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27. April 1916
Lieber Freund!
Wir sind mit voller Teilnahme bei euch in dieser wichtigen Entscheidungsstunde. Was soll ich raten, wenn du mich fragst? Die Gefahr liegt nahe, daß ich vor allem selbstsüchtigerweise sage: Lauft uns nicht davon! Laßt euch nicht verschleppen in diesen Winkel am Ende des Toggenburgs! […] Denn dann ade schönes Zusammenarbeiten! Aber das ist ein sekundärer Gesichtspunkt. Entscheidend wird sein, was du selbst schreibst, ob du dich von den Leutwilern schon wieder abwenden darfst — und ob der fette Acker der 1700-fränkigen, gollorgelnden1 St. Galler Frömmigkeit die Welt ist, in die du dich als Säemann berufen fühlst. Weißt du sonst noch mehr über die Gemeinde? Was Buxtorf schreibt und wie er schreibt, macht mir den Eindruck, das seien |133 Gefilde, die wir lieber andern überlassen sollten. Der gottlose Aargau hat etwas erquickend Jungfräuliches, Ehrliches neben diesem Land Kanaan, wo es Gemeindeammänner gibt, die … und an denen der Pfarrer … Willst du nicht auch noch eine Weile den Aargauern ein Aargauer sein? Ich will nun nicht so kräftig an dir reißen wie Buxtorf, aber dich am Ärmel zupfen tun wir Alle: Nelly, Fränzeli, Markus und ich: bleib!
Und nun müßt ihr am Sonntag auf alle Fälle kommen, um uns euern Entschluß mitzuteilen. In treuem Gedenken