7. März 1919

Eduard Thurneysen an Karl Barth

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Lieber Karl,

Nun bist du also auch in Basel gewesen, und es wird gut sein, sich auszutauschen. Die revolutionäre Unruhe breitet sich bei uns immer mehr aus, und es wäre wichtig, zu erkennen, was vorläufig zu tun sei. Hier in meinen Gemeinden stehe ich mit meinen Erwägungen vollständig allein. Die einen warten auf den jüngsten Tag und die andern bilden weiße Garden. Ich beneide dich um dein Safenwil mit seinen Arbeitern, die dir immer erneute Gelegenheit geben, dich auszusprechen und das Vorläufige, das zu sagen ist, so zu sagen, daß das nicht nur Vorläufige ein wenig hindurchschauen kann. Wie wird die Kirche dastehen, wenn die neuen Dinge kommen? […]

Wir grüßen euch herzlich!
Eduard