Matthäus 18,10-14
1.
Wo ist Gott in der Menschenwelt? Das ist die große, brennende
Frage unserer Zeit, die wie ein Erdbeben durch alle Herzen hindurchgeht, auch dort, wo
man sie nicht eben in diese Worte kleidet. Gott ist die Wahrheit,
aber wo ist die Wahrheit in all dem, was heute gedacht und gesagt und geschrieben wird?
Gott ist der Sinn des Lebens, das Leben im Leben, aber wo ist der
Sinn unseres Lebens, das Leben in unserem Leben? Gott ist Gerechtigkeit, aber welche von all den Ordnungen und Verhältnissen, die heute
z. T. vorhanden sind, z. T. erst erstrebt oder erträumt werden, verdienen den Namen
Gerechtigkeit? Gott ist die Liebe, aber wo ist die Liebe unter
all den verschiedenartigen, geheimnisvollen Trieben und Kräften, von denen wir bewegt
sind? wer kann sagen, daß er schon Liebe erfahren und Liebe geübt habe? Gott ist der Schöpfer, aber wo in unserem Dasein ist denn die Schöpfung, wie
Gott sie geschaffen und noch schafft, wo sind die Menschen, die Dinge, die Zustände so,
wie sie aus Gottes schöpferischer Hand hervorgegangen sind? Gott ist der Herr, der die Welt im Innersten hält und bewegt, aber wo sind sie in uns und
um uns, die Kennzeichen seiner Herrschaft, die geltenden Gesetze seines Reiches, wo kann
man es sehen und greifen in der kleinen Welt unseres Herzens und in der großen Welt der
menschlichen Gesellschaft, in der geistigen und leiblichen Naturwelt, der wir angehören,
dieses göttliche Halten und Bewegen? Wo ist Gott? Nicht nur im
Himmel, sondern wo ist Gott auf Erden?, meinen wir. Nicht nur
in den Gedanken, sondern im Leben?, müssen wir fragen. Nicht nur
als religiöse Wahrheit, sondern als Weltwahrheit, als greifbare,
wirksame, erleuchtende, |369 hilfreiche Tatsache unseres
gewöhnlichen Daseins? Das ist’s, was uns beunruhigt. Wo ist Gott,
Gott in uns, Gott bei uns, Gott mit uns?
2. Es gab eine Zeit, und sie liegt noch nicht so weit hinter uns, da beschäftigten sich die Menschen mit der Frage: Gibt es überhaupt einen Gott? Man kann sagen, daß diese Frage für uns keine Bedeutung mehr hat. Es war die Frage eines Zeitalters, in welchem sich die Menschen über sich selbst und ihr Leben so gründlich wie nur möglich täuschten. Sie waren im Großen Ganzen mit sich selbst und mit dem Leben fertig. Sie hatten ein großes Vertrauen, daß das, was sie taten, oder wenigstens das, was sie dachten und wollten, ungefähr das Richtige sei. Sie sahen die Bewegungen ihres eigenen Lebens und des der Anderen an wie die Bewegungen einer Glocke, die wohl im Halbkreis hin und her schwingt und doch unfehlbar nur innerhalb des Raums, der ihr durch die Achse, in der sie schwingen kann, gegeben ist. Sie redeten wohl viel von einer gewissen Entwicklung der Menschen und der Welt, wie sie eine solche in der Natur beobachtet zu haben meinten, aber sie sahen dieser Entwicklung zu mit der Gelassenheit und Ruhe eines Zuschauers im Theater, der zum vornherein weiß, daß Alles, was sich da vorne auf der Bühne abspielt, so kommt, wie es kommen muß, wie es abgemacht ist, und daß es für ihn, den Zuschauer, darum keine weitere Bedeutung haben wird, wie es kommt. Menschen, die mit sich selbst und der Welt fertig und zufrieden sind, müssen allerdings auf die Frage kommen, ob es einen Gott gibt. Die Ehrlichkeit, die man dem Menschen nicht ganz absprechen kann, zwingt ihn dann förmlich zum Zweifel. Glauben wir daran, daß Alles so ist, wie es sein muß, und Alles so sein muß, wie es ist, dann muß man doch auf den Gedanken kommen, daß das jedenfalls nicht Gott ist, was man da glaubt.1 Auch Wahrheit, Gerechtigkeit, Liebe, Schöpfer, Erlöser sind ja für das alles viel zu große Worte. Und was soll dann noch Gott sein, wenn man eben doch nur an das glaubt? Gott wird überflüssig. Gott ist im Grunde überflüssig auch im Leben und in den Gedanken so |370 genannter religiöser Menschen. Sie brauchen ihn im Grunde nicht, sie machen es durchaus ohne ihn. Die Natur, das Schicksal, die bestehende Welt, der Mensch sind an seine Stelle getreten. Vielleicht erwachen sie dann eines Tages und setzen das Tüpflein aufs i mit der Frage: Gibt es einen Gott? Eine Frage, die im Munde der Menschen vor dem Krieg sehr berechtigt und vernünftig war.
3. Man kann sagen, daß wir heute diese Frage hinter uns haben. Es ist zwar in uns allen ein Rest, in dem auch wir noch vor dem Krieg sind, und da mag dann jene Frage der Zufriedenen und Fertigen: Gibt es einen Gott? auch in uns gelegentlich wieder auftauchen. Aufs Ganze gesehen aber ist diese Frage heute beantwortet. Nicht durch die Predigten und Vorträge, die man gehalten, nicht durch die Bücher, die man geschrieben hat, um das Dasein Gottes zu beweisen. Alle angeblichen Beweise vermochten es ja nicht, die Zufriedenheit und Fertigkeit der Menschen, die den Zweifel notwendig macht, zu erschüttern. Die Frage war immer wieder da.
Nun hat das Leben selbst, die Geschichte, die Ereignisse der Zeit und die Verwandlung der Seele der Menschen, die sich damit vollzogen hat, die Antwort darauf gegeben. Wir hatten uns eben einfach getäuscht. Wir hatten uns selbst und das Leben nicht verstanden. Es ist gar nicht wahr, haben uns die letzten Jahre verkündigt, und unsere Seele hat es gehört: es ist gar nicht wahr, daß der Mensch fertig ist. Es ist gar nicht wahr, daß die Welt fertig ist. Es ist gar nicht wahr, daß man zufrieden und beruhigt zuschauen kann, wie sich Alles entwickelt. Was wir als fertig und gegeben ansahen in der Welt, das hat sich als ein über und über rissiges, altes Kleid erwiesen. Was wir als notwendige Ergebnisse der Entwicklung und der Geschichte ehrerbietig anstaunten, das stand auf einmal vor uns als Dinge, die nicht sein sollen und nie hätten sein sollen. Was wir als höhere Schickung und Ordnung anerkannten, das trat auf einmal vor unsere Augen als Zufall und Unordnung, zu dem wir gerade um des Höheren in uns willen Nein sagen mußten. Dafür war auf einmal ganz allgemein der Ruf da: Vieles, sehr Vieles muß nun anders werden!, und ebenso allgemein das Gefühl, daß es nicht von selbst anders wird, das Gefühl der Verantwortlichkeit der Menschen dafür, daß es anders werde. Wir sind ins Suchen und Fragen, ins Tasten und Anklopfen nach allen Seiten hineingekommen. |371 Sehnsüchtig sind wir geworden nach etwas ganz Neuem und aufmerksam spähend, ob sich dieses Neue noch nirgends zeigen wolle. Zweifler sind wir geworden, aber nicht mehr Zweifler an Gott, sondern Zweifler an der Welt und an uns selbst. Wir zweifeln heute daran, daß das letzte Wort in unserer Menschenwelt schon gesprochen sei. Wir zweifeln daran, ob das wirklich Leben gewesen sei, was wir bis jetzt gelebt haben und noch leben. Wir zweifeln daran, ob wir selbst so tot und arm und machtlos seien, wie wir bis jetzt geglaubt haben, blinde Geschöpfe einer unerbittlichen Geschichte, Spielbälle eines unbegreiflichen Schicksals, herrenlose und doch unfreie Atome in einem ewig sich selbst gleichen Naturganzen. Wir zweifeln an der alten Binsenwahrheit, daß der Mensch nicht über sich selbst hinaus kann.
Und eben damit haben wir aufgehört, an Gott zu zweifeln. Die Frage: ob es einen Gott gibt? hat auf den Lippen von uns heutigen Menschen keinen Sinn mehr. Indem wir irre geworden sind an der Welt und an uns selbst, sind wir ja bereits herübergetreten auf den Boden der Wirklichkeit Gottes. Indem uns das Alte offenbar geworden ist als Altes, Vergängliches, dem Gericht Geweihtes, indem wir in die Erwartung eines Neuen, das noch nicht erschienen ist, gekommen sind, haben wir Gott verstanden. Indem wir das bloße Zuschauen und Betrachten aufgegeben und begonnen haben, uns verantwortlich zu fühlen dafür, daß es anders wird, hat leise und fein der Gehorsam gegen Gott in uns begonnen. Worte wie: Wahrheit, Gerechtigkeit, Liebe drängen sich uns heute von selbst auf die Lippen, ohne daß wir das unangenehme Gefühl haben, Phrasen und große Sprüche zu machen; wir können es ja nicht mehr anders ausdrücken, das, was uns heute tatsächlich bewegt. Noch größere [?] Worte wie Schöpfung, Erlösung, Offenbarung, Wunder - wir ahnen wieder, was damit eigentlich gemeint sein könnte, es kommt uns nicht mehr in den Sinn, diese Dinge mit ein paar billigen naturwissenschaftlichen Gründen erledigen zu wollen. Gott - ja vielleicht darf und kann man jetzt bald auch wieder guten Gewissens von Gott reden, muß nicht befürchten, daß bei diesem Wort ja doch nur an jenes Überflüssige, an jene unwahre Verzierung menschlicher Schwachheit und Trägheit gedacht wird, darf damit rechnen: dieses Wort wird verstanden, weil uns der, den dieses Wort meint, nicht mehr ganz unbekannt, sondern ein wenig bekannt geworden ist. Wir sind zu bewegt und aufgewühlt durch das, was uns |372 vor Augen trat, als wir das blinde Vertrauen zu uns selbst und der Welt verloren. Wir sind ja gerichtet und beseligt durch das, was uns aufging, als uns das Alte alt und das Neue neu wurde. Wir sind ja auf festen Boden gekommen, indem wir Zweifler wurden gegenüber dem Sumpf, in dem wir uns befanden. Gott ist. Gott lebt. Wir streben nicht mehr mühsam hin zu dieser Erkenntnis, wir kommen von ihr her. Das Leben selbst hat gesprochen zu uns. Unsere Seele selbst hat sich ihres Ursprungs in Gott wiedererinnert. Gibt es einen Gott? Antwort: wie ist es nur möglich, daß ein Mensch, der sich selbst und unsere Zeit versteht, noch so fragen kann?
4. Und nun ist an die Stelle dieser veralteten
die neue Frage getreten:
Wo ist Gott in der Menschenwelt? Wir würden ihn nicht suchen, wenn wir ihn nicht gefunden hätten. Aber weil wir ihn
gefunden haben, müssen wir ihn nun auch suchen.2 Wir würden uns nicht so sehnen nach echter
Wahrheit, echter Gerechtigkeit, echter Liebe, wenn wir nicht in den Erschütterungen
unserer Zeit und unserer Seele den Sinn und Geschmack für das Echte, Ewige wieder
gewonnen hätten. Aber indem wir diesen Sinn und Geschmack gewonnen haben, können wir uns
nicht mehr verstecken und vergessen, daß wir uns sehnen, sehnen nach dem, was ewig ist.
Wir würden die Frage nicht haben in unserer Seele nach dem, was
groß und göttlich ist in unserem Leben, wenn das Große und Göttliche nicht bereits einen
Eingang hätte in unsere Seele. Aber indem dieser Eingang sich eröffnet
hat, müssen wir die Entdeckung
machen, daß wir dastehen als die Kleinen, von denen Jesus in
unserem Text geredet hat, daß wir ganz am Anfang des Lebens
stehen, in großer Klarheit allerdings, aber auch in großer Schwachheit, das ganze Leben eine Frage, eine Aufgabe, deren Lösung vor uns
liegt. Das ist’s ja eben, daß wir aus Zuschauern zu Verantwortlichen geworden sind. Das ist’s ja eben, daß wir erwacht sind und nun
wachen müssen. Das ist’s ja eben, daß wir das Wort «Gott»
wieder zu verstehen beginnen, und nun muß es mit Gott ernst
werden. Das ist’s ja eben, daß es uns selbst keine Frage mehr ist, daß Gott lebt, und
nun müssen auch wir selbst hungern und dürsten - ja, was sage
ich: schreien und lechzen [vgl.
373 Wer einmal in den Machtbereich Gottes gekommen ist, dessen Herz hat keine Ruhe mehr, bis daß es ruht in Gott.3 Ihm muß die Menschenwelt, sein Leben und das der Anderen zum Rätsel werden, um dessen Lösung er fortan ringen muß, zum Geheimnis, das er nicht mehr vergessen kann, zur Sorge, die er nun immer und immer tragen muß, zum Heiligtum, das er nun ängstlich und eifrig hüten muß. Ganz, ganz anders tritt er an das ganze [?] Leben heran. Eben darum, weil er nirgends fertig ist und nirgends etwas Fertiges sehen kann. Eben darum, weil er nie ein Ende, sondern immer einen Anfang sieht. Er hat immer noch etwas zu fragen, wo die Anderen schon wieder mit einer guten Antwort in der Tasche davon gehen. Er hat immer noch etwas zu rütteln [?] und zu bewegen, wo Anderen bereits Alles wieder fest und sicher geworden ist4. Er hat immer noch etwas gegen sich selbst einzuwenden, auch wenn er selbst von allen Seiten anerkannt und belobt wird. Er hat vor keinem Tellenhut Respekt5, auch da, wo jedermann ehrerbietig den Hut abzieht. Weil er weiß, was Wahrheit ist, ist er mißtrauisch gegen alle Meinungen. Weil er sich vor Gott fürchtet, stellt er sich nie ein für allemal auf einen Standpunkt. Weil er an die Vergebung der Sünden glaubt, hält er es immer mit denen, die man schießen und hängen will. Weil er eine Hoffnung hat, versucht er immer um die Ecke zu sehen, wo die Anderen betrübt vor einer Mauer stehen. Weil er an Wunder glaubt, geht er sehr sorgfältig um mit dem Wörtlein «unmöglich». Weil er die Ewigkeit im Sinn hat, ist ihm nichts Großes groß genug, nichts Kühnes kühn genug, nichts Feines fein genug, nichts Starkes stark genug. Er ist eben in der Ewigkeit daheim, und das kann er nimmer los werden. Es ist etwas in ihm, das immer weiter schafft, das immer auf den Anfang zurückkehrt und auf das Ziel hin schaut.
374 Er wird ein merkwürdiger Mensch mit merkwürdigen Gedanken und Wegen. Er hat eben immer nur das Anliegen, ja nichts zu verpassen, wenn Gott ihn ruft, nur ja dafür zu sorgen, daß das Göttliche nicht menschelig6 wird, nur ja Alles zurückzulassen, was ihn hindert, Gottes Werk zu treiben. Er trägt mit dem allem eine schwere Last.
5. Jesus hat die Menschen, die von der Frage:
Wo ist Gott in der Menschenwelt? bewegt sind, Kleine genannt.
Wenn es wahr ist, was ich sagte, daß unsere heutige Zeit von dieser Frage bewegt ist
oder doch im Begriff steht, nun an diese Frage heranzukommen, dann müssen wir uns also
darauf gefaßt machen, solche Kleine zu werden. Wir müssen uns,
um es mit anderen Worten Jesu auszudrücken, darauf gefaßt machen, daß es dem schmalen Weg und der engen Pforte entgegen geht, durch die man ins
Leben eingeht [
6. Aber eines wollen wir uns nun von Jesus noch sagen lassen von diesen Kleinen. «Ich sage euch», erklärt er, «Ihre Engel im Himmel sehen allezeit das Angesicht meines Vaters im Himmel. Denn des Menschen Sohn ist gekommen, selig zu machen, was verloren ist. Und wenn es sich begibt, daß der Hirt das eine verirrte Schaf findet, wahrlich, ich sage euch, er freut sich darüber mehr denn über die 99, die nicht verirrt sind. Und der Wille Gottes ist’s nicht, daß einer von diesen Kleinen, Verlorenen verloren, wirklich verloren gehe.» Alle diese Worte zielen deutlich auf Eines hin: Der Kleine, die Kleine sind die wahrhaft Großen, wenn sie es nur wagen, wirklich einmal Kleine zu sein. Die Verlorenen werden gesucht und selig gemacht, wenn sie es nur wagen, sich einmal verloren zu geben. Die Verirrten werden mit Freuden gefunden, wenn nur das Gleichnis einmal wahr wird, daß der Mensch es wagt, nichts, gar nichts anderes zu sein als das verirrte Schaf, fern von der weidenden Herde der 99.
7-Jesus malt uns die Lage, in die wir kommen, wenn wir uns von Gott suchen lassen, nicht leichter und schöner, als sie ist. Klein, verloren, verirrtes Schaf … es sind merkwürdige Menschen, die Menschen, bei denen es mit der Frage: Wo ist Gott? ernst wird. Es geht leichter, schöner, anständiger, frömmer zu bei den 99, die von dieser Frage nicht bedrängt sind. Es ist fast, wie wenn er uns einladen wollte: weicht doch aus, vergeßt wieder, daß Gott lebt, vergeßt die Ewigkeit, seht das Leben wieder an, wie man als gewöhnlicher, normaler, bisheriger Mensch es angesehen hat! Erstickt die Unruhe, die über euch gekommen ist! Tut, als ob es keine Vergebung gäbe, keine Hoffnung, |376 kein Wunder! Versetzt euch zurück in den Zustand, wo man heute an Gott glaubt und morgen fragt, ob es überhaupt einen Gott gibt! Flieht, flieht zu den 99, denn hier ist es für euch zu gefährlich, hier müßtet ihr ja klein werden, verloren, verirrtes Schaf!-7
Aber nein, dazu will Jesus uns nicht einladen. Sondern wenn
wir ihn hören, dann hören wir: Gerade die Menschen mit der
brennenden Frage: Wo ist Gott? haben auch [?] die Antwort. Da ist
Gott, wo man so fragt. Da ist die Höhe, wo der Mensch in
die Tiefe geht, da ist das Ziel, wo der Mensch sich an den Anfang
stellt. Da ist
7. Und wenn wir hören, was wir von Jesus hören
können, dann kann heute wieder biblische Geschichte geschehen.
Das Geheimnis der biblischen Menschen, das Geheimnis der
Propheten und Apostel ist kein Anderes, als daß sie Kleine waren, merkwürdige Menschen
mit der bitter ernsten Frage: Wo ist Gott? im Herzen und auf den Lippen. |377
Gäste und Pilger und Fremdlinge waren sie in dieser Welt, wartend auf eine Stadt, die einen Grund hat, deren Baumeister und
Schöpfer Gott ist, Menschen, die kein Vaterland hatten, weil sie
das Vaterland suchten. Und zwar, wo sie das gemeint hätten, von welchem sie waren
ausgezogen, hatten sie ja Zeit, wieder umzukehren. Nun aber begehrten sie eines
besseren, nämlich eines himmlischen. Darum schämte sich Gott nicht, ihr Gott zu heißen
[
- Nr. 30 «Herzlich lieb hab ich dich, o Herr»
von
M. Schalling , Strophen 1-2 (RG [1998] 651,1-2; EG 397,1-2; jeweils mit Textabweichungen) - Nr. 190 «Walte, walte nah und fern, allgewaltig
Wort des Herrn» von
J. Fr. Bahnmaier , Strophen 1.5–7 (RG [1998] 257,1. 5-7)