen, d. h. doch wohl, dass man sich persönlich um sie bekümmern solle. Was von uns gefordert wird, ist also nicht unser Geld, sondern unsre Liebe, unsre Teilnahme. Wir selbst werden gefordert. Das sieht auf den ersten Blick aus wie die geringere Forderung. In Wirklichkeit ist es die größere. Denn unsrer Art entspricht es, unsre Liebe und Teilnahme, uns selbst nur da einzusetzen, wo wir ein Interesse daran haben, also in unsern eigenen Angelegenheiten. Nun wird uns gesagt: so soll es nicht sein. Es gibt Menschen, die haben es nötig, dass du ihre Angelegenheiten zu deinen eigenen machst; ihrem Leben fehlt etwas, was du hast, gib es ihnen, ohne dass du ein Interesse daran hast, einfach weil es recht ist! Jakobus nennt als Beispiel solcher bedürftiger Menschen Waisen und Witwen. Bei denen ist es offenkundig, dass etwas fehlt, nicht das Geld in den meisten Fällen, aber der gute Rat, aber die Freundlichkeit und Teilnahme, es fehlen die Menschen. Wohlan, sieh nach ihnen in ihrer Trübsal. Du sagst: ich kenne keine solchen! Das ist möglich, aber wir wollen die Worte nicht pressen, so eng ist die Anweisung nicht gemeint. Du kennst gewiss andre, denen etwas fehlt, vielleicht wieder am wenigsten das Geld, wohl aber Mut und Kraft und Freudigkeit und Geschick zum rechten Leben. Ei, so setze einmal dich selbst ein in diese Lücke, versuche es, zu dienen mit deiner Person, so wertlos dir dieser Dienst vorkommen mag. Es ist in Wirklichkeit nicht so: Persönlicher Dienst, bei dem kein Interesse, auch kein verborgenes, im Hintergrund steht, solcher Dienst ist immer wertvoll. Denn es handelt sich dabei um die Entfaltung des reinen guten Willens, und der ist ja die einzige diamantharte Realität inmitten des scheinhaften Verkehrs der Menschen untereinander. Und so sicher diese Realität wieder nichts Anderes ist als der lebendige Gott, so sicher übst du in solcher Entfaltung des reinen guten Willens den rechten Gottesdienst, der auch in unserm Schriftwort der reine genannt ist.

422 Und nun ahnen wir vielleicht schon, dass das Andre, was von uns gefordert ist, in Wirklichkeit nicht etwas Anderes ist, sondern dieselbe Sache, von der andern Seite gesehen. Du sollst dich selbst von der Welt unbefleckt erhalten. Wenn das erste Gebot uns von der Liebestätigkeit auf die Liebe, von der Liebe auf die uninteressierte Liebe ­und von da auf den reinen guten Willen geführt hat, so unterstreicht die zweite Forderung einfach den letzten Punkt. Sie sagt uns: Reinigt eure Gedanken und euren Willen von der Welt, d. h. von Allem, was mit dem guten Willen nichts zu tun hat, aus dem ein heimliches Eigeninteresse hervorguckt. Tut das, dann tut ihr den rechten Gottesdienst. Trachtet am ersten nach dem Reich Gottes und nach seiner Gerechtigkeit [Mt. 6,33]. Denn nicht das ist die Befleckung durch die Welt, von der die Rede ist, dass wir unser kärgliches oder reichliches Brot verdienen müssen in der Welt, im Gegenteil, das ist der Beruf, der uns von Gott gegeben ist. Und nicht das ist die Befleckung durch die Welt, dass wir fröhlich sind mit den Fröhlichen [vgl. Röm. 12,15], wie es recht ist in dieser Welt, im Gegenteil: Das ist Gottes freundliches Geschenk, wenn wir’s sein dürfen. Aber das ist die Befleckung, wenn wir zu uns selbst sagen: so, nun will ich leben, um Geld zu verdienen und fröhlich zu sein, das soll der Inhalt meines Lebens werden. Es ist nicht wahr: das ist kein Inhalt, sondern bloß eine Form, dein Inhalt aber sei der gute Wille. Sei keine leere Form, sondern ein Gefäß mit Inhalt.

Das ist reine Frömmigkeit vor Gott dem Vater. So vereinfacht sich aber die an uns gestellte Forderung auf das, was Augustin in dem berühmten Wort am Anfang seiner Bekenntnisse ausgesprochen hat: Herr, zu dir hast du uns geschaffen, und unser Herz ist unruhig, bis dass es ruhe in dir.12 Etwas von göttlicher Art hat der Mensch empfangen und empfängt es überall da, wo ewige Wahrheit und ewiges Leben sein Dasein berührt. Aber unser Herz bleibt unruhig in uns, solange wir uns selbst betrügen durch eine unreine Frömmigkeit dieser oder jener Art. Es wird ruhig werden, wenn wir ruhen in Gott, d. h., wenn seine Art unsre Art wird. Seine Art ist aber der reine gute |423 Wille, ist die Liebe, die nicht das Ihre sucht. Denn in dieser Art ist er uns in Christus bekannt und deutlich geworden. Alles Andre aber ist nicht von Gott und muss abgehauen und ins Feuer geworfen werden [vgl. Mt. 3,10 par].

Es ist eine harte Sache um den rechten Gottesdienst, das leidet keinen Zweifel; sein Wesen und Grundgesetz ist bälder ausgesprochen und angehört als geübt. Denn das kostet uns nicht nur Mühe, sondern es macht uns unglücklich, wenn wir darangehen, Gottes Art an Stelle unsrer Art zu setzen. Aber wenn wir in diesen Kampf mit uns selbst gehen, sind wir auf dem Weg zu dem Ziel, das uns gesteckt ist. Wir haben am Karfreitag davon geredet. Nun blicken wir auf Ostern zurück und fassen den Lebensinhalt der festlichen Botschaft, der kein anderer ist als der Lebensinhalt unsrer heutigen Textworte, zusammen in des Dichters und Kämpfers Osterlied:

Christ ist erstanden!
Freude dem Sterblichen,
Den die verderblichen,
Schleichenden, erblichen
Mängel umwanden.

Christ ist erstanden!
Selig der Liebende,
Der die betrübende,
Heilsam’ und übende
Prüfung bestanden.

Christ ist erstanden
Aus der Verwesung Schoß;
Reißet von Banden
Freudig euch los!
Tätig ihn preisenden,
Liebe beweisenden,
Brüderlich speisenden,
Predigend reisenden,
Wonne verheißenden,
424 Euch ist der Meister nah.
Euch ist er da!13
Amen.
Lieder:
  • Nr. 218: «Wie mächtig spricht in meiner Seele» von J. Chr. Krüger, Strophen 1–2 und 3–4. 🎵
  • Nr. 135: «Ich sag es jedem, dass er lebt» von Fr. von Hardenberg (Novalis), Strophen 1–3.5 (RG 484). 🎵
Lesungstext:
  • Lukas 10,25–37.

Textkritische Fußnoten

a
Im Mskr. nachträglich mit Bleistift unterstrichen.↩
b
Im Mskr. nachträglich mit Bleistift unterstrichen.↩
c-c
Im Mskr. mit Bleistift in eckige Klammern gesetzt.↩
d-d
Im Mskr. nachträglich mit Bleistift eingefügt.↩
e
Im Mskr. nachträglich mit Bleistift unterstrichen.↩
f
Im Mskr. nachträglich mit Bleistift unterstrichen.↩

Sachfußnoten

1
Vgl. die dritte Strophe des Gedichts «Morgengebet» von J. von Eichendorff (Erstdruck: 1834; Werke, Bd. 1: Gedichte, Berlin 1841, S. 65f.) 📖:
Die Welt mit ihrem Gram und Glücke
Will ich, ein Pilger, frohbereit
Betreten nur wie eine Brücke
Zu dir, Herr, übern Strom der Zeit.
↩
2
J. P. Eckermann, Gespräche mit Goethe in den letzten Jahren seines Lebens, mit einer Einleitung, erläuternden Anmerkungen und Register hrsg. von L. Geiger, drei Teile in einem Band, Leipzig o. J., S. 622 (Gespräch vom 11. März 1832) 📖. – In Barths Exemplar, das er von seinem Bruder Peter zu seinem Geburtstag 1909 geschenkt bekommen hatte, ist die Passage, in der sich auch dieser Satz findet, am Rand markiert.↩
3
Emanuel Geibel (1815–1840), deutscher Lyriker, der besonders in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts und in den Jahren bis zum Ersten Weltkrieg große Popularität genoss.↩
4
Vierte Strophe des Gedichts «Reformation» von E. Geibel (Erstdruck: 1864; Werke, Bd. 2, Leipzig / Wien 1918, S. 179f.) 📖.↩
5
Vgl. oben, S. 364-378.↩
6
Vgl. A. von Harnack, Was wir von der römischen Kirche lernen und nicht lernen sollen (1891), in: Adolf von Harnack als Zeitgenosse. Reden und Schriften aus den Jahren des Kaiserreichs und der Weimarer Republik, hrsg. und eingeleitet von K. Nowak, Teil 1: Der Theologe und Historiker, Berlin / New York 1996, S. 344–360, dort S. 346f. 📖, nannte die römisch-katholische Kirche «eine Versicherungsanstalt für die, welche die Güter des Evangeliums wünschen, ohne ergriffen zu sein von der innern Macht des Evangeliums»; es sei ihr «Geheimnis», dass sie «Weltstaat, Schule, sakramentale Versicherungsanstalt und Gemeinschaft des Glaubens zugleich» sei.↩
7
«Die Sprache ist uns gegeben, um unsere Gedanken zu verbergen.» – In leicht abgewandelter Form wird das Sprichwort dem französischen Staatsmann Charles-Maurice de Talleyrand (1754–1838) zugeschrieben; vgl. Büchmann, S. 404f 📖.↩
8
Vgl. W. Trillhaas, Art. «Persönlichkeit», in: RGG3 V, Sp. 227–230, dort Sp. 230 📖: «In der Religiosität des Liberalismus hat der Begriff der P[ersönlichkeit] zeitweise geradezu einen religiösen Wertbegriff bedeutet; religiöses Leben und ‚persönliches Leben’ in Wahrheit und innerer individueller Freiheit waren gleichbedeutend […].»↩
9
In Marburg existierte seit 1908 eine studentische «Freie Vereinigung für Fragen des persönlichen Lebens», die sich 1912 umbenennen sollte in «Vereinigung für religiöse Fragen an der Universität Marburg» (Universitätsarchiv Marburg, Best. 305a, Nr. 7860).↩
10
Der evangelische Theologe und Philosoph Johannes Müller (1864–1949) gab seit 1897 gemeinsam mit dem Schriftsteller Heinrich Lhotzky (1859–1930) die Zeitschrift «Blätter zur Pflege des persönlichen Lebens» heraus; beide gründeten 1903 auch die «Freistätte» bzw. «Pflegestätte persönlichen Lebens» auf Schloss Mainberg (bei Schweinfurt). Müller und seine Ideen waren 1908/09 Gegenstand mehrerer Artikel in der «Christlichen Welt»; vgl. G. Koch, Zur Beurteilung der modernen Persönlichkeitskultur, in: ChW 22 (1908), S. 399f.554–562.578–581.602–608 📖; J. Müller, Einige Bemerkungen zu dem Aufsatz über Persönlichkeitskultur, in: a.a.O., Sp. 656–659 📖; G. Koch, Johannes Müllers Pflege persönlichen Lebens und der Idealismus, in: a.a.O., Sp. 722–728 📖; M. Eger, Johannes Müller als Problem, in: ChW 23 (1909), Sp. 74–84 📖.↩
11
Gemeint ist Leopold I., Fürst von Anhalt-Dessau (1676–1747), genannt «Der Alte Dessauer», schon seit 1712 preußischer Generalfeldmarschall und noch unter Friedrich dem Großen Armeebefehlshaber in den beiden Schlesischen Kriegen 1740–1742 und 1744/45. Es heißt, Leopold I. habe nach der im Spanischen Erbfolgekrieg ausgefochtenen Schlacht bei Cassano 1705 die Melodie eines Volksliedes gehört und ständig wieder hören wollen, weil sie ihm so gut gefallen habe. Daraus sei wenig später der nach ihm benannte langsame Marsch «Der Alte Dessauer» entstanden. – In seinen in den 1830er Jahren verfassten Reisenovellen schrieb Heinrich Laube über Anhalt: «Zwei geniale Männer hat es hier gegeben: […]. Der zweite aber war der alte Dessauer mit dem Zopfe und den Gamaschen. Seine Genialität bestand darin, dass er alle Lieder, auch die Kirchenlieder, nach der Melodie des Dessauer Marsches sang» (H. Laube, Reise durch das Biedermeier, Paderborn 2012, S. 66 📖).↩
12
Vgl. A. Augustinus, Confessiones I, 1,1 (CSEL 33/1, S. 1,8f.) 📖: «Magnus es, domine, […]. Tu excitas, ut laudare te delectet, quia fecisti nos ad te et inquietum est cor nostrum, donec requiescat in te.»↩
13
J. W. von Goethe, Faust. Der Tragödie erster Teil, V. 737–741.757–761.797–807 (Nacht). 📖 ↩