24. April 1918

Karl Barth an Eduard Thurneysen

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Lieber Eduard!

Wir haben ja seit Ostern gar nichts mehr gehört von einander! Was treibt ihr? Sollte es ernst werden mit Frauenfeld? Ich hörte auch hier davon und denke mit Besorgnis daran. […] Röm. 9–11 liegen hinter mir, und es ist viel Merkwürdiges an den Tag gekommen. Nun bin ich an 12–13, die zusammengehören, und staune aufs Neue über die Konzentration, Gottesfurcht und — Zurückhaltung, auf die bei Paulus (auch 9-11!) alles hinausläuft. Bei Kutter war ich zweimal in der Kinderlehre, außerdem hörte ich K. und F. predigen, beidemal sprechende Zeugnisse für die Orientierungslosigkeit der heutigen Kirche. […] Sehr erfreulich ist mir der Verkehr mit dem Maler Amiet und dem Bildhauer Hubacher,1 die auch bei meiner Schwägerin wohnen, und mit denen ich mich rasch verständigen konnte. […] Es ist [bei ihnen] viel Verwandtes mit dem, was wir suchen. […] Zu Ragaz zieht es mich nicht. […]

Herzlichen Gruß dir und Marguerite von
deinem
Karl

Sachfußnoten

1
Hermann Hubacher (geb. 1885), schweizerischer Bildhauer und Radierer.↩