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1. März 1918
[…] Brunner1 ist gut, soweit ich bei flüchtigem Überlesen gesehen habe. Fast ein wenig unheimlich, daß auch das in den «Neuen Wegen» Platz hat neben allem andern. Eine katholische Freundin hat einen ausführlichen, abwehrenden Brief zu unserm Büchlein geschrieben. Sie sagt nichts Neues, im Grunde ist es der pietistische Widerspruch, der auch von dieser Seite kommt, im übrigen findet sie, wir lachen die Leute sozusagen aus. — Kommst du an die Aarauer Konferenz? Bader will ich jedenfalls hören. Den haben sie nun offenbar gewonnen statt dir oder statt deines Bruders Heinrich.
Ich predige bereits über Passionstexte. Letzten Sonntag über Bartimäus: «Und viele bedrohten ihn, er solle stillschweigen, er aber schrie viel lauter» [Mk 10,48]. Das wäre es! Ja, wir zwei, du und ich, müssen wieder einmal «zusammen seufzen» (Röm. 8,22).
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Herzlich grüßt euch unser ganzes Haus. Schön ist dieses Wachsen des Römerbriefes
📖 und das Errichten kleinerer «eherner Tafeln» hin und her in unsern Gemeinden. Wir freuen uns unserer «Torheit» inmitten von allerlei «Kopfschütteln» von Basel her, wo man uns in manchem unangenehm laut und deutlich findet. «Und sie bedrohten ihn, er solle schweigen, er aber schrie noch viel mehr.» Wenn das nur noch ganz anders wahr würde! Es ist ja ein Zug, der seltsam deutlich durch die ganze Passionsgeschichte hindurchgeht: Salbung, Bartimäus, Einzug in Jerusalem. Ich habe in den letzten Tagen des jüngern Blumhardt «Gedanken aus dem Reiche Gottes»2 wieder einmal gelesen. Da stehen doch viel tiefe Dinge drin.
Herzlich