14. Februar 1919

Eduard Thurneysen an Karl Barth

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Lieber Karl,

Vielen Dank für deine Zusendungen! Sie kamen sehr erwünscht. Der «Freie Aargauer»: weil ich eben ein Gespräch über den Generalstreik mit meinem Kirchenpflegspräsidenten hatte und ihm das verständige Wort von Schmid zur Überlegung geben konnte. […] Deinen Rückblick auf den Generalstreik hätte ich gerne gehört. Ich schicke dir hier meine Predigt über das Wort vom neuen Wein. Als ich es das erste Mal überlegte, dachte ich, es werde eine Predigt über das Auseinanderbrechen von neu und alt daraus, aber bei näherer Exegese kam ich fast wider Willen darauf, es gleich dir als Mahnung an die Vertreter des Neuen zu fassen. Schick mir dann dein Wort zur Sache!

Es wäre gut sich zu sehen, ich habe allerhand Zuspruch nötig.

Herzlich
dein
Eduard