Predigt Nr. 32 · 6. Februar 1910

Predigt: Jakobus 1,9-11

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Jakobus 1,9–11
Es rühme sich aber der arme Bruder seiner Höhe, der reiche aber seiner Niedrigkeit. Denn wie die Blume des Grases wird er vergehen. Wenn sich die Sonne erhebt mit dem Glutwind, so dörrt sie das Gras. Seine Blüte fällt ab, und ihr liebliches Ansehen ist dahin. So wird auch der Reiche in seinem Überfluss verwelken.
Meine Freunde!

Wir haben allerlei Anzeichen, aus denen, sich schließen lässt, Jakobus oder wer immer unsern Brief geschrieben hat, habe seine Worte an eine christliche Gemeinde in der Großstadt gerichtet.1 Ob’s nun Alexandrien gewesen ist an der Mündung des Nil oder Antiochien in Syrien oder Ephesus oder Korinth oder gar Rom selbst, wir wissen es nicht, aber jedenfalls muss uns das interessieren, denn wir könnten dann annehmen, dass die ersten Leser und Hörer der Gedanken, mit denen wir uns nun schon seit einiger Zeit beschäftigt haben, in ganz ähnlicher Luft und Umgebung geatmet und gelebt haben wie wir hier in Genf. Die Unrast des ganzen Lebens und Treibens, der beständige eilige Wechsel von harter Arbeit und ausgelassenem Vergnügen, die Charakterlosigkeit und Unbestimmtheit des Einzelnen gegenüber der Masse, der er angehört, die bunte Vermischung der Völker und Men|335schen, die babylonische Verwirrung der Sprachen und Sitten, all diese Dinge, die ein aufmerksamer Beobachter hier auf den Straßen und in den Häusern wahrnehmen kann, all das gab’s auch in den großen Städten des Altertums; und weil es sich um südliche Völker handelte, waren wohl die Farben und das Tempo des Lebens noch bewegter als bei uns, obwohl es noch keine Elektrizität und keine Automobile gab. So würden wir mit den ersten Lesern unsres Briefs gewissermaßen auf gleichem Boden stehen. Eins von den Anzeichen, aus denen wir das schließen können, besteht darin, dass Jakobus, nachdem er bisher scheinbar ganz allgemein und theoretisch vom Kampf mit den Versuchungen, vom Streben nach der Vollkommenheit und vom Gebet geredet hat, nun auf den ersten Blick recht plötzlich und zusammenhangslos die Frage Reichtum – Armut anschneidet. Ich habe in einer Auslegung die Behauptung gelesen, es sei auch wirklich kein Zusammenhang da.2 Die Worte unsres heutigen Textes hätten nichts zu tun mit dem Vorhergehenden, sondern seien etwas für sich. Und ich habe euch auch am Anfang gesagt, dass man in der Tat in diesem Brief damit rechnen muss, dass die einzelnen Gedanken keinen deutlichen Zusammenhang unter sich haben, weil er eben ursprünglich wahrscheinlich aus einzelnen Reden und Aussprüchen zusammengesetzt worden ist. Aber es scheint mir, in unserm Fall sei ein guter Zusammenhang da, wenn er auch nicht auf der Oberfläche liegt. Und der Zusammenhang passt gut in eine Großstadt, heute so gut wie damals.

Wir haben das letzte Mal3 vom rechten, wirklichen, vom christlichen Gebet geredet und haben uns von Jakobus den Spiegel vorhalten lassen, in dem uns der Zweifler vorgestellt wurde, und hoffentlich ist der Mann mit zwei Seelen jedem von uns recht bekannt vorgekommen. Sei kein solcher!, haben wir uns gesagt, sondern einer, der betet, weil er arbeitet, und arbeitet, weil er betet. Mit alledem war gewiss die eine Seele in uns ganz einverstanden. Aber dann haben wir unsre |336 kleine Kirche und ihre stille Umgebung verlassen und sind nach allen Seiten wieder hinuntergestiegen auf die belebten Straßen und Plätze der Stadt, durch das Getümmel der Fußgänger und der Fuhrwerke, an den Magazinen und Wirtschaften vorbei, und wir mochten lange das Auge abwenden von alledem, auch auf den Dächern begegnete es den leuchtenden Buchstaben irgend einer Reklame, die uns sagte, dass wir in der großen Stadt seien. Und überdem erwachte gewiss die andre Seele in uns und sprach vergnügt: ich bin auch noch da. Und der Gedanke fuhr uns durch den Kopf, wir wussten nicht, woher er kam: wer’s doch auch so gut hätte wie der Herr oder die Dame, die eben im Zweispänner oder im Automobil an uns vorbeifuhren, wer sich doch auch so hübsch anziehen könnte, wer doch dies und das hätte von nötigen oder doch erfreulichen Dingen, die man gerade an einem Sonntagmorgen im Besitz von Andern sieht. Und dann kamen wir heim, es wurde Sonntagnachmittag, es wurde Sonntagabend, und schon begannen unsre Gedanken wieder dem Montag zuzulaufen wie müde Pferde dem Stall, obschon der Montag keineswegs die Ruhe, sondern den Wiederbeginn des ewigen Wechsels von Arbeit und Lohn in Aussicht stellte. Und den Wiederbeginn des Kampfs ums Dasein4, der für so viele einen Verzweiflungskampf bedeutet. Er nimmt allerlei Formen an, dieser Kampf, aber es ist im Grunde immer derselbe: der Kampf ums Geld. Ohne Geld kein Leben. Umsonst ist der Tod. Den einen plagt diese Erkenntnis spitzer, stachliger, tragischer, möchte ich sagen:

Nach Golde drängt,
Am Golde hängt
Doch Alles – Ach wir Armen!5

Dem andern ist’s gegeben, die Sache gelassener, trockener, fast humoristisch zu nehmen und mit dem alten Torwart in einem von Beethoven komponierten Stück resigniert zu konstatieren:

Hat man nicht auch Gold beineben,
Kann man nicht ganz glücklich sein.
337 Traurig schleppt sich fort das Leben,
Mancher Kummer stellt sich ein.6

Aber das bestimmte Gefühl ist für Alle dasselbe, dass da aus dem gewaltigen menschlichen Treiben, das sich um die kleinen runden Dinger dreht, eine mächtig große Hand sich dem Menschen entgegenstrecke, ihn ergreife, um flugs das Gegenteil von einem lebendigen Gottesmenschen aus ihm zu machen. Die andre Seele in uns lacht dazu und hilft ziehen. Und wenn es gelingt, so sind wir richtig wieder Menschen mit zwei Seelen geworden. – |

Verstehst du nun den Zusammenhang bei Jakobus? Den Zusammenhang zwischen dem rechten Beten und dem Geld? Und warum dieser Zusammenhang uns Leute in der Großstadt besonders angeht? Der Zusammenhang besteht darin, dass es gar nichts gibt, was so leicht geeignet ist, uns zu Menschen mit zwei Seelen zu machen, wie das leidige Geld. Und die leidige Geldfrage drängt sich nirgends unverschämter in das Gemüt der Menschen ein als in den großen Städten, wo der protzige Reichtum und die harte, bittere Armut kaum durch eine Straßenecke voneinander getrennt sind und wo jeder Gang über die Straße uns aufdringlich belehrt, das Leben sei nichts Anderes als ein Auf- und Absteigen auf der Leiter Armsein, Verdienen, viel Verdienen, Reichsein. Es ist für viele nichts Anderes. Das sind arme, halbe Menschen. Aber wir müssen uns Alle dagegen wehren, nicht auch so zu werden. Und darum wollen wir einmal zuhören, was Jakobus über die Geldfrage, über Reichtum und Armut zu sagen hat.

Seine eigentliche Meinung haben wir wieder in einem kurzen Sätzchen vor uns: Es rühme sich der arme Bruder seiner Höhe, der reiche aber seiner Niedrigkeit. Was er nachher noch sagt über die Vergänglichkeit des Reichtums, dient freilich zur nähern Erläuterung, aber es hat doch mehr den Charakter einer Randglosse zu der kurzen, knappen Behauptung des ersten Satzes.

Wir merken zunächst: es hat auch unter den ersten christlichen Lesern unsres Briefs Arme und Reiche gegeben. Es war auch dort eine sehr wichtige Frage, ob einer Geld habe oder nicht. Und es scheint |338 eben auch dort diese Frage die dringendste und ernsthafteste gewesen zu sein von denen, die einem, der ein Ganzer und kein Halber sein möchte, zu schaffen machen können. Das Geld scheint die Menschen schon damals zu Menschen mit zwei Seelen gemacht zu haben. In verschiedener Weise: Für den Reichen, d. h. für den, der’s hat, lauert darin die Gefahr, dass er faul wird, dass er sich, nicht äußerlich in den meisten Fällen, aber innerlich zur Ruhe setzt. Wer nicht mehr verdienen muss, um zu leben, dem ist eine Spannfeder weggenommen, er mag das sehr angenehm empfinden, aber die Gefahr ist dann eben da, dass mit der Spannfeder die Bewegung aus seinem Leben verschwinde, die Bewegung, die darin besteht, dass ein Mensch sich Ziele steckt und darauf losarbeitet. Und für den Armen, d. h. für den, der das Geld nicht hat, lauert die Gefahr der Unrast darin. Er arbeitet wohl, aber er arbeitet wie eine losgelassene Maschine, sinnlos, bewusstlos. Es fehlt seinem Leben die Tiefe. Wo man hineingreift, stößt man auf den harten Instinkt des Geldverdienens. Und dieser Instinkt ist Alles geworden, es ist kein Gesetz da, das den Instinkt am Zügel führen könnte. Wenn aber der Reichtum die Gefahr der innern Faulheit mit sich bringt und die Armut die Gefahr der innern Unrast, dann werden wir auch des Jakobus Meinung sein, dass Reichtum und Armut der gefährlichste Nährboden werden können für Menschen mit zwei Seelen. Denn es gibt keine Mächte, die so geeignet sind, die Einheit von Beten und Arbeiten auseinanderzureißen wie die Faulheit und die Unrast. Jede dieser Mächte arbeitet von einer andern Seite an dem Zerstörungswerk, aber es sind beide am selben Tun.

Und offenbar gilt es, gerade gegen diese zwei Mächte, die hinter Reichtum und Armut verborgen sind, mobil zu machen, wenn wir wache, lebendige Menschen sein und bleiben wollen. Und darum hat auch die Frage Reichtum und Armut im Leben der Religion von jeher eine wichtige Rolle gespielt. Auch im Christentum. Es hat von Anfang an unzählige Anweisungen und Theorien gegeben, wie der Arme und der Reiche es anstellen sollten, um gegenüber den Gefahren der Armut und des Reichtums ihren Glauben, ihr inneres Leben zu behaupten. Aber die Frage ist doch immer wieder dagewesen und hat durch ihr Dasein bewiesen, dass es durch keine Theorie ein für allemal abgemacht sein kann, wie der Christ in der Armut und im Reichtum sich halten soll, sondern dass jede Generation und im letzten Grund jeder |339 Einzelne Theorie und Praxis selber finden und üben muss. Denn der Christenglaube ist so wenig eine Sammlung von a-Lebensregeln wie von Dogmen-a . Der Christenglaube ist die verborgene Kraft, die Dogmen und Lebensregeln erst schafft und die immer größer ist als sie. Und wenn wir darum wissen möchten, wie wir uns als Christen zu Armut und Reichtum zu stellen haben, so kann das unmöglich bedeuten, dass wir uns auf die Suche begeben müssten nach irgend einer für diesen Fall schon bereitliegenden Theorie und Lebensregel, sondern das kann nur das Eine bedeuten, dass wir von diesem besondern Punkt aus das Ziel unsres Lebens ins Auge fassen. Sind wir Christen, d. h. ernsthafte, lebendige Menschen, so ist dies Ziel die Ehre Gottes, der die Wahrheit, die Gerechtigkeit und die Liebe ist. Und unsre Frage muss dann lauten: Wie verhält sich Armut und Reichtum zu Gott? D. h. wir haben es nicht mit der Frage nach einer Lebensregel zu tun, sondern mit der Frage nach dem Leben. Denn es gibt in den Fragen des christlichen Glaubens und Lebens keine Zwischeninstanzen, an die man gelangen könnte, ohne die oberste Instanz zu berücksichtigen. Also auch keine bereitliegenden christlichen Lebensregeln, nach denen man sich erkundigen könnte. Es kann sich für uns in allen Fällen, welcher Art sie auch sein mögen, immer nur darum handeln, uns nach Gott zu erkundigenb. Wenn wir nämlich bei einer Zwischeninstanz stehen bleiben, wenn wir es uns genug sein lassen, dass uns gesagt wird: so und so musst du’s halten, das und das ist christlich, dann müssen wir bald die Erfahrung machen, dass der Gehorsam gegen die uns als christlich gerühmte Lebensregel uns plötzlich auch als der Ausdruck einer Gesinnung erscheinen kann, die wir bei aufrichtiger Besinnung niemals als christlich anerkennen können. Mit andern Worten: Wir erfahren es, dass die Entscheidung über die Regel unsres Tuns nur bei der obersten Instanz gesucht werden kann und dass ihre Vernachlässigung sich aufs Bitterste rächt, wie gerade die ernsthaftesten Menschen es oft genug erfahren haben.

Ich möchte versuchen, das an einem Beispiel klarzumachen, das uns zugleich tiefer in die Sache selbst einführt. Die bekannteste und |340 auch in Predigten usf. am häufigsten angewendete christliche Lebensregel über Armut und Reichtum lautet etwa so: Sei zufrieden mit dem Vielen oder Wenigen, das du hast, denn Gott hat es so gewollt und angeordnet. Wir besitzen in dem Lied 305 unsres Gesangbuchs eine schöne poetische Umschreibung dieser Lebensregel. Sie stammt von dem bekannten Lieder- und Fabelndichter, dem wackern Christian Fürchtegott Gellert7. Der Mensch wird dort so angeredet:

Du klagst und fühlest die Beschwerden
Des Stands, in dem du dürftig lebst;
Du strebest, glücklicher zu werden,
Und siehst, dass du vergeblich strebst.

Und nun gibt ihm Gellert folgenden Bescheid:

Ja, klage! Gott erlaubt die Zähren,
Doch denk im Klagen auch zurück:
Ist denn das Glück, das wir begehren,
Für uns auch stets ein wahres Glück?

Nein! wird geantwortet und die Lebensregel formuliert:

Genieße, was dir Gott beschieden,
Entbehre gern, was du nicht hast!
Ein jeder Stand hat seinen Frieden,
Ein jeder Stand auch seine Last.8

Kein Zweifel, diese Sätze sind gute Wegweiser. Wie Manchen mögen sie aufgerichtet und getröstet haben! Die fromme Lebenserkenntnis des Jahrhunderts ihres Verfassers steht davor und dahinter, nicht die Weisheit einer Studierstube, sondern die Weisheit, die in den Erfahrungen des Lebens gewonnen wurde. Und weil sie so entstanden ist, ist es eine gute Lebensregel.

Aber gerade weil sie das ist, kann sie uns zeigen, dass sie zur Beantwortung der Lebensfrage nicht genügt, weil zu dieser Beantwortung überhaupt keine Theorie, auch die schönste nicht, genügen kann, sondern allein Gott. Ich sagte es eben: in dieser Lebensregel ist das niedergelegt, was die fromme Erkenntnis des 18. Jahrhunderts über Ar|341mut und Reichtum zu sagen hatte. Wir haben aber dabei mindestens das Gefühl, dass damit die Frage keineswegs abgeschlossen ist. Es ist uns, wie wenn wir widersprechen müssten, nur wissen wir nicht genau an welchem Punkt; jedenfalls scheint uns gerade die Hauptsache zu fehlen.

Genieße, was dir Gott beschieden,
Entbehre gern, was du nicht hast!

Mit andern Worten: Armut und Reichtum sind ein für allemal von Gott verteilt, und die Frömmigkeit besteht darin, zu genießen und froh zu entbehren. Das war einmal Ausdruck der Frömmigkeit; ist er’s noch immer? Die Menschheit ist unterdessen 150 Jahre älter geworden. Dürfen wir immer noch so reden? Ich meine, nach den Erfahrungen, die wir unterdessen mit Armut und Reichtum gemacht haben, dürfen wir’s nicht mehr. Gellert hat weder von den Trustmilliardären Nordamerikas etwas gewusst, noch von dem Dasein tausender von modernen Arbeiterfamilien. Wir können unmöglich dem ehrlichen Gellert sagen: du hast Unwahrheit geredet, aber wir können ebenso unmöglich unsre Frage nach der rechten Stellung zu Armut und Reichtum uns beantworten durch die Aufforderung: Genieße! Entbehre gern! Dem Reichen gegenüber wäre das eine Einschläferung, dem Armen gegenüber eine Grausamkeit. Und die Gegensätze haben sich so zugespitzt, dass auch das andre höchstens noch als Stütze dienen kann, und auch das nicht immer und überall, der Satz:

Ein jeder Stand hat seinen Frieden,
Ein jeder Stand auch seine Last.

Wenn wir aufrichtig sind, werden wir sagen müssen, dass leider der Frieden und die Last sehr ungleichmäßig verteilt sind. Und gerade wenn wir’s mit Gott ernst nehmen, können wir die rechte Frömmigkeit unmöglich darin finden, dass man sich mit den Ungleichmäßigkeiten eben zufrieden abfinde. Alle soziale Ungerechtigkeit und Rückständigkeit könnte sich sonst darauf berufen, ihr Verhalten sei nicht nur bequem und einträglich, sondern auch fromm. Und was noch schlimmer ist: unser Gedanke von Gott bekäme dann etwas Türkisches. Es würde recht schwer, Gott von dem zu unterscheiden, was oberflächliche Menschen das Schicksal nennen. Und wenn so die Lebensregel des 18. Jahrhunderts darauf hinausläuft, die rechte Stellung zu Reichtum und Armut sei die Zufriedenheit mit beiden, so müssten |342 wir diese Antwort, ohne den frommen Verfasser jener Verse mit einem Wort anzuklagen, für uns als eine Unwahrhaftigkeit ablehnen. Die Zufriedenheit, von der das 18. Jahrhundert redete, ist zu leichtes Geschütz gegenüber der sozialen Frage von heute.9 Und wir müssen sie ablehnen, weil damit die wichtigste Frage nicht beantwortet ist, nämlich die Frage nach Gottes Gerechtigkeit.

Aber wenn das so ist, dann darf es sich für uns nun nicht etwa darum handeln, eine modernere Lebensregel über Armut und Reichtum an Stelle der alten zu setzen. Etwa eine Theorie der sozialen Unzufriedenheit an Stelle der Theorie der Zufriedenheit. Unserm Gerechtigkeitsgefühl wäre zwar damit zunächst besseres Genüge getan. Und in der Tat sehen wir heute manchen ernsten Christen diesen Weg gehen, den Weg des Sozialismus.10 Und wenn sie uns sagten, dass diese ihre sozialistische Überzeugung der notwendige Ausdruck ihrer Frömmigkeit sei, so werden wir das ehrerbietig anerkennen. Aber wir werden dem Sozialisten nicht zugeben können, dass seine Auffassung über das rechte Verhältnis von Armut und Reichtum die Antwort auf die Lebensfrage sei, so wenig wir die Antwort des alten Gellert dafür gelten lassen konnten. Denn der Weg, den er geht, kann und wird nicht der Weg Aller zu allen Zeiten sein.

Noch einmal: wenn es sich um Lebensfragen handelt, dann geht es nicht an, sich bei untern Instanzen aufzuhalten, bei irgendwelchen alten oder neuen Theorien, von denen uns versichert wird, dass sie gut und christlich seien, und von denen wir auch wohl selbst einen derartigen Eindruck haben. Sondern es kommt darauf an, dass die Frage nach Gott gestellt werde. Was hat Gott dazu zu sagen?

343 In unserm Fall: wie sieht das aus, wenn ein armer oder ein reicher Mensch Gottesmenschen sind? In was zeigt sich das? Wir merken gleich, dass da keine Theorie genügen kann. Auch Jakobus stellt keine Theorie auf. Was er zu sagen hat, kann weder mit Gellerts Lob der Zufriedenheit noch mit der sozialistischen Lehre vom Klassenkampf in Vergleich gestellt werden. Er schildert Menschen, die ebensowohl die eine oder die andre dieser Ansichten über Armut und Reichtum haben könnten. Aber sie haben etwas in sich, das etwas viel Größeres ist als alte und moderne Ansichten, und das Größere ist Gott. Wo einer dies Größere hat, da mag’s nämlich wohl sein, dass er in guten Treuen über Anmut und Reichtum konservativer oder sozialistischer Ansicht ist. Christlich ist ja weder das eine noch das andre, denn es gibt nur christliche Menschen, keine christlichen Ansichten. Wo einer jenes Größere hat, da muss er also nicht notwendig diese oder jene Ansicht über Armut und Reichtum haben, wohl aber hat er notwendig eine ganz bestimmte Lebensstellung zu jenen Dingen.

Und das sieht nach der Meinung des Jakobus so aus: Es rühme sich der arme Bruder seiner Höhe. Das ist offenbar etwas ganz Neues gegenüber allen Lebensregeln. Denn da gehen alle, die alten und die neuen, aus von der Voraussetzung:

Armut ist die größte Plage,
Reichtum ist das größte Gut.11

Und nun wird uns entweder gesagt: Sei zufrieden, trotzdem du die Plage hast und trotzdem du das Gut nicht hast, oder es wird uns gesagt: sei nicht zufrieden, das Gut muss dein werden. Das ist die Weisheit der Lebensregeln. Anders, wenn ein Mensch Gott hat. Es findet dann eine Umwertung aller Werte statt.12 Armut ist nicht mehr |344 die größte Plage, Reichtum nicht mehr das höchste Gut. Sondern ein armer Mensch, wenn nur dies eine bei ihm zutrifft, dass er den lebendigen Gott hat, rühmt sich seiner Höhe. Gewiss, es fehlt ihm Alles Mögliche an nützlichen und erfreulichen Dingen, die andre besitzen, gewiss, er ist manchmal durchaus nicht zufrieden mit seiner Lage, gewiss, er strebt mit allen rechten Mitteln, sie zu verbessern – aber das Alles hat nichts zu tun mit der Tatsache, dass er das schon hat, was das schlechterdings Größte und Wichtigste ist auf der Welt, nämlich die Freiheit eines innern Lebens, in dem Gott herrscht. Und weil das so ist, mag freilich seine Armut äußerlich vielleicht bleiben, wie sie ist, aber er weiß in jedem Augenblick: die Niedrigkeit der Armut ist eine optische Täuschung, ein Gerede der Oberflächlichkeit. Wie sollte ich niedrig sein, da Gott mit mir ist? Der Arme rühme sich seiner Höhe, d. h. nichts Anderes als: Der Arme soll und darf mit Gott ernst machen, er hat in Wirklichkeit Alles, was ein Mensch haben kann, wenn Gott nicht nur eine Verzierung, sondern der Inhalt seines Lebens ist.

Und der Reiche rühme sich seiner Niedrigkeit. Auch das ist etwas Neues. Denn es ist eine merkwürdige Schwäche der alten und neuen Lebensregeln über Armut und Reichtum, dass sie dem Reichen eigentlich nichts zu sagen haben. Sie ermutigen wohl den Armen, zufrieden zu sein oder unzufrieden. Vom Reichen wird stillschweigend vorausgesetzt, dass die Lebensregel ihn nicht angehe. Er hat es ja nicht nötig, er ist ja im Besitz des höchsten Gutes. So hat man jahrhundertelang die Armen angepredigt, sie sollten zufrieden und genügsam sein. Aber die Predigt richtete sich nur an die Armen, und darum konnten weder die Armen noch die Reichen die Antwort auf die Lebensfrage darin finden. Denn den Armen musste sie als eine nicht ganz |345 aufrichtige Beschwichtigung erscheinen und den Reichen als eine Antwort an andrer Leute Adresse. Und beide mussten trotz Allem immer wieder zwischen den Zeilen lesen:

Armut ist die größte Plage,
Reichtum ist das höchste Gut.

Und ganz dasselbe gilt vom heutigen Sozialismus. Sein Evangelium besteht darin, dass der Arme reich werden solle; dem Reichen hat er nichts zu sagen, als dass er sich aufs Verteilen bereitmachen solle. Und auch hier ist die selbstverständliche Voraussetzung:

Armut ist die größte Plage,
Reichtum ist das höchste Gut.

Und auch hier ist diese Schranke nicht überwunden.

Eine Antwort auf die Lebensfrage müsste anders beschaffen sein, sie müsste dem Reichen und dem Armen gleicherweise gelten, sie müsste dem einen und dem andern einen Wert zeigen, der jenem Sprüchlein unrecht gibt.

Jakobus gibt auch dem Reichen eine solche Antwort: er rühme sich seiner Niedrigkeit. Die Höhe des Reichen ist scheinbar sein Wohlstand, der ihn vor dem Armen auszeichnet. Aber wenn der Reiche ein Gottesmensch ist, merkt er, dass diese Höhe und diese Auszeichnung, die er genießt, ein Schein ist. Es wäre wieder eine optische Täuschung, sich ihrer zu rühmen, sie als das höchste Gut anzusehen. Sein höchstes Gut ist das, was scheinbar wie Niedrigkeit aussieht, das, was er mit dem Armen gemein hat, die Freiheit eines innern Lebens, in dem Gott herrscht. Und wie dem Armen seine Armut, so wird dem Reichen sein Reichtum ein Kleid, das nicht der Mensch selbst ist. Er sieht darüber hinweg. Er rühmt sich, er freut sich seiner Niedrigkeit.

So beschreibt Jakobus in zwei kurzen Zügen den Armen und den Reichen, wie sie sein sollten.

Sind diese zwei Züge die Antwort auf die Frage, auf die Lebensfrage, wie ein Mensch es anzustellen habe, in Armut und Reichtum ein wacher, lebendiger, ganzer Mensch zu bleiben?

Eins ist sicher: Das ist die Antwort, die wir erhalten, wenn es uns darauf ankommt, uns nach Gott zu erkundigenc. So sieht Armut und Reichtum aus im Lichte der Ewigkeit. Ihre Farben verblassen, das |346 Hohe wird niedrig und das Niedrige hoch vor der einen großen Tatsache, auf deren Besitz oder Nichtbesitz für den Menschen Alles ankommt. Auf neuen Tafeln stehen neue Werte verzeichnet. Das Alte ist vergangen, siehe, es ist Alles neu geworden [2.Kor. 5,17]. So stehen die Dinge, wenn wir uns nach Gott erkundigend. D. h. aber: in der rechten Frage ist schon die rechte Antwort gegeben. Denn die rechte Antwort besteht in nichts Anderem als darin, dass man mit Gott, nach dem man fragt, ernst macht. Ernst macht im allereinfachsten Sinn, in dem des ersten Gebotes: Du sollst keine andern Götter neben mir haben [Ex. 20,3]. Denn wenn uns Armut und Reichtum eine Frage werden, so ist’s doch darum, weil sie Unrast oder Faulheit in unser Leben bringen, d. h. aber, weil sie etwas Anderes in den Mittelpunkt unsres Lebens, einen andern Gott auf unsern verborgenen Altar stellen als den wirklichen, lebendigen Gott, der uns in Jesus gezeigt hat, wie er ist. Und wenn das die Ursache der Frage ist, so gibt es keine andre Antwort auf die Frage als die: Gott muss wieder Allein-Herrscher werden bei uns. Die Lebensregeln, die uns Zufriedenheit oder Unzufriedenheit predigen, mögen an ihrem Ort und zu ihrer Zeit ihr gutes Recht haben. Aber wenn wir mit ihnen die Lebensfrage beantworten wollen, dann reden wir um die Sache herum. Die oberste Instanz muss hier zuerst zu Worte kommen, ob wir nachher Konservative oder Sozialisten werden wollen, ist erst die zweite Frage. Jesus hat dieselbe Sache mit den Worten ausgedrückt: Trachtet am ersten nach dem Reiche Gottes und nach seiner Gerechtigkeit, so wird euch solches Alles zufallen [Mt. 6,33].

Und nun besinnen wir uns noch einmal auf den Zusammenhang der Sache im Jakobusbrief. Vom rechten Gebet war dort vorher die Rede, und es wurde uns gesagt, dass nur das Gebet eines ganzen Menschen ein rechtes Gebet ist. Und weil das rechte Gebet nichts Anderes ist als der rechte Glaube, mussten wir daraus entnehmen, dass für unsre ganze Stellung zu Gott einfach Alles darauf ankomme, dass wir solche ganzen Menschen würden, das Gegenteil von Menschen mit zwei Seelen. Was will das sagen, wenn Jakobus in diesem Zusammenhang auf Armut und Reichtum zu reden kommt? Ich meine, er will uns an der naheliegendsten Angelegenheit, an der Geldfrage zeigen, |347 was das heißt: ein ganzer Mensch sein, was das heißen will: unter Gottes Herrschaft stehen. Er will uns sagen: so sieht es aus, wenn ihr rückhaltlos ernst machen wollt mit dem Wandern nach der Vollkommenheit, wenn das bei euch nicht nur ein Wunsch oder ein Gefühl sein soll, sondern Wahrheit. Ihr Reichen, ist es euch ernst damit? Ihr Armen, ist es euch ernst damit? Ihr Menschen Alle, ist es euch ernst damit? Wenn ja, dann habt euren Reichtum oder eure Armut, als hättet ihr sie nicht [vgl. 1.Kor. 7,29–31], dann gebt dem Kaiser, was des Kaisers ist [Mk. 12,17 par.], aber nicht mehr, gebt dem Geld und dem Besitz nicht eure Seele, nicht euch selbst. Lasst Gottes Willen euer oberstes Gesetz sein und nicht den Willen zum Geldverdienen und Besitzen. Und was uns Jakobus da sagt, unterstreicht er aufs Nachdrücklichste durch seinen Hinweis auf die Vergänglichkeit des Reichtums: wie die Blume des Grases wird er vergehen. Wenn sich die Sonne erhebt mit dem Glutwind, so dörrt sie das Gras. Seine Blüte fällt ab, und ihr liebliches Ansehen ist dahin. So wird auch der Reiche – der, der nichts ist als ein Reicher – in seinem Überfluss verwelken. Wieder eine von den negativen Schilderungen, wie Jakobus sie liebt, ein Bild der Zerstörung, der Nichtigkeit, des Scheins. Aber mit dem Bild der Zerstörung will er aufbauen. Mit dem Bild der Vergänglichkeit will er Gefühl und Geschmack für das Unvergängliche in uns erwecken, das jenseits von Reichtum und Armut steht. Er will uns andeutend hindurchsehen lassen in das vollkommene Gesetz der Freiheit, von dem er später redet [vgl. Jak. 1,15].

Und so könnten wir seine Meinung über Armut und Reichtum zusammenfassen in das andre biblische Wort: Die Welt vergeht mit ihrer Lust, wer aber den Willen Gottes tut, der bleibet in Ewigkeit [1.Joh. 2,17].

Und ich meine, das sei eine gute Antwort auf die Lebensfrage.

Amen.
Lieder:
  • Nr. 176: «Gottesruhe, Sabbatstille» von Chr. Fr. D. Schubart, Strophen 1.2.9. 🎵
  • Nr. 265 «Alles ist an Gottes Segen» (unbekannter Verfasser), Strophen 1–3 und 4–6 (EG 352 [mit Textabweichungen]). 🎵
Lesungstext:
  • Lukas 16,1–15.

Textkritische Fußnoten

a-a
Im Mskr. ursprünglich: «Dogmen wie von Lebensregeln»; per Bleistiftkorrektur vertauscht.↩
b
Im Mskr. nachträglich mit Bleistift unterstrichen.↩
c
Im Mskr. nachträglich mit Bleistift unterstrichen.↩
d
Im Mskr. nachträglich mit Bleistift unterstrichen.↩

Sachfußnoten

1
Vgl. G. Hollmann, Der Jakobusbrief, in: Die Schriften des Neuen Testaments neu übersetzt und für die Gegenwart erklärt, hrsg. von J. Weiß, Bd. 2: Die Briefe. Die johanneischen Schriften, dritter Abschnitt: Die katholischen Briefe, Göttingen 1907, S. 2–24, dort S. 4 📖: «Zu Lesern wünscht sich der Verfasser die ganze Christenheit (1,1*), wenngleich er eine Reihe seiner Beobachtungen gewiß an einer bestimmten und zwar, wie die Aussagen über die Reichen und Geschäftsleute vermuten lassen, großstädtischen Gemeinde gemacht hat.» – Barth hatte die Bände «Die Schriften des Neuen Testaments» ausweislich der handschriftlichen Eintragung in seinem Exemplar aus dem Nachlass seines 1906 verstorbenen Patenonkels Karl Sartorius (1856–1906) erhalten, der sie offenbar subskribiert hatte (der hier zitierte Band erschien erst 1907).↩
2
Vgl. a.a.O., S. 6 📖, wo es zu Jak. 1,5–8.9–11 im Zusammenhang von Jak. 1,1–18 heißt: «In die eben besprochenen drei Abschnitte, die wirklich mit der Versuchung zu tun haben, sind zwei andere ganz locker eingefügt, die wesentlich anderen Inhalts sind. […] Auf ein ganz anderes Gebiet führt uns schließlich der zweite angeschlossene Abschnitt V. 9–11.»↩
3
Siehe oben, S. 323-333, Barths Predigt vom 30. Januar 1910.↩
4
Anspielung auf Charles Darwins Hauptwerk (dt.: Über die Entstehung der Arten durch natürliche Zuchtwahl, oder die Erhaltung begünstigter Gattungen im Kampf ums Dasein, Halle 1891) 📖; vgl. oben, S. 51, Anm. 7 ↩
5
J. W. von Goethe, Faust. Der Tragödie erster Teil, V. 2802–2804 (Abend). 📖 ↩
6
Beginn der Arie des Kerkermeisters Rocco aus L. van Beethovens Oper «Fidelio», erster Akt, vierter Auftritt. 📖 ↩
7
Christian Fürchtegott Gellert (1715–1769), Schriftsteller und Kirchenlieddichter, seit 1744 Prof. für Rhetorik, Poetik, Philosophie und Moral in Leipzig. ↩
8
Strophe 1 und 2b des Liedes «Du klagst und fühlest die Beschwerden» (GERS 305). 🎵 ↩
9
Zu Barths früher Beschäftigung mit der «Sozialen Frage» vgl. oben, S. 41, Anm. 5.↩
10
Im April 1907 war es in Zürich zu einer ersten «religiös-sozialen Konferenz» gekommen, der bis zum Ausbruch des Ersten Weltkriegs noch fünf folgen sollten, und unter 21 Parlamentariern, die schweizweit bis 1914 für die Sozialdemokratische Partei gewählt wurden, waren mit Paul Brandt (1852–1910; gewählt 1902), Howard Eugster-Züst (1861–1932; gewählt 1908) und Paul Pflüger (1865–1947; gewählt 1911) immerhin drei (ehemalige) Pfarrer (amtierende Geistliche durften nicht ins Parlament gewählt werden); vgl. E. Buess / M. Mattmüller, Prophetischer Sozialismus. Blumhardt – Ragaz – Barth, Freiburg/CH 1986, dort bes. S. 22f.79–83 📖.↩
11
Aus Strophe 1 des Gedichts «Der Schatzgräber» von J. W. von Goethe (Erstdruck: 1797; Berliner Ausgabe. Poetische Werke, Bd. 1, Berlin 1965, S. 125f., dort S. 125) 📖:
Arm am Beutel, krank am Herzen, / Schleppt ich meine langen Tage.
Armut ist die größte Plage, / Reichtum ist das höchste Gut!
Und zu enden meine Schmerzen / Ging ich, einen Schatz zu graben.
«Meine Seele sollst Du haben!» / Schrieb ich hin mit eignem Blut.
↩
12
Anspielung auf eines der bekanntesten Schlagworte Nietzsches; vgl. etwa Fr. Nietzsche, Götzen-Dämmerung oder Wie man mit dem Hammer philosophirt, Sämtliche Werke. Kritische Studienausgabe in 15 Bänden, hrsg. von G. Colli / M. Montinari, Bd. 6, München / Berlin 1999, Bd. 6, S. 55–161, dort S. 101f. 📖: «Das Christenthum, aus jüdischer Wurzel und nur verständlich als Gewächs dieses Bodens, stellt die Gegenbewegung gegen jede Moral der Züchtung, der Rasse, des Privilegiums dar: – es ist die antiarische Religion par excellence: das Christenthum die Umwerthung aller arischen Werthe, der Sieg der Tschandala-Werthe, das Evangelium den Armen, den Niedrigen gepredigt, der Gesammt-Aufstand alles Niedergetretenen, Elenden, Missrathenen, Schlechtweggekommenen gegen die ‚Rasse’ […]»; ders., Ecce homo. Wie man wird, was man ist, a.a.O., S. 255–374, dort S. 365f. 📖: «Aber meine Wahrheit ist furchtbar: denn man hiess bisher die Lüge Wahrheit. – Umwerthung aller Werthe, das ist meine Formel für einen Akt höchster Selbstbesinnung der Menschheit, der in mir Fleisch und Genie geworden ist.»↩