Brief Nr. 100 · 8. April 1950

Rudolf Bultmann an Karl Barth

165

100

Lieber Herr Barth!

Gleichzeitig geht als Drucksache mein Hermeneutik-Aufsatz1 an Sie ab. Darf ich Sie um einen großen Gefallen bitten? Ich habe leider die Adresse Ihres Schülers Ott nicht notiert, der ein Semester hier in Marburg studieren möchte.2 Würden Sie so freundlich sein, sie mir auf der Antwortkarte3 gleich mitzuteilen? Ich möchte ihm gerne einen Vorschlag, die Wohnung betreffend, machen. Es tut mir leid, wenn ich Ihnen Mühe mache, aber ich wäre sehr dankbar, wenn Sie meinen Wunsch erfüllen könnten.

Mit den besten Grüßen
Ihr
Rudolf Bultmann

Sachfußnoten

1
R. Bultmann, Das Problem der Hermeneutik, in: ZThK, Jg. 47 (1950), S. 47–69 📖 (= GuV II, S. 211–235. Auf S. 68f. (= 233ff.) 📖) setzt sich Bultmann mit K. Barth, KD III/2, S. 534–537 📖, auseinander.↩
2
Heinrich Ott (geb. 1.9.1929), Schüler Barths und Bultmanns, wurde später Professor für Systematische Theologie in Basel; s. Nr. 104, Anm. 4.↩
3
Notiz unten auf Bultmanns Karte in der Handschrift von Frau Nelly Barth: «(beantw. 11.IV.50)». Barth unternahm vom 10. bis 17.4.1950 mit seinem Sohn Markus u. a. eine Reise durch Frankreich.↩