Predigt Nr. 9 · 30. August 1908

Predigt: Psalm 84,2-5

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Psalm 84,2–5
Wie lieblich sind deine Wohnungen, Herr der Heerscharen. Meine Seele sehnte sich und schmachtete nach den Vorhöfen des Herrn, mein Herz und mein Leib freuen sich in dem lebendigen Gott. Denn der Vogel hat ein Haus gefunden, und die Schwalbe hat ein Nest, darein sie ihre Jungen gelegt hat; deine Altäre, Herr der Heerscharen, mein König und mein Gott. Wohl denen, die in deinem Hause wohnen, die loben dich immerdar.
Liebe Freunde!

Die Meisten von euch sind wohl davon unterrichtet, dass nach Beschluss des bernischen Synodalrats die diesjährige Bettagskollekte unsres Kantons dem Bau einer Kapelle in unserm Nachbardorf Miécourt zugutekommen soll.2 Ich habe gehört, dass dieser Bau damit gesichert ist und in nächster Zeit in Angriff genommen werden soll, und ich denke, diese Erfüllung eines langjährigen Wunsches wird jeden Protestanten dieser großen Gemeinde mit Freude und Genugtuung erfüllen. Es ist doch für den Pfarrer wie für die Gemeinde eine ganz andere Sache, sich in einem schmucken und geräumigen Kirchlein zusammenzufinden als in einer alten engen Schulstube. Und an einem solchen sichtbaren Zeichen stärkt sich das Gefühl der Zusammengehörigkeit aufs Neue, wie es gerade für eine Gemeinde, deren Glieder unter Andersgläubigen zerstreut leben,3 so dringend nötig ist. Denn es deutet hin auf die große Einheit aller derer, die Gott auf allerlei Weise berufen hat durch das Evangelium vom Herrn Jesus. Ein |73 Zeichen der Gemeinschaft in diesem Evangelium ist uns jede neue Kirche, und darum freuen wir uns darüber.

Von der Freude an der Kirche wollen wir heute zusammen sprechen.

I

Das Psalmwort, das wir verlesen haben, führt uns im Geiste zurück ins alte Israel, und zwar zu der Zeit, als es aus der Verbannung ins Land der zwei Ströme auf Erlaubnis des Perserkönigs4 wieder zurückgekehrt war ins heilige Land Kanaan, in dem sich einst Gott den Vätern offenbart hatte. Es war eine Zeit der geringen Dinge, viele hundert Jahre lang, denn die Macht und der Glanz des davidischen Königreiches, von dem man in den alten Schriften las, wollte nicht wiederkehren. Die fremden Herrscher kamen und gingen, aber dem Volk der Erwählung gelang es nie dauernd, die alte Freiheit und Bedeutung wieder zu erlangen. Auf den kommenden Messias setzten sie nun ihre ganze Hoffnung, er sollte den Thron Davids wiederherstellen, die zwölf Stämme Israels vereinigen und an ihrer Spitze das Gottesreich aufrichten. Aber der Messias blieb aus, die Hoffnung wurde von Jahrzehnt zu Jahrzehnt getäuscht, und obwohl ohne Hoffnung wurde diese Hoffnung weitergeschleppt. Es ist eines der größten Wunder der Weltgeschichte, dass Israels Religion damals nicht untergegangen ist wie so viele andre auch. An einem lichten Punkt richtete sich diese Religion immer wieder auf, es gab einen Ort, wo der fromme Israelit Gott gegenwärtig wusste, wo seine Gedanken hinflüchteten aus der Bedrängnis der Zeit heraus: der Tempel auf dem Berg Zion in Jerusalem. Es fällt uns heutzutage schwer, uns hineinzudenken in die Gefühle, die Israel für seinen Tempel hegte. Aber erwägen wir: der Verkehr des Menschen mit seinem Gott vollzog sich in Israel wie bei den andern Völkern des Altertums vor Allem im Opfer, und gerade das Opfer konnte – in einem Lande, größer als die ganze Schweiz! – nur an einem Ort dargebracht werden, eben im Tempel. Hier wohnten die Priester, die diesen Verkehr vermittelten, hier fühlte sich das Volk an den großen Festtagen wieder als ein Ganzes. |74 Und zu alledem kamen endlich die alten Überlieferungen, aus denen der Gläubige vernahm, wie Gott gerade diese Stätte als seine Wohnung bezeichnet. Die Lade des Bundes, die die Väter einst aus der Wüste mitgebracht, war freilich längst verschwunden, untergegangen in den Wirren der Chaldäerkriege, aber das Bewusstsein lebte fort in der Gemeinde: Gott selber thront im Allerheiligsten, unsichtbar und doch wirklich. Die äußere Not und Bedrängnis des Judenvolkes jener Zeit und dieser köstliche Besitz, den ihm die Religion bot, müssen wir nebeneinanderhalten, wenn wir die Stimmung verstehen wollen, aus der heraus unser Psalm wie so mancher andre geboren ist. |

Im schweren Leben des Alltags, das mit den Ansprüchen und Erwartungen des Gottesvolkes so gar nichts gemein hatte, erhob der fromme Israelit seine Gedanken, sein ganzes Inwendiges zum Tempel. Denn der dort wohnte, das war ja der Herr der Heerscharen, von dort musste die Hilfe kommen. So groß die Bedrängnis sein mochte, er war Herr auch über die Bedränger. Und zur Festzeit zog dann der Hausvater mit den Seinen hinauf nach Jerusalem, anzubeten und Opfer zu bringen, und je näher sie der heiligen Stadt kamen, umso mehr schwoll ihnen das Herz von Wehmut und Freude. Und nun werden die Türme und Mauern des Zionsberges sichtbar: Wie lieblich sind deine Wohnungen, Herr der Heerscharen! Meine Seele sehnte sich und schmachtete nach den Vorhöfen des Herrn – nun ist das Ziel der Sehnsucht erreicht und – mein Herz und mein Leib freuen sich in dem lebendigen Gott. Und wenn sie dann den Tempel selber betraten, wenn die feierlichen Opfer begannen, wenn das Volk von nah und fern dichtgedrängt dem Gesang der Priester und den Klängen der Tempelmusik lauschte,a dann mag es wohl den Pilgern so zumute gewesen sein, wie es unser Psalm beschreibt: Der Vogel hat ein Haus gefunden und die Schwalbe ein Nest, deine Altäre, Herr der Heerscharen! Hier war der Ort, wo sich der Israelit zu Hause fühlte, und nicht ohne Neid sah er auf diejenigen, von denen dies wirklich galt, auf die Priester und Leviten: Wohl denen, die in deinem Hause wohnen, die loben dich immerdar. – |

75 Seht, meine Freunde, wenn wir die Bibel lesen, so wollen wir doch lernen, ein Auge zu haben für die Eigenart des Lebens und Wesens jener Menschen der alten Zeit, das von dem unsern so verschieden ist. Die Eigenart, das Besondere, muss uns zum Bewusstsein kommen, wenn wir uns an dem aufrichten wollen, was uns mit ihnen verbindet. Und das Besondere, das wir bei unserm Textwort ins Auge fassen müssen, ist der Gedanke, dass Gott an einer bestimmten Stätte wohnt und angebetet wird. Was das sagen will, könnt ihr euch vielleicht am besten vergegenwärtigen, wenn ihr an die Bedeutung des Gotteshauses im religiösen Leben unsrer katholischen Mit-Christen denkt. Nach ihrer Anschauung sind ja ihre Kirchen im eigentlichen Sinne Wohnungen Gottes, denn sie bewahren auf dem Altar die in des Herrn Leib gewandelten Hostien. So ist die Kirche der Ort der Anbetung wie keine andre Stätte. Wir empfinden und beurteilen das nicht so. Als die Juden und die Samariter sich stritten, ob der Zionsberg oder der Garizim der würdigere Ort zur Anbetung sei,5 da war es Jesu Verheißung: «Es kommt die Zeit, dass ihr weder auf diesem Berg noch zu Jerusalem werdet den Vater anbeten – es kommt die Zeit und ist schon da, da die wahrhaftigen Anbeter werden den Vater anbeten im Geist und in der Wahrheit, denn der Vater will haben, die ihn also anbeten» [Joh. 4,21.23]. Damit ist dem Tempelgottesdienst des alten Israel etwas fundamental Neues gegenübergestellt: die Würde und Weihe der Anbetung hängt nicht an ihrem Ort, sondern am Anbeter. «Wo zwei oder drei unter euch versammelt sind in meinem Namen, da bin ich mitten unter ihnen» [Mt. 18,20]. Wo ein Mensch im Namen Jesu, im Geist und in der Wahrheit Gott anruft und vor seinem Angesicht wandelt, da ist Gottes Wohnung. «Gottes Haus ist, wo Gottes Wort gehet und sonst nirgends», sagt Luther.6 Das ist etwas grundsätzlich Anderes als |76 die altisraelitische und katholische Auffassung. Wer wollte behaupten, dass jene Auffassung den Gottesdienst im Geist und in der Wahrheit ausschließt; gerade in der katholischen Kirche gab und gibt es ja viele aufrichtig fromme Christen, die wir uns nur zum Vorbild nehmen können, aber wer sich – und das sollte ja der heilige Besitz von uns Evangelischen sein – einmal durchgerungen zu der Überzeugung, dass Gott Geist ist und nur im Geist angebetet werden kann [vgl. Joh. 4,24], dem würde eine Rückkehr zur jüdisch-katholischen Auffassung von Tempel und Kirche wie ein Abfall erscheinen. Wir können nicht mehr zurück zu der Stimmung des Psalmisten, Gott hat keine irdische, sichtbare Wohnung, und wäre es der prächtigste Dom. «Der Tempel Gottes, der seid ihr!» [1.Kor. 3,17] Das steht zugleich mahnend und tröstend vor unsern Augen.

II

Wie nun? Und doch bauen wir Kirchen? Und doch freuen wir uns unsrer Kirchen? Und doch empfinden wir am Sonntagmorgen, wenn die Glocken ertönen, etwas davon: «Wie lieblich sind deine Wohnungen!» Und mehr als sonst drängt es sich auf unsre Lippen: mein Herz freuet sich in dem lebendigen Gott? Ist das Alles nicht eine Verleugnung unsrer christlichen Erkenntnis, dass es keine besondern Stätten der Andacht gibt, sondern dass wir, wo wir sind, vor Gott stehen? Wenn wir diese Fragen beantworten wollen, so müssen wir uns recht klar machen, was für uns die Kirche eigentlich bedeutet. Wir haben am Anfang jedes Kirchengebäude ein sichtbares Zeichen der Gemeinschaft derer genannt, die an das Evangelium glauben.b Vom Zeichen müssen wir also zurückgehen auf das, was das Zeichen bedeutet, vom Kirchengebäude auf das, worauf es uns hinweist, nämlich auf die Ge|77meinschaft der Bekenner des Glaubens. Und dann können wir die Frage so stellen: Warum haben auch wir eine solche Gemeinschaft nötig, und warum freuen wir uns derselben? Warum sind wir, trotzdem wir wissen, dass Anbetung Gottes nur möglich ist im Geist, von Person zu Person, hier als Kirche, als Gemeinde versammelt? Was besteht für ein Zusammenhang zwischen unserm eigenen, persönlichen Verhältnis zu Gott und dem, was wir hier in derKirche beten, singen und reden? Nun seht, dieser Zusammenhang ist sehr einfach und keineswegs zufällig, sondern tief im Wesen unsres Glaubens begründet. Die Gemeinschaft der Christen war von dem Augenblick an da, da Jesus die ersten Jünger zu sich rief und sich ihnen kundgab als der Helfer aus der Sünde, als der Bringer des wahren Gottesreiches; diese Jünger riefen wieder Andre zum Herrn, und in diesem großen Zusammenhang stehen auch wir Alle in irgend einer Weise. Die Bekanntschaft mit Jesus, die Gelegenheit, seine frohe Botschaft zu ergreifen, verdanken wir nicht uns selbst, sondern der Barmherzigkeit Gottes, die uns durch den Mund der christlichen Gemeinde diese Botschaft vermittelt. Auch die äußern Urkunden dieser Botschaft im Neuen Testament wären uns ja verloren gegangen, wenn nicht die Gemeinde ein Interesse daran gehabt hätte, sie aufzuzeichnen und zu sammeln. Jeder Einzelne von uns, ohne Ausnahme, verdankt das Gut seines Glaubens zunächst der Gemeinschaft der andern Christen, soweit diese Gemeinschaft persönliches Leben, göttlichen Geist atmete. |

Und nun das Andere, Wichtigere: Der so entstandene Glaube drängt uns seinem innern Wesen [nach] immer wieder dazu, mit Andern in Verbindung zu treten, die auch von sich sagen können, dass Jesus sie zu Gott geführt hat. Dieser Glaube ist freilich ein Verhältnis zwischenGott und Seele, zwischen der Seele und Gott7 und nichts |78 Anderes, aber sobald wir nach dem Inhalt dieses Verhältnisses fragen, so entdecken wir, dass es seine Natur ist, die Andern, die Brüder mit einzubeziehen in diesen Bund. «Reich Gottes», das war der Ausdruck, mit dem Jesus selbst die neue Frömmigkeit bezeichnete, die er brachte. Wirklicher Glaube ist nicht denkbar ohne den Drang nach Mitteilung, nach Berührung mit Andern, er muss sich fortpflanzen wie der Windstoß sich als Welle der Oberfläche des Seespiegels mitteilt. Aus der Entstehung des Glaubens wie aus dem Trieb des entstandenen Glaubens ergibt sich das, was wir die Gemeinde oder Kirche nennen, und als ein Teil dieser Gemeinde Christi fühlen wir uns, wenn wir nicht nur aus Macht der Gewohnheit, sondern in ernstem Verlangen nach Gott des Sonntags die Kirche aufsuchen.

Und nun wenden wir uns wieder zurück zu unserm Psalmwort. Es ist ein Ausdruck der frommen Freude am Hause des Herrn. Wir haben gesehen, dass unsre Voraussetzungen andre geworden sind, und wir wollen es nicht rückgängig machen: Gott wohnt nicht gleich uns in Häusern, die von Händen gemacht sind [vgl. 1.Kön. 8,27]. Und doch können wir mit dem Psalmsänger empfinden, seine Freude kann die unsrige werden, wenn wir seine Worte mit den Augen lesen, die uns durch das Evangelium Jesu geöffnet sind: «Wie lieblich sind deine Wohnungen, Herr der Heerscharen», deine Wohnungen, die nicht aus Stein und Holz, sondern aus dem Glauben und Hoffen, aus dem ernsten Wollen, aus dem demütig-freudigen Vollbringen des göttlichen Willens, aus der Liebe, die sich von der Person Jesu aus wie ein Strom durch die Menschheit ergießt, aufgebaut sind! «Meine Seele sehnte sich und schmachtete nach den Vorhöfen des Herrn». Hast du es schon gefühlt, was es heißen will, innerlich einsam sein? Siehe, die Berührung mit dem Leben gotterweckter Menschen, wie sie dir in dem weiten und mannigfaltigen Kreis der Gemeinde, die sich nach Christus nennt, entgegentritt, sie führt dich aus den Vorhöfen ins Heiligtum. Ich lebe, und ihr sollt auch leben! [Joh. 14,19] «Der Vogel hat ein Haus gefunden und die Schwalbe ein Nest, deine Altäre, Herr der Heerscharen.» Diese frohe Gewissheit des Geborgenseins in der Hand des Allmächtigen kannst auch du erleben. Wenn alle Altäre gefallen sind, der lebendige Gott geht in Jesus Christus durch die Geschichte der Welt und deines Lebens, der Zugang ist offen für Jeden, der guten Willens ist.

79 «Mein König und mein Gott!» Seht, liebe Freunde, wer im Aufblick zu Jesus, der ihm geholfen, und wäre er noch so schwach und unvollkommen, aufrichtig sagen darf: «mein König und mein Gott», der kennt und erlebt dieses Gottes Gegenwart in einer Weise, wie es der Psalmsänger noch gar nicht geahnt hat. Es ist unser großes Vorrecht, dass uns das Evangelium von den Altären weg zu Gott selbst geführt hat. Aber dieses Vorrecht enthält eine große Pflicht, und wir wollen nicht von unserm Gegenstand Abschied nehmen, bevor wir uns diese Pflicht vor Augen gehalten! Ohne unser Verdienst ist das Reich Gottes durch die Vermittlung der Menschen zu jedem von uns gekommen. Wohlan, wenn wir Glieder dieses Reiches sein wollen, hier sind die Menschen, und an unsrer Stellung zu ihnen wird es sich zeigen, ob wir solche Glieder in Wirklichkeit sind c-oder nur in unsrer frommen Einbildung-c. Die Wohnungen des Herrn sind da, wo die Menschen einander lieb haben. Wenn wir Kirchen bauen und Gottesdienste besuchen, so wollen wir uns doch klar sein darüber, dass das Alles in letzter Linie nur Mittel sein sollen, um diese Liebe stark zu machen.

Gott will einziehen in unser aller Herzen, wir wollen ihm stille halten, dann wird es auch für uns aus einer vorübergehenden Sonntagsfreude zur bleibenden Lebenserfahrung werden, dass seine Wohnungen lieblich sind.

Amen!
Lieder:
  • Nr. 184: «Treuer Heiland, wir sind hier» von Chr. H. Zeller, Strophen 1.2.4 (RG 165 [dort: «Liebster Jesu…»]). 🎵
  • Nr. 168: «O dass doch bald dein Feuer brennte» von G. Fr. Fickert, Strophen 1.2.7 (RG 816; EG 255). 🎵

Gebete: I und VIII.

Textkritische Fußnoten

a
Im Mskr. folgte ursprünglich: «wie das uns im Chronikbuch berichtet ist» (nachträglich mit blauem Stift durchgestrichen).↩
b
Im Mskr. folgte ursprünglich: «Diese Gemeinschaft nennt man bekanntlich die Kirche im weiteren Sinne.» (nachträglich mit blauem Stift durchgestrichen).↩
c-c
Im Mskr. am Rand nachgetragen.↩

Sachfußnoten

1
Siehe oben, S. 65, Anm. 1.↩
2
Vgl. H. T[ürler], Berner Chronik vom 1. November 1907 bis 31. Oktober 1908, in: Neues Berner Taschenbuch 14 (1908), S. 293–332, dort S. 327 (Eintrag zum Bettag = 20.9.) 📖: «Die Bettagskollekte kommt dem Kapellenbau zu ­Miécourt zu.»↩
3
Die Bevölkerung Miécourts war weit überwiegend katholisch; vgl. oben, S. 65, Anm. 1.↩
4
Kyros II. (ca. 585–530 v. Chr.), seit ca. 559 Herrscher in Persien.↩
5
Die Samaritaner bilden eine sich auf den Pentateuch berufende Religionsgemeinschaft, die sich dadurch von den Juden abgrenzt, dass einerseits die Prophetenbücher und die weiteren späten Bücher der jüdischen Bibel für sie nicht verbindlich sind und andererseits als Heiliger Berg nicht der Zion, sondern der Berg Garizim bei Nablus/Sichem gilt (vgl. Joh. 4,20; vgl. auch Predigten 1911, S. 339f.).↩
6
Vgl. M. Luther, Predigt über Lukas 19,41–49 (1525), WA 17/I, 397,18–24 📖: «Wo Gottis wort gepredigt wirt, do ist sein recht hus, wo das wort gehet, da wonet gewysszlich Got mit seinen gnaden […]. Herwiderumb, wo das wort nicht ist, da ist der teufel gar miteynander.» – Vgl. auch ders., Über das erste Buch Mose. Predigten (1527), WA 24, 497,36–498,11 📖: «[…] wo man hyn kömpt, da Gott regiret und schaffet durch sein wort, da ist sein haus, das du sagen magst: Hie ist eigentlich Gottes wonung […]."↩
7
Vgl. A. von Harnack, Das Wesen des Christentums, hrsg. und kommentiert von Tr. Rendtorff, Gütersloh 1999, S. 75 (= Ausgabe Leipzig 1929, S. 22) 📖: «[…] das Lebensbild und die Reden Jesu zeigen kein Verhältnis zum Griechentum. […] Freilich, wenn der religiöse Individualismus, Gott und die Seele, die Seele und Gott, wenn der Subjektivismus, wenn die volle Selbstverantwortlichkeit des einzelnen, wenn die Loslösung des Religiösen vom Politischen – wenn das alles nur griechisch ist, dann steht auch Jesus in dem Zusammenhang der griechischen Entwicklung, dann hat auch er reine griechische Luft geatmet und aus den Quellen der Griechen getrunken.»↩