1936

Die deutsche Bekenntniskirche 1935/36

479

DIE DEUTSCHE BEKENNTNISKIRCHE 1935/36

1936

Dieser Artikel ist der zweite von insgesamt fünf Beiträgen, in denen Barth der Leserschaft des jährlich erscheinenden «Zwingli-Kalenders» Einblick in die kirchenpolitische Situation in Deutschland gab.1

Die Vorbereitungen für den Druck des im November 1936 erscheinenden Zwingli-Kalenders 1937 begannen wie gewöhnlich im Frühjahr des Vorgängerjahres. So fragte der Redaktor des Kalenders, Adolf Maurer2, Barth schon im April 1936 nach einem Beitrag für den neuen Kalender. Er machte inhaltliche Vorschläge, überließ die Wahl des Themas aber letztlich Barth: «Wollen Sie über die Kirchenfrage sich äussern, im Blick auch auf unsere schweizerische Situation? Nicht ungern hätte ich, Sie würden uns etwas sagen über: Christ und Jude. Was jetzt in der Welt darüber gesagt sein muss. Doch möchte ich Sie nicht einschränken. Vielleicht denken Sie an eine ganz andere Frage.»3 Barth entschied sich dafür, seinen im Vorjahr begonnenen Bericht aus dem deutschen Kirchenkampf fortzusetzen. Den ihm genannten Abgabetermin «gegen Ende Mai 1936»4 konnte er nicht einhalten; erst am 15. Juni 1936 schrieb er den gewünschten Beitrag.5

480 Inhaltlich stehen die Ausführungen Barths denen aus dem in Schaffhausen und Basel gehaltenen Vortrag Die bekennende Kirche im heutigen Deutschland6 und seinem im März veröffentlichten Artikel Der deutsche Kirchenstreit als Frage an den schweizerischen Protestantismus7 sehr nahe, weichen mitunter – etwa in der deutlich und uneingeschränkt geäußerten Kritik an der inzwischen zurückgetretenen ersten Vorläufigen Kirchenleitung um Bischof Marahrens8 – aber auch markant von den bisherigen Schilderungen ab.

Die Vorarbeiten Barths sind nicht erhalten. Unter den Original-Druck: K. Barth, Die deutsche Bekenntniskirche 1935/36, in: Zwingli-Kalender 1937, hrsg. von einem Kreis zürcherischer Pfarrer, Zürich 1936, S. 67–69 📖, platzierte die Kalender-Redaktion die Übersetzung eines Augustin zugeschriebenen Zitats: «In der Kirche gilt nicht: das sage ich, das sagst du, das sagt jener, sondern: das sagt der Herr!»9 Ein Wiederabdruck erschien in: Karl Barth zum Kirchenkampf. Beteiligung – Mahnung – Zuspruch (ThExh.NF 49), München 1956, S. 35–39 📖. Grundlage der nachfolgenden Edition ist der Original-Druck im Zwingli-Kalender 1937.

481

Die deutsche Bekenntniskirche 1935/36

Nachdem ich im Zwingli–Kalender 1936 einmal angefangen habe, den Lesern von der a-bekennenden Kirche-a im nationalsozialistischen Deutschland zu erzählen, ist es mir willkommen, meinen Bericht fortsetzen zu dürfen. Ich tue es sogar mit mehr Freude als b-das letzte Jahr-b, weil bei aller Sorge, mit der man immer noch und immer wieder und in bestimmter Hinsicht noch mehr als früher an die Ereignisse draußen denken muss, im entscheidenden Punkt Besseres zu melden ist.

Es wird in der Schweiz manchem aufgefallen sein, dass die Nachrichten unserer politischen Zeitungen über die kirchlichen Vorgänge in Deutschland im vergangenen Jahr mit Ausnahme weniger besonderer Anlässe viel spärlicher waren als früher und manchmal auf lange Zeiten fast ganz aussetzten. Nichts wäre verkehrter, als wenn man daraus den Schluss ziehen wollte, dass der Kampf eben zu Ende sei oder doch seinem Ende entgegen gehe. Ein Grund jener Erscheinung ist zunächstc einfach der, dass die polizeiliche Einschränkung bzw. Unterdrückung der d-Presse, aber-d auch die Behinderung des halböffentlichen Nachrichtenapparates der bekennenden Kirche10 in diesem Jahr noch erheblich schärfer geworden iste und dass auch die Mitteilungen, die den Auslandskorrespondenten unserer Zeitungen auf |482 andernf Wegen zugehen mögen, nur ziemlich allgemein und farblos sein können. Es ist schon ein bisschen wahr geworden, was man vor zwei bis drei Jahren mehr im Scherz als im Ernst voraussagte: Die bekennende Kirche existiert jetzt tatsächlich gerade in ihren wichtigsten Organen und Betätigungen in den «Katakomben»,11 d. h. abseits der jedermann bekannten und zugänglichen öffentlichen Räume. Der andere und wichtigere Grund ist der, dass die Fragen, die die bekennende Kirche gerade im letzten Jahr beschäftigt haben, in erhöhtem Maße sachlich, d. h. ernsthaft kirchliche Fragen waren, zu deren Einschätzung und Beurteilung es wohl den meisten Korrespondenten und Redakteuren unserer Tageszeitungen und nicht zuletzt: der Mehrheit unserer Zeitungsleser schlicht gesagt an Sachkenntnis und darum danng auch an Interesse fehlte. Ich halte das für das Zeichen eines Fortschrittes; an dem «Interesse», das unsere Öffentlichkeit lange Zeit an dem «deutschen Kirchenstreit» genommen hat, konnte man, wenn man wusste, was auf dem Spiel stand und noch steht, doch nur sehr teilweise Freude haben.12 Es ist nur in der Ordnung, dass die Sache denen, die Kirchliches unkirchlich, Glaubensfragen glaubenslos verstehen und bereden zu können meinten, mit der Zeit langweilig wurde. Der «Kirchenstreit» ist verborgener geworden, gerade weil er wesentlicher geworden ist.

483 Als ich vor einem Jahr darüber schrieb, habe ich nicht verhehlt, wieviel grundsätzliche Unklarheit bei aller guten Absicht die bekennende Kirche selbst dauernd belaste,13 und ich kann jetzt wohl gestehen, dass meine Gedanken darüber noch sehr viel schmerzlicher waren als das, was ich öffentlich sagen mochte. Man wusste so gar nicht bestimmt, ob man sich nun eigentlich zu seinem eigenen guten Bekenntnis zum Evangelium bekennen und alles Weitere dem Evangelium selbst überlassen oder ob man die Kirche nicht doch lieber auf dem Wege vermeintlich kluger Anpassungen und Nachgiebigkeiten retten solleh. In dieser Unklarheit hatte sich die bekennende Kirche an einem unseligen Novembertag des Jahres 1934 eine Leitung, an ihrer Spitze der hannoversche Landesbischof Marahrens, gegeben.14 Ihre etwas mehr als ein Jahr dauernde Tätigkeit glich der einer Liquidationskommission wirklich mehr als der eines Exekutivausschusses. Mehr als eine ihrer Kundgebungen sah denen der Deutschen Christen zum Verwechseln ähnlich.15 In dieser Unklarheit manövrierten (und |484 manövrieren trotz aller Treueversicherungen gegen den alten Heidelberger Katechismus bis auf diesen Tag!) leider auch die zwei reformierten Landeskirchen von Ostfriesland und von Lippe.16 Im Zeichen dieser Unklarheit stand noch die im Juni 1935 abgehaltene Reichssynode von Augsburg.17

i-An dem ist es nun nicht-i, dass diese Unklarheit seither einfach verschwunden wäre. Es ist aber an dem, dass j-Klarheit und Unklarheit sich-j seither ganz anders, als es noch vor einem Jahr der Fall war, gegeneinander abgegrenzt haben. k-Die Unklarheit hat-k als solche, so merkwürdig das klingen mag, einel bestimmte, fest umrissene Gestalt angenommen, und nun gibt es auch ihr gegenüber eine bestimmte Linie, einen energischen Widerspruch. Viel (vielleicht noch 68 nicht alle) Spreu ist vom Korn geschieden [vgl. Mt. 3,12]. Die Reihen der Bekenntniskirche sind überall enger, aber auch überall geschlossener geworden. Man weiß jetzt in diesen Reihen, was man mit dem Zeugnis von Jesus Christus im nationalsozialistischen Deutschland will und nicht will. Das ist das entscheidend Bessere, das heute zu berichten ist. Es ist so gekommen:

Die Hitler-Regierung hielt es im Herbst 1935 auf einmal für richtig, in ihrem Verhalten zur evangelischen Kirche einen neuen Kurs |485 einzuschlagen. Ein besonderes Kirchenministerium unter der Leitung des ehemaligen Justizbeamten Kerrl wurde eingerichtet mit dem Auftrag, zwischen den beiden «Gruppen» (!), den bisher schlechterdings bevorzugten Deutschen Christen und der Bekenntniskirche, eine Vermittlung und so den Frieden in der Kirche herzustellen.18 Mit fast hörbarem Knall wurde der einst so gewaltig eingesetzte Reichsbischof Müller – zwar nicht abgesetzt, wohl aber (er war längst eine unmögliche Figur geworden) in einen Zustand unschädlicher Ruhe versetzt, und ähnlich erging es seinen Unterbischöfen in den verschiedenen Ländern: einer von ihnen erklärte seinen Rücktritt mit der Begründung, dass er sich hinfort ganz der – Käferforschungm zuzuwenden gedenke.19 An ihre Stelle traten überall sogenannte «Kirchenausschüsse», von dem neuen Ministern aus Vertretern der beiden «­Gruppen» sowie aus allerhand bisher Neutralen mehr oder weniger paritätisch zusammengesetzt. An die Spitze des Reichskirchenausschusses wurde berufen und ließ sich berufen der seit sechs Jahren im Ruhestand befindliche 76jährige Generalsuperintendent Zoellner, vor drei Jahrzehnten ein gewaltiger Kämpfer für das, was man damals «positive» Theologie nannte.20 – Das Ereignis war an sich zweifellos |486 ein erster deutlicher Erfolg des bekenntniskirchlichen Widerstandes. Der Staat – dieser Staat! – wich zurück. Es war, in aller Schwachheit und Unsicherheit, nicht umsonst gekämpft und gelitten worden. Dann nämlich, wenn man entschlossen war, sich mit diesem Erfolg nicht zufrieden zu geben, sondern nun erst recht zu kämpfen und zu leiden. Oder konnte, durfte – musste man nun, des langen Haders müde, die Winterquartiere beziehen?21 An dieser Frage kam es zu jener Scheidung zwischen Unklarheit und Klarheit.

Da waren alle die, die das Programm der Deutschen Christen: «Christus undo Hitler», im Grunde immer gutgeheißen, nur eben an den robusten Methoden und Personen der Deutschen Christen, insbesondere an der des «Reibi», sich gestoßen hatten.22 Die die Bekenntniserklärungen von Barmen und Dahlem: über die alleinige Geltung der Heiligen Schrift und über die Freiheit der Kirche, sich selber zu |487 regieren,23 nur als kräftige Worte einer schönen, aber bei Gelegenheit auch wieder zu den Akten zu legenden Resolution,24 die die ganze Bekenntniskirche selbst p-immer nur-p als eine «Gruppe» aufgefasst hatten, neben der es andere «Gruppen» ohne Bekenntnis oder q-anderen Bekenntnisses-q sehr wohl geben könne.25 Die auf das angeblich «positive Christentum» des nationalsozialistischen Staates26 trotz seines theoretisch und praktisch längst bewiesenen Heidentums immer noch Hoffnungen setzten oder vor der Drohung, die natürlich auch hinter Kerrls Programm stand,27 immer noch Angst hattenr. Die als angeb|488liche Lutheraner schon längst ängstlich auf den Augenblick gewartet hatten, der ihnen das Einverständnis mit der ihnen von Gott nun einmal verordneten Obrigkeit wieder bringen würde. Oder endlich die, die ihren Gemeinden und wohl auch sich selbst die Kraft zum weiteren Durchhalten nicht zutrauten. Sie alle schwenkten jetzt, zögernd die einen, beschwingten Schrittes die anderen – allen voran der Landesbischof Marahrens28 – ein, wurden Mitglieder der Kirchenausschüsse oder nahmen die Zusammenarbeit mit ihnen auf.

Man kann nicht dankbar genug sein für die Aufrichtung dieses die Geister scheidenden Zeichens: im Blick s-auf das nämlich-s, was auf der anderen Seite geschah. Die Bekenntniskirche als Ganzest hat sich den Ausschüssen so wenig unterworfen wie vorheru dem Reichsbischof, und zwar mit der Begründung: dass es ihr durch das Bekenntnis ver|489wehrt sei, sich vom Staat (und wäre es durch die Hand noch so «positiver» Theologen!) regieren und sich statt als die rechtmäßige evangelische Kirche als eine «Gruppe» in einer teils evangelischen, teils deutsch-christlichen Kirche behandeln zu lassen. Es ging gewiss keinem einzigen der verantwortlichen Männer um die Freude am Streit («Pastorengezänk»!29); es ging aber in aller Nüchternheit darum, zu dem Zeugnis zu stehen, das man im Jahre 1934 vor aller Welt abgelegt hatte. Die Bekenntniskirche hat auf der im Februar 1936 abgehaltenen Reichssynode zu Oeynhausen erklärt, dass sie etwas anderes zu tun auch gegenüber dem neuen System nicht in der Lage sei.30 Die Kirchenregierung Marahrens trat zurück, an ihre Stelle kamen Männer, 69 die ernst und entschlossen den geraden Weg gehen werden und schon angetreten haben.31

Es kann gerade v-dem Schweizer-v nicht leichtfallen, diese Ereignisse zu verstehen. Sind doch die Gesinnung und das System der Unklarheit, von denen sich die deutsche Bekenntniskirche noch einmal abgewandt hat, ziemlich genau die Gesinnung und das System unserer w-schweizerischen Landeskirchen-w. Was wissen wir anderes, als dass die Kirche nun einmal aus «Gruppen» besteht und also kein Bekenntnis wagen und haben kann?32 Was wissen wir anderes, als dass man |490 auch in der Kirche ebensowohl Christus allein wie Christus und anderen Herren die Ehre geben darf? Nur mit dem Unterschied, dass wir keinen Kerrl haben, der uns die Sache aufdrängt, sondern dass wir sie bisher selber so haben wollten. Da mag es wohl manchem bei uns naheliegen, das Verhalten der deutschen Bekenntniskirche, die ihm vielleicht bisher nicht unsympathisch war, nun doch etwas ungebärdig und schroff zu finden. Er versäume es doch nicht, bei dem Anlass darüber nachzudenken, was eigentlich Kirche ist, ob eine Kirche anders bestehen und handeln kann, als es die deutsche Bekenntniskirche in diesem Jahr getan hat.

Ich möchte wohl wissen, wie die Fortsetzung dieser Kirchengeschichte aussehen wird, über die ich vielleicht nächstes Jahr berichten darf. Man kann sie tatsächlich heute nicht voraussehen. Die inneren und äußeren Schwierigkeiten, in denen sich die Bekenntniskirche nach wie vor und x-in gewissem-x Sinne jetzt erst recht befindet, kann man sich nicht leicht groß genug vorstellen. Es kann sein, dass noch viele, auch von denen, die der groben Gewalt gegenüber in diesen Jahren tapfer waren, der feinen Versuchung dieses Ausschuss-Programms gegenüber weich werden und in sich zusammensinken. Es kann sein, dass der nationalsozialistische Staat nur auf die Beendigung der Olympiade, d. h. auf die Abreise der vielen jetzt in Deutschland weilenden Ausländer33 wartet, um dann gegen die Bekenntniskirche |491 loszuschlageny, wie er es gegen andere Ungefüge getan hat. Es kann sein, dass der jahrhundertealte Gegensatz von Lutheranern und Reformierten auch der Bekenntniskirche noch viel unnötige Hemmungen z-bereiten wird-z. Es kann sein, dass das Ganze doch noch mit einem faulen Kompromiss endigt. Vor einem Jahr habe ich das Letztere unter dem Druck gewisser Beobachtungen im Zwingli-Kalender noch als «sehr wahrscheinlich» bezeichnet.34 Heute könnte ich es doch nur noch als möglich bezeichnen. Es hat sich gerade in der Sichtung dieses Jahres35 gezeigt, dass es an aa-einer dünnen, aber festen Front-aa von Pfarrern und Gemeinden, die zu neuer Treue und neuem Einsatz bereit sind, nicht fehlt, auch nicht an einem verheißungsvollen theologischen Nachwuchs, auch nicht an klugen und energischen Führern. Es hat sich gezeigt, dass die Entscheidungen des Jahres 1934 (Barmen und Dahlem) inneres Gewicht und bindende Kraft haben. Es hat sich ein immer mehr erwachendes Bewusstsein davon gezeigt, dass die Kirche nicht zwei Herren dienen kann [vgl. Mt. 6,24] und dass sie dann am sichersten geht, wenn sie aus dieser Sachlage gegenüber einem Staat, der es durchaus anders haben will, alle gebotenen Konsequenzen zieht. Es hat sich gezeigt, dass gerade die echten Lutheraner und die echten Reformierten (zu denen die, die sich am eifrigsten so nennen, meist nicht gehören) sich helfen können, statt sich Steine in den Weg zu legen. Es hat sich aber vor allem auch in diesem Jahr gezeigt, dass das Wort Gottes die wunderbar trägt, die sich von ihm |492 tragen zu lassen bereit sind. Wenn man sich das alles vor Augen hält, mag man wohl, weil auf dieser Erde nichts Sicheres ganz sicher ist, mit der Möglichkeit eines, menschlich geredet, unguten Ausganges der Sache rechnen. Man wird aber doch auch im Gedanken an diese Möglichkeit ganz ruhig sein: hier wurde und hier wird eine Saat ausgeworfen, die einmal Früchte tragen wird. Wann und wie? Dominus providebit [vgl. Gen. 22,8]. Möchten die schweizerischen Zeitgenossen dann nur nicht dastehen als solche, die wohl Calvin und die Kämpfe des fernen 16. Jahrhunderts trefflichab zu feiern,36 an der Not und Hoffnung einer Kirche in der Gegenwart aber nur vorbeizusehen verstanden haben.

Textkritische Fußnoten

a-a
Hier und im Folgenden in ThExh.NF 49 groß geschrieben: «Bekennende/n Kirche». Diese und andere in den Wiederabdruck eingetragene Großschreibungen werden im Folgenden nicht gesondert ausgewiesen.↩
b-b
ThExh.NF 49: «im letzten Jahr».↩
c
Fehlt in ThExh.NF 49.↩
d-d
ThExh.NF 49: «Presse wie».↩
e
ThExh.NF 49: «sind».↩
f
ThExh.NF 49: «anderen».↩
g
Fehlt in ThExh.NF 49.↩
h
ThExh.NF 49: «wolle».↩
i-i
ThExh.NF 49: «Es ist nun nicht an dem».↩
j-j
ThExh.NF 49: «sich Klarheit und Unklarheit».↩
k-k
ThExh.NF 49: «Diese Unklarheit».↩
l
ThExh.NF 49: «hat eine».↩
m
ThExh.NF 49: «Käfersammlung».↩
n
ThExh.NF 49: «Kirchenminister».↩
o
In ThExh.NF 49 nicht hervorgehoben.↩
p-p
ThExh.NF 49: «nur immer».↩
q-q
ThExh.NF 49: «mit anderen Bekenntnissen».↩
r
ThExh.NF 49: «haben».↩
s-s
ThExh.NF 49: «nämlich auf das».↩
t
ThExh.NF 49: «Ganze».↩
u
ThExh.NF 49: «früher».↩
v-v
ThExh.NF 49: «den Schweizern».↩
w-w
ThExh.NF 49: «Schweizerischen Landeskirche».↩
x-x
ThExh.NF 49: «im gewissen».↩
y
ThExh.NF 49: «so loszuschlagen».↩
z-z
ThExh.NF 49: «bereitet».↩
aa-aa
ThExh.NF 49: «einem dünnen aber festen Band».↩
ab
ThExh.NF 49: «kräftig».↩

Sachfußnoten

1
Zum 1919 erstmals herausgegebenen und in der Mitte der 1930er in einer Auflage von 50 000 Exemplaren erscheinenden Zwingli-Kalender vgl. V.u.kl.A. 1934–1935, S. 790, Anm. 2. 📖 – Bereits im Kalender von 1936 war erschienen: K. Barth, Bekennende Kirche im nationalsozialistischen Deutschland, in: a.a.O., S. 790–804 📖; in den Kalendern für 1938–1940 folgten: ders., Die deutsche Bekenntniskirche 1936/37 (s. unten, S. 743–756) 📖; ders., Die deutsche Bekenntniskirche 1937/38, in: Zwingli-Kalender, Jg. 21 (1939), S. 61–63 📖; ders., Die Bekennende Kirche in Deutschland im Jahre 1938/39, in: Zwingli-Kalender, Jg. 22 (1940), S. 65–68 📖.↩
2
Adolf Maurer (1883–1976), seit 1929 Pfarrer in Wiedikon ZH, 1919–1968 Redaktor des «Zwingli-Kalenders», den er gemeinsam mit «einer Gruppe zürcherischer Pfarrer» (Angabe auf dem Titelblatt) herausgab.↩
3
Brief Maurers an Barth vom 14.4.1936 (KBA 9336.245).↩
4
Ebd.↩
5
Taschenkalender Charlotte von Kirschbaum, Eintrag vom 15.6.1936: «Karl schreibt Art[ikel] für Zwinglikalender 1937 ‹Die bek[ennende] Kirche in Deutschl[and] 1935/36›. sehr wichtig u[nd] tröstlich».↩
6
Siehe oben, S. 326–376.↩
7
Siehe oben, S. 386–399.↩
8
Vgl. unten, S. 483.↩
9
So lässt sich das Zitat bei Augustin nicht nachweisen (vgl. aber A. Augustinus, De unitate ecclesiae, cap. 3, V [MPL 43, col. 394] 📖: «Sed, ut dicere coeperam, non audiamus, Haec dicis, haec dico; sed audiamus, Haec dicit Dominus.»), wurde aber in der dieser Übersetzung entsprechenden lateinischen Fassung von Barth selbst schon 1923 verwendet: «In ecclesia non valet: hoc ego dico, hoc tu dicis, hoc ille dicit, sed: haec dicit Dominus» (K. Barth, Von der Paradoxie des «positiven Paradoxes». Antworten und Fragen an Paul Tillich, in: V.u.kl.A. 1922–1925, S. 349–380, dort S. 375 📖). Nach dem Vorwort zu: A. Fr. Chr. Vilmar, Dogmatik. Akademische Vorlesungen, nach dessen Tode hrsg. von W. Piderit, erster Theil, Gütersloh 1874, S. V 📖, hatte Vilmar das vermeintliche Augustin-Zitat in dieser wohl geläufigen Form «eigenhändig» unter ein «auf Veranlassung seiner Zuhörer» von ihm genommenes «Portraitbild» gesetzt. – Vielleicht war beiden, Barth wie dem Redaktor Adolf Maurer, das Zitat in diesem Zusammenhang begegnet.↩
10
Ein verbreitetes Mitteilungsorgan, die seit 1933 erscheinende «Westdeutsche Eilkorrespondenz» (vgl. dazu und zu ähnlichen Publikationen oben, S. 395, Anm. 29), konnte beispielsweise am 2. Mai 1935 nur noch mitteilen, dass ihr Erscheinen «bis auf weiteres verboten» sei; der Herausgeber musste bei dieser letzten Mitteilung vertreten werden, weil er sich in «Schutzhaft» befand (vgl. Fürbitte. Die Listen der Bekennenden Kirche 1935–1944, bearb. von G. Grünzinger / F. Walter, Göttingen 1996, S. 206 📖). Auch renommierte Zeitschriften wie die «Junge Kirche» hatten immer wieder mit dem Verbot einzelner Hefte zu kämpfen oder konnten ganze Texte oder einzelne Passagen daraus nur geschwärzt erscheinen lassen.↩
11
Diese Formulierung erscheint prominent in K. Barth, Theologische Existenz heute!, in: V.u.kl.A. 1930–1933, S. 270–363, dort S. 324 📖: «Ich halte dafür, dass die evangelische Kirche lieber zu einem kleinsten Häuflein werden und in die Katakomben gehen sollte, als dass sie mit dieser Lehre auch nur von ferne Frieden schlösse.» Zu den höhnischen Reaktionen gerade auf dieses Wort vgl. a.a.O., S. 324f., Anm. 128.↩
12
Allein der Zürcher Kirchen- und Dogmengeschichtler Fritz Blanke (1900–1967) schrieb im zweiten Halbjahr 1933 fünf Artikel darüber in der «Neuen Zürcher Zeitung» (vgl. Bw.Brunner, S. 265, Anm. 15 📖). Besonders verärgert war Barth über drei im März 1934 erscheinende Artikel, von denen zwei Jakob Albert Oeri (1875–1950), der Chefredakteur und Leiter der «Basler Nachrichten», verfasst hatte. Sie veranlassten ihn zu einer dann allerdings nicht veröffentlichten Stellungnahme: K. Barth, Zur Lage der «protestantischen Opposition» in Deutschland, in: V.u.kl.A. 1934–1935, S. 157–168 📖.↩
13
Vgl. Barth, Bekennende Kirche im nationalsozialistischen Deutschland (Anm. 1), S. 802–804 📖: Durch die Geschichte der Bekennenden Kirche zöge sich ein «roter Faden von evangelischer Klarheit, Treue und Tapferkeit», der «mit der Zeit fester, aber auch eher dünner geworden» sei, und «wurde und wird immer wieder bedeckt von ganzen Lawinen von merkwürdigster Unklarheit, von klügelnder politischer Vorsicht und Bedenklichkeit, von ‹Liebe› am falschen Ort, von eitler Geschäftigkeit und ebenso eitler Schwerfälligkeit». Der Weg der Bekennenden Kirche sei «auch in ihrer eigensten Sache, aus der Nähe gesehen, fast eine einzige Folge von Irrungen, Wirrungen und Enttäuschungen gewesen».↩
14
Zur am 22. November 1934 erfolgten Wahl der (ersten) Vorläufigen Kirchenleitung mit August Marahrens an der Spitze vgl. oben, S. 360.↩
15
Barth nähert sich in seiner Einschätzung der VKL I hier wieder jener sehr kritischen Haltung an, die er unmittelbar nach deren Einsetzung eingenommen hatte; vgl. K. Barth, Gedanken zur Lage, in: V.u.kl.A. 1934–1935, S. 579–609, dort S. 603 📖: «Marahrens ist kein Grabenkämpfer. Wir haben einen Spatzen in der Hand (Sechserrat) gegen eine Taube von uns eingetauscht, und diese kann leicht wegfliegen. Lesen sie neben dem ersten Aufruf des neuen Regiments eine Predigt von Asmussen oder Niemöller oder auch ein Heft der Theologischen Existenz. So hören sie schon einen seltsamen verschiedenen Klang heraus.» Zwischendurch konnte er durchaus mildere Töne angeschlagen: «Immerhin wird man sagen dürfen, dass auch die Kirchenleitung Marahrens eine Kirchenleitung war, die sich in Gegensatz zu der offiziellen Müllers stellte, die sich zur BK halten wollte und es auch, freilich mehr schlecht als recht, tat» (s. oben, S. 361).↩
16
Gemeint sind die 1882 gegründete und seit 1922 selbständige Evangelisch-reformierte Landeskirche der Provinz Hannover, deren Kirchenleitung in Aurich residierte und die ihren Schwerpunkt in Ostfriesland hatte, auch wenn ihr weitere Gemeinden in und außerhalb der Provinz Hannover angehörten, und die seit der Reformationszeit bestehende Lippische Landeskirche, deren im Juni 1934 vollzogener Anschluss an die Evangelische Kirche der altpreußischen Union im Nachhinein als «rechtsunwirksam» betrachtet wurde und daher ungültig blieb (vgl. K. Meier, Der Evangelische Kirchenkampf, Bd. 2: Gescheiterte Neuordnungsversuche im Zeichen staatlicher «Rechtshilfe», Göttingen 1976, S. 366f. 📖).↩
17
Zur dritten Reichsbekenntnissynode zu Augsburg vom 4.–6. Juni 1935 vgl. oben, S. 363.↩
18
Zur Einrichtung des Reichskirchenministeriums im Sommer 1935 vgl. H. Kreutzer, Das Reichskirchenministerium im Gefüge der nationalsozialistischen Herrschaft (Schriften des Bundesarchivs, 56), Düsseldorf 2000, S. 75–98 📖; vgl. auch oben, S. 221f.↩
19
Gemeint ist Friedrich Kessel (1887–1973), 1933 Reichsreferent der «Deutschen Christen» für Propaganda und Schulung, 5. Oktober 1933 Provinzialbischof von Ostpreußen, zum 1. März 1936 zunächst beurlaubt und zum 1. Oktober 1936 pensioniert. Kessel hatte von 1920–1926 in Brasilien gelebt und «eine umfangreiche Käfersammlung angelegt und galt als Kenner der brasilianischen Fauna. Diese Kenntnisse boten ihm nach seiner […] Pensionierung im Jahr 1936 die Möglichkeit, zum Zwecke des Gehaltsausgleichs einen entsprechenden Forschungsauftrag von der Deutschen Forschungsgemeinschaft zu erhalten» (K. Meier, Der Evangelische Kirchenkampf, Bd. 1: Der Kampf um die «Reichskirche», Göttingen 1976, S. 288 📖; vgl. L. Mertens, «Nur politisch Würdige». Die DFG-Forschungsförderung im Dritten Reich 1933–1937, Berlin 2004, S. 282–284 📖).↩
20
Wilhelm Zoellner wurde im Oktober 1935 zum Vorsitzenden des Reichskirchenausschusses berufen. Er hatte im April 1933 den Aufruf an alle Lutheraner und damit einen zentralen Text der beginnenden Auseinandersetzungen um die Bildung einer Reichskirche verfasst, in dem er einen engeren Zusammenschluss der Landeskirchen auf der Basis von Bibel und Bekenntnis befürwortete (Text: Schmidt I, S. 140f. 📖; vgl. W. Philipps, Wilhelm Zoellner – Mann der Kirche in Kaiserreich, Republik und Drittem Reich [BWFKG 6], Bielefeld 1985, S. 115–126) 📖.↩
21
Vgl. Strophe 2 der Ballade «Lenore» von G. A. Bürger (Bürgers Gedichte in zwei Teilen, Erster Teil: Gedichte 1789, hrsg. von E. Cosentius, Berlin u. a. 1914, S. 139–145, dort S. 139 📖):
Der König und die Kaiserin,
Des langen Haders müde,
erweichten ihren harten Sinn,
Und machten endlich Friede;
Und jedes Heer, mit Sing und Sang,
Mit Paukenschlag und Kling und Klang,
Geschmückt mit grünen Reisern,
Zog heim zu seinen Häusern.
↩
22
Vgl. schon Barth, Bekennende Kirche im nationalsozialistischen Deutschland (Anm. 1), S. 798 📖: «Es waren anfangs nur das revolutionäre Tempo und das etwas robuste Vorgehen besonders der ‹Deutschen Christen›, was in weiteren Kreisen Anstoß erregte. Man trauerte, als es nicht gelang, den Pastor von Bodelschwingh zum Reichsbischof zu erheben und damit dem kirchlichen Leben einen friedlichen Fortgang im milden Einklang mit der neuen Zeit und Ordnung zu sichern.»↩
23
Gemeint sind besonders die erste und die dritte These der Barmer Theologischen Erklärung und die Beschlüsse der Dahlemer Reichsbekenntnissynode zum «Kirchlichen Notrecht»; vgl. oben, S. 352–355.↩
24
Ähnlich beschrieb Barth diese Argumentation schon in seinem Bericht über die Verhandlungen zur Bildung der VKL I im November 1934: «Waren Barmen und Dahlem nur starke Worte und Geschwätz? Um dieser Frage willen geht die Situation so auf die Nieren. Sind wir da gebunden worden durch Gottes Wort oder haben wir uns eigenmächtig an einen Bekenntnisort verfügt? Und siehe da, wir können jetzt auch anders. War Barmen nur ein erquickender Trunk aus goldenen Schalen? (Breit) War die Vertretung von einer Bewegung mit Thesen, mit Bekenntnissen einer schönen Seele, so sagte man, man müsse unterscheiden zwischen einer Bekenntnisbewegung und zwischen einer Bekenntniskirche» (Barth, Gedanken [Anm. 15], S. 598 📖).↩
25
Auch hier spielt Barth wohl auf die Verhandlungen vom November 1934 an; vgl. a.a.O., S. 592 📖: «Auch hört man [2.] theologisches Raunen: nur nicht so einseitig! Das hieß nun: Man dürfe nicht meinen, die Barmer Erklärung sei geradezu ein Bekenntnis, wie das Nizänum oder die Augustana. Man könne auch die Dinge ein bisschen anders ansehen. Es sei doch zu viel Barth’sche Theologie hineingearbeitet. Es gebe auch noch andere Schulen und Richtungen, die nicht geradezu D[eutsche] C[hristen] wären und die doch auch zu hören wären.»↩
26
Vgl. aus Punkt 24 des Parteiprogramms der NSDAP von 1920: «Die Partei als solche vertritt den Standpunkt eines positiven Christentums, ­ohne sich konfessionell an ein bestimmtes Bekenntnis zu binden» (zit. nach: KTGQ V [1999], S. 72 📖).↩
27
Kerrl führte in der entscheidenden Unterredung vom 27. November 1935 den Bruderräten zum einen vor Augen, dass seine Tätigkeit und die Bildung der Reichskirchenausschüsse der «letzte Versuch» des Staates sei, nach dem «nichts mehr» komme «auf diesem Gebiet», zum anderen drohte er für den Fall weiterer Verweigerung ganz offen mit ordentlichen Gerichten, aber auch Konzentrationslagern (s. oben, S. 222–224).↩
28
Als Vorsitzender der VKL I nahm Marahrens nach dessen Ernennung Kontakt zum Reichskirchenminister Kerrl auf und hatte – wie die Mehrheit der übrigen Mitglieder der VKL – keine prinzipiellen Bedenken, mit den Kirchenausschüssen in organisatorischen Fragen zusammenzuarbeiten. Seine Haltung spiegelt sich in einer Äußerung während einer Informationsbesprechung der VKL I mit Mitgliedern der Kirchenleitungen und Landesbruderräte vom 13. September 1935: «Ich fühle mich innerlich gezwungen, um Gottes Willen dem Staat, wo ich nur kann, zu glauben, und solange für mich die Möglichkeit besteht, diesem Werk zu dienen, werde ich es tun» (Verantwortung für dir Kirche. Stenographische Aufzeichnungen und Mitschriften von Landesbischof Hans Meiser 1933–1955, Bd. 2: Herbst 1935 bis Frühjahr 1937, bearb. von H. Braun / C. Nicolaisen [AKIZ.A 4], Göttingen 1993, S. 27 📖). Marahrens beriet Kerrl auch hinsichtlich der Besetzung der Ausschüsse und soll ausschlaggebend verantwortlich gewesen sein für die Ernennung Wilhelm Zoellners zum Vorsitzenden des Reichskirchenausschusses. Von Beginn an deutlich intensiver war die Fühlungnahme zwischen Friedrich von Bodelschwingh und Kerrl; Bodelschwingh war es auch, der Kerrl empfahl, sich bei Personalfragen mit Marahrens abzustimmen. In den weiteren scharfen Auseinandersetzungen zwischen der bruderrätlich- ‹dahlemitischen›, auf konsequente Ablehnung der Ausschüsse bedachten Linie und einer den Ausschüssen gegenüber kompromissbereiten Haltung stand Marahrens im Herbst und Winter 1935/36 aufgrund seiner herausgehobenen kirchlichen Funktion als Kritiker der Bruderräte im Rampenlicht, auch wenn sich andere durchaus schärfer als er von der bruderrätlichen Linie abgrenzten. Vgl. zum Ganzen Besier, S. 315–331.337–359.368–374 📖.↩
29
Der Begriff wurde schon im 19. Jahrhundert despektierlich für vermeintlich nur dogmatische Auseinandersetzungen gebraucht und besonders von den Nationalsozialisten auch zur Charakterisierung des Kirchenkampfgeschehens verwendet. Vgl. etwa aus einer Rede, die Reichsinnenminister Wilhelm Frick am 7. Dezember 1934 in Wiesbaden hielt: «Das deutsche Volk hat diesen Kirchenstreit satt. Es hat gar kein Interesse an diesem Zank der Pastoren. Die Reichsregierung hat jedenfalls gar kein Interesse daran, Kirchen, die der inneren Erbauung des deutschen Menschen dienen sollen, die aber nur Zank und Streit ins Volk tragen, mitzufinanzieren» (Gauger III, S. 430.432, dort S. 432 📖).↩
30
Zum entsprechenden Beschluss der Bekenntnissynode s. oben, S. 364f., Anm. 113.↩
31
Zum Rücktritt der ersten Vorläufigen Kirchenleitung und der Bildung einer neuen, zweiten, die überwiegend aus den Bruderräten nahestehenden Pfarrern der Evangelischen Kirche der altpreußischen Union bestand, s. oben, S. 365.↩
32
Ganz in diesem Sinn hatte Heinrich Hoffmann im September 1935 in seinem Korreferat zu Barths St. Galler Vortrag argumentiert: «Aus dem Gesagten ergibt sich, dass die Aufstellung eines Bekenntnisses von der Art, wie es die Dialektiker und andere rechtsstehende Theologen sich denken, für einen anderen Teil der Christen völlig unannehmbar sein würde. Die Existenz verschiedener Richtungen, die von ihrem Christenrecht überzeugt sind, und ein Bekenntnis, das nicht Verschiedenartigkeit bei übergreifender Einheit anerkennt, sondern nur der Anschauung der einen Seite entspricht, wie soll das vereinbar sein?» (H. Hoffmann, Die Bekenntnisse der Reformation und unser Bekennen, in: Verhandlungen des Schweizerischen reformierten Pfarrvereins, 80. Jahresversammlung in St. Gallen, 23.–25. September 1935, St. Gallen 1935, S. 43–58, dort S. 51f. 📖; vgl. oben, S. 127).↩
33
Die von Barth hier verwendete Zeitangabe «jetzt» ist nicht momentgenau für die Abfassung des Textes Mitte Juni zu verstehen, sondern bezieht sich auf die gesamte Zeit zwischen Februar und August 1936. Der größte Teil der ausländischen Besucher war während der Winterspiele (6.–16. Februar in Garmisch-Partenkirchen) und der Sommerspiele (1.–16. August in Berlin) in Deutschland; es gab allerdings eine größere Anzahl ausländischer Berichterstatter oder mit der Vorbereitung des Aufenthalts der Sportler befasster Personen, die auch eineinhalb Monate vor dem Beginn der Sommerspiele im Land waren. Diese eher pauschale Zeitangabe mag aber auch damit zusammenhängen, dass Barth sich, als er den Text schrieb, im Klaren darüber war, dass seine Ausführungen frühestens drei Monate nach den Sommerspielen erscheinen und gelesen werden würden.↩
34
Barth, Bekennende Kirche im nationalsozialistischen Deutschland (Anm. 1), S. 804 📖.↩
35
Auch Ende 1934 hatte Barth das Geschehen in diesem Jahr mit der sogenannten «Sichtungszeit» verglichen, die «die Brüdergemeinde […] bald nach ihrer Gründung erlebte» (Barth, Gedanken [Anm. 15], S. 605f. 📖; vgl. a.a.O., Anm. 107).↩
36
Gemeint sind die Feierlichkeiten des Calvin-Jahres 1936, mit denen an das 400-jährige Jubiläum des Erscheinens der ersten Auflage von Calvins Institutio und der Einführung der Reformation in Genf erinnert wurde; vgl. oben, S. 288–325 und S. 471–478.↩