Basler Hilfswerk für deutsche Gelehrte
BASLER HILFSWERK FÜR DEUTSCHE GELEHRTE
Im Juli 1935 war
Das hier vorliegende Stichwortmanuskript hat Barth als Grundlage einer kleinen Rede verwendet, mit der er bei einem der wohl ersten öffentlichen Auftritte in dieser Sache die Arbeit und die Notwendigkeit des Hilfswerks einem größeren Basler Publikum nahebrachte. Dies geschah im Rahmen eines Vortragsabends zum Thema «Flüchtlingsnot», zu dem für den 4. Dezember 1935, 20.15 Uhr, in den großen «Roten Saal» der
Neben Barth als letztem Redner der Veranstaltung sprachen
Der Text ist im KBA nur in dem als Editionstext dienenden Stichwort-Manuskript
Basl[er] Hilfswerk f[ür] deutsche Gelehrte
a-Kl[einer Kreis] bes[ondere] Lage bes[ondere] Fürsorge-a
I. Not, in der hier zu helfen ist.
a) Nat[ional]soz[ialistische]
b) Bedeutete zunächst für alle: 1. Abbruch ihrer Lebensarbeit z[um] T[eil] im besten Alter, 2. Verrufserklärung, 3. Entzug von Verdienst u[nd] Rente (viele ohne Pension). c-Universitäten als Korporation [?] versagten-c wie so manche Andere. Andere Arbeit in Deutschland sozus[agen] unmöglich: Arbeitsmangel und Verfolgung. 650d ausgewandert, viele weil sie mussten. Diese glücklicher, aber wie?
239
| xe | Prof[essor] für Zahnheilkunde von Weltruf, | ┐ |
| Konz[entrations]lager, «Moorsoldaten»12, | │ | |
| │ | ||
| Prof[essor] für Philosophie, Sozial- u[nd] | ├ «glücklich» | |
| Rel[igions-]Phil[osophie], deutsch!, | │ | |
| │ | ||
| x | Prof[essor] d[er] Mathematik, |
┘ |
| Prof[essor] d[er] Theologie, produkt[ive] Geister der Nachkriegszeit, | 240 | |
| fähiger Erzieher u[nd] Lehrer. Unterwegs!16 | ||
| Prof[essor] d[er] Theol[ogie], kl[eine] Pension, Isolierung, Untätigkeit17 | ||
| x | Prof[essor] d[es] Strafrechts, Judenchrist, Pfarrertochter, 1932 Dekan | |
| - Pension f[ür] 2 Jahre18 |
241 II. Wie kann geholfen werden?
- 1. Finanzielle Unterstützung f[ür] Mittellose, ev[entuell] vorübergehende Unterkunft
- 2. Reiseunterstützung zwecks Stellensuchef
- 3. Unterstützung zur g- Erlernung eines neuen Berufs-g
- 4. Vorübergehendeh berufliche Beschäftigung (Vorträge u[nd] Kurse)
- 5. Stellenvermittlung (Grenzen in den fremdenpolizeil[ichen] Bestimmungen!19 Krise verhindert Möglichkeiten.20[)]
Völkerbund ?!
242 III. Wie bisher geholfen wurde.
- A. Selbsthilfe: «
Notgemeinschaft Deutscher Wissenschaftler im Ausland » inZürich 21 - B. Hilfe von aussen: «Hilfswerke» in
Belgien ,Dänemark ,Frankreich ,England ,Holland ,Norwegen ,Palästina ,Polen ,Schweden ,Schweiz (zusammengeschlossen in einem Genfer Sachverständigen-Komitee unter Oberleitung des [allgemeinen]i Völkerbundskommissärs für deutsche Flüchtlinge)22
Auf allen genannten Wegen wurde Hilfe geleistet. 248 Ausgewanderte erhielten dauernde, 366 vorübergehende Beschäftigung, bei 40 überhaupt nicht geholfen, 366 nur vorübergehend.
Am Besten arbeitet England (gute Organisation, reiche Geldmittel, weitherzige Fremdenpolizei)
243
| Radikalste Hilfe: | neue | |
| « | ||
| ?! xj Finanziell an vorletzter Stelle: nur 1/5 von |
IV. Warum helfen?
- a) Der Nächste unter die Räder gekommen. Auch teilweise Hilfe besser als gar keine
- b) Wertvollste Kräfte liegen brach: Verantwortung gegenüber Wissenschaft – Universität als Faktor in Volks- und Völkerleben
- c) Entlastung der andern Werke und spezielle Hilfe für spezielle Not
- d) Warum Schweiz?
- a) weil als deutschsprachiges Land das nächstscheinende [?]
- b) weil die
Schweiz mit freiheitl[icher] Tradition. Furchtbare [?] Torheiten [?] und positive Gegenarbeit.
Hier ist etwas zu tun. Nicht umsonst gesagt haben!