17. November 1915

Eduard Thurneysen an Karl Barth

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Lieber Karl,

[…] Ich trug vom Montag Abend und der neu angeregten innern Auseinandersetzung vielerlei Fragen in mir, und eine freundschaftliche Aussprache mit euch wäre eine heilsame und hilfreiche Sache. Ich war dankbar für deinen gründlich und überlegen abrechnenden Vortrag. Abrechnen sage ich und nenne damit das, was für mein Empfinden seine Stärke und seine Schwäche war. Ist es nicht eigentlich das Predigen, welches einstweilen noch die bevorzugte Art ist, wie wir reden können und sollen, wenn wir unserer «Sache» gerecht werden wollen? Über was predigst du wohl am nächsten Sonntag? Ich werde irgendwie die Basler Anregungen zu verarbeiten suchen. Vielen Dank für die Freudenpredigt. Ich habe sie ganz in mich aufgenommen und tief bejaht. […]

Sei mit Nelly und den Kindern herzlich begrüßt von
Deinem
Ed. Th.