18. Februar 1921

Eduard Thurneysen an Karl Barth

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Lieber Karl,

In der Göttingerfrage zeigen sich also die Schattenseiten, die zu erwarten waren. Wie sollte sich nicht gerade in solch einer theologischen Berufungsfrage die Problematik menschlicher Pfiffigkeit, Torheit, Bedenklichkeit zeigen! Ob sies gewinnt über den verborgenen Sinn, der sich unsern Augen darin unbezweifelbar auch zeigt? Ich wurde gerade heute Vormittag bei der Römerbrieflektüre 📖 vollständig ruhig und klar ob der Gewichtigkeit und Richtigkeit unserer Wege, daß mir auch eine Nichtberufung in Göttingen nicht allzu stark zu schaffen machte. Es ist so sicher, daß gerade diese Neubearbeitung des Römerbriefes ein gewaltiges Loch in die theologische Mauer schlagen und dir noch ganz andere Tore auftun wird. […]

Seid treulich gegrüßt!
Dein
Eduard