12. Februar 1918

Eduard Thurneysen an Karl Barth

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Lieber Karl,

Bring doch Röm. 7 und 8 mit, wenn du kommst. So, also Schulpflegspräsident und ich Steuerkommissär, das ist doch sicher «positive» Arbeit. — O das Predigen! Auch ich durchwandre dürres Land und suche Brunnen zu graben, aber … Wer ist da? Kutter! Er spielt eben mit Marguerite auf Tod und Leben Beethoven und Händel und den jungen Mozart. Mir hat er erst kurz einige erleuchtende Sachen gesagt über den Sündenfall und die Geisterwelt. Was wird morgen noch alles folgen! Den Römerbrief 📖 darfst du unter keinen Umständen verbrennen, du gibst ihm vielleicht im Vorwort ein kräftiges Sprüchlein mit, das verhindert, daß man ihn nur «theologisch» verstehe. Aber er sorgt schon selber dafür.

Herzlich
Eduard