5. Oktober 1920

Eduard Thurneysen an Karl Barth

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Lieber Karl,

Endlich wieder ein Lebenszeichen. Nein, es geht nicht viel Entscheidendes vor bei mir. Das Schwergewicht des Hauptquartiers scheint durchaus in Safenwil zu liegen. […] Und nun stehen also |428 wieder Besuche in Aussicht: diese Woche kommt Gogarten. Wie stehts mit Wolf Meyer? Es ist gut, daß du diesen etwas hochreitenden Bruder mit Reserve eingeladen hast. Sehr gerne würden wir natürlich Siebecks sehen. Hier ein Brief Emil Brunners. Ich habe ihn vorläufig mit einem Traum über ihn und mit zwei Sätzlein von Nietzsche aus dem «Grablied» in Zarathustra 📖 zu bedienen übernommen. Meine Predigten werden als schwierig empfunden, finden aber den Beifall einiger Sozialisten. […]

Herzliche Grüße von uns Beiden.
Dein
Eduard