Karl Barth – Eduard Thurneysen. Briefwechsel Bd I 1913–1921V BriefeBrief1921Gogarten, Friedrich (1887-1967)Grisebach, Eberhard (1880-1945)Barth, Karl (1886-1968)Thurneysen, Eduard (1888-1974)
24. August 1921
Eduard Thurneysen an Karl Barth
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24. August 1921
Lieber Karl,
Der Schluß von Röm. 11📖 ist glänzend geraten und nicht minder erstaunlich und einleuchtend die mit höchster Umsicht gegebene Begründung der Ethik auf Grund von 12,1–2. Im ersten Augenblick schwindelte mir vor der merkwürdigen dialektischen Ecke, um welche es da geht. Aber dieser Schwindel ist längst gewichen. Ich bin recht eigentlich erlöst, weil ich nun das Problem der Ethik verstehen kann. Wie ein letzter rätselhafter Felsklotz hat es gerade an dieser Stelle auf uns gewartet, um die Zahl der merkwürdigen Zeichen vollzumachen, an denen dein Weg durch das merkwürdige Land des Römerbriefes in diesen letzten Monaten vorbeigeführt hat. Deine Disposition des Schlußteiles habe ich mir überlegt und bin überzeugt, daß es so gehen wird. […]
Viele treue Grüße
Eduard
Gogartens Freund Grisebach1 hat sich angemeldet. Sein Buch über «Die Schule des Geistes» habe ich erst durchblättert, aber es gelüstet mich wenig es zu lesen. Ich will sehen, was sich im Gespräch ergibt.