1 Die natürliche Theologie unter der Geduld Gottes
Das Fragment gehört in den Zusammenhang der Erörterungen von KD II/1, § 26,2
📖, und ist wahrscheinlich
vor der auf S. 188 in der vorletzten Zeile beginnenden Schlussdarlegung
einzufügen. Wie das folgende Stück ist es gegen Ende des Wintersemesters
1937/38 in der Vorlesung vorgetragen worden. Bei diesem, wie bei vielen der
übrigen Stücke, ist zu berücksichtigen, dass die Übergänge am Anfang und
Ende des «zurückgestellten» (also durch Barth von der Publikation ausgenommenen) Textes öfter
deshalb fehlen, weil sie auf Typoskript-Blättern standen, die unter
Streichung dieses Anfangs und Endes als Druckvorlage – in diesem Fall für
KD II/1, S. 188 und S. 189 –
dienten.
2 Zusatz zur Auslegung des ersten Satzes der Barmer Theologischen
Erklärung in KD II/1, S. 194–200
Der Text ist erstmals in K. Barth, Texte
zur Barmer Theologischen Erklärung, hrsg. von M. Rohkrämer,
Zürich 1984 (20042), S. 77–81
📖, innerhalb der
«Kurzen Kommentierung des ersten Satzes der Theologischen Erklärung der
Barmer Synode vom 31. Mai 1934» (S. 67–87) veröffentlicht worden. Dort
hat Rohkrämer in seinem
Editionsbericht auf S. 243–245
dargelegt, wie sich dieser Text aus dem Wintersemester 1937/38 –
wahrscheinlich im Januar / Februar 1938 vorgetragen – in der ursprünglichen
Fassung erhalten hat: in verschiedenen Vervielfältigungen, die noch vor der
Überarbeitung für die |683 Drucklegung von KD II/1
📖 in Deutschland weitergegeben wurden. Von
diesem Vorlesungstext unterscheidet sich die in der Kirchlichen Dogmatik
gedruckte Fassung durch stilistische und andere Verbesserungen, vor allem
aber durch die Streichung der Passage über die Frage, warum es «gerade
diesmal, gerade in Deutschland,
zu diesem Widerspruch» gegen die natürliche Theologie kam, wie ihn die erste
Barmer These einlegt. Bis auf einige Zeilen am Anfang und am Schluss liegt
dieser Abschnitt hier in dem Typoskript vor, das Barth schon für die Drucklegung
bearbeitet hatte, bevor er sich entschloss, ihn im Druck zu übergehen. Wegen
der in der Veröffentlichung in den Texten zur Barmer Theologischen
Erklärung
📖 nicht berücksichtigten Änderungen und
Ergänzungen, die Barth für den Druck angemerkt hatte, sind diese Seiten von
Interesse, obwohl sie im Inhalt grundsätzlich schon bekannt sind.
3 § 29 Gottes Vollkommenheiten
Die einleitenden drei Seiten des Paragraphen über die Vollkommenheiten Gottes
– vorgetragen im Sommersemester 1938 – sind im Druck (KD II/1, S. 362ff.) durch eine wesentlich
breitere Problementfaltung mit einem neuen, schärfer gefassten und anders
akzentuierten Leitsatz ersetzt worden. Auf der Rückseite des letzten der
drei Blätter hat Barth notiert:
«Abgelegt aus Dogm. II 1».
4 «Dummheit»
Die von Karl Barths Hand mit
«Dummheit» überschriebenen Seiten hätten die Ausführungen am Ende von KD II/1, § 30, auf S. 495 fortsetzen und
abschließen sollen. Das mit dem roten Teil des Farbbandes geschriebene, also
wie das Vorangehende für Petitsatz vorgesehene Stück ist wahrscheinlich im
Dezember 1938 im Kolleg vorgetragen worden. Barth empfand offensichtlich,
dass jetzt «auch einmal hervorgehoben werden» sollte, «daß die ganze heilige
Schrift und also das ganze Zeugnis von Jesus Christus auch diese Front hat:
die Front gegen die Dummheit». War sie 1939, während
der Drucklegung von |684 KD II/1
📖, gewiss nicht weniger aktuell, schien die Darlegung
dieser Implikation der Lehre von Gottes Weisheit Barth nun doch über die
Linie des § 30 hinauszuführen. So stellte er den Text zurück. Er knüpfte an
Gedanken und Wendungen aus diesen Ausführungen von 1938 an, als er 1954 in
der Hamartiologie des zweiten Teils der Versöhnungslehre Sünde als Dummheit
analysierte (KD IV/2, S. 460–486). Doch
bleibt der Text von 1938 aus dem anderen Zusammenhang der Gotteslehre und in
seiner besonderen Stoßrichtung durchaus als eigener Traktat
beachtenswert.
5 Bilderfrage
Die mit 912 bis 927 nummerierten ersten 16 Blätter der von Karl Barths Hand mit «Bilderfrage»
überschriebenen Ausführungen waren zur Fortsetzung des Petitabschnitts in
KD II/1, § 31,3, S. 503, bestimmt,
wie die letzten Worte des gedruckten Textes in den ersten beiden Zeilen von
Typoskriptseite 912 belegen. Als Barth sich entschloss, den «kurzen
historischen Exkurs» nicht in KD II/1 zu
übernehmen, kürzte er offensichtlich auch den vorangehenden Text, in dem er
– das gestrichene Wort «Unbegreiflichkeit» weist darauf hin – anscheinend
die drei Bestimmungen, die nach der reformierten Dogmatik die simplicitas
Gottes umfasst: spiritualitas, invisibilitas,
incomprehensibilitas (vgl. H.
Heppe, Die Dogmatik der evangelisch-reformierten
Kirche, neu durchgesehen und hrsg. von E. Bizer, Neukirchen
Kreis Moers 19582, S. 47
📖), erklärt und als
letzten Punkt erwähnt hatte, dass von Gottes simplicitas und spiritualitas aus in der reformierten Theologie der
katholische und lutherische Bildergebrauch zurückgewiesen wurde (Heppe, a.a.O., S. 59, Anm. *). Mit dem
daran anschließenden historischen Exkurs zur «Nicht-Abbildbarkeit Gottes»
sind auch diese auf ihn hinführenden Gedanken gestrichen worden. In ganz
anderer Weise hat Barth das Thema dann in KD III/1, S. 225–229, behandelt.
Den besonders wegen der Auseinandersetzung mit Luther und Calvin interessanten Exkurs aus KD II/1 hat Barth später durch die
Anfügung von zwei Seiten zu einem Beitrag umgestaltet, der in eine aktuelle
Auseinandersetzung um die «Bilderfrage» eingreifen sollte. |685 Das Papier und der für die Verbesserungen und Ergänzungen
benutzte Kugelschreiber weisen in die Nachkriegszeit, bestimmte Anspielungen
auf den von Ende 1950 bis Anfang 1952 in Basel lebhaft geführten Streit um die sogenannten
«Münsterscheiben», d. h. um Glasmalereien für die Fenster im Chor des Basler
Münsters. Barth hat an dieser
Auseinandersetzung öffentlich nur ganz am Schluss mit einem Leserbrief
teilgenommen (vgl. K. Barth, Offene
Briefe 1945–1968, hrsg. von D. Koch [Karl Barth-Gesamtausgabe,
Abt. V], Zürich 1984, S. 294–297
📖). Er hatte, so erklärte er bei
dieser Gelegenheit, eigentlich nicht die «Absicht», sich «an dieser
Diskussion zu beteiligen, weil ich mit ihrer, soweit ich sehe, von beiden
Seiten unbestrittenen Voraussetzung nicht einig gehe», dass nämlich «die
Anbringung von Abbildungen Jesu Christi und des nach dem christlichen
Bekenntnis in ihm vollbrachten Heilsgeschehens im gottesdienstlichen Raum
einer Kirche reformierter Konfession überhaupt und als solche ein mögliches
Unternehmen sei» (a.a.O., S. 295).
Eine kritische Erörterung eben dieser Voraussetzung scheint Barth immerhin so weit beschäftigt zu
haben, dass er seinen Text von 1938 für diesen Zweck zu ergänzen begann. Die
von Barth im neu angefügten Schlussteil polemisch aufgegriffene Wendung
«Bild ist geronnene Wirklichkeit» geht auf Gerardus van der Leeuw zurück.
Sie war von Barths Basler Kollegen in der Systematischen Theologie,
Hendrik van Oyen, in einem
Vortrag Zur Frage der christlichen Kunst angeführt
worden. Der Vortrag, in dem van
Oyen aus dem gegebenen Anlass vor einem «Bruch zwischen
Religion und Kunst» warnte, wurde am 15.10.1951 in Basel
gehalten und erschien in der Theologischen
Zeitschrift, 7. Jg., Heft 6, November/Dezember 1951, S. 423–445 (das
Zitat dort S. 437)
📖. Das Heft kam im Dezember 1951 heraus. In der
Einleitung erklärt van Oyen,
dass er sich in seinen Darlegungen «öfters» auf die «Thesen» der
«meisterhafte[n] Abhandlung des kürzlich verstorbenen Kollegen Gerardus van
der Leeuw
Wegen en Grenzen» (Amsterdam 1932; 19482; 19553
📖) beziehen müsse
(a.a.O., S. 424). Da eine
deutsche Ausgabe noch nicht vorlag (später erschienen unter dem Titel Vom Heiligen in der
Kunst, Gütersloh 1957
📖), gibt van Oyen die Thesen in freier
Zusammenfassung und in eigener Übersetzung wieder. So auch an der von Barth
aufgegriffenen Stelle: Der Mensch «bewältigt» die «Bewegung» der
Wirklichkeit «im |686 Bilde; van der Leeuw bezeichnet
dieses Ergreifen der Bewegung als ein Gerinnen-Lassen; Bild ist geronnene
Wirklichkeit» (van Oyen, a.a.O.,
S. 437
📖 – die deutsche Ausgabe von Wegen en
Grenzen braucht für das niederländische «stremmen» statt «gerinnen»
«erstarren»; vgl. Vom
Heiligen in der Kunst, S. 167ff.
📖).
Barth hat van Oyens Aufsatz, wie
die vielen An- und Unterstreichungen in seinem Exemplar zeigen, sorgfältig
gelesen. Offensichtlich hat er zur Entgegnung an die Darlegung einer
Gegenposition gedacht, für die ihm der zurückgestellte Traktat aus KD II/1
📖 das Material bot. Dass er nach der
Abfassung des Schlusses, aber noch vor der Anpassung des Eingangsteils, das
Typoskript wieder beiseitelegte, wird verschiedene Gründe gehabt haben. Der
einfachste ist der, dass eine Veröffentlichung vor der Abstimmung über die
Münsterscheiben am 27.1.1952 sich als
unmöglich herausstellte.
6 Gottes Ewigkeit und der zeitliche Weg unserer Gotteserkenntnis
Es handelt sich um das Fragment einer umfangreicheren Einleitung zu KD II/1, § 31,3, die durch den kurzen
hinführenden Absatz auf S. 685 ersetzt wurde.
7 Eigenart, Form, Inhalt und Sinn des göttlichen Gebotes
Der sich ganz am systematischen Aufriss der Ethik von 1928/29 (vgl. K.
Barth. Ethik I, hrsg. von D. Braun [Karl
Barth-Gesamtausgabe, Abt. II], Zürich 1973, S. 74–101
📖)
orientierende Abschnitt über die vier Gesichtspunkte, unter denen in
Schöpfungs-, Versöhnungs- und Erlösungslehre jeweils das von Gott gebotene
Gute darzustellen wäre, bildete den Abschluss des § 36,2 («Der Weg der
theologischen Ethik») in KD II/2. Es
wird in einem Unbehagen Barths an jenem allzu systematischen Aufriss von
1928/29 seinen Grund haben, dass er den am Ende des Sommersemesters 1941
vorgetragenen Text kassierte und im gedruckten Text die Darlegungen des
Paragraphen mit den auf die «Schau eines Systems» ausdrücklich verzichtenden
Bemerkungen KD II/2, S. 612, enden
ließ.
687
8 Zur katholischen Auslegung der Schöpfungsberichte
Das Stück über die katholische Hermeneutik der Auslegung der
Schöpfungsberichte nach der Responsio der Commissio de re Biblica vom 30.6.1909 (vgl. DH 3512–3519
📖) wurde, wie eine Vorlesungsnachschrift zeigt, im
Kolleg im Sommersemester 1942 nach den Ausführungen über «Mythus» und «Sage»
vorgetragen. Für die Drucklegung in KD
III/1
📖 wurde die Vorlesung stärker überarbeitet. So ist die Stelle
dieses Exkurses im gedruckten Text von KD
III/1 zwar mit S. 95, im Petit nach dem ersten Absatz, genau
anzugeben. Doch ist der weitere Zusammenhang im Vorlesungstext von dem im
gedruckten Text verschieden, wie der Fortgang nach dem Exkurs im Typoskript
auf S. 108 deutlich zeigt.
9 § 42 Der Schöpfer und seine Offenbarung
Barth trug den Text, der den § 42 der Kirchlichen Dogmatik bilden sollte, im
Sommersemester 1943 und in der ersten Hälfte des Wintersemesters 1943/44
vor. Als er 1945 an die Drucklegung von KD
III/1 ging, fiel der Paragraph zum größten Teil der «Selbstzensur
des Autors» zum Opfer. So formuliert es H.
Stoevesandt in seinem Aufsatz Gott und die
Götter, der das Thema und die Geschichte des Textes aufs Genaueste
darlegt (H.
Stoevesandt, Gottes Freiheit und die
Grenze der Theologie. Gesammelte Aufsätze, hrsg. von E.
Stoevesandt und G. Sauter, Zürich 1992, S. 178–200, Zitat
S. 186
📖). Stoevesandt erläutert auch überzeugend den vermutlichen
Grund der «Selbstzensur» (vgl. a.a.O.,
S. 187f.): Die Erörterung der Fundamentalunterscheidungen kommt
an dieser Stelle entweder (als Prinzipienfrage) zu spät oder (als Problem
der, wie Barth später in KD III/3 sagen
wird, durch das Nichtige bedrohten Schöpfung) zu früh. Die Darlegung stand
in KD III/1 nicht am gemäßen Ort. So
legte Barth den Paragraphen zur Seite, ohne auf das für ihn so grundlegende
Thema in der weiteren Arbeit an der Kirchlichen Dogmatik noch einmal im
Zusammenhang zu sprechen zu kommen. Nur die Typoskriptseiten 454–601 fanden
in teilweise stark überarbeiteter Gestalt Eingang in den gedruckten (neuen)
§ 42 und stellen dort den 2. und 3. |688 Abschnitt
dar (KD III/1, S. 295–476
📖). Der hier
erstmals allgemein zugänglich gemachte übrige Text des alten § 42 gliedert
sich in folgende Abschnitte:
§ 42 Leitsatz. Einleitung
1.Gott und die Götter
Das Wesen der Götter
Die Wirklichkeit der Götter
Die Möglichkeit der Götter
Die Beseitigung der Götter
2.Der Glaube und die Weltanschauungen
Der Gegensatz zwischen dem Glauben und den Weltanschauungen
Der Glaube
Die Weltanschauungen
Die Unvereinbarkeit zwischen dem Glauben und den Weltanschauungen
Schluss: Freiheit von den Weltanschauungen als Ziel der Entscheidungen des
Glaubens
Zur Auslegung des Textes vgl. auch M. Hailer,
Die Unbegreiflichkeit des Reiches Gottes. Studien
zur Theologie Karl Barths, Neukirchen 2004, S. 11–33
📖; ders.,
Gott und die Götzen. Über Gottes Macht angesichts
der lebensbestimmenden Mächte (FSÖTh 109), Göttingen vorauss.
2005, Kap. 4 III 1 [Göttingen 2005, S. 332ff.]
📖.
10 Humor
Die Ausführungen stammen aus der ersten Fassung der Anthropologie. Sie
standen im ursprünglichen Text des mit «Der Mensch inmitten der
Geschöpfwelt» überschriebenen § 43, den Barth in der zweiten Hälfte des Wintersemesters 1943/44 zu
lesen begann. Der Humor diente hier als kritisches Argument im 1. Abschnitt,
der «Des Menschen Besonderheit» erörterte. Zum Thema vgl. auch K.
Barth, Ethik II, hrsg. von D.
Braun (Karl Barth-Gesamtausgabe, Abt. II), Zürich 1978,
S. 444–447
📖.
11 § 43,2 Des Menschen Menschlichkeit
689Barth trug diesen Text aus der ersten Fassung der Anthropologie gegen Ende
des Wintersemesters 1943/44 und im Sommersemester 1944 vor. Weil ihn die
Anthropologie in dieser ersten Fassung bei der Drucklegung von KD III/1
📖 «nun doch zu wenig befriedigt»
hatte (KD III/1, S. VI), erschien der
Band ohne das Kapitel Anthropologie, das in neuer Bearbeitung den Inhalt von
KD III/2 bildet. Der hier erstmals
allgemein zugänglich gemachte Text des alten § 43,2 lässt sich in folgende
Teile gliedern:
- Der Mensch als Gottes geschöpfliches Du und als Gottes Ebenbild
- Mystische Anthropologie?
- Gottebenbildlichkeit als Gnade Gottes
- Menschlichkeit als Mitmenschlichkeit
- Jesus Christus als Mensch und Mitmensch
- Erkenntnis der Mitmenschlichkeit als Gnade
- Exkurs über Martin Buber: Ich und Du
- Jesus Christus als Darstellung der Gottebenbildlichkeit und
Mitmenschlichkeit
- Mann und Frau als Gottes Ebenbild
- Das Miteinandersein des Menschen als Gleichnis der Menschlichkeit Jesu
Christi
12 § 44,2 Der Mensch und die Menschheit
Barth trug diesen Text aus der ersten Fassung der Anthropologie im
Sommersemester 1944 vor. Die Auslegung von Römer 5 legte Barth 1952 unter
dem Titel Christus und
Adam nach Röm. 5. (Ein Beitrag zur Frage nach dem Menschen und der
Menschheit) als Theologische Studie, Heft 35
📖, vor – als
überarbeiteten Ausschnitt aus diesem «nachher aus verschiedenen Gründen in
Wegfall gekommenen Paragraphen» (so Barth in der Vorbemerkung zur Neuauflage
in: K.
Barth, Rudolf Bultmann. Ein Versuch,
ihn zu verstehen – Christus und Adam nach Röm. 5. Zwei theologische
Studien, Zürich 3. resp. 2. Aufl. 1964, S. 5
📖). Der hier
erstmals allgemein zugänglich gemachte vollständige Text des alten § 44,2
gliedert sich in folgende Teile:
690
Mensch und Menschheit als Einheit in Jesus Christus
Christus und Adam nach Röm. 5
- Der einzelne Mensch in der Gemeinschaft der Menschheit
- Die Menschheit als Gemeinschaft aller einzelnen Menschen
- Die je eigene Art des Menschen als gemeinsame Art der Menschheit
- Die gemeinsame Art der Menschheit als Eigenart jedes einzelnen Menschen
Die christologische Wurzel der Aussagen über Mensch und Menschheit
13 Über Sein des Menschen in Jesus Christus
Die beiden Fragmente – «Zurückgestellt aus IV,1» – gehören zu KD IV/1, § 58,1
📖. Das erste Stück
(Typoskriptseiten 155–161) hatte seine Stelle, wie die umgebenden Texte auf
S. 155 und S. 161 des Typoskripts beweisen, vor dem im Druck unten auf S. 95
(Z. 9 v. u.) beginnenden Absatz. Das zweite Stück (Typoskriptseiten 166–169)
gehört vermutlich an das Ende des ganzen ersten Abschnitts über «Die Gnade
Gottes in Jesus Christus» auf S. 98. Barth hatte die beiden Stücke im
Sommersemester 1951 vorgetragen. Er wird sie bei der Drucklegung deswegen
«zurückgestellt» haben, weil dem Thema ein eigener, der zweite Abschnitt
innerhalb des § 58, gewidmet ist, neben dem die beiden vorbereitenden Texte
allenfalls entbehrlich schienen.
14 Erste und zweite Parusie
Leider sind die Verbindungsteile zum vorher und nachher sich anschließenden
gedruckten Text nicht erhalten So kann man nur allgemein feststellen: Das
Bruchstück gehört in KD IV/1 in den
Zusammenhang der «dritten Überlegung» von § 59,3 («Das Urteil des Vaters»),
in der es um die Frage nach dem positiven Zusammenhang zwischen dem Tod Jesu
Christi und seiner Auferstehung geht (S. 341–368). Der vorliegende Text
gehört wahrscheinlich zur Vorbereitung der Antwort: «die Auferstehung Jesu
Christi steht mit seinem Tode in doppelter Weise im
Zusammenhang: in der in den Os|691tertagen anhebenden ersten Parusie des
auferstandenen Gekreuzigten, von der her er damals und jetzt, gestern und
heute derselbe, lebendig ist, der Gekommene und Gegenwärtige – und in seiner letzten Parusie, in der er (als derselbe auferstandene
Gekreuzigte, der damals und jetzt, gestern und heute lebt, gegenwärtig ist) am Ende und als Ende aller Zeit und Geschichte
offenbar werden wird, der Kommende» (S. 367). Am
meisten spricht dafür, dass das Fragment im Zusammenhang von S. 357 des
gedruckten Textes seinen Ort hatte. Möglicherweise ist es durch den knappen
Text des Absatzes S. 357f. ersetzt worden – bei der «dritten Überlegung» war
ohnehin «am weitesten auszuholen» (S. 390), so dass sich an dieser Stelle
eine Kürzung und die Ersetzung der längeren, auch exegetisch
argumentierenden Ausführungen durch eine thetische Zusammenfassung nahe
legen mochte.
15 Atomwaffen
Der Exkurs über das Barth in dieser Zeit im Kontext der Politik in der
Schweiz (vgl. K. Barth, Offene
Briefe 1945–1968, hrsg. von D. Koch [Karl Barth-Gesamtausgabe,
Abt. V], Zürich 1984, S. 398f.; S. 443, Anm. 16 und 17
📖) wie in
der Bundesrepublik Deutschland
(vgl. a.a.O., S. 389–392.440–444)
lebhaft beschäftigende Thema wurde im Sommersemester 1958 im Kolleg
vorgetragen. Barth ersetzte ihn dann bei der Drucklegung von KD IV/3
📖 durch einen kürzeren Hinweis
(S. 802).