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28. November 1920
Ich schreibe heute Abend nur noch kurz und express, um die Papiere noch zu guter Zeit in deine Hände kommen zu lassen. Der ganze Abschnitt
📖 3,21ff. bedeutet einen ganz wesentlichen Schritt vorwärts im Vergleich zur ersten Fassung
📖. Ich habe ihn mit großer Freude gelesen, Anmerkungen beiliegend.
Georg Merzens Bericht über Ludwig Köhlers Auftreten in München ist gut!! Ich lege einen Frontbericht von Wolf Meyer bei. Wie zu erwarten war, geht er mit Wucht Zum Angriff vor. Weiter drei Nummern der Frankfurter Zeitung mit einer bedeutsamen Schilderung der Wartburgtagung1 [Vortrag von Gogarten] durch den Dichter Wilhelm Schäfer2 und einer heillosen Blamage der «Freunde der Christlichen Welt», vertreten vor allem durch den unglücklichen Emil Fuchs.3 Herpel: ich stimme deinem Urteil ganz zu. Er ist ein lieber Kerl. Es kam zu guten offenen Aussprachen. Ich veranlaßte ihn zu einem öffentlichen Auftreten: er hat in 11/2 stündigen sehr gescheiten Darlegungen über die Lage in Deutschland geredet. Das ganze Bild, das er entwarf, war wie eine große Frage an unser Volk hier, die sicher ihre beunruhigende Wirkung tun wird. — Ich schicke dir dieser Tage meinen Aufsatz über «die Aufgabe der Predigt
📖».
Herzliche Grüße von uns Beiden