1. Das Leben Jesu war die Geschichte einer großen Erscheinung und Entfaltung von himmlischen Kräften. Immer wieder
lesen wir in den Evangelien den Ausdruck: sie erstaunten [z. B. Mk. 6,2], sie entsetzten sich [Mk. 2,12], sie priesen Gott, der solche Macht
den Menschen gegeben [Mt. 9,8].
Schon damals haben also die Leute den Eindruck gehabt, daß es da mit Gott in einer ganz
besonderen, ungeahnten Weise ernst werde, ernster als bei den
Frömmsten und Besten, die man kannte, ernster als in der ganzen, mit tiefer Ehrfurcht
studierten Geschichte Israels. Das Göttliche verlor seine Ferne
und Höhe, es war nicht mehr so geistig und unnahbar, es trat zum Greifen deutlich und
sichtbar ins Leben hinein. Noch war es freilich nicht das
Allgemeine, nicht die Luft, in der jedermann lebte. Man konnte sich ihm
fernhalten, sich ihm widersetzen. Aber es stand doch unmittelbar vor
der Tür für jedermann. Es konnte jeden Augenblick eintreten. Man mußte beständig
damit rechnen als mit etwas durchaus Möglichem und Wahrscheinlichem. Eine Macht wurde
die Wahrheit, nicht ein bloßer Ge|106danke; es war offenkundig, wie sie wirkte, wie sie die Grundlagen des
menschlichen Gemeinschaftslebens berührte und bewegte, wie sie Einzelne gänzlich aus
ihrer alten Bahn [?] rief und in neue Richtungen trieb. Eine Macht wurde das Gute aus einem bloßen Ziel, es konnte nicht mehr geleugnet
werden, wie es sich regte und lebendig wurde auch in Solchen, die ihm am fernsten waren,
die am tiefsten standen auf der moralischen Stufenleiter. Eine Macht wurde die Hilfe aus bloßem Wünschen und teilweisen Unternehmungen; es war
klar, daß Jesus die Wurzeln des Leidens und des Todes überwand und angriff und
auszureißen vermochte. Wie von einem geheimnisvollen Mittelpunkt aus strahlen da nach allen Seiten Kräfte, Vergebungen, Erlösungen, Erneuerungen.
2. Die Leidensgeschichte führt uns in diesen
Mittelpunkt hinein. Wenn wir sie verstehen, so können wir die
Nähe Gottes, die damals stattfand, begreifen. Bekommen eine Erklärung für die außerordentlichen Wirkungen, die damals von
dieser Gottesnähe ausgegangen sind. Bekommen einen Maßstab, an
dem wir diese Wirkungen unterscheiden können von anderen unechten, falschgöttlichen
Wirkungen, wie sie auch vorgekommen sind und noch vorkommen. Bekommen einen Begriff,
warum unsere Zeit so arm
ist an echten himmlischen Kräften.
Bekommen vielleicht auch eine Andeutung darüber, was geschehen
müßte, damit diese Kräfte für uns in unserer Zeit wieder lebendig werden.
Wenn man die Evangelien oberflächlich liest, so ergreift einen eine große
Enttäuschung von der Stelle an, wo Jesus sagt, daß er nun nach
Jerusalem gehen müsse, um zu leiden und zu sterben [Mt. 16,21 par.]. Es kommt einem vor, das sei ein Widerspruch zu allem Vorangehenden. Man erwartet nach all den
Kraftwirkungen des Reiches Gottes in Worten und Taten, daß es immer
schöner und besser hätte werden sollen. Statt dessen kommt der Tod. Man hat schon
gesagt, auch Jesus selbst habe sich zwar gottergeben, aber doch nicht ohne leise Bitterkeit in diese Wendung gefunden. In Wirklichkeit kommen wir
gerade bei dieser Wendung an die Quelle, aus der Alles, was
vorher geschah, geflossen ist. Die Evangelisten des Neuen
Testaments jedenfalls haben den Tod Jesu nicht als eine störende Veränderung, ein
Rätsel, ein bedauerliches Mißgeschick aufgefaßt, sie sind über dieses Ereignis nicht |107 hinweggegangen, sondern haben es
mit liebevoller Aufmerksamkeit in allen Einzelheiten geschildert, als ob sie uns sagen
wollten: Seht, nun kommt die Hauptsache, der Grund und die
Erklärung von Allem. Es ist merkwürdig genug, aber es ist so: Im Leben Jesu ist das
Spätere im Grunde das Frühere, das Erste, die Ursache. Die Kraft
seines Lebens ist sein Tod. Seine Siegesgeschichte wurzelt in
seiner Leidensgeschichte. Der Evangelist Matthäus z. B. sagt
einmal ziemlich am Anfang seiner Erzählung von Jesus: «er trieb die Geister aus durch
das Wort und machte allerlei Kranke gesund, auf daß erfüllt würde [, was gesagt ist
durch den Propheten Jesaja, der da spricht:] Er hat unsere Schwachheiten auf sich
genommen, und unsere Krankheiten hat er getragen» [Mt. 8,16f.], wie wenn er zum vornherein feststellen
wollte: seht, der Mann, der so Großes vollbracht hat, ist der Knecht
Gottes, der die Last und das Leiden der Welt nicht umgangen, sondern mit Wissen
und Wollen auf sich genommen hat. Ich glaube, er hat Jesus nicht schlecht verstanden.
Vielleicht würde man die Evangelien am besten rückwärts lesen:
zuerst die Auferstehungsgeschichte, um uns sagen zu lassen, daß es sich um ein Neues,
Göttliches, Himmlisches handelt bei Jesus, dann die Leidensgeschichte, um zu begreifen,
wie dieses Göttliche auf der alten Erde Fuß fassen und Wurzel schlagen konnte, zuletzt
die Taten und Worte Jesu, um den Baum in seinen Früchten kennen zu lernen [vgl. Mt. 7,17-20]. Die
Leidensgeschichte ist jedenfalls der Schlüssel, ohne den wir es
nicht machen können, wenn sich uns das Geheimnis des nahe
herbeigekommenen Gottesreiches
erschließen soll.
3. Wir wollen nun unseren Text, die Erzählung
von der Gefangennahme Jesu, für sich selber reden lassen. Gerade sie zeigt uns auf den
ersten Blick einen starken Gegensatz zu der vorhergehenden Kraft-
und Siegesgeschichte. Wo ist der Mann, dessen Wort erst Entsetzen
und Anbetung erwirkte, der Mann, in dessen Nähe die Blinden den Messias, den Davidssohn,
erkannten [Mt. 9,27], der Mann,
der die Gesetze der Naturgewalten in sich trug, so daß sie ihm gehorsam waren [Mk. 4,41 par.]? Hier sehen wir ihn
auf einmal nichts wirken, nichts ausrichten, überhaupt nichts
tun, nicht einmal den Versuch dazu machen, nur leiden, nur annehmen, nur mit sich
geschehen lassen. Der große Feind, die Sündenfinsternis der Welt,
der er im Namen seines |108 Königs und Vaters so oft den Krieg
angesagt, steht riesengroß da - und er nimmt den Kampf nicht auf, sondern läßt sie
gewähren. Judas, diese schreckliche Mischung von Mammonssünde und
frommer Heuchelei1,
darf seinen dunklen Weg zu Ende gehen - und kein Wort fällt, um diesen bösen Geist
auszutreiben und sein Werk zu zerstören. Mit Schwertern und Stangen dürfen sie kommen
und Hand an ihn legen - und kein Zeichen geschieht, um diesen
plumpen Gewaltigen zu bedeuten, daß hier hohe Interessen auf dem Spiel stehen. Vor
Verzweiflung fliehen alle Jünger, entsetzt nicht sowohl über das
hereinbrechende Unglück selbst als darüber, das Jesus selbst offenbar das Spiel verloren
gab, entsetzt über sein furchtbares Wort: Es muß also gehen! - und kein Versuch ward
gemacht, sie zurückzuhalten, sie aufzuklären, einsam bleibt der Heiland zurück in der
Hand seiner Feinde. Hinter all dieser Finsternis aber steht der
Tod, das Gericht, das nach göttlichem Urteil der Sünde folgen muß. Gewinnt es die
Sünde, so gewinnt es auch der Tod. Wie hatte Jesus darum gerungen in seiner Kraft- und
Siegeszeit, dieses Urteil aufzuheben, Gott in den Arm zu fallen zugunsten der sündigen
Menschheit. Der Tod muß es nicht gewinnen, hatte er so oft verkündigt in Worten und
Taten. «Gott leben sie alle» [Lk.
20,38], hatte er gerufen über den Gräbern. Nun mußte der Tod doch sein. Er
selbst ging ihm inmitten seiner Häscher festen Schritts geradeswegs entgegen. Ist das
nicht der Verzicht, der Rückzug, die Niederlage? Wo sind die strahlenden Kräfte Gottes
hingekommen?, möchten wir fragen.
Eine
direkte Verbindung besteht jedenfalls zwischen der
Leidensgeschichte Jesu und seiner Siegesgeschichte. Sie ist ausgesprochen gerade in dem
Wort: es muß also gehen!, das die Jünger so schaurig berührt hat,
daß sie darum die Flucht ergriffen haben, überhaupt in
|109 der Auffassung Jesu, es müsse sich auch jetzt nur erfüllen,
was Gott beschlossen und wovon die Propheten geredet. Diese Auffassung hatte er immer gehabt, auch in seiner Kampf- und Kraftzeit. Wir sehen
daraus, auch wenn es uns schwer fällt, das Warum? zu begreifen, daß Jesus sein Leben und
sein Sterben, sein Siegen und sein Unterliegen unter die gleiche Gottesordnung gestellt hat. Wir müssen aber noch weiter gehen. Die strahlenden
Gotteskräfte sind auch in der Nacht von Gethsemane nicht ganz
verschwunden. Sie sind zurückgehalten, unter Verschluß gelegt, aber sie sind da. Das
zeigt sich an der Art, wie der Verräter Judas behandelt wird. Es
ist schwer zu sagen, warum Judas seinen Meister gerade mit einem Kuß verraten hat.
Jedenfalls wollte Judas damit tun, als ob nichts wäre, der bösen Sache den guten Schein
geben, als ob er nur als Jünger den Meister begrüße wie einst und immer. Eine Lüge auf alle Fälle. Sie hält nicht Stand
vor Jesus. Judas darf nicht meinen, es sei ihm gelungen zu lügen. Freund, wozu du
gekommen bist, das tue! Sei, was du bist2, sei’s im Bösen, wenn du’s nicht im Guten sein kannst, aber
sei’s! Wolle nicht etwas anderes sein, als du bist! Das Gericht, das in dieser
Abfertigung lag, war auch Gottes Kraft, wenn auch zurückgehaltene. Das zeigt sich noch
deutlicher in dem merkwürdigen Wort von den zwölf Legionen
Engeln, die ihm zu Hilfe eilen könnten, wenn es jetzt sein sollte. Warum sollte es
nicht sein? Offenbar hat Jesus eine noch wichtigere Aufgabe
gekannt, als die ihm anvertrauten Gotteskräfte spielen und wirken zu lassen. Er stand
jetzt vor dieser wichtigeren Aufgabe. Aber sie standen ihm auch in diesem Augenblick zur Verfügung. Es war sein freier Wille,
keine Notwendigkeit, kein Schicksal, wenn er jetzt nicht Gebrauch machte davon. |
Und nun stehen wir schon unmittelbar vor der Sache selber. Jesus
hat sich hingegeben. Das Unheil ist nicht über ihn gekommen als
etwas Stärkeres - gegen das Stärkere hätte er eine noch stärkere Gegenwehr erheben
können -, er hat es in Freiheit auf sich genommen. Gerade in
unserem Text steht Jesus frei da, königlich. Obwohl er nur leidet - er ist’s, der handelt. Er handelt, indem er leidet. Er ist nicht von einem bösen
Zufall überrumpelt worden, er selbst ist der Angreifer. Der Tod
überfällt ihn nicht, er ist’s, der den Tod überfällt: da |110 bin ich, da hast du mich! Triumphierend kann er es seinen
Feinden vorhalten: ich bin täglich bei euch gesessen und habe gelehrt im Tempel, und ihr
habt mich nicht gegriffen! Ihr konntet nicht, ihr durftet nicht!
Nun könnt ihr und dürft ihr. Nun habt ihr freien Lauf mit euren Stangen und Schwertern.
Aber nicht weil ihr es jetzt wollt, sondern weil Gott
es jetzt will, weil ich selbst es jetzt will. Jesus hat sich den
Folgen der menschlichen Sünde persönlich nicht
entzogen; er hat sich ihnen unterzogen. Sein Bild ist das eines Menschen, der nicht nach einem Ausweg sucht vor der drohenden Last des
Weltlebens. Er sieht sie auftauchen, ihm näher und näher kommen.
Er will nicht vergessen, übersehen, sich betäuben, sich
erleichtern, sein Teil Anderen zuschieben oder klein machen, ausweichen auf Nebenwege,
wo das Leid nicht so groß, das Gericht nicht so scharf ist. Er will nicht alle die Künste anwenden, die wir anwenden, wenn es uns klar wird, daß das
Leben ohne Gott eine Last ist. Er will nur eines: tragen, tragen!
Er hat schwer genommen, was schwer ist, und darum hat er es nicht
unter Lächeln getan, sondern unter Tränen, aber er hat es genommen. Er hat sich gebeugt wie noch Keiner, er hat sich zunichte machen lassen.
Er ist dem Leid auf den Grund gegangen, er hat den bitteren Kelch
ausgetrunken bis auf die Neige [Mt.
26,42 par.]. Ein Volk hat sich verirrt im Urwald, kann nicht mehr vorwärts noch
rückwärts. Nun macht sich Einer auf und geht den Leidensweg
rückwärts, fürchtet sich nicht vor Sümpfen, Gestrüpp, Schlangen und wilden
Tieren, die so manchem zum Verderben geworden, geht rückwärts bis auf
den Anfang, bis auf den Punkt, wo der Irrtum anfing und mit dem Irrtum der
Leidensweg. Vor dem Irrtum aber war die Wahrheit. Von der
wiedergefundenen Wahrheit aus kann der rechte Weg gesucht und
gefunden werden. Der Leidensweg des Einen wird die Vielen auf den
rechten Weg führen. Diese freie, persönliche, völlige Hingabe Jesu war das Geheimnis seiner Kräfte. Diese Hingabe war Gottes
Wille. Jesus war Gott gehorsam. Gottes Wille geschah in seinem Sterben. Darum war
Gott der Welt damals so nahe. Darum war das Göttliche damals
beinahe etwas Gewöhnliches. Darum gab es damals Mächte der Wahrheit, Mächte der Güte, Mächte der Hilfe. Es strömten alle diese
lebendigen Wasser aus der tiefen Quelle der Hingabe Jesu. Weil er litt unter der Folge der Sünde, konnte er sie vergeben. Weil er der Not der Welt den Lauf ließ, konnte er ihr einen Damm
entgegenstel|111len. Weil er
starb, konnte er das Leben ans Licht bringen. Diese Hingabe kann man nicht nachmachen. Man kann zwar Vieles unternehmen gegen den Bösen
und gegen das Leid in der Welt, aber wenn es nicht aus dieser Quelle kommt, so kann es
keine Dauer und Kraft haben. Und wenn eine Zeit, ein Geschlecht Mangel
leidet an echtem Leben, am Sieg des Göttlichen, dann wird es auf die Dauer keine
andere Auskunft geben, als daß es wird in das Licht dieses Sterbens, dieser Niederlage
treten.
4.
Das blitzende Schwert, mit dem Petrus seinem Herrn zu Hilfe
kommen wollte, mußte Jesus ablehnen. An sich ist zwar dieses Schwert keine unerfreuliche Erscheinung in der Leidensgeschichte. Nicht nur darum, weil
es zeigt, daß es den Jüngern Jesu wenigstens an Mut und an
ehrlicher Entrüstung und an Energie nicht gefehlt hat. Es beleuchtet auch die Lage, es nennt Lüge Lüge, Roheit Roheit. Es spricht es aus, daß
nach menschlichem Ermessen die Lage verdorben ist, so verdorben, daß nur noch Gewalt
helfen kann. Jesus hat nicht vor der Gewalt an sich einen Abscheu
gehabt. Er hat gewußt, daß es Lagen gibt im irdischen Leben, wo Gewalt notwendig wird, er hat sogar selbst einmal Gewalt geübt:
als er die Krämer und Wechsler mit einer Geißel aus Stricken aus dem Tempel trieb [Joh. 2,15]. Die menschliche Torheit und Bosheit schafft sich selber Verlegenheiten, wo gar
nichts Anderes möglich ist, als [daß] ein Mensch durch die Anderen Strafe erleiden muß.
Es ist dann ein göttliches Gericht, was ihm an Leiden,
Demütigungen oder Beleidigungen durch die Anderen widerfährt. In diesem Sinn hat dort
auch Petrus erst [?] für Gott das Schwert gezogen und
geschwungen.
Aber wo das geschieht, da geschieht es doch immer auf einer
niederen Stufe. Gott mag es zulassen, Gott mag es sogar wollen
nur in einer gewissen Verlegenheit, aber näher kommt er den
Menschen nicht dadurch, daß sie sich gegenseitig strafen für ihre Sünden. Die Menschen
sind dabei sozusagen unter sich. Das Göttliche steht still und
wartet. Himmlische Kräfte sind noch nie
davon ausgegangen, daß man einander geschlagen hat, sei’s nun in Gedanken, Worten oder
Taten. Kriege und Revolutionen, Wahlen und Abstimmungen, Strafen und Machtbeweise jeder
Art der einen Menschen über die anderen sind unvermeidlich, aber nur als göttliche
Gerichte. Quellen der Erlösung sind |112
solche Ereignisse nicht. Sie vermehren das Leiden der Menschheit,
sie führen tiefer und tiefer in den Urwald der Not hinein, nicht rückwärts zurück auf
den Irrtum, der die Not verursacht, und darüber hinaus in die Wahrheit hinein. «Wer das
Schwert nimmt, wird durch das Schwert umkommen.» Darum hat Jesus das
Schwert des Petrus abgelehnt. «Stecke es an seinen Ort!» Es handelt sich jetzt
nicht darum, das Gericht Gottes walten zu lassen, sondern seiner Gnade
Raum zu geben. Der Gnade Gottes ist die Gewalt, die wir gegeneinander brauchen,
im Wege. Das Schwert des Petrus war eine fremde, störende, ungehörige Erscheinung in dem Augenblick, wo es sich darum
handelte, durch freie, persönliche, völlige Hingabe die Nähe Gottes zu suchen, den
himmlischen Kräften den Zugang frei zu machen auf der Erde. Dreinschlagen ist etwas anderes als sich hingeben. Jesus
hat sein Heiligtum, das Heiligtum der
Menschheit, die Quelle der Kraft, gehütet, indem er sich nicht
wehrte für sich und auch anderen nicht erlaubte, sich für ihn zu wehren. Wir wollen ihm
dankbar sein dafür. Es war der größere
Sieg, als wenn er [und] die Jünger es im Kampf mit den Knechten der Hohepriester
gewonnen hätten. Durch das, was er getan hat, indem er gelitten hat, statt zu schlagen,
ist der Sieg von oben möglich geworden, ohne den alle Siege, die
von unten erfochten werden können, die Not doch nur vermehren können. Indem er gelitten
hat ohne Widerrede und Widerstand, bekam das Göttliche Spielraum.
Es war ein neues Verhalten auf der alten Erde. In diesem neuen
Verhalten lag das Geheimnis einer besseren Zukunft. Es wird an
uns sein, uns durch das unschuldige Leiden Christi das Vertrauen
stärken zu lassen auf die bessere Zukunft, die aus diesem neuen
Verhalten wächst.