26. Dezember 1919

Karl Barth an Eduard Thurneysen

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Lieber Eduard!

Deine Mitteilungen über Ragazens Brief habe ich während des mühsamen Baus einer Weihnachtspredigt über: «Ich danke dir, daß du mich demütigst und hilfst mir» [Ps 118,21] staunend zur Kenntnis genommen und verlange wenig darnach, den Rest zu hören, doch kann es gelegentlich eines schwarzen Kaffees bei |363 einer Pfeife trotzdem geschehen. Ich frage mich, ob es beruhigend wirken würde, wenn ich ihm das kurze Verzeichnis der Stellen, bei denen ich ihn in seinem Sinne «gemeint» habe, mitteilen würde? Hartmann schickt mir sein Jesus-Buch über das Dämonische.1 Ich lese es eben und finde es bis jetzt nicht übel, wenn auch Manches zu erinnern ist. […] Hast du Fueters Rezension des Römerbriefs 📖 in der «Neuen Zürcher Zeitung» [Nr. 2008, 21.12.1919] 📖 gelesen? Er geniert sich nicht, mich öffentlich als Propheten etc. zu rühmen, mich den theol. Fakultäten und dem Publikum zu empfehlen als einen Mann, der «uns» trotz … «etwas, nein Vieles» zu sagen hat.

Mit herzlichem Gruß und vorläufigem Dank für deine liebe Weihnachtssendung
dein
Karl

Sachfußnoten

1
H. Hartmann, Jesus, das Dämonische und die Ethik, Solingen 1920. 📖 ↩