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      <titleStmt>
        <title type="volume" n="vol-53">Predigten 1907–1910</title>
        <title type="formal">Predigt Nr. 11</title>
        <title type="content">Predigt: Lukas 10,20 (Examenspredigt)</title>
        <title type="citation_line_1">Barth, Karl: Predigt: Lukas 10,20 (Examenspredigt), 27. Oktober 1908</title>
        <title type="citation_line_2">https://kbga.karl-barth.ch/texts/53013 (Stand: 25. August 2026)</title>
        <title type="citation_line_3">Druck: Karl Barth, Predigten 1907–1910, hrsg. v. Zocher, Peter (Gesamtausgabe, Abt. I), Zürich 2018, S. .</title>
      </titleStmt>
      <editionStmt>
        <edition>Digitale Karl Barth-Gesamtausgabe</edition>
        <sponsor>Schweizerische Akademie der Geistes- und Sozialwissenschaften (SAGW)</sponsor>
        <sponsor>Schweizerischer Nationalfonds (SNF)</sponsor>
        <sponsor>Karl Barth-Stiftung</sponsor>
      </editionStmt>
      <publicationStmt>
        <publisher>Karl Barth-Archiv</publisher>
        <pubPlace>Basel</pubPlace>
        <date when="2026">2026</date>
        <availability>
          <licence target="https://creativecommons.org/licenses/by-sa/4.0/">Creative Commons BY-SA 4.0</licence>
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        <idno type="url">https://kbga.karl-barth.ch/texts/53013</idno>
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        <!-- The printed Gesamtausgabe -->
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          <title type="volume">Predigten 1907–1910</title>
          <title type="text">Predigt Nr. 11: Predigt: Lukas 10,20 (Examenspredigt)</title>
          <author ref="kbga-actors-2151">Barth, Karl</author>
          <editor>Zocher, Peter</editor>
          <pubPlace>Zürich</pubPlace>
          <publisher>Theologischer Verlag</publisher>
          <date type="publication">2018</date>
          <!--position within a volume-->
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        <!-- Data from KBA (https://kba.karl-barth.ch) -->
        <bibl xml:id="A" type="source">A (Vorlage der Edition): Barth, Karl, Predigt: Lk 10,20 (Examen), 27. Oktober 1908. <ref target="https://kba.karl-barth.ch/objects/1454">KBA 989</ref>. </bibl>
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        <date type="creation" when="1908-10-27">27. Oktober 1908</date>
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                <head>
                    <pb ed="A" rend="hidden" n="1"/>
                    <idno>11</idno>
                </head>
               
                    <dateline> Examenpredigt, <date when="1908-10-27">Dienstag, 27.Oktober
                                1908</date><note xml:id="n01">Die Zweite theologische
                                Prüfung absolvierte Barth Ende Oktober 1908 in
                                <placeName ref="kbga-places-9">Bern</placeName> (vgl. <bibl corresp="kbga-bibls-134">Busch, S. 57f.</bibl>). Das auf den
                                28. Oktober 1908 datierte Zeugnis weist sowohl für die
                                «homiletische Analyse» wie für die «Probepredigt« eine 2 als
                                Note aus; dies war auch die Gesamtnote des Examens («Zeugnis für
                                die Zweite theologische Prüfung» [<idno type="kba-objects-identifier">KBA 18505</idno>]), das als bestanden
                                galt, wenn «die Mehrzahl der Prüfungsfächer 1, 2, 3 erhalten
                                haben und die Gesamtzensur nicht tiefer als 3 zu stehen kommt»
                                (Auszug aus der Prüfungsordnung, § 16,2, abgedruckt auf dem
                                Zeugnis).</note>
                    </dateline>
                    <epigraph>
                        <cit>
                            <ref type="can" subtype="bible" target="Lk.10.20">Lukas 10,20</ref>
                      
                            <quote>
                                <hi rend="italic" resp="kb">Darüber freuet euch nicht, dass
                                    euch die Geister untertan sind, freuet euch aber, dass eure
                                    Namen aufgeschrieben sind im Himmel.</hi>
                            </quote>
                        </cit>
                    </epigraph>
                
                <salute>Liebe Zuhörer!</salute>
                </div>
                <div type="main">
                    <div>
                    <p>Es sind <hi rend="italic">zwei</hi> große <hi rend="italic">Gefahren</hi>, die unserm
                    christlichen <term type="Sachen" key="Christen, Denken und Wollen">Denken</term> und Wollen immer wieder zu schaffen geben. Sie spiegeln
                    sich wider in der Geschichte der denkenden Verarbeitung der christlichen
                        <term type="Sachen" key="Glaubenswahrheit, christliche">Glaubenswahrheit</term>, sie äußern sich in den Erscheinungen des
                    öffentlichen <term type="Sachen" key="Leben, kirchliches">kirchlichen</term>
                    und religiösen <term type="Sachen" key="Leben, religiöses">Lebens</term>,
                    und sie beschäftigen mehr oder weniger uns Alle in unsrer persönlichen
                    Entwicklung. Wo in einem Menschen der Glaube im Sinne Jesu als das <term type="Sachen" key="Glaube, Vertrauen zu Gott">Vertrauen</term> zu Gott
                        <pb ed="A" rend="hidden" n="2"/> und als der <term type="Sachen" key="Glaube, Wille zu freiem Gehorsam">Wille</term> zum freien Gehorsam
                    erwacht ist, da hat zugleich sein Leben ein <term type="Sachen" key="Leben, Ziel">
                                <hi rend="italic">Ziel</hi></term>: «näher mein Gott zu
                        dir»<note xml:id="n02">Besonders in der englischsprachigen
                        Welt weitverbreiteter Choral: «­Nearer, my God, to Thee» / «Näher, mein
                        Gott, zu dir», der auf dem gleichnamigen Gedicht von <persName ref="kbga-actors-9335">Sarah Flower Adams</persName> basiert
                        (1841).</note> und einen <hi rend="italic">Weg</hi> zu diesem Ziel, nämlich ein
                    neues positives Verständnis der Verhältnisse, der <term type="Sachen" key="Welt, neues Verständnis im Glauben">Welt</term>, in die wir
                    gestellt sind, eine neue Richtung der <term type="Sachen" key="Arbeit, neue Richtung im Glauben">Arbeit</term> in dieser Welt.
                    Zwei Gefahren bedrohen dieses neue <term type="Sachen" key="Leben, neues L. im Glauben">Leben</term>. Die <hi rend="italic">eine</hi>
                    tritt dann ein, wenn wir wohl das Ziel im Auge haben, wir suchen es aber
                    nicht auf dem Wege, der seinem Wesen entspricht, sondern in einem, wie wir
                    meinen, unmittelbareren <term type="Sachen" key="Leben, unmittelbares L. in Gott">Leben</term> der <term type="Sachen" key="Seele">Seele</term> in Gott, dem der natürliche <term type="Sachen" key="Leben, Zusammenhang mit der Welt">Lebenszusammenhang</term>, in dem wir uns nach Gottes <term type="Sachen" key="Wille Gottes">Willen</term> vorfinden, fern und fremd
                    ist. Wir wollen wohl zu Gott, aber nicht hindurch durch die Nöte und
                    Aufgaben der Welt. Die <hi rend="italic">andre</hi> Gefahr ist entgegen<pb xml:id="p090" ed="pga" break="no"/>­gesetzter Art. Über dem neuentdeckten Weg verlieren <pb ed="A" rend="hidden" n="3"/> wir das Ziel aus dem Auge, indem uns über der
                    Hingabe und der Arbeit an den Gütern dieser Welt, zu der uns der <term type="Sachen" key="Glaube, macht Mut zu weltlicher Arbeit">Glaube</term>
                    Mut gemacht, ja gerade über dem Streben, Gottes <term type="Sachen" key="Gott, Herrschaft über die Welt">Herrschaft</term> über die Welt
                    auszudehnen, Gott selber und sein <term type="Sachen" key="Wille Gottes">Wille</term> mit uns undeutlich wird. – |</p>
                    <p>Beide Gefahren wurzeln aber in unveräußerlichen Elementen des Lebens der
                        <term type="Sachen" key="Religion">Religion</term>. Es ist ihr Trieb in
                    die Stille und <term type="Sachen" key="Religion, Trieb in die Innerlichkeit">
                                <hi rend="italic">Innerlichkeit</hi></term> einerseits, ihr Drang nach äußerer
                    Kundgebung und <term type="Sachen" key="Religion, Drang nach äußerer Betätigung">
                                <hi rend="italic">Betätigung</hi></term> andrerseits, die darin zum Ausdruck
                    kommen können. Je höher unser persönliches <term type="Sachen" key="Glaube">Glaubensleben</term> entwickelt ist, desto mehr wird das Verhältnis
                    beider Elemente nicht nur ein friedliches, sondern ein organisches,
                    innerlich notwendiges werden. Unser Textwort ist geeignet, uns in dieser
                    Richtung zu fördern.</p>
                    </div>
                    <div>
                    <head>
                            <pb ed="A" rend="hidden" n="4"/> I</head>
                    <p rend="noindent">(<ref type="can" subtype="bible" target="Lk.10.17 Lk.10.19">Lc. 10,17–19</ref>)<note type="textcritical" n="a" xml:id="na"> Im Mskr. ist diese wie alle von Barth selbst angeführten
                                Bibelstellen nicht im Text, sondern links oder rechts am Rand
                                neben dem Text notiert.</note>
                         Wenige Verse vor unsrer Textstelle erzählt der Evangelist die
                        freudige Rückkehr der 70 <term type="Sachen" key="Jünger">Jünger</term><note xml:id="n03">Während in neueren
                            Übersetzungen in <ref type="can" subtype="bible" target="Lk.10.17">Lk. 10,17</ref> von 72 Jüngern die Rede ist, war es
                            zeitgenössisch üblich, hier wie Barth von 70 Jüngern zu sprechen;
                            zur unterschiedlichen Bezeugung vgl. <bibl corresp="kbga-bibls-2736">Nestle-Aland, z. St</bibl>.</note> zu
                        Jesus: «Herr, es sind uns auch die Dämonen untertan in deinem Namen».
                        Und Jesus bestätigt ihnen diese Erfahrung: «Nicht nur die
                        untergeordneten Dämonen, auch ihr Fürst, <term type="Sachen" key="Satan">Satan</term>, ist gestürzt: ich sah ihn vom Himmel fallen wie einen
                        Blitz, seine Mächte sind in eure Gewalt gegeben, nichts mehr kann euch
                        schaden. Wo ihr seid, da wird das <term type="Sachen" key="Böses / das Böse">Böse</term> unwirksam, denn das Reich <term type="Sachen" key="Reich Gottes">Gottes</term> ist in und mit euch»
                        [vgl. <ref type="can" subtype="bible" target="Lk.17.21">Lk. 17,21</ref>]. Wir
                        müssen uns vergegenwärtigen, dass nach der anschaulichen und farbigen
                        Denkweise jener Zeit die Welt nicht nur erfüllt, sondern beherrscht war
                        von <term type="Sachen" key="Dämonen">Dämonen</term> und Geistern aller
                        Art. Wenn es also heißt, dass sie gestürzt, den Jüngern untertan
                        geworden seien, so bedeutet das nichts anderes, als dass die Welt, in
                        die Jesus die <pb ed="A" rend="hidden" n="5"/> Seinen hinausgesandt, ihre
                        verderbliche Macht ihnen gegenüber nicht nur verloren <pb xml:id="p091" ed="pga"/> habe, sondern dass sie ein Werkzeug ihres vom Geiste
                            <term type="Sachen" key="Gott, Geist Gottes">Gottes</term> gelenkten
                        Willens geworden sei. Wo das Reich <term type="Sachen" key="Reich Gottes">Gottes</term> ist, da verliert das Reich der Welt
                        seine Schrecken. Diese unbedingte innere <term type="Sachen" key="Jünger, Freiheit gegenüber den Gewalten der Welt">Freiheit</term> den Gewalten gegenüber war die unmittelbarste Folge
                        der Jüngerschaft Jesu, das selbstverständlichste und darum herrlichste
                        Erlebnis des neuen Wesens, in das sie versetzt waren. So empfanden die
                        ersten Christen, so hat es <persName ref="kbga-actors-313">Paulus</persName> an den ergreifendsten Stellen seiner Briefe
                        geschildert. «Ist Gott für uns, wer mag wider uns sein? … Ich bin
                        gewiss, dass weder Tod noch Leben, weder Engel noch Gewalten, weder
                        Gegenwärtiges noch Zukünftiges noch irgendwelche Mächte, weder Höhe noch
                        Tiefe noch irgend eine Kreatur uns zu scheiden vermag von der Liebe
                        Gottes, die da ist in Christo <pb ed="A" rend="hidden" n="6"/> Jesu, unserm
                        Herrn» 
                        (<ref type="can" subtype="bible" target="Röm.8.31 Röm.8.39">Röm. 8,31.38–39</ref>). Die
                        Form dieser neutestamentlichen Gedanken ist uns fremd geworden, sie
                        selber stehen für alle Zeiten im Mittelpunkt unsres christlichen <term type="Sachen" key="Christen, Denken und Wollen">Wollens</term> und
                        Denkens. <persName ref="kbga-actors-2019">Albrecht Dürer</persName> hat auf einem seiner berühmtesten Bilder einen
                        mittelalterlich gewappneten Reitersmann dargestellt, der, links und
                        rechts von <term type="Sachen" key="Tod">Tod</term> und <term type="Sachen" key="Teufel">Teufel</term> bedroht, ruhig und
                        furchtlos durch eine düstere Schlucht zieht.<note xml:id="n04">Den Kupferstich «Ritter, Tod und Teufel» schuf <persName ref="kbga-actors-2019">Dürer</persName> 1513; vgl.
                                 <bibl corresp="kbga-bibls-2515">H. Theissing</bibl>.</note> Man hat in dieser Gestalt
                        mit Recht ein Bild des wahren Christen gefunden. Sein Verhältnis zur
                        Welt und ihren Geistern beruht auf der Überzeugung, dass Gott sie <term type="Sachen" key="Welt, geschaffen von Gott">geschaffen</term> und
                            <term type="Sachen" key="Gott, Weltregiment">regiert</term>, dass
                        alle Dinge ihm zum Besten dienen müssen (<ref type="can" subtype="bible" target="Röm.8.28">Röm. 8,28</ref>); und in dieser Überzeugung ist der
                        Christenmensch bei aller Schwachheit ein Herr aller Dinge.<note xml:id="n05">Vgl. <bibl corresp="kbga-bibls-1302">
                                    <persName ref="kbga-actors-261">M. Luther</persName>, <hi rend="italic">Von der Freiheit eines
                                Christenmenschen</hi>, WA 7, 21,1–2</bibl>: «Eyn Christen
                            mensch ist eyn freyer herr über alle ding und niemandt
                            unterthan.»</note> Er empfängt daraus den <hi rend="italic">Trost</hi>, dass
                        es im weiten Umkreis der geschaffenen <pb ed="A" rend="hidden" n="7"/> Dinge,
                        in den gesegneten Erntezeiten des Reiches <term type="Sachen" key="Reich Gottes">Gottes</term> wie in den Zeiten scheinbar
                        geringer Dinge, in den frohen und trüben Erfahrungen seines persönlichen
                            <term type="Sachen" key="Leben, persönliches">Lebens</term>, nichts
                        geben kann, das Gottes <term type="Sachen" key="Wille Gottes, nichts ist dem W. G. entnommen">Willen</term>
                        entnommen ist, nichts, das dem Kommen des Reiches wirklichen Widerstand
                        leisten, nichts, das ihn selber in seinem auf Gott gerichteten <term type="Sachen" key="Leben, auf Gott gerichtetes">Leben</term> hindern
                        könnte. Die Gewissheit, dass Gott im <term type="Sachen" key="Gott, Weltregiment">Regimente</term> sitzt,<note xml:id="n06">Vgl. <bibl type="song" corresp="kbga-songs-50">Strophe 7 des Liedes «Befiehl du deine Wege» von 
                                <persName ref="kbga-actors-131">P. Gerhardt</persName> (RG
                            680; EG 361)</bibl>; s. oben, <ref type="pub" target="../volume/53/p025#fn-n7">S. 25, Anm. 7</ref>.</note> ist aber mehr als ein Trost. Sie
                        treibt den <pb xml:id="p092" ed="pga"/> Christen zur <hi rend="italic">Tat</hi>. Die
                            <term type="Sachen" key="Welt, ist Gottes">Welt</term>
                        <hi rend="italic">ist</hi> Gottes, und sie soll <term type="Sachen" key="Welt, soll Gottes werden">es</term>
                        <hi rend="italic">werden</hi>. Weil die Verhältnisse, in denen wir leben, die
                        Aufgaben, die jedem von uns gestellt sind, aus Gottes Hand kommen, so
                        können wir sie nicht anders verstehen denn als Mittel, um Gott immer
                        näher zu kommen. Auch das ehrliche <term type="Sachen" key="Arbeit">Arbeiten</term> und Streben der <term type="Sachen" key="Menschheit">Menschheit</term> erscheint uns dann in einem neuen
                        Licht. Wir erhalten sehende Augen für das Walten <term type="Sachen" key="Gott, Walten in der Geschichte">Gottes</term> in der
                        Geschichte, und wir können nicht anders, wir müssen uns als «Mit<pb ed="A" rend="hidden" n="8"/>arbeiter Gottes» fühlen, wie <persName ref="kbga-actors-313">Paulus</persName> es einmal genannt hat
                        (<ref type="can" subtype="bible" target="1.Kor.3.9">1.Kor. 3,9</ref>). Aus
                        einem Tränental verwandelt sich die <term type="Sachen" key="Welt">Welt</term> in ein Arbeitsfeld, das «weiß ist zur Ernte» 
                        (<ref type="can" subtype="bible" target="Joh.4.35">Joh. 4,35</ref>).</p>
                    <p> Gott der allein <term type="Sachen" key="Gott, der allein Wirkliche">Wirkliche</term> und <term type="Sachen" key="Gott, der allein Mächtige">Mächtige</term>, das ist in der Tat
                        «die christliche <term type="Sachen" key="Weltanschauung, christliche">Weltanschauung</term> in verkürzter Gestalt», wie einer der
                        hervorragendsten Theologen des 19. Jahrhunderts einmal gesagt hat.<note xml:id="n07">
                                <bibl corresp="kbga-bibls-1760">
                                    <persName ref="kbga-actors-339">A. Ritschl</persName>, <hi rend="italic">Unterricht in der
                                christlichen Religion</hi>, Bonn 1895<hi rend="sup">5</hi>,
                            S. 48 (§ 51)</bibl>: «Der Glaube an die väterliche Vorsehung Gottes ist die
                            christliche Weltanschauung in verkürzter Gestalt.»</note> Der Gott,
                        der uns in Jesus erschienen, hat uns die Geister <hi rend="italic">untertan</hi>
                        gemacht.</p>
                    </div>
                    <div>
                    <head>II</head>
                    <p rend="noindent">
                            <hi rend="italic">Darüber freuet euch nicht!</hi> So ernüchterte
                        Jesus die begeisterten <term type="Sachen" key="Jünger">Jünger</term>,
                        die ihm ihre Erfolge über die Geister der Welt rühmten. Warum diese
                        sonderbare Abweisung? Darüber kann kein Zweifel sein, dass auch ihm der
                        Sieg über die Geister nicht nur eine durchaus sichere Wirklichkeit war,
                        sondern das untrügliche <anchor type="note" xml:id="fn-b"/>und notwendige<note type="textcritical" n="b" xml:id="nb" target="fn-b"> Im Mskr. nachträglich mit Bleistift eingefügt.</note>
                         Kennzeichen der Gegenwart des <term type="Sachen" key="Reich Gottes, Kennzeichen seiner Gegenwart">Gottesreiches</term>. Als solches <pb ed="A" rend="hidden" n="9"/>
                        Kennzeichen hat er diesen Sieg den <term type="Sachen" key="Pharisäer">Pharisäern</term> entgegengehalten (<ref type="can" subtype="bible" target="Mt.12.28">Mt. 12,28</ref>), so lebte es fort in der Erinnerung
                        der Gemeinde. «Dazu ist erschienen der Sohn Gottes, dass er die Werke
                        des Teufels zerstöre» (<ref type="can" subtype="bible" target="1.Joh.3.8">1.Joh. 3,8</ref>). Und trotzdem: <hi rend="italic">Darüber freuet euch nicht, dass
                            euch die Geister untertan sind!?</hi> Wir können uns dies Wort nur
                        daraus erklären, dass Jesus sich der Tatsache gegenüber sah, dass viele,
                        vielleicht die Meisten seiner Anhänger geneigt waren, die Wirkungen und
                        Erfolge, die ihnen durch die Kraft des <term type="Sachen" key="Heiliger Geist">Geistes</term> beschieden waren, mit dem Reiche
                            <term type="Sachen" key="Reich Gottes">Gottes</term>
                        <pb xml:id="p093" ed="pga"/> selbst zu verwechseln. Das vierte Evangelium gibt
                        uns darüber verschiedene Andeutungen: «Es zog ihm viel Volks nach, darum
                        dass sie die Zeichen sahen, die er tat» (<ref type="can" subtype="bible" target="Joh.6.2">Joh. 6,2</ref>; vgl. <ref type="can" subtype="bible" target="Joh.2.23">2,23</ref>), und Jesus beklagt das: «Wenn ihr nicht
                        Zeichen und Wunder sehet, so glaubet ihr nicht» (<ref type="can" subtype="bible" target="Joh.4.48">Joh. 4,48</ref>). Auch die
                        stillschweigende Verachtung, mit der er später die Wundersucht des <persName ref="kbga-actors-4393">Herodes</persName> straft 
                        (<ref type="can" subtype="bible" target="Lk.23.8 Lk.23.9">Lc. 23,8–9</ref>),
                        ist bezeichnend für seine Stimmung dieser Art von «Glauben» gegenüber.
                        Wir stehen hier vor einer Tatsache, die höchst bedeutsam ist für das
                        christliche <pb ed="A" rend="hidden" n="10"/>
                        <term type="Sachen" key="Leben, christliches">Leben</term> bis in unsre
                        Tage hinein. Die Zeiten sind bald gekommen, und sie sind noch nicht
                        vorbei, da man das Für-Wahr-Halten von Berichten über die wunderbaren
                        Taten <term type="Sachen" key="Glaube, und Wunder Jesu">Jesu</term> und
                        seiner <term type="Sachen" key="Jünger">Jünger</term> zur Bedingung
                        machte für den Christenstand. Jesu eigene Haltung sondert sich scharf ab
                        von solchem Tun. Im <term type="Sachen" key="Glaube, Wunder der Überwindung der Welt">Glauben</term> ist das
                        Wunder der Überwindung der Welt und ihrer Mächte vollzogen, von seinen
                        Jüngern hat er als Bewährung dieses Glaubens gefordert, dass sie selbst
                        Wunder erleben und tun sollten 
                        (<ref type="can" subtype="bible" target="Mt.17.20">Mt. 17,20</ref>; vgl. <ref type="can" subtype="bible" target="Mt.21.21">21,21</ref>), aber bestimmt und klar weist er die
                        Meinung zurück, als könne die äußere Überwindung der Welt, in der sich
                        das Leben des Jüngers kundtut, oder gar das Für-Wahr-Halten einzelner
                        solcher Ereignisse zu diesem neuen <term type="Sachen" key="Leben, neues">Leben</term> selbst führen. «Selig sind, die
                        nicht sehen und doch glauben» 
                        (<ref type="can" subtype="bible" target="Joh.20.29">Joh. 20,29</ref>). – |</p>
                    <p>«Freuet euch nicht darüber!» Setzt euer <term type="Sachen" key="Glaube, und Wunder Jesu">Vertrauen</term> nicht auf diese
                        Machtbezeugungen, auf diese äußern Anzeichen des <term type="Sachen" key="Reich Gottes, Wunder als äußere Anzeichen">Reiches</term>.
                        Jesus verweist seine Jünger von der wichtigen <hi rend="italic">Folge</hi> auf die
                        unendlich wichtigere <hi rend="italic">Ursache</hi>, die allein Grund ihrer <pb ed="A" rend="hidden" n="11"/> Freude, ihres Vertrauens sein kann. Und als
                        die Ursache in diesem Sinn, als den wahren Gegenstand ihrer Freude zeigt
                        er ihnen die Tatsache, <hi rend="italic">dass ihre Namen aufgeschrieben sind im
                            Himmel</hi>. Nach der Anschauung des <term type="Sachen" key="Juden / Judentum, Gottes «Buchführung»">Judentums</term> führt
                        Gott im Himmel Buch über die Angenommenen und die Verworfenen. Als
                        Jünger Jesu stehen ihre Namen unter den Angenommenen, den Erwählten
                        Gottes, im Buche des <term type="Sachen" key="Buch des Lebens">Lebens</term>. Eben über <hi rend="italic">diese</hi>
                        <term type="Sachen" key="Heilsgewissheit">Gewissheit</term> sollen sie
                        sich freuen. Höher als die Machtwirkungen des <term type="Sachen" key="Reich Gottes, Machtwirkung">Gottesreiches</term> steht die
                        Tatsache, dass jeder Einzelne von ihnen ein <hi rend="italic">Glied dieses</hi>
                        Reiches ist, von dem sich nicht sagen lässt: siehe hier, siehe da ist
                        es, weil es inwendig in denen ist, die Gott lieb hat 
                        (<ref type="can" subtype="bible" target="Lk.17.21">Lc. 17,21</ref>).</p>
                    <p>Wir haben uns vorhin an der ruhigen Gewissheit und an dem zielbewussten
                        Arbeitstrieb gefreut, den unser <term type="Sachen" key="Glaube">Glaube</term> uns mitgibt auf unsern Weg durch die <term type="Sachen" key="Welt">Welt</term>. Aber auch uns stellt Jesus
                        sein <hi rend="italic">Freuet euch <pb xml:id="p094" ed="pga"/> nicht darüber!</hi>
                        entgegen. Wir haben gesehen, dass eine bestimmte <term type="Sachen" key="Weltanschauung, christliche">Weltanschauung</term>, die nach
                        ihrem Inhalt Weltbeherrschung ist, aus dem Glauben hervorgeht und
                        hervorgehen muss, wenn er Glaube ist: die Welt, die Verhältnisse, <pb ed="A" rend="hidden" n="12"/> meine besondere Stellung <hi rend="italic">sind</hi>
                        aus Gottes <term type="Sachen" key="Welt, geschaffen von Gott">Hand</term> so, wie sie sind, und sollen immer mehr Gott gemäß
                            <hi rend="italic">werden</hi>. Diese Gedanken und die aus ihnen folgende
                        Richtung des Wollens sind unentbehrlich für unser <term type="Sachen" key="Leben, christliches">Christenleben</term>, aber unser Textwort
                        weist uns darauf hin, dass sie uns nicht aus einem Mittel zum Zweck,
                        dass sie uns nicht<note type="textcritical" n="c" xml:id="nc"> Im Mskr. nachträglich mit Bleistift eingefügt.</note>
                         zum Gegenstand unsrer höchsten Freude, unsres Vertrauens, dass
                        sie uns nicht zum eigentlichen Inhalt der <term type="Sachen" key="Religion, und Arbeit in der Welt">Religion</term> werden
                        dürfen. Wir Christen der heutigen Zeit haben es vielleicht besonders
                        nötig, uns das sagen zu lassen. Wir sind auf allen Gebieten bemüht,
                            <hi rend="italic">die</hi>
                        <term type="Sachen" key="Wahrheit">Wahrheit</term> auf den Leuchter zu
                        stellen [vgl. <ref type="can" subtype="bible" target="Mt.5.16">Mt. 5,16</ref>],
                        dass das Reich <term type="Sachen" key="Reich Gottes">Gottes</term>
                        nicht in Worten steht, sondern in Kraft (<ref type="can" subtype="bible" target="1.Kor.4.20">1.Kor. 4,20</ref>), und wir können
                        das nicht genug tun. Die Stellung der besten <term type="Sachen" key="Christen, und Nöte des Lebens">Christen</term> zu den Nöten und
                        Aufgaben des praktischen Lebens ist eine andere geworden, als es noch
                        vor 50 Jahren der Fall war, weil sie erkannt haben, dass ohne das der
                        Glaube in Gefahr ist, ein dummes Salz zu werden [vgl. <ref type="can" subtype="bible" target="Mt.5.13">Mt. 5,13</ref>]. Aber es sind
                        doch Anzeichen vorhanden, dass gerade aus solchem echt christlichen
                        Denken und <term type="Sachen" key="Christen, Denken und Wollen">Wollen</term> heraus eine neue Gefahr erwachsen kann, und sie
                        besteht <pb ed="A" rend="hidden" n="13"/> darin, dass wir gar zu gern unsre
                        Arbeit für das Reich <term type="Sachen" key="Reich-Gottes-Arbeit, ist nicht das Reich Gottes">Gottes</term>
                        als das Reich Gottes selbst ansehen. Und damit verliert unser Tun die
                        Richtung, die ihm von seiner Entstehung aus dem Glauben anhaftet, und
                        verkehrt sich in einen gefährlichen Feind der <term type="Sachen" key="Religion, und Arbeit in der Welt">Religion</term>. Ich brauche
                        keine Namen zu nennen, wenn ich an die Beobachtung erinnere, dass gerade
                        stark religiöse <term type="Sachen" key="Persönlichkeit, religiöse">Persönlichkeiten</term> leicht dieser Gefahr unterliegen. Irgend
                        eine bestimmte Arbeit im Dienste Gottes, eine bestimmte Art zu denken
                        oder eine bestimmte Bewegung der Menschheit wird ihnen zum Ausdruck der
                        Religion schlechthin. Für ihr persönliches Leben mag das ohne Schaden
                        geschehen, aber sobald die Anhängerschaft da ist, die sich bereits
                        bemühen muss, mit andern Augen ins Leben zu sehen als ihren eigenen,
                        dann entsteht aus der Kraft Gottes die <term type="Sachen" key="Sekten">Sekte</term>, der Geist wird zur Geistlosigkeit, das Wort zur
                        Phrase, das gottgewollte Tun zur <term type="Sachen" key="Gesetzlichkeit">Gesetzlichkeit</term>. Vor diesen Folgen, wie
                        sie in der Entwicklung der römisch-ka<pb xml:id="p095" ed="pga" break="no"/>tholischen
                            <term type="Sachen" key="Kirche, römisch-katholische">Kirche</term>
                        in <pb ed="A" rend="hidden" n="14"/> erschreckender Weise zu Tage getreten
                        sind, hat uns Jesus bewahren wollen, wenn er uns von dem, was Gott durch
                        uns wirkt, immer wieder zurückweist auf Gott selber. «Trachtet am ersten
                        nach dem Reiche Gottes und nach seiner Gerechtigkeit» (<ref type="can" subtype="bible" target="Mt.6.33">Mt. 6,33</ref>). Das Erste und darum
                        auch das Letzte für den <term type="Sachen" key="Christen, lebendiges Verhältnis zu Gott">Christen</term> ist
                        immer das lebendige Verhältnis zu <hi rend="italic">Gott</hi> selbst, das auf der
                        Gewissheit beruht, dass Gott seinen Namen kennt, dass dieser Name im
                        Buch des <term type="Sachen" key="Buch des Lebens">Lebens</term> steht,
                        d. h. dass Gottes <term type="Sachen" key="Gott, Liebe">Liebe</term>
                        gerade auf ihn gerichtet ist. Von da aus erst ist jenes Verhältnis zur
                            <term type="Sachen" key="Glaube, und Welt">
                                <hi rend="italic">Welt</hi></term>,
                        das unser Text als ein Herrschen über die Geister beschreibt, möglich,
                        ja</p>
                
                        <q rend="block">
                            <lg>
                                <l>allein von deinem Brennen</l>
                                <l>Nehme unser Licht den Schein.</l>
                                <l>Also wird die Welt erkennen,</l>
                                <l>Dass wir deine Jünger sein.<note xml:id="n08">Es
                                        handelt sich um die letzten Zeilen der <bibl type="song" corresp="kbga-songs-21">siebten und
                                        letzten Strophe des Liedes «Herz und Herz vereint
                                        zusammen» von <persName ref="kbga-actors-441">N. L. Graf von Zinzendorf</persName> (RG 793; EG 251)</bibl>.</note>
                                </l>
                            </lg>
                        </q>
             
                    <p rend="noindent">Jenes Herrschen taugt nichts, ja es schlägt um in sein
                        Gegenteil, sobald es von seinem Ursprung, der zugleich sein Ziel ist,
                            <pb ed="A" rend="hidden" n="15"/> getrennt wird. Aus alter Zeit tönt es
                        in ewiger <term type="Sachen" key="Wahrheit">Wahrheit</term> zu uns
                        herüber:</p>
                    <p>«Wenn ich mit Menschen- und Engelzungen redete und hätte der Liebe nicht,
                        so wäre ich ein tönend Erz oder eine klingende Schelle.</p>
                    <p>Und wenn ich weissagen könnte und wüsste alle Geheimnisse und alle
                        Erkenntnisse und hätte allen Glauben, also dass ich Berge versetzte, und
                        hätte der Liebe nicht, so wäre ich nichts. Und wenn ich alle meine Habe
                        den Armen gäbe und ließe meinen Leib brennen und hätte der Liebe nicht,
                        so wär’s mir nichts nütze!» 
                        (<ref type="can" subtype="bible" target="1.Kor.13.1 1.Kor.13.3">1.Kor. 13,1–3</ref>)</p>
                    <p>
                            <hi rend="italic">Freuet euch, dass eure Namen aufgeschrieben sind im Himmel!</hi>
                        Hier sind die starken Wurzeln unsrer Kraft. Hier ist die Quelle, von der
                        aus die Felder unsrer Arbeit befruchtet sein müssen, damit sie nicht
                        verdorren sollen, wenn die Sonne von <term type="Sachen" key="Not">Not</term> und Unglück sticht, wenn der verderbliche Wind unsrer
                        eigenen <term type="Sachen" key="Sünde">Sünde</term> und Schwachheit <pb ed="A" rend="hidden" n="16"/> darüber geht.</p>
                    <p> Die Väter unsrer reformierten <term type="Sachen" key="Kirche, reformierte">Kirchen</term>, <persName ref="kbga-actors-77">
                                <hi rend="italic">Calvin</hi></persName> und <persName ref="kbga-actors-443">
                                <hi rend="italic">Zwingli</hi></persName>,
                        haben aus dem starken Glauben an Gottes vor der Welt geschehene Wahl der
                            <pb xml:id="p096" ed="pga"/>
                        <term type="Sachen" key="Gottes Gnadenwahl">Gnade</term> die Kraft und
                        den Mut geschöpft, ihr Werk zu tun,<note xml:id="n09">Vgl.
                            <bibl corresp="kbga-bibls-16">Inst. III,21</bibl>; <bibl corresp="kbga-bibls-2439">
                                    <persName ref="kbga-actors-443">H. Zwingli</persName>, <hi rend="italic">Ad illustrissimum Cattorum principem
                                Philippum sermonis de providentia dei anamnema</hi>. 20. Aug.
                            1530 (ders., Sämtliche Werke, Bd. 6/3 [CR 93/3], Zürich 1983)</bibl>.
                            – Zur Ähnlichkeit der Prädestinationslehren Zwinglis und
                            Calvins vgl. <bibl corresp="kbga-bibls-204">
                                    <persName ref="kbga-actors-34">F. Chr. Baur</persName>,
                                <hi rend="italic">Kirchengeschiche der neueren Zeit, von der Reformation bis
                                zum Ende des 18. Jahrhunderts</hi> (ders., <hi rend="italic">Geschichte
                                der christlichen Kirche</hi>, Bd. 4), Tübingen 1863, S. 405</bibl>:
                            «Es ist in der That bemerkenswerth, wie sich den Reformatoren im
                            frischen Bewusstsein ihres reformatorischen oder protestantischen
                            Standpunkts dieselbe Ansicht von dem Verhältniss des Menschen zu
                            Gott oder des Endlichen zum Absoluten aufdrang, welche Calvin sodann
                            nur bis zu ihrer Spitze vollendete. Auch <persName ref="kbga-actors-443">Zwingli</persName> hatte schon dieselbe
                            Ansicht von einer absoluten Prädestination, wie <persName ref="kbga-actors-77">Calvin</persName>, auch er
                            liess schon den Sündenfall prädestinirt sein.»</note> und die
                        Geister waren ihnen untertan. Wenn wir heute, jeder an seinem Ort, in
                        unsrer besondern Weise vor die Aufgabe gestellt sind, Gottes <term type="Sachen" key="Wille Gottes">Willen</term> in der Welt zu
                        vollbringen, so wollen wir uns in ihrem Geiste Zuversicht und Klarheit
                        schenken lassen im verborgenen <term type="Sachen" key="Leben, verborgenes L. mit Gott">Leben</term> mit Gott, das wie
                        der Anfang so auch das Ziel unsrer <term type="Sachen" key="Hoffnung">Hoffnung</term> ist.</p>
                    <p> Dem <term type="Sachen" key="Jünger">Jünger</term> Jesu sind die Geister
                        der Welt untertan! Alles ist euer! (<ref type="can" subtype="bible" target="1.Kor.3.21">1.Kor. 3,21</ref>). – Aber das ist das ewige
                            <term type="Sachen" key="Ewiges Leben">Leben</term>, dass sie dich,
                        der du allein wahrer Gott bist, und den du gesandt hast, Jesum Christ,
                        erkennen! (<ref type="can" subtype="bible" target="Joh.17.3">Joh. 17,3</ref>).</p>
                    </div>  
                </div>
                <div type="closer">
                            <salute>Amen!</salute>
                </div>
                
            </div>
        </body>
    </text>
</TEI>
