Predigt Nr. 55 · 18. Dezember 1910

Predigt: Malechi 3,1

694
55
Maleachi 3,1
Siehe, ich will meinen Engel senden, der vor mir her den Weg bereiten soll. Und bald wird kommen zu seinem Tempel der Herr, den ihr sucht.
Liebe Freunde!

Der Herr, den ihr sucht! Das ist ein Ton, der gut in die Weihnachtszeit passt, in die wir jetzt hineingehen. Denn in der Weihnachtszeit merken die Menschen, dass sie den Herrn suchen. Ich getraue mich zu sagen: alle Menschen. Die Einen jubelnd, die Andern seufzend. Die Einen sind sicher und freudig: Der Herr der Welt und der Seelen kommt und ist da. Die Andern sind mürrisch und protestieren: es gibt keinen Herrn, den ich zu suchen hätte. Den Einen wird das Herz warm in dem Gedanken:

Welt ging verloren,
Christ ward geboren.1

Den Andern wird das Herz noch kälter als gewöhnlich, und sie bemühen sich womöglich noch, express ein Christfest ohne Christus zu feiern. Aber ich sage: sie suchen Alle den Herrn. Denn Suchen heißt hier Sehnsucht haben, innerlich ausblicken und sich innerlich ausstrecken nach dem, der größer ist als wir, nach etwas, was dem Leben Grund und Sinn gibt. Der Größere und das Etwas ist aber Gott, ob man’s so nennen will oder nicht. Nach dem haben sie Alle Sehnsucht und in der Weihnachtszeit mehr als sonst. Denn da geht ein Brausen und Klingen von Gott durch die Luft, das keiner überhören kann. Der Lärm des Geschäftslebens und der sogenannten Weihnachtsfeste kann es übertönen, aber nicht unterdrücken. Es kann da Keinem ganz entgehen, dass Andre den kennen und haben, der größer ist als sie, dass Andre sich herzlich freuen darüber, dass ihr Leben einen Grund und |695 Sinn bekommen hat. Er kann über diese Tatsache die Achseln zucken, aber er sieht sie doch; denn es ist eine von den Tatsachen, die man nicht übersehen kann. Und weil er sie sieht, hat er auch Sehnsucht danach; denn man kann sie nicht sehen ohne Sehnsucht. Es ist aber eine bekannte Sache, dass Sehnsucht in vielen Fällen als Gleichgiltigkeit oder Abscheu verkleidet zum äußern Ausdruck kommt. Wer tiefer sieht, wird sich dadurch nicht irre machen lassen: das menschliche Seelenleben ist ein Gebilde, das man nicht nach dem Augenschein beurteilen darf. Ich gestehe z. B., dass ich gegen das, was jetzt wieder anfängt, die vielen Weihnachtsfeste, die keine sind noch sein wollen, große Abneigung empfinde. Ich komme über die Unwahrheit und Sentimentalität der Sache nicht hinweg und kann darum keine Freude daran haben. Aber ich muss mir sagen, dass, wenn man tiefer geht, auch eine andre Betrachtungsweise möglich ist. Ja es ist wahr, es werden jetzt wieder in Dutzenden von Vereinen und in Hunderten von Familien die Weihnachtslichter angezündet, und Keiner sieht das Weihnachtslicht, wie wenn die Menschen selbst die Illustration liefern wollten zu dem Worte: Das Licht scheinet in der Finsternis, und die Finsternis hat es nicht begriffen [Joh. 1,5]. Aber das Bild des schrillen Gegensatzes, den solche Feiern in unbewusster Symbolik zum Ausdruck bringen, wird für einen nachdenklichen Menschen schließlich doch nicht einfach etwas Unangenehmes, sondern etwas Ergreifendes sein. Ich meine, wenn Jesus in eine unsrer üblichen Christbaumfeiern käme, er würde auch nicht beim Verdruss über die religiöse und ästhetische Geschmacklosigkeit der Sache stillgestanden sein, sondern es würde von ihm geheißen haben, wie es vor 1900 Jahren von ihm hieß: Es jammerte ihn, da er das Volk sah; denn sie waren wie eine Herde, die keinen Hirten hat [Mk. 6,34 par.]. Denn er hätte gesehen, wieviel unterdrückte, verkrüppelte, blinde Gottessehnsucht, als Gleichgiltigkeit und Oberflächlichkeit verkleidet, um diese Tannenbäume sich versammelt. Er hätte ein gutes, freundliches Wort gesprochen und das unsichtbare, weil verkrüppelte und blinde Suchen der Gleichgiltigen wäre vielleicht plötzlich ein Finden geworden, das sie in die erste Reihe gestellt hätte vor den Gesunden und Sehenden. Wenn du an diese Weihnachtsfeiern gehst und du hast ein gutes, freundliches weihnachtliches Wort im Herzen, dann versäume du auch nicht, es dem Nachbar oder der Nachbarin zu sagen. Es kommt für die Weihnacht|696lichkeit der Sache nicht darauf an, ob der Pfarrer und die Bibel dabei eine Rolle spielt, aber es kommt darauf an, ob Gott dabei eine Rolle spielt, und zwar in den Gedanken und Worten und Handlungen der Menschen, die dabei sind. Scheue dich nicht, das freundliche Wort zu sagen, auch wenn der Andre dazu ein spöttisches Gesicht macht. Denke daran, dass das Licht der Welt seine Pflicht und Würde an dich übertragen hat mit dem Wort: Ihr seid das Licht der Welt [Mt. 5,14]. Woher soll das Weihnachtslicht kommen, wenn du es unter den Scheffel stellst? [vgl. Mt. 5,15]. Wie sollen die sehnsüchtigen Gleichgiltigen zu Findern werden, wenn du dich’s nicht merken lassen willst, dass du gefunden hast?

Der Herr, den ihr sucht! Das ist die Weihnachtsbotschaft, die Allen etwas zu sagen hat, auch den Andern, auch denen, die schon gefunden haben, denen, die sich in diesen Tagen mit Bewusstsein und Willen der Weihnacht freuen, nicht bloß des bescheidenen oder prunkvollen Weihnachtsbaumes, sondern des Kindleins in der Krippe, das in die Welt gekommen ist, um uns zu sagen, dass Gott unser Freund sein will. Vielleicht gibt es in der Gottessehnsucht überhaupt nur Gradunterschiede im Grund der Herzen und vor dem Auge Gottes. Denn die an Gott nicht vorübergehen, als ginge er sie nichts an, die ihn kennen und ehren und lieben als den freundlichen Vater, der die Macht ist über ihrem Leben, die wissen erst recht zu sagen von dem innern Ausblicken und Ausstrecken nach Mehr von Gott. Wir spüren ihn, wir haben ihn, wir möchten ihm gehorsam sein, aber wir spüren auch, wie wenig wir ihn spüren und haben, wie lückenhaft unser Gehorsam und wie schwach unser Vertrauen ist. Es ist doch Keiner, der nicht Wochen und Tage und Stunden kennt, wo ihn der Zweifel plagt: wie kann ich Gott recht sehen? und die Mutlosigkeit: wie kann ich Gott recht dienen? Und so gehören wir in einem Sinn wohl Alle zu denen, die noch draußen sind, und möchten einstimmen in das ewige Gebet, das ein altes deutsches Volkslied kindlich und schlicht so ausspricht:

Wenn ich vor deinem Hoftor steh’,
Gott Vater, lass mich ein.
Dein Hof so rein, dein Haus so hell
Lass meine Heimat sein.2

697 Ja, «dein Hof so rein, dein Haus so hell», das müsste ein starkes, überlegenes, fröhliches Leben sein, ein Leben, wo es nicht mehr heute hieße: «himmelhoch jauchzend» und morgen: «zu Tode betrübt»,3 sondern dessen köstlicher Gehalt zugleich der Ausgleich wäre zwischen den Glücks- und Unglücksempfindungen, zwischen denen wir jetzt hin- und herschwanken. Es müsste ein Leben sein ohne die leidige Spannung, ohne den heimlichen oder offenen Gegensatz zu den Interessen, Gedanken, Bestrebungen der Mitmenschen, den wir wohl zu Zeiten vergessen können und der uns doch nachher nur umso tiefer das Herz bluten macht. Sondern es müsste da der Friede mit uns selbst so recht zugleich der Friede mit den Andern sein. Es müsste uns nichts Menschliches mehr fremd und widerwärtig sein,4 sondern Alles liebevoll verständnisvoll aufgenommen in die Kraft unsres überlegenen, guten Geistes. Es müsste ein Leben sein, wo die Frage «Wozu?» aufhört, die wir jetzt wohl dämpfen, aber nicht zum Schweigen bringen können. Denn es wäre ein Leben, das in sich selbst und ohne Weiteres die Antwort auf jene Frage wäre. So etwas ist offenbar gemeint, wenn jetzt das Weihnachtsevangelium wieder kommt und sagt: Siehe, ich verkündige euch große Freude! [Lk. 2,10]. Große Freude, ja das ist’s. Und Gott ist die große Freude, und er ist der Herr, den wir suchen.

Aber eben: wir suchen. Wir stehen vor dem Hoftor Gottes, und es ist uns gewiss Allen schon so gegangen, dass es uns war, als würde uns dies Hoftor vor den Augen zugeschlagen gerade im Moment, wo wir einzutreten dachten. Und in dieser Weihnachtszeit mag es Manchem so gehen: Er hört wohl die Botschaft von der großen Freude von Weitem oder von Nahem, aber er hat keine große Freude daran. Er sieht, dass es bei andern Menschen ganz anders steht, die können in lauten Jubel ausbrechen, wenn sie von Gott und dem Leben reden hören, denen sieht man’s noch mehr an dem stillen, wortlosen Glanz |698 ihrer Augen ana, und man spürt es an dem warmen, freundlichen Druck ihrer Hand, dass sie Gott und das Leben wirklich haben. Die können sich wohl freuen an der Weihnachtsbotschaft, sie wissen warum. Aber er wüsste nicht, worüber er sich freuen sollte. Er muss daneben stehen, wie es einem gehen kann, wenn der Briefträger in ein Haus gekommen ist. Für Alle hat er etwas gebracht. Alle greifen neugierig und erfreut nach dem Ihrigen, aber ihm hat er nichts gebracht. Zu ihm ist kein Bote Gottes gekommen; denn der Bote Gottes müsste ihm doch Freude bringen, wenn das Evangelium die Wahrheit redet.

Und gerade die Freude bleibt aus. Und statt ihrer kommen nun eine Reihe von Boten zu uns, die wir eher geneigt sind, als Boten des bösen Feindes denn als Boten Gottes zu betrachten; denn sie führen uns statt in die Freude in den Schmerz, statt in die Sicherheit in die Unsicherheit, statt in die Heiterkeit in den Ernst. Wie soll es uns weihnachtlich zumute sein, weihnachtlich, d. h. gottesgegenwärtig, wenn wir ein Jahr hinter uns haben, in dem wir von Leid und Unglück wie verfolgt waren? Ja, wenn so eins nach dem andern den Menschen trifft an schweren, schmerzlichen Dingen, wie das Leben sie bringt, wem ist’s dabei noch nie so gegangen, dass ihm der Gott, der uns große Freude verheißt, in nebelhafte Ferne entschwand, und zwischen Gott und uns trat eine andre Macht, und von dieser fühlten wir uns nun eigentlich abhängig, von dort dachten wir uns das Schlimme, das uns traf, herkommend. Von Schlägen und Tücken des Schicksals redeten wir, wenn wir an unser Unglück dachten; von Gott erwarteten wir wohl Trost im Unglück, wenn wir etwas von ihm erwarteten, aber dass das Unglück, dass das sogenannte Schicksal Gottes Wille und Schickung sei, das entging uns, und so dachten wir auch nicht daran, es als Boten Gottes zu verstehen. Es redete ja nicht von Freude, sondern von Schmerz. – |

Zu einem andern ist nicht das Unglück gekommen, aber die Versuchung. Er ist am Rande eines moralischen Abgrunds gestanden, und er steht vielleicht immer noch daran in der Erwägung, dass die Blumen, die dort wachsen, schön sind. Wohl widersteht er, aber er fühlt sich dabei so alleingelassen, es zieht ihn so riesengroß und mächtig. Jetzt braucht er in seinem Innern bereits als Entschuldigung seiner |699 selbst, was Paulus einst als Anklage gegen sich selbst niedergeschrieben: «Wollen habe ich wohl, aber Vollbringen des Guten finde ich nicht» [Röm. 7,18], und vielleicht wird er bald mit Seufzern und weitern Selbstentschuldigungen nachgeben:

Nein, länger mag ich ihn nicht kämpfen.
Den Riesenkampf der Pflicht.5

Was dann? Was war das, was da von außen in sein Leben hineindrang, hindernd und störend? Was wie eine Sternschnuppe aus einer andern fernen, feindseligen Welt in den ruhigen See seines Innenlebens fiel, Kreise ziehend immer weitere, Schlamm aufwühlend, den glatten Spiegel, in dem sich Mond und Sterne freundlich abbildeten, roh verwüstend, bis der ruhige See unruhig seine Ufer überschwemmte und samt seiner Umgebung zu einem Bilde des Chaos wurde? Woher, wozu das Alles? Ein Bote Gottes? Siehe, ich verkündige euch große Freude? Hat es nicht unsre moralische Sicherheit in Unsicherheit verwandelt? Hat es nicht in ausdrücklichsten Worten vom Gegenteil eines freudigen Lebens in Gott zu uns geredet? – |

Und beim Dritten ist über Nacht die Vergänglichkeit eingetreten und hat zu ihm das kurze Wort gesagt: Die Welt vergeht [1.Joh. 2,17]. Vielleicht hat man eines seiner Lieben in den Sarg gelegt, und nun geht zwar sein Leben seinen Gang weiter; aber es ist ein Leben mit einer Lücke, und er weiß, weitere Lücken werden folgen. Vielleicht hat er an sich selbst gemerkt, dass er alt wird, dass seine guten, kräftigen Tage vorbei sind, dass er nicht mehr kann wie früher, und er weiß: Gesundheit und Lebenskraft werden jetzt immer mehr abnehmen, bis schließlich gar nichts mehr da ist. Solche Erlebnisse und Gedanken sind eine schlechte Vorbereitung auf die Weihnachtsfreude. Denn wenn uns die Welt vergeht, dann vergeht uns auch die Lust. Wenn der Ernst der Vergänglichkeit uns trifft und erfüllt, wo soll da die Heiterkeit herkommen, mit der Gott empfangen sein will? Ist Gott nicht das Leben? Wie sollte dann der Tod ein Bote Gottes sein?

Also, so weit wir blicken: Schmerz statt Freude, Unsicherheit statt Sicherheit, Ernst statt Heiterkeit, und ich bin sicher, es könnte jedes |700 von uns das Bild dieses Gegensatzes noch mit weitern Zügen aus seinem eigenen Leben vermehren. Was sollen wir sagen, wenn wir an diesen Gegensatz denken? Wo bleiben die Boten Gottes an uns? Sollen wir auf andre Boten warten, die uns Freude, Sicherheit, Heiterkeit ins Herz reden? Es haben manche Menschen ihr Leben lang auf Zeichen und Wunder des Gottes der Freude gewartet, und sie sind nicht gekommen. Oder sollen wir annehmen, das Weihnachtsevangelium habe unrecht, wenn es von der Freude rede, die allem Volke widerfahren soll, und es sei und werde das Hoftor Gottes, das zum lebendigen Leben führt, nur wenigen bevorzugten Sonnenkindern geöffnet, und die Andern müssten draußen stehen in Nacht und Kälte?

Seht, nun denke ich an ein Wort, das der Prophet Jesaja in einer wunderbaren Stunde im Traumgesicht aus dem Munde der Seraphim hörte: Heilig, heilig, heilig ist der Herr Zebaoth; alle Lande sind seiner Ehre voll [Jes. 6,3]. Alle Lande! Haltet das einmal fest, ihr Mühseligen und Beladenen, die ihr vor lauter Unglück und Versuchung und Vergänglichkeit den lebendigen Gott, der uns Freude verheißen hat, aus den Augen verloren. Alle Lande sind seiner Ehre voll. Es steht also nicht so, dass es da Wüsten und Abgründe gibt, wo Gott nicht ist. Es steht also nicht so, dass es Schicksalsmächte gibt, die mit selbständiger Gewalt zwischen dich und Gott treten könnten. Und es steht also nicht so, dass Gott und die Freude in Gott schließlich nur für eine Anzahl bevorzugter Ausnahmsmenschen da wären, die von Unglück und Versuchung und Vergänglichkeit zufällig nichts wissen. Ich will euch gleich sagen, warum es nicht so steht. Habt ihr das Andre schon überlegt, dass der Herr, den ihr sucht, heilig ist? Was heißt das? Das heißt, dass Gott die Güte ist. Ich glaube, das übersehen wir sehr oft. Ja, wir suchen ihn, wir tragen herzliches Verlangen nach der Freude eines rechten Lebens, wie es als ahnungsvolles Bild vor jeder Menschenseele steht, wie es die Bibel uns verheißt und wie es uns in den Andern, den Glücklichen, den Findern neiderregend entgegentritt. Aber wir verstehen Gott nicht recht, wir verstehen die verheißene Freude nicht recht, und darum suchen wir, ohne zu finden.

Gott ist die Güte. Daraus geht zweierlei hervor. Erstens: Es verhält sich nicht so, dass Gott dich auch nur einen Augenblick dem Wirrwarr der Dinge, die dir passieren und die wir «gute» oder «böse» zu nennen pflegen, überlässt. Sondern in all diesen Dingen, den guten und den |701 bösen, waltet eine ewige Gerechtigkeit. Gott ist diese Gerechtigkeit, und sie waltet wirklich, es gibt in seinem ganzen Reiche keine Provinz, die er an einen Statthalter abgetreten hätte, etwa an den Teufel oder an das Schicksal, und es gibt auch keine Macht neben ihm, sonst wäre er nicht Gott. Des allwaltenden Gottes Güte und Gerechtigkeit aber geht nicht ins Allgemeine, sondern sie betrifft dich. Der Gott, der Alles in der Hand hält, meint es gut mit dir, und was er tut, das tut er, um seine gute Meinung mit dir zur Erfüllung zu bringen. – |

Und nun das Zweite, was uns besonders wichtig ist, wenn wir vom Gottsuchen reden. Wenn Gott die Güte ist, so heißt Gott kennen und haben gut werden. Das ist Gottes gute Meinung mit dir, dass du gut werden darfst. Wenn du gut wirst, dann hast du die große Freude, vorher nicht. Merkst du etwas? Viele Menschen merken gerade an diesem Punkt nichts und gehen dann an Gott und seiner Freudenbotschaft enttäuscht vorüber. Sie warten, wie ich schon gesagt, ihr Leben lang auf besondere Boten Gottes, die ihnen Freude, Sicherheit und Heiterkeit direkt ins Herz reden sollten. Die kommen dann nicht, und statt dessen kommen ganz andere Dinge. Und darüber werden sie müde und vergrämt, und das Wort von Gott erscheint ihnen als ein matter, ungenügender Trost. Unterdessen aber sind die Boten dagewesen, die Boten des gütigen Gottes, dessen freundliche Meinung dahin geht, uns zu guten Menschen zu machen.

Wenn wir Sehnsucht haben nach Gott als dem Herrn, der unser Leben zu einem freudigen, schönen Leben mache, dann müssen wir achthaben auf die Verheißung: Siehe, ich will meinen Engel senden, der vor mir her den Weg bereiten soll. Wenn Gott zu uns kommen soll, so muss vor ihm der Weg bereitet werden; das will sagen: wir Menschen müssen in den innern Zustand versetzt werden, der es möglichb macht, dass der lebendige Gott der Freude in uns wohne und wir in ihm. Es ist kein Zufall, dass schon das Alte Testament an verschiedenen Stellen auf diese Tatsache Nachdruck legt. «Machet die Tore weit und die Türen in der Welt hoch, dass der König der Ehren einziehe.» So im 24. Psalm [V. 7 .9]. «Es ist eine Stimme eines Predigers in der Wüste: Bereitet dem Herrn den Weg, macht auf dem Gefilde eine ebene Bahn unserm Gott». So in dem gewaltigen Anfang des 40. Ka|702pitels des Jesajas [V. 3]. Und so nun auch in unserm Prophetenwort: «Ich will meinen Engel senden, der vor mir her den Weg bereiten soll.» Die Männer, die dann das Neue Testament geschrieben haben, haben alle diese Stellen wunderbar erfüllt gesehen in der Erscheinung, in dem merkwürdigen Zusammentreffen der zwei, von denen die evangelische Überlieferung erzählte als von Menschen, die um Haupteslänge ihre Umgebung überragten und von denen doch der erste sich nicht würdig fühlte, dem zweiten die Schuhriemen aufzulösen. Zuerst die düstere, unerbittliche Gestalt des Propheten am Jordan, der die Menschen aufforderte umzukehren, anders zu werden, rechtschaffene Buße des Herzens zu tun, weil das Himmelreich nahe herbeigekommen sei [vgl. Mk. 1,2–8 par.]. Und dann der Sohn des Zimmermanns von Nazareth, der das Himmelreich nicht nur predigte, sondern lebte, so dass die Leute die selige Erfahrung machten, dass Gottes Ankunft jetzt nicht mehr bloß verheißen, sondern geschehen sei. Hier die Weissagung, dort die Erfüllung – hier die Vorbereitung, dort die Tatsache – hier der Bote Gottes, dort Gott selbst. Aber dies Verhältnis des Täufers zu Christus, das die alten Christen tiefsinnig schon aus dem Alten Testament herausgelesen haben, es gehört nicht zu den zufälligen Tatsachen, die einmal geschehen sind, um durch ihre Außerordentlichkeit das Staunen des Geschichtsforschers zu erregen. Sondern wie es damals zugegangen ist, so geht es zu, so geschieht es jetzt, heute, immer, überall, wo das Wunderbare sich ereignet, dass Gott zu den Menschen kommt, um ihnen das Leben, die Freude mitzuteilen.

Gott schickt seine Boten vor sich her, um den Weg zu bereiten, um die Tore weit und die Türen in der Welt hoch zu machen, um uns herzurichten zu Wohnungen des ewigen Lebens und der ewigen Freude.

Und wenn wir also hergerichtet werden müssen für das Leben und die Freude, dann heißt das, dass wir zuerst zu gütigen und gerechten Menschen hergerichtet werden müssen, wie Gott gütig und gerecht ist. Das verstehen wir so oft nicht, und das müssen wir verstehen lernen. Der Gott, von dessen Ehre alle Lande voll sind und von dessen Ehre auch wir voll werden dürfen, der Herr Zebaoth, ist heilig [vgl. Jes. 6,3], und das sollen wir auch werden. Dazu schickt er seine Boten vor sich her, wie der Täufer Jesus voranging, und wenn die Boten ihre |703 Botschaft ausgerichtet haben, d. h. wenn sie uns persönlich zu Hause getroffen haben, wenn sie uns persönlich gesprochen haben und wenn wir sie persönlich angehört haben, ruhig und nachdenklich, dann kommt Gott selbst, dann kommt der Herr zu seinem Tempel oder, was dasselbe ist, dann kommen wir zu ihm, dann geht Gottes Hoftor vor unsern erstaunten Augen auf, dann wird zu uns, zu dir und zu mir gesagt: Du frommer und getreuer Knecht, gehe ein zu deines Herrn Freude! [Mt. 25,21 par.] «Wer wird auf des Herrn Berg gehen? und wer wird stehen an seiner heiligen Stätte? Der unschuldige Hände hat und reines Herzens ist» [Ps. 24,3f.].

Dazu wollen uns Gottes Boten zubereiten, und nun wollen wir nur nicht zu lange suchen, wenn wir uns nach den Boten Gottes in unserm Leben umsehen. Nicht nach Zeichen und Wundern, nicht nach außerordentlichen Erlebnissen und besondern Offenbarungen der Gnade Gottes, nicht nach herrlichen Führungen direkt in den Himmel. Nicht nach Erfahrungen, die uns von Andern als möglich bezeichnet werden, sondern nach den Erfahrungen, die wir wirklich machen. Denn Gott ist nicht der Gott des Möglichen, sondern des Wirklichen. Und es mag so groß und wahr sein als möglich, was Andere erlebt haben, wenn wir zu ihm kommen wollen, kommt Alles darauf an, dass wir in unserm eigenen Leben, und zwar in dem Leben, wie es wirklich ist, ihn erleben, sonst wäre unsre Ankunft kein Erlebnis und darum auch nicht wahr.

Besinne dich auf deine wirklichen Erlebnisse und lerne sie verstehen. Viele Menschen wissen nur von traurigen Erlebnissen zu reden, von Erfahrungen der Art, wie wir sie vorhin genannt: Unglück, Versuchung, Vergänglichkeit. Wir wollen nicht mit ihnen streiten, ob sie mit ihrem «nur» recht haben, weil wir alle die Gefahr kennen und ihr unzählige Male erlagen, diese traurigen Ereignisse so recht als das Gegenteil der göttlichen Freudenbotschaft zu verstehen, uns durch sie irre machen zu lassen, über ihnen müde und vergrämt zu werden. Wir wollen darum gerade von ihnen und nur von ihnen reden, denn wir reden dann jedenfalls von Erfahrungen, die wir Alle schon gemacht haben und machen. Und noch aus einem andern Grund: es steht nämlich nach der Ordnung in der Welt Gottes so, dass gerade sie und nur sie die Boten Gottes sind, die Gottes Weg bei uns und in uns herrichten. Es steht so, dass Johannes der Täufer auftreten musste als Prediger |704 des Gerichts, der Furcht und des Schreckens, und nachher kam die große Freude, die allem Volke widerfahren sollte [vgl. Lk. 2,10]. Und es steht so, dass wir Schmerz und Unsicherheit und Ernst erfahren und erleben müssen bis ins Mark unsres Wesens hinein, und nachher kommt Gott und nimmt Wohnung bei uns. Denn das sind die Boten, die uns dauerhaft und gründlich Gottes Güte ins Herz reden. Und das haben wir nötig. Die Freude Gottes kommt nachher.

Zu dir ist das Unglück gekommen in einer kurzen oder langen Reihenfolge kleiner oder großer Ereignisse, die dich nicht nur äußerlich, sondern innerlich wundgerieben haben. Und nun denkst du bei dir selber über dich selber: wenn’s noch lange so fortgeht, dann bin ich nicht nur wundgerieben, sondern aufgerieben, dann wird die Nebelwand, die mich jetzt von Gott und dem rechten Leben trennt, zu einer Mauer, über die ich nicht hinwegkomme. Ja, wie steht’s denn damit? Steht’s nicht vielleicht so, dass im Unglück eine Mauer aufgebaut werden muss zwischen dir und Gottes Freude, weil Gott an der Arbeit ist, zuerst die Mauer zwischen dir und Gottes Güte niederzureißen: Bei aller Freude an Gott, die du vorher empfandest oder die du doch vom Hörensagen wertschätztest, waren da vielleicht doch deine Selbstsucht, dein Hochmut, deine Eitelkeit oder deine Oberflächlichkeit und Gleichgiltigkeit – Alles vielleicht verborgen, nur dir selbst und Gott bekannt, aber Alles Dinge, die mit Gottes Güte nichts gemein haben. Denen wird durch dein Unglück plötzlich der Boden entzogen. Du kannst jetzt die Freude an dir selbst und deinem Glück, an deiner Gesundheit, deinem Wohlstand, deinem guten Ruf nicht mehr mit der Freude an Gott verwechseln, denn diese Freude entgleitet dir aus den Händen, und du meinst selbst, dass bald nichts mehr davon übrigbleibt. Und mit der Oberflächlichkeit und Gleichgiltigkeit, die du für gottesgewisse Zufriedenheit hieltest, ist es auch vorbei, denn es ist eine tiefe Unzufriedenheit an die Stelle getreten, die du selbst durchaus nicht oberflächlich und gleichgiltig behandelst. Steht es nicht so, dass in der Tat etwas wundgerieben werden muss in dir, dass es mit dem Unglück vielleicht noch viel länger so weitergehen muss, bis das Etwas bei dir aufgerieben ist, nämlich dein Ich, das sich von den Schlägen des Unglücks so peinlich berührt fühlt? Gütig bist du nicht, und gerecht bist du nicht, wie du sein müsstest, damit Gott in dir wohne und du ein rechtes Leben lebest, wenn dein «Ich» das Herr|705schende in dir ist. Sieh, nun kommt der Bote Gottes und verleidet dir das Ich; zeigt er sich darin nicht so recht als Gottes Bote, des Gottes, der heilig ist? Glaube mir das Eine: bist du einmal mit Gottes Güte im Reinen, ist da die trennende Mauer verschwunden, dann wird Gott auch die andre, die Schüttmauer6 wieder verschwinden lassen, die er jetzt zwischen dir und seiner Freude aufrichten muss, damit du ihn recht erkennest. Nachher, du kannst dich darauf verlassen, aber nicht vorher.

Zu dir ist die Versuchung gekommen und hat dir die Sicherheit genommen, mit der du dich auf deine moralische Kraft verließest. Vielleicht bist du in Sünde gefallen, offen oder heimlich, vielleicht hast du dich gerade so durchgeschlagen und hast der Versuchung nicht geradezu nachgegeben, indem du, wie uns die alten Maler den heiligen Antonius in der Wüste schildern, den Kopf in die Fäuste stemmtest und nicht rechts noch links sahst.7 Aber so oder so. Es ist doch etwas hängen geblieben. Du hast gespürt: es hätte auch anders gehen können. Es bleibt das dumpfe Gefühl in dir zurück von einer Macht des Bösen in dir, die stärker sein könnte als das, was die Andern, die dich nicht kennen wie du dich selbst, deine «natürliche gute Anlage» nennen. So, nun sieh, da kommt die Versuchung und sagt dir, du habest geschlafen, wenn du meintest, es sei genug getan mit dem natürlichen Guten, das dir angeboren ist, du müssest hinaus über das Natürliche, um anzufangen gut zu sein. Ja, es mag so sein, dass dein Inneres aufgewühlt und verstört ist wie der stille Bergsee, in den ein Meteor gefallen ist. Es mag so sein. Es muss so sein zu Zeiten. Es muss manch|706mal sein, dass wir aufgemuntert, aufgerüttelt werden zur Selbstbesinnung, zum moralischen Rechnungsabschluss nicht bloß durch Worte in guten Büchern und von der Kanzel herunter, sondern durch Ereignisse und Gelegenheiten, die wildfremd in unser Leben hineinschneien und uns zu schaffen und über uns selbst zu denken geben. Sie sind Boten Gottes an dich, auch die Versuchungen. Und es gibt vielleicht keinen dringendern und wirksamern Boten Gottes als die moralische Unsicherheit, als das Verzagen an deiner sittlichen Kraft, das sich jetzt wie ein Schatten über deine Weihnachtsfreude zu legen scheint. Du weißt, was die Bibel sagt: Selig ist der Mann, der die Anfechtung erduldet, denn nachdem er bewähret ist, wird er die Krone des Lebens empfangen [Jak. 1,12]. Auch hier: nachdem, auch hier nachher, nicht vorher!

Und zu dir ist die Vergänglichkeit gekommen, und während du von Gott ein heiteres Herz und frohen Mut erwartetest, hat sie dir unfrohen, bittern Ernst gepredigt. Du hast sterben sehen. Du spürst es an dir selbst und an Andern, wie die Jahre fliehen, und wie gering, wie verschwindend gering ihr Ertrag für unser Leben ist, wie wenig Bleibendes ist in dem, was dir im Lauf der Zeiten wertvoll und groß war. Ist sie darum ein Bote des Todes, die Vergänglichkeit, die uns anredet, wenn wir an frischen Gräbern stehen und wenn wir gewahr werden, wie der Faden unsres Lebens unaufhaltsam abläuft? Ich denke, manche von euch kennen das Bild von Alfred Rethel8 «Der Tod als Freund».9 Zu dem greisen Wächter und Glockenläuter ist im Pilgergewand der Tod in die Turmstube getreten und hat ihm mit leiser, gewissenhafter Hand das Glockenseil weggenommenc. Das ist nun vorbei. Aber hinten am fernen Horizont, jenseits der zeitlebens treu bewachten Stadt, da geht eben der Morgen auf, und die leblosen Augen des Entschlafenen sehen in die Sonne. Leblos? Nein, sie sehen jetzt das ewige Licht. Ich habe das Bild zu Hause unter meine Uhr gehängt, und es sagt mir mit der Uhr zusammen: Die Zeit vergeht, die Welt vergeht. Aber indem die Zeit und das Zeitliche vergeht, geht die

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Abb. 5: Alfred Rethel, «Der Tod als Freund», 1851 (Wikimedia Commons).
Sonne der Ewigkeit auf. Es sagt mir: du musst ein guter Mensch sein; du musst etwas sein und wirken, was nicht mit der Zeit vergehen kann, kein Wellengekräusel, kein Seifenblasenleben. Vielleicht das Meiste, was du jetzt tust, sind Seifenblasen, und seine Beständigkeit ist danach. Schaffe etwas Besseres: Dann wirst du’s merken, dass die Vergänglichkeit nicht der Feind, sondern der Freund des Menschen ist, weil sie ihm die wichtigen und die unwichtigen Glockenseile aus der Hand nimmt und ihn in das ewige Licht schauen heißt. Dann wirst du’s merken, dass sie ein Bote Gottes ist, des Gottes, der nicht zerstört, sondern aufbaut.

708 Und nun sieh dich um in deinem eigenen Leben, ob die vielen traurigen Erfahrungen, die du zu machen hast, nichts, auch gar nichts von der Art der Boten Gottes an sich haben? Von der Art der Weihnachtsboten? Von der Art der Boten der Erlösung? Du weißt, was das heißt: Erlösung. Es kommt von Los; wir sollen los werden. Von was? Von alledem an uns und unserm Leben, was bloß Ich ist, was bloß natürlich ist, bloß zeitlich. Über das hinaus sollen wir hinein in die Reinheit Gottes, in die Kraft erkämpften und geschenkten guten Willens, in das ewige Licht eines beständigen Lebens. Das ist die Erlösung. Es hat mir einmal jemand gesagt: die allermeisten Menschen erlebten doch wohl viel mehr Trauriges als Fröhliches. Ich sage: wenn das wahr ist – und es kann wahr sein, dann ist eben darum das Andre wahr, dass zu den allermeisten Menschen viel mehr Boten Gottes kommen, als sie selbst ahnen. Die traurigen Erlebnisse, gerade sie sind die Gotteskräfte der Erlösung, die an uns arbeiten. Sie sind die Boten Gottes, und nun kommt es nur darauf an, ob sie uns zu Hause treffen und ob wir für sie zu sprechen sind. Darauf kommt’s an. Es erleben viele Menschen viel Trauriges; aber sie hören Gottes Rede nicht, die in der Traurigkeit an sie ergeht. Sie verkennen Gottes Boten, wie die Juden Johannes den Täufer verkannt haben. Sie ersehnen wohl Gottes Ankunft, aber Gottes wirkliche Ankunft kommt ihnen unscheinbar, abstoßend, schrecklich vor. O tut die Augen auf, ihr alle, und merkt, was das heißen will: «Dein König kommt in niedern Hüllen» – In Hüllen, die uns nicht gefallen, und doch ist er der König, und doch ist er und kein anderer der,

der kommt, auf den verheerten Triften
des Lebens neuen Bund zu stiften,10

der uns die Türe auftut zur Freude Gottes.

Seht, nun tritt in diesen Advents- und Weihnachtstagen wieder Christus in unsre Mitte. Er ist nichts Anderes als das offenbar gewordene Geheimnis des Lebens. Wir werden durch Mühsal und Leiden und Sterben, wir werden durch die Boten Gottes zu Gott selbst geführt. Wenn der Weg bereitet ist, dann kommt der Herr zu seinem Tempel, dann kommen wir zu ihm. Als der Gekreuzigte und darum |709 als der Auferstandene tritt er unter uns und sagt uns: Folget mir nach, die ihr nach Gott Sehnsucht habt, folget mir nach, die ihr auferstehen möchtet im Geist und in der Wahrheit, denn es kann der Jünger nicht über seinem Herrn sein [vgl. Mt. 10,24 par.]. Gott ziehe und erziehe uns Alle zu dieser Nachfolge, heute wieder, wenn wir das heilige Abendmahl feiern, und alle Tage.

Du aber, nimm zur Erkenntnis der Boten Gottes den Vers aus Paul Gerhardts Adventslied mit nach Hause und überlege ihn Wort für Wort:

Als mir das Reich genommen,
Wo Fried’ und Freude lacht,
Da bist du, mein Heil, kommen
Und hast mich froh gemacht!11
Amen.
Lieder:
  • Nr. 86: «Gott sei Dank in aller Welt» von H. Held, Strophen 1–4 (RG 369; EG 12 [je mit Textabweichungen]). 🎵
  • Nr. 93: «Dein König kommt in niedern Hüllen» von Fr. Rückert, Strophen 1.2.4.5 (RG 371; EG 14 [je mit geringen Textabweichungen]). 🎵
  • Zur Kommunion Nr. 213: «Geist der Liebe, Geist der Gnaden» von K. R. Hagenbach, Strophen 1.3.5. 🎵
Lesungstext:
  • Psalm 24.

Textkritische Fußnoten

a
Im Mskr. irrtümlich nachträglich mit Bleistift durchgestrichen.↩
b
Im Mskr. nachträglich mit blauem Stift unterstrichen.↩
c
Im Mskr. ursprünglich: «aus der Hand genommen»; bei der Korrektur blieb «aus der» versehentlich stehen. Von den Hrsg. geändert.↩

Sachfußnoten

1
Aus Strophe 1 des Liedes «O du fröhliche» von J. D. Falk (RG 409; EG 44). 🎵 ↩
2
Nicht ermittelt. Ein Abdruck dieser Strophe findet sich in G. Frenssen, Die drei Getreuen. Roman, 75. Tausend, Berlin 1905, S. 162 📖.↩
3
Vgl. J. W. von Goethe, Egmont, dritter Aufzug (Hamburger Ausgabe, Bd. 4, S. 411) 📖:
Himmelhoch jauchzend,
Zum Tode betrübt –
Glücklich allein
Ist die Seele, die liebt.
↩
4
Vgl. Terenz, Heautontimorumenos I, 1,25 📖: «Homo sum; humani nil a me alienum puto». Vgl. Büchmann, S. 326.↩
5
Beginn des Gedichts «Freigeisterei der Leidenschaft» von Fr. Schiller (Sämtliche Werke, München 19623, Bd. 1, S. 127–129, dort S. 127) 📖; dort: «Nein – länger, länger werd ich diesen Kampf nicht kämpfen…»↩
6
Bei einer Schüttmauer sind nur die Außenschalen gemauert, während der Zwischenraum vor allem mit verschiedenem Aushub- oder Abbruchmaterial und nur wenig Bindemittel verfüllt ist. Verglichen mit einer normalen Steinmauer ist ihre Standfestigkeit entsprechend geringer.↩
7
Bei den «Versuchungen des Heiligen Antonius» handelt es sich um ein seit dem ausgehenden Mittelalter sehr beliebtes Motiv der bildenden Kunst. Hieronymus Boschs Triptychon (1505/10; Museu Nacional de Arte Antiga, Lissabon) und Matthias Grünewalds Darstellung im Isenheimer Altar (um 1515; Musée d’Unterlinden, Colmar) zählen zu den berühmtesten Beispielen; vgl. aber auch die Darstellung von Jan Mandyn (um 1550; Frans Hals-Museum, Haarlem). Modernere Versionen mit der von Barth beschriebenen Motivik: Lovis Corinth (1897; Neue Pinakothek München); Felicien Rops (1878; Königliche Bibliothek, Belgien).↩
8
Alfred Rethel (1816–1859), deutscher Historienmaler.↩
9
Siehe Abb. 5.↩
10
Aus Strophe 4 des im Gottesdienst gesungenen Liedes Nr. 93 (s. unten, Lieder) 🎵; dort: «Du kommst, auf…»↩
11
Aus Strophe 3 des Liedes «Wie soll ich dich empfangen» von P. Gerhardt (GERS 90; RG 367; EG 11). 🎵 ↩