Predigt: Römer 8,18-22
Ja, das ist etwas Herrliches: die Freiheit der Kinder Gottes. Da ist’s aus und vorbei mit der Mühsal und dem Verdruß und der Unzufriedenheit bei der Arbeit, denn da wird unter neuen Ordnungen und mit neuen Kräften alles Wirken eine Freude. Da gibt’s keine Sorgen mehr, keine Verbitterung und Verzweiflung, denn die finsteren, fremden Mächte sind nicht mehr, die solche Gewalt über die Seelen erlangen konnten. Da hört das Dreinreden und Urteilen der Leute auf, weil man ganz fröhlich selber weiß, was recht ist, und niemand mehr Lust hat, den Anderen damit zu plagen, daß er Alles besser weiß. Aufhört auch die ewige innere Unruhe: habe ich’s denn recht gemacht, bin ich denn auch fähig zum wahren Dienst des Guten?; denn eins ist klar: daß Gott mich lieb hat gerade so, wie ich bin, und daß er mich auch gerade so brauchen kann. Und der Zank ist aus und der Krieg ist aus, denn was soll das giftige und zornige Hin- und Herreden, was sollen die Flugmaschinen und Schützengräben, wo die Menschen erkannt haben, daß Leben Gemeinschaft bedeutet und nicht Gegeneinandersein? Zu Ende sind die törichten, teuren Vergnügungen — denn Freude kann man sich doch nicht kaufen, die hat man doch —, zu Ende aber auch der falsche, steife Ernst, der nicht lachen kann, denn das ist ja ganz sicher, daß der rechte Lebensernst gerade die Freude ist, die Freude, die man hat und die nichts kostet. Das sind nur so ein paar von den vielen Freiheiten, die alle enthalten sind in der einen großen Freiheit, in der herrlichen Freiheit der Kinder Gottes. Losgebunden sind wir von allem Unwahren, Gefährlichen, Hölzernen, Krummen, Toten. Was soll uns das alles? Das gehört doch nicht zu uns! Atmen und singen und springen dürfen wir in der Welt Gottes. Denn Gott waltet und wirkt als die Kraft und der gute Wille und als der Friede von Ewigkeit zu Ewigkeit, und eine ganze Welt davon hält er bereit für seine Kinder. Und wir sind seine Kinder, und unser ist die Freiheitswelt, in der das Krumme, Tote keine Macht mehr hat, in der das Leben anfängt.
Diese Freiheit kommt, wenn Gott siegt. Sein Wille muß alles das überwinden, was sich zwischen ihn und das Leben der Menschen hineingedrängt hat. Seine Klarheit muß aufdecken, was eigentlich das Wirkliche ist in der Welt. Seine Kraft muß herumbringen, was da immer sich gegen ihn stellt, ihm den Rücken kehrt, sich von ihm weg verloren hat. Er muß sein Volk, die Menschheit durch die Wüsten und dunklen |173 Täler führen in das gelobte Land, das er ihnen verheißen hat und das da heißt: Gerechtigkeit, Brüderlichkeit, Reinheit, Freude und Frieden. Er muß die Menschlein alle, jedes einzelne, das eine so, das andere so, das eine früher, das andere später finden in dem Getümmel und Getriebe, in das wir uns gestürzt, und in den Schlupflöchern, in die wir uns verkrochen hatten, muß uns finden, um uns teilnehmen zu lassen an einem Leben in der Gemeinschaft mit ihm. Er muß sich durchsetzen als der Meister, als der, der da war im Anfang, ohne den nichts ist, was ist1, und außer dem nichts bestehen kann. Sein Werk, seine Schöpfung, sein Sieg, sein unbegreifliches Wunder ist unsere Freiheit.
Und doch eigentlich kein Wunder, sondern fast etwas Selbstverständliches. Denn da wird ja nur offenbar, was wir eigentlich sind. Da kommt ja nur an den Tag, was tatsächlich in uns ist: die Aufgaben, die uns gegeben sind, und die Kräfte, die wir haben, um sie zu lösen — das Wunderbare, Ewige, Unsterbliche, das in einem Jeden von uns schlummert und das nur einmal zu erwachen und aufzustehen braucht, um tatsächlich und wirksam da zu sein — das Himmelreich, das da tief inwendig in uns wartet, bis wir ihm so stark vertrauen, daß es fröhlich und machtvoll hervorbrechen und zur Geltung kommen kann als die Welt, in die wir eigentlich gehören — die Liebe des Vaters, die uns von Ewigkeit her gekannt und gesucht und gefunden hat — seine großen Friedensgedanken über uns — seine unbegreifliche Absicht, gerade in unserem kleinen Menschengeschlecht sich zu verherrlichen, in unserem Leben und in unserer Geschichte sein verborgenes hohes Wesen ans Licht treten zu lassen. Das alles wird einmal klar als die innerste Bestimmung des Menschen: auf die Seite treten muß, was sich mit ihr nicht vereinigen läßt, auflösen muß sich das falsche Gebilde, das sich Mensch nannte und doch nichts war, auflösen die Welt von Nichtigkeit, die wir uns aufgebaut hatten und in der wir doch immer Fremde waren. Wenn das Wirkliche in uns zum Vorschein kommt, wenn wir uns endlich nicht mehr dagegen wehren, daß es zum Vorschein komme, dann ist die herrliche Freiheit da.
Du zweifelst und fragst, ob denn diese Freiheit auch etwas Wirkliches sei und nicht nur ein schöner Wunsch und Traum? Ja, so kannst du |174 wohl fragen, mit dem Mund und mit dem Kopf gleichsam, mit deinem äußeren Wesen. Unser Mund und Kopf muß gar Manches gefragt haben. Sieh, dein inneres Wesen fragt und zweifelt nicht, ob die Freiheitswelt Wahrheit sei. Du magst wohl schwere Erfahrungen gemacht haben, die dir das Hoffen und Glauben verleidet haben, du magst vor so großen Schwierigkeiten stehen im Leben, daß es dir unmöglich erscheint, etwas Anderes zu tun, als eben traurig zu verzichten, du magst einen scharfen Verstand haben, der dich gar gescheit und eindringlich schulmeistert über das, was möglich ist und unmöglich. Und so kommen von allen Seiten Fragezeichen, ob denn die Freiheitswelt Wahrheit sei oder nicht. Fürchte dich nicht zu sehr vor ihnen, nimm sie ja nicht zu ernst, sie kommen alle nur von außen her. Du selber zweifelst eigentlich gar nicht. In dir ist ein anderer Mensch, der wahrhaftige, der, der du wirklich bist, der weiß es viel besser, der sagt dir über alle Hindernisse und Bedenken hinweg: Natürlich ist doch die Freiheitswelt das Wirkliche, der Sieg Gottes und die Offenbarung des Menschen. Das ist das Wirkliche, und alles Andere ist ja gar nicht. Die Fragezeichen […]2 und lügen. Die alten Tanten «Lebenserfahrung» und «Schwierigkeiten» und der Herr Lehrer «Verstand» mit seiner Brille, die die Sonne vom Himmel disputieren möchten — die haben Unrecht, so gescheit sie sind. Natürlich kannst du doch nur an die Freiheit glauben, und alles Andere ist ein schrecklicher Aberglaube.
So sicher, als eben Gott Gott ist und nicht etwas Anderes. Nicht eine schöne Idee der Menschen, über deren Wahrheit und Geltung man erst verhandeln müßte. Nicht ein frommer Begriff, der zu den Eigentümlichkeiten von Religion und Kirche gehört, aber auch nur innerhalb dieses heiligen Bezirkes ernst zu nehmen ist. Und nicht ein freundlicher Trost für die Unvollkommenheiten des Lebens, wo man dann doch jedesmal zuerst wieder fragen muß: ja, tröstet mich nun das in diesem Falle wirklich? Nein, Gott ist ja die Realität des Lebens, fest und klar wie gar nichts sonst, erfahren und erkannt als das Sicherste vom Sicheren. Er hat sich uns offenbart, hat uns gezeigt, wie er selber nichts Anderes ist als lauter Freiheit, er hat zu uns gesagt: sieh, das ist und gilt unbedingt! Da kannst du nichts dagegen machen, das kannst du nun nur dankbar und fröhlich annehmen, dich ganz von der Freiheit durch|175dringen lassen, dich ganz in ihren Dienst stellen. Und wir mußten ihn anerkennen. Uns wurde klar, daß er unser Vater ist, daß wir zu ihm gehören und er zu uns. Ja, was sollen uns alle Bedenken und Hindernisse, die der Freiheitswelt entgegenstehen, die uns vorplaudern wollen, daß die Menschen nicht erlöst werden könnten, daß der alte Jammer und die alte Bosheit und Trägheit bleiben werden in Ewigkeit? Weil Gott Gott ist, bricht auch seine Welt herein und zerstört des Teufels Werke [vgl.
Und noch aus einem Grunde, sagt dir der andere Mensch, der innere Mensch, der Mensch in dir, der gar nicht fragen und zweifeln kann: darum, weil du du bist! Merkst du’s? Die Erkenntnis Gottes ist eben nicht eine menschliche Meinung, die man heute hat und morgen vielleicht wieder nicht mehr hat, wie man jetzt in ein Fernrohr guckt und die Wunder der Sternenwelt sieht und jetzt wieder absetzt und gar nichts mehr sieht als ein fernes Glitzern hoch dort oben. Nein, die Erkenntnis Gottes hat dich ja bereits zu etwas ganz Anderem gemacht. Ist nicht das Licht der Ewigkeit in dir angezündet? Hast du nicht den siegreichen Kampf gekämpft mit Christus? Hast du nicht das Kreuz mit ihm getragen? Hast du nicht mit ihm gespürt die Freude des Überwindens? Sieh, da ist ja einfach etwas Neues in dir entstanden. Der Gott, der die Realität des Lebens ist, hat dich berührt. Du bist sein Kind und weißt es, daß du es bist. Die Freiheit hat schon in dir angefangen. Du kannst gar nicht mehr glauben an die krummen, toten Sachen. Du mußt dich darauf freuen, und ganz getrost und sicher freuen, daß die Freiheitswelt kommt mit all der Erlösung und dem neuen Leben, das sie bringt. Du müßtest ja dich selbst verleugnen, müßtest ein ganz Anderer sein, als du bist, wenn du’s anders denken wolltest, gerade wie Gott nicht Gott sein müßte, wenn die Freiheit nicht käme.
So stehst du ganz sicher und fest da im Leben, weil du sein herrliches Geheimnis kennst, — du siehst sicher hinein in diese Herrlichkeit, obwohl du sie erst von ferne siehst; du hast sie schon, obwohl du erst eine Knospe in der Hand hältst; du lebst schon in der Zuversicht und Freudigkeit der Erntezeit, obwohl erst Frühling ist. Nicht mutlos werden, wenn du um dich her so viele siehst, die ohne Hoffnung leben. Nicht zornig und nicht hochmütig werden, wenn du merkst, daß sie dich mißverstehen. Warten, bis auch ihr Tag kommt, der Tag aller Menschen, wo sie Gott erkennen und sich selber, wo das Geheimnis der |176 herrlichen Freiheit der Kinder Gottes sich auch ihnen auftut. Und unterdessen reif und reifer werden, du selber, unter Wachen und Beten, daß die alte Gefangenschaft es nicht wieder gewinne über dich. Sie kann es gar nicht, wenn du auf der Hut bist. So stehst du da im Leben als ein reifer Mann und kannst mit vollen Händen austeilen und hast erst noch die Anwartschaft auf viel, viel mehr, als du jetzt hast, und die stille Freude, daß alle Armen einmal reich sein werden. Bis die Freiheit hereinbricht und da ist für dich und für Alle, das Vollkommene, die Ewigkeit, Gottes Welt mit ihren Ordnungen und Kräften.
Doch nun erhebt sich jäh der Zweifel und unterbricht das Bekenntnis der Hoffnung. Das hakt ein mit seinen Fragen von einer ganz unerwarteten Seite. Wie denn? Gottes Welt eine Welt der Freiheit? Freiheit vom Krieg? Freiheit von der Verzweiflung? Freiheit von der Selbstsucht, von der Eitelkeit, vom Zwang, vom Tod? Und das soll das Ziel der Menschen sein, an das wir glauben, nach dem hin wir uns richten sollen? Und dabei ist doch das Menschlein nur ein ganz kleines Glied inmitten einer Naturwelt, in der von solcher Freiheit furchtbar wenig wahrzunehmen ist.
Kein Krieg mehr? Sieh, wie die Schöpfung Gottes voll ist vom Kampf ums Dasein3 seit dem ersten Tag. Wozu braucht der Tiger seine Zähne, der Haifisch seinen Rachen, der Vogel seine Klauen? Was spielt sich ab da draußen beständig, bis hinunter zu den Kleinsten, zwischen den Starken und den Schwachen? Was sind die Leiden, die Verluste in den Kriegen der Menschen neben dem unsäglichen Meer von Entsetzen und Grausamkeit, von denen das Leben der Kreaturen Gottes erfüllt ist? Und muß es nicht so sein? Folgen sie nicht alle ihren Naturtrieben? Und da redet und hofft ihr Menschen von Freiheit: kein Krieg mehr?
Keine Zerstörung, keine Vernichtung mehr, hofft ihr, Leben und Kraft in Fülle? Ja, die Schöpfung Gottes zeigt uns Leben und Kraft in Fülle, aber daneben zehnmal soviel von Untergang und Tod. Die Erdbeben und die Vulkanausbrüche, die Krankheitskeime und die Mißge|177burten, die nutzlose Verschleuderung von Milliarden und Milliarden Pflanzensämlein in jedem Frühling, sieht das aus wie Leben und Kraft?
Und an eine Freiheit vom Zwang glaubt ihr auch noch und an ein Schaffen der Menschen aus eigenem Willen und eigener Freude? Und dabei ist die ganze Natur ein einziger ungeheurer Zwang: nach ewigen, ehrnen Gesetzen müssen sie alle ihres Daseins Kreise vollenden4.
Und einen Sinn wollt ihr finden in eurem Leben und Dasein, Zweck und Bedeutung soll es haben und bekommen, und dabei gibt’s unter den Kreaturen Gottes unzählige so ganz sinnlose Erscheinungen: Giftschlangen, die Menschen und Tieren auflauern, Hagel und Raupen, die alle Arbeit zunichte machen können, Unkraut, das überall ist, wo es nicht sein sollte.
Und ein Reich der Liebe erwartet ihr in jener Freiheitswelt, und dabei predigt die ganze Natur bis hinunter zum kleinsten Gräslein eine fröhliche, selbstverständliche Selbstsucht: meine Wurzeln, mein Erdboden, meine Nahrung, mein Platz an der Sonne, sagt es, gerade wie die Großmächte bei den Menschen!5, und was es nicht freiwillig bekommt, das nimmt es sich wie die Engländer und die Deutschen, und beständig ist Krieg zwischen den Gräslein auf der Erde und unter der Erde.
Und daß eine Welt komme, in der der Tod nicht mehr sein wird [vgl.
Seht, so sind wir rings umgeben von einer Welt, die voll ist von Unfreiheit, und schwer will es sich auf die Kinder Gottes legen: wo bleibt da unsere herrliche Freiheit? O, die Gefangenschaft ist größer, viel größer, als wir dachten. Da sind nicht nur die Menschen, die so unerlöst in Leid und Unrecht auf ihren Weglein gehen, in ihren Höhlen sich verkriechen, da ist ein ganzer, undenkbar weiter Zusammenhang: Pflanzen und Tiere und Steine, die Luft über uns und die Erde unter uns gehören auch dazu, da ist überall Leid und Unrecht und Tod. Da ist überall Gefangenschaft, unerlöstes Wesen. Was ist der Mensch Anderes als ein kleines Stücklein Natur mit all der Unvollkommenheit, die der Natur anhaftet? Und was ist die Natur Anderes als ein ungeheures Spiegelbild des Menschen, ein Spiegelbild, das überall mit furchtbarer Deutlichkeit nicht von Freiheit, sondern von Gefangenschaft redet? Das bin ich!, sagt dir die Natur — und das bist auch du!, setzt sie hinzu, Kampf und Selbstsucht und Verkehrtheit und Leid und Tod!
So, nun gib Antwort als ein rechtes Kind Gottes auf die lange Zweifelsrede. Ich sage das nicht nur so zum Wortemachen: als Kinder Gottes müßten wir antworten. Wir können eben die rechte Antwort nur geben, wenn wir wieder fest daran denken, wer Gott ist und wer wir sind. Und wenn wirs vielleicht vergessen haben, dann müssen wir uns durch den Blick auf Christus wieder recht darin fest machen. Sonst erdrücken uns diese Fragen, denn sie sind viel zu schwer. Mancher Glaube, der nicht fest ist, manche Hoffnung, die noch menschlich-unrein ist, muß einfach unter ihrem Gewicht zerbrechen oder doch zusammenknicken. Gott ist ein Anderer, als wir uns gedacht, sagt sich dann der geknickte Glaube. Gott will wohl die Freiheit und das ewige Leben der Menschen. Aber niemand weiß, wie es dazu kommen soll. Denn in seiner unerforschlichen Weisheit will er beständig auch noch ganz andere Dinge, die von Freiheit und Leben das Gegenteil sind, will Streit und Gift und Schmerz und Tod bei Tieren und Pflanzen und darum wohl auch Krieg und Torheit und Vergänglichkeit bei den Menschen. Er zeigt uns ein Ziel, aber er legt uns auch Stein um Stein in den Weg, damit wir es nicht erreichen, und wie wir es doch erreichen sollen, das können wir nicht wissen, das ist wiederum sein unerforschlicher Ratschluß. Seht, so muß |179 der geknickte Glaube antworten. Wir haben wohl alle schon so geantwortet und gedacht.
Aber jetzt laßt das Kind Gottes reden, das es besser weiß. Was weiß es? Es weiß, wer Gott ist und bleibt durch Alles hindurch. Es schaut hin auf seine väterliche Güte und weiß, daß es damit in sein Herz hineinschaut und daß in diesem Herzen Gottes keine anderen Gedanken sind als Friedensgedanken [vgl.
Woher dann die Finsternisse des Lebens, das Krumme und Tote in unserem Dasein, die Steine und Fußangeln auf unserem Weg? Ja woher? Weil wir von Gott uns weggewandt, weil die Menschheit seit
Und darum können wir doch gar nicht anders denken an die Finsternisse des Lebens als mit der festen Gewißheit: das alles muß doch gar nicht so sein, eben weil es ja doch nicht von Gott ist. Ja, ohne Gott, da wären wir nun freilich ratlos, da könnten wir nur sagen: das kann wohl nicht anders sein; aber nun sehen wir auf Gott hin, und sofort wird unser Blick Sehnsucht und Glaube und Gewißheit: meine Not und aller Menschen Not hebt Gott auf, wendet sie durch seines Armes Kraft in Freude und Gerechtigkeit, wenn der Bann gebrochen ist, der uns von |180 ihm trennt, wenn wir ihn wieder gefunden haben als den Herrn unseres Lebens. Er ist dann eben auch der Herr der Welt und bringt Alles zurecht. Darum hat Jesus gesagt: wenn dein Auge licht ist, so wird dein ganzer Leib Licht sein, wenn aber das Licht in dir Finsternis ist, wie groß wird die Finsternis sein [vgl.
Ich meine, das ist ein Vorgang von so überwältigender Klarheit, daß wir gar nicht anders können, als nun von da aus auch auf jenes Spiegelbild der Naturwelt mit ihrer Unvollkommenheit und Vergänglichkeit mit diesen Gedanken hinblicken. So hat es auch
Liebe Freunde, ist das nicht ein freudiger, großer Gedanke, daß da draußen eine ganze unermeßliche Welt gleichsam mit uns im Kampf steht gegen denselben Feind, daß auch da draußen Alles einer neuen Welt, einer Erlösung entgegengeht? Nein, das soll uns nicht niederdrücken, die Tatsache, daß auch die Tierlein und die Pflanzen mit uns in der Gefangenschaft des alten Wesens sind, sondern die Augen öffnen muß uns das, daß wir sehen, wie groß die Freiheit eigentlich ist, die hereinbrechen will, Mut machen muß uns das zu einem ganz großen Glauben, der Alles umfaßt und überwindet; verklären und vertiefen muß das unsere Hoffnung, daß wir wissen: Gott will Alles neu machen [vgl.
Und eins ist nun besonders wichtig:
- Nr. 237: «Wie schön leucht’t uns der Morgenstern» von
Ph. Nicolai , Strophen 1.3.4 und (nach der Predigt) 6 und 7 (= GERS [1952] 255; EG 70, mit teilweise abweichendem Text)