Predigt Nr. 11 · 27. Oktober 1908

Predigt: Lukas 10,20 (Examenspredigt)

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Lukas 10,20
Darüber freuet euch nicht, dass euch die Geister untertan sind, freuet euch aber, dass eure Namen aufgeschrieben sind im Himmel.
Liebe Zuhörer!

Es sind zwei große Gefahren, die unserm christlichen Denken und Wollen immer wieder zu schaffen geben. Sie spiegeln sich wider in der Geschichte der denkenden Verarbeitung der christlichen Glaubenswahrheit, sie äußern sich in den Erscheinungen des öffentlichen kirchlichen und religiösen Lebens, und sie beschäftigen mehr oder weniger uns Alle in unsrer persönlichen Entwicklung. Wo in einem Menschen der Glaube im Sinne Jesu als das Vertrauen zu Gott und als der Wille zum freien Gehorsam erwacht ist, da hat zugleich sein Leben ein Ziel: «näher mein Gott zu dir»2 und einen Weg zu diesem Ziel, nämlich ein neues positives Verständnis der Verhältnisse, der Welt, in die wir gestellt sind, eine neue Richtung der Arbeit in dieser Welt. Zwei Gefahren bedrohen dieses neue Leben. Die eine tritt dann ein, wenn wir wohl das Ziel im Auge haben, wir suchen es aber nicht auf dem Wege, der seinem Wesen entspricht, sondern in einem, wie wir meinen, unmittelbareren Leben der Seele in Gott, dem der natürliche Lebenszusammenhang, in dem wir uns nach Gottes Willen vorfinden, fern und fremd ist. Wir wollen wohl zu Gott, aber nicht hindurch durch die Nöte und Aufgaben der Welt. Die andre Gefahr ist entgegen|90­gesetzter Art. Über dem neuentdeckten Weg verlieren wir das Ziel aus dem Auge, indem uns über der Hingabe und der Arbeit an den Gütern dieser Welt, zu der uns der Glaube Mut gemacht, ja gerade über dem Streben, Gottes Herrschaft über die Welt auszudehnen, Gott selber und sein Wille mit uns undeutlich wird. – |

Beide Gefahren wurzeln aber in unveräußerlichen Elementen des Lebens der Religion. Es ist ihr Trieb in die Stille und Innerlichkeit einerseits, ihr Drang nach äußerer Kundgebung und Betätigung andrerseits, die darin zum Ausdruck kommen können. Je höher unser persönliches Glaubensleben entwickelt ist, desto mehr wird das Verhältnis beider Elemente nicht nur ein friedliches, sondern ein organisches, innerlich notwendiges werden. Unser Textwort ist geeignet, uns in dieser Richtung zu fördern.

I

(Lc. 10,17–19)a Wenige Verse vor unsrer Textstelle erzählt der Evangelist die freudige Rückkehr der 70 Jünger3 zu Jesus: «Herr, es sind uns auch die Dämonen untertan in deinem Namen». Und Jesus bestätigt ihnen diese Erfahrung: «Nicht nur die untergeordneten Dämonen, auch ihr Fürst, Satan, ist gestürzt: ich sah ihn vom Himmel fallen wie einen Blitz, seine Mächte sind in eure Gewalt gegeben, nichts mehr kann euch schaden. Wo ihr seid, da wird das Böse unwirksam, denn das Reich Gottes ist in und mit euch» [vgl. Lk. 17,21]. Wir müssen uns vergegenwärtigen, dass nach der anschaulichen und farbigen Denkweise jener Zeit die Welt nicht nur erfüllt, sondern beherrscht war von Dämonen und Geistern aller Art. Wenn es also heißt, dass sie gestürzt, den Jüngern untertan geworden seien, so bedeutet das nichts anderes, als dass die Welt, in die Jesus die Seinen hinausgesandt, ihre verderbliche Macht ihnen gegenüber nicht nur verloren |91 habe, sondern dass sie ein Werkzeug ihres vom Geiste Gottes gelenkten Willens geworden sei. Wo das Reich Gottes ist, da verliert das Reich der Welt seine Schrecken. Diese unbedingte innere Freiheit den Gewalten gegenüber war die unmittelbarste Folge der Jüngerschaft Jesu, das selbstverständlichste und darum herrlichste Erlebnis des neuen Wesens, in das sie versetzt waren. So empfanden die ersten Christen, so hat es Paulus an den ergreifendsten Stellen seiner Briefe geschildert. «Ist Gott für uns, wer mag wider uns sein? … Ich bin gewiss, dass weder Tod noch Leben, weder Engel noch Gewalten, weder Gegenwärtiges noch Zukünftiges noch irgendwelche Mächte, weder Höhe noch Tiefe noch irgend eine Kreatur uns zu scheiden vermag von der Liebe Gottes, die da ist in Christo Jesu, unserm Herrn» (Röm. 8,31.38–39). Die Form dieser neutestamentlichen Gedanken ist uns fremd geworden, sie selber stehen für alle Zeiten im Mittelpunkt unsres christlichen Wollens und Denkens. Albrecht Dürer hat auf einem seiner berühmtesten Bilder einen mittelalterlich gewappneten Reitersmann dargestellt, der, links und rechts von Tod und Teufel bedroht, ruhig und furchtlos durch eine düstere Schlucht zieht.4 Man hat in dieser Gestalt mit Recht ein Bild des wahren Christen gefunden. Sein Verhältnis zur Welt und ihren Geistern beruht auf der Überzeugung, dass Gott sie geschaffen und regiert, dass alle Dinge ihm zum Besten dienen müssen (Röm. 8,28); und in dieser Überzeugung ist der Christenmensch bei aller Schwachheit ein Herr aller Dinge.5 Er empfängt daraus den Trost, dass es im weiten Umkreis der geschaffenen Dinge, in den gesegneten Erntezeiten des Reiches Gottes wie in den Zeiten scheinbar geringer Dinge, in den frohen und trüben Erfahrungen seines persönlichen Lebens, nichts geben kann, das Gottes Willen entnommen ist, nichts, das dem Kommen des Reiches wirklichen Widerstand leisten, nichts, das ihn selber in seinem auf Gott gerichteten Leben hindern könnte. Die Gewissheit, dass Gott im Regimente sitzt,6 ist aber mehr als ein Trost. Sie treibt den |92 Christen zur Tat. Die Welt ist Gottes, und sie soll es werden. Weil die Verhältnisse, in denen wir leben, die Aufgaben, die jedem von uns gestellt sind, aus Gottes Hand kommen, so können wir sie nicht anders verstehen denn als Mittel, um Gott immer näher zu kommen. Auch das ehrliche Arbeiten und Streben der Menschheit erscheint uns dann in einem neuen Licht. Wir erhalten sehende Augen für das Walten Gottes in der Geschichte, und wir können nicht anders, wir müssen uns als «Mitarbeiter Gottes» fühlen, wie Paulus es einmal genannt hat (1.Kor. 3,9). Aus einem Tränental verwandelt sich die Welt in ein Arbeitsfeld, das «weiß ist zur Ernte» (Joh. 4,35).

Gott der allein Wirkliche und Mächtige, das ist in der Tat «die christliche Weltanschauung in verkürzter Gestalt», wie einer der hervorragendsten Theologen des 19. Jahrhunderts einmal gesagt hat.7 Der Gott, der uns in Jesus erschienen, hat uns die Geister untertan gemacht.

II

Darüber freuet euch nicht! So ernüchterte Jesus die begeisterten Jünger, die ihm ihre Erfolge über die Geister der Welt rühmten. Warum diese sonderbare Abweisung? Darüber kann kein Zweifel sein, dass auch ihm der Sieg über die Geister nicht nur eine durchaus sichere Wirklichkeit war, sondern das untrügliche b-und notwendige-b Kennzeichen der Gegenwart des Gottesreiches. Als solches Kennzeichen hat er diesen Sieg den Pharisäern entgegengehalten (Mt. 12,28), so lebte es fort in der Erinnerung der Gemeinde. «Dazu ist erschienen der Sohn Gottes, dass er die Werke des Teufels zerstöre» (1.Joh. 3,8). Und trotzdem: Darüber freuet euch nicht, dass euch die Geister untertan sind!? Wir können uns dies Wort nur daraus erklären, dass Jesus sich der Tatsache gegenüber sah, dass viele, vielleicht die Meisten seiner Anhänger geneigt waren, die Wirkungen und Erfolge, die ihnen durch die Kraft des Geistes beschieden waren, mit dem Reiche Gottes |93 selbst zu verwechseln. Das vierte Evangelium gibt uns darüber verschiedene Andeutungen: «Es zog ihm viel Volks nach, darum dass sie die Zeichen sahen, die er tat» (Joh. 6,2; vgl. 2,23), und Jesus beklagt das: «Wenn ihr nicht Zeichen und Wunder sehet, so glaubet ihr nicht» (Joh. 4,48). Auch die stillschweigende Verachtung, mit der er später die Wundersucht des Herodes straft (Lc. 23,8–9), ist bezeichnend für seine Stimmung dieser Art von «Glauben» gegenüber. Wir stehen hier vor einer Tatsache, die höchst bedeutsam ist für das christliche Leben bis in unsre Tage hinein. Die Zeiten sind bald gekommen, und sie sind noch nicht vorbei, da man das Für-Wahr-Halten von Berichten über die wunderbaren Taten Jesu und seiner Jünger zur Bedingung machte für den Christenstand. Jesu eigene Haltung sondert sich scharf ab von solchem Tun. Im Glauben ist das Wunder der Überwindung der Welt und ihrer Mächte vollzogen, von seinen Jüngern hat er als Bewährung dieses Glaubens gefordert, dass sie selbst Wunder erleben und tun sollten (Mt. 17,20; vgl. 21,21), aber bestimmt und klar weist er die Meinung zurück, als könne die äußere Überwindung der Welt, in der sich das Leben des Jüngers kundtut, oder gar das Für-Wahr-Halten einzelner solcher Ereignisse zu diesem neuen Leben selbst führen. «Selig sind, die nicht sehen und doch glauben» (Joh. 20,29). – |

«Freuet euch nicht darüber!» Setzt euer Vertrauen nicht auf diese Machtbezeugungen, auf diese äußern Anzeichen des Reiches. Jesus verweist seine Jünger von der wichtigen Folge auf die unendlich wichtigere Ursache, die allein Grund ihrer Freude, ihres Vertrauens sein kann. Und als die Ursache in diesem Sinn, als den wahren Gegenstand ihrer Freude zeigt er ihnen die Tatsache, dass ihre Namen aufgeschrieben sind im Himmel. Nach der Anschauung des Judentums führt Gott im Himmel Buch über die Angenommenen und die Verworfenen. Als Jünger Jesu stehen ihre Namen unter den Angenommenen, den Erwählten Gottes, im Buche des Lebens. Eben über diese Gewissheit sollen sie sich freuen. Höher als die Machtwirkungen des Gottesreiches steht die Tatsache, dass jeder Einzelne von ihnen ein Glied dieses Reiches ist, von dem sich nicht sagen lässt: siehe hier, siehe da ist es, weil es inwendig in denen ist, die Gott lieb hat (Lc. 17,21).

Wir haben uns vorhin an der ruhigen Gewissheit und an dem zielbewussten Arbeitstrieb gefreut, den unser Glaube uns mitgibt auf unsern Weg durch die Welt. Aber auch uns stellt Jesus sein Freuet euch |94 nicht darüber! entgegen. Wir haben gesehen, dass eine bestimmte Weltanschauung, die nach ihrem Inhalt Weltbeherrschung ist, aus dem Glauben hervorgeht und hervorgehen muss, wenn er Glaube ist: die Welt, die Verhältnisse, meine besondere Stellung sind aus Gottes Hand so, wie sie sind, und sollen immer mehr Gott gemäß werden. Diese Gedanken und die aus ihnen folgende Richtung des Wollens sind unentbehrlich für unser Christenleben, aber unser Textwort weist uns darauf hin, dass sie uns nicht aus einem Mittel zum Zweck, dass sie uns nichtc zum Gegenstand unsrer höchsten Freude, unsres Vertrauens, dass sie uns nicht zum eigentlichen Inhalt der Religion werden dürfen. Wir Christen der heutigen Zeit haben es vielleicht besonders nötig, uns das sagen zu lassen. Wir sind auf allen Gebieten bemüht, die Wahrheit auf den Leuchter zu stellen [vgl. Mt. 5,16], dass das Reich Gottes nicht in Worten steht, sondern in Kraft (1.Kor. 4,20), und wir können das nicht genug tun. Die Stellung der besten Christen zu den Nöten und Aufgaben des praktischen Lebens ist eine andere geworden, als es noch vor 50 Jahren der Fall war, weil sie erkannt haben, dass ohne das der Glaube in Gefahr ist, ein dummes Salz zu werden [vgl. Mt. 5,13]. Aber es sind doch Anzeichen vorhanden, dass gerade aus solchem echt christlichen Denken und Wollen heraus eine neue Gefahr erwachsen kann, und sie besteht darin, dass wir gar zu gern unsre Arbeit für das Reich Gottes als das Reich Gottes selbst ansehen. Und damit verliert unser Tun die Richtung, die ihm von seiner Entstehung aus dem Glauben anhaftet, und verkehrt sich in einen gefährlichen Feind der Religion. Ich brauche keine Namen zu nennen, wenn ich an die Beobachtung erinnere, dass gerade stark religiöse Persönlichkeiten leicht dieser Gefahr unterliegen. Irgend eine bestimmte Arbeit im Dienste Gottes, eine bestimmte Art zu denken oder eine bestimmte Bewegung der Menschheit wird ihnen zum Ausdruck der Religion schlechthin. Für ihr persönliches Leben mag das ohne Schaden geschehen, aber sobald die Anhängerschaft da ist, die sich bereits bemühen muss, mit andern Augen ins Leben zu sehen als ihren eigenen, dann entsteht aus der Kraft Gottes die Sekte, der Geist wird zur Geistlosigkeit, das Wort zur Phrase, das gottgewollte Tun zur Gesetzlichkeit. Vor diesen Folgen, wie sie in der Entwicklung der römisch-ka|95tholischen Kirche in erschreckender Weise zu Tage getreten sind, hat uns Jesus bewahren wollen, wenn er uns von dem, was Gott durch uns wirkt, immer wieder zurückweist auf Gott selber. «Trachtet am ersten nach dem Reiche Gottes und nach seiner Gerechtigkeit» (Mt. 6,33). Das Erste und darum auch das Letzte für den Christen ist immer das lebendige Verhältnis zu Gott selbst, das auf der Gewissheit beruht, dass Gott seinen Namen kennt, dass dieser Name im Buch des Lebens steht, d. h. dass Gottes Liebe gerade auf ihn gerichtet ist. Von da aus erst ist jenes Verhältnis zur Welt, das unser Text als ein Herrschen über die Geister beschreibt, möglich, ja

allein von deinem Brennen
Nehme unser Licht den Schein.
Also wird die Welt erkennen,
Dass wir deine Jünger sein.8

Jenes Herrschen taugt nichts, ja es schlägt um in sein Gegenteil, sobald es von seinem Ursprung, der zugleich sein Ziel ist, getrennt wird. Aus alter Zeit tönt es in ewiger Wahrheit zu uns herüber:

«Wenn ich mit Menschen- und Engelzungen redete und hätte der Liebe nicht, so wäre ich ein tönend Erz oder eine klingende Schelle.

Und wenn ich weissagen könnte und wüsste alle Geheimnisse und alle Erkenntnisse und hätte allen Glauben, also dass ich Berge versetzte, und hätte der Liebe nicht, so wäre ich nichts. Und wenn ich alle meine Habe den Armen gäbe und ließe meinen Leib brennen und hätte der Liebe nicht, so wär’s mir nichts nütze!» (1.Kor. 13,1–3)

Freuet euch, dass eure Namen aufgeschrieben sind im Himmel! Hier sind die starken Wurzeln unsrer Kraft. Hier ist die Quelle, von der aus die Felder unsrer Arbeit befruchtet sein müssen, damit sie nicht verdorren sollen, wenn die Sonne von Not und Unglück sticht, wenn der verderbliche Wind unsrer eigenen Sünde und Schwachheit darüber geht.

Die Väter unsrer reformierten Kirchen, Calvin und Zwingli, haben aus dem starken Glauben an Gottes vor der Welt geschehene Wahl der |96 Gnade die Kraft und den Mut geschöpft, ihr Werk zu tun,9 und die Geister waren ihnen untertan. Wenn wir heute, jeder an seinem Ort, in unsrer besondern Weise vor die Aufgabe gestellt sind, Gottes Willen in der Welt zu vollbringen, so wollen wir uns in ihrem Geiste Zuversicht und Klarheit schenken lassen im verborgenen Leben mit Gott, das wie der Anfang so auch das Ziel unsrer Hoffnung ist.

Dem Jünger Jesu sind die Geister der Welt untertan! Alles ist euer! (1.Kor. 3,21). – Aber das ist das ewige Leben, dass sie dich, der du allein wahrer Gott bist, und den du gesandt hast, Jesum Christ, erkennen! (Joh. 17,3).

Amen!

Textkritische Fußnoten

a
Im Mskr. ist diese wie alle von Barth selbst angeführten Bibelstellen nicht im Text, sondern links oder rechts am Rand neben dem Text notiert.↩
b-b
Im Mskr. nachträglich mit Bleistift eingefügt.↩
c
Im Mskr. nachträglich mit Bleistift eingefügt.↩

Sachfußnoten

1
Die Zweite theologische Prüfung absolvierte Barth Ende Oktober 1908 in Bern (vgl. Busch, S. 57f. 📖). Das auf den 28. Oktober 1908 datierte Zeugnis weist sowohl für die «homiletische Analyse» wie für die «Probepredigt« eine 2 als Note aus; dies war auch die Gesamtnote des Examens («Zeugnis für die Zweite theologische Prüfung» [KBA 18505]), das als bestanden galt, wenn «die Mehrzahl der Prüfungsfächer 1, 2, 3 erhalten haben und die Gesamtzensur nicht tiefer als 3 zu stehen kommt» (Auszug aus der Prüfungsordnung, § 16,2, abgedruckt auf dem Zeugnis).↩
2
Besonders in der englischsprachigen Welt weitverbreiteter Choral: «­Nearer, my God, to Thee» / «Näher, mein Gott, zu dir», der auf dem gleichnamigen Gedicht von Sarah Flower Adams basiert (1841).↩
3
Während in neueren Übersetzungen in Lk. 10,17 von 72 Jüngern die Rede ist, war es zeitgenössisch üblich, hier wie Barth von 70 Jüngern zu sprechen; zur unterschiedlichen Bezeugung vgl. Nestle-Aland, z. St 📖.↩
4
Den Kupferstich «Ritter, Tod und Teufel» schuf Dürer 1513; vgl. H. Theissing 📖.↩
5
Vgl. M. Luther, Von der Freiheit eines Christenmenschen, WA 7, 21,1–2 📖: «Eyn Christen mensch ist eyn freyer herr über alle ding und niemandt unterthan.»↩
6
Vgl. Strophe 7 des Liedes «Befiehl du deine Wege» von P. Gerhardt (RG 680; EG 361) 🎵; s. oben, S. 25, Anm. 7.↩
7
A. Ritschl, Unterricht in der christlichen Religion, Bonn 18955, S. 48 (§ 51) 📖: «Der Glaube an die väterliche Vorsehung Gottes ist die christliche Weltanschauung in verkürzter Gestalt.»↩
8
Es handelt sich um die letzten Zeilen der siebten und letzten Strophe des Liedes «Herz und Herz vereint zusammen» von N. L. Graf von Zinzendorf (RG 793; EG 251) 🎵.↩
9
Vgl. Inst. III,21 📖; H. Zwingli, Ad illustrissimum Cattorum principem Philippum sermonis de providentia dei anamnema. 20. Aug. 1530 (ders., Sämtliche Werke, Bd. 6/3 [CR 93/3], Zürich 1983) 📖. – Zur Ähnlichkeit der Prädestinationslehren Zwinglis und Calvins vgl. F. Chr. Baur, Kirchengeschiche der neueren Zeit, von der Reformation bis zum Ende des 18. Jahrhunderts (ders., Geschichte der christlichen Kirche, Bd. 4), Tübingen 1863, S. 405 📖: «Es ist in der That bemerkenswerth, wie sich den Reformatoren im frischen Bewusstsein ihres reformatorischen oder protestantischen Standpunkts dieselbe Ansicht von dem Verhältniss des Menschen zu Gott oder des Endlichen zum Absoluten aufdrang, welche Calvin sodann nur bis zu ihrer Spitze vollendete. Auch Zwingli hatte schon dieselbe Ansicht von einer absoluten Prädestination, wie Calvin, auch er liess schon den Sündenfall prädestinirt sein.»↩