17. September 1921

Karl Barth an Eduard Thurneysen

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Lieber Eduard!

So, nun wäre auch diese Strecke [Rm 14f.] durchgerudert. Nun noch einige kräftige Schläge für den Endspurt, dann knirscht das Schifflein auf dem Sande. Ich bin weidlich froh, daß es soweit ist. Wie du siehst, bin ich etwas summarisch vorgegangen, habe die drei projektierten Abschnitte in einen einzigen zusammengezogen und alles kräftig gekürzt. Die Anschaulichkeit der 1. Auflage 📖 ist hier besonders greifbar dahin. Schade, aber das Einleuchtende jener Darstellung war sicher nicht das Authentische. Jetzt ist alles leider etwas obskur, mehr Andeutung als Schilderung. Wenn du da und dort beleben kannst, so tue es ja. Die ethischen Kapitel haben nun für mein Gefühl alle so etwas Wolkiges, das einige Lichter wohl ertragen könnte. Die Unechterklärung der Doxologie [Rm 16,25–27] ist eine kleine Konzession an die Herren auf der Linken, die sie vielleicht ein wenig versöhnt. Sie [die Doxologie] ist wirklich nicht zu halten. […]

Schrieb ich dir schon oder hörtest du von Rudi, daß wir im Begriff sind, das Haus von Titius zu kaufen? Das sind doch alles sehr seltsame Vorgänge. Überhaupt! […] Ich muß schlafen gehen, um morgen frisch zu sein für meine letzte (!) Bettagspredigt, Luk. 6,27–38.

Herzlichste Grüße dir und Marguerite.
Dein
Karl