22. August 1921

Karl Barth an Eduard Thurneysen

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Lieber Eduard!

Ich habe soeben folgende Disposition des Schlußteils 📖 ausgedacht […]. Schreibe mir doch ein Wort, ob dir dies im Ganzen einleuchtet […]. Ich hoffe jetzt beinahe, es gelinge, alles straff an 12,1–2 und damit an den übrigen Brief anzuschließen.

515Eben kommt ein Brief von Bertholet, der mir dringend abrät, ein exegetisches Kolleg anzuzeigen, bevor ich persönlich mit den Zunftmeistern Fühlung genommen. Dafür solle ich aus der beabsichtigten Konvikt-Übung über den Heidelberger eine öffentliche Vorlesung machen. Wie sehr mir auch das alles wider den Strich geht, brauche ich dir nicht zu sagen. Andrerseits habe ich keine Lust, gleich mit einem Krach über diese Formalität anzufangen (nachher werde ich dann schon sehen!), und es ist wahrscheinlich der «göttlichen Hinterlist» entsprechender, wenn ich zunächst wie ein Schaf auf diesen Plan eingehe. Oder was meinst du? — Ich habe gestern über die Seligpreisungen gepredigt.

Herzlichen Gruß
Dein
Karl