Gerhard Krüger an Karl Barth
Anhang 15
[Brief von
Privatdozent Dr.
Nachdem Sie Ihren Vortrag in Marburg
abgesagt haben, werden Sie kaum erwarten, noch einmal von einem andern von der Sache zu
hören. Ich möchte auch wirklich nicht, daß Sie sich nur um unsres «vielen Geilens»
willen doch noch entschließen zu kommen, wenn Sie es nur ungern tun können, — ohne
rechten Sinn darin zu finden. Aber unsre Lage ist peinlicher, als Sie vielleicht denken,
weil die Marburger in diesem Falle ohne Sie
gar nichts machen können; und auf der andren Seite hätte es vielleicht doch auch für Sie
einen Zweck, wenn Sie uns den Vortrag hielten. Selbstverständlich fehlt viel, wenn Sie
dabei nicht mit allen denen sprechen können, auf die es Ihnen ankommt, aber die
Möglichkeit, |242 das in Zukunft zu tun, bliebe Ihnen ja immer
noch, wenn Sie diesen vorläufigen Anlaß benutzten, nun die Sache auszuarbeiten: scriptum est, manet. Und für die
Ich möchte Sie allerdings überzeugen und nicht nur nötigen. Sie haben es sich ja anders vorgestellt und mit solchen Verlegenheiten bei uns nicht gerechnet. Ich brauche wohl nicht näher auszuführen, wie viel uns und insbesondre mir mit Ihrem Vortrag gedient wäre. Mich beschäftigt das Thema immer, und ich habe hier niemand, der mir das Theologische genügend sagen kann.
Ich kann Ihnen bei dieser Gelegenheit endlich für das freundschaftliche Interesse
danken, das Sie meiner Kantarbeit1 widmen. Ich hoffe |243 immer noch, daß ich Ihnen auch
für Ihr Kommen nach