2. Februar 1918

Eduard Thurneysen an Karl Barth

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Lieber Karl,

[…] Zu Emil Brunners Brief: es wäre doch gut, wenn er unser Buch in den «Neuen Wegen» bespräche.1 Die erneute Abschlachtung Kutters und Verwandter im Januarheft2 ladet allerdings trotz ausgestreckter Friedenshand am Schluß nicht gerade dazu ein. Da ist allerlei zu lesen zu Kutters Gunsten von «großartiger Kindlichkeit» auch von «herrlichen und frommen» Menschen etc. Hast du es gesehen? — Das Leben von Gustav Knak3 habe ich zu Ende gelesen mit jener Mischung von Abscheu und Verwunderung (ich denke an seine Verlobungsgeschichte) aber auch Bewunderung (ich denke an sein kindliches Auftreten auf |263 der Kanzel), die einem dieser Pietist einflößt. Ich bin froh über dies Lebensbild, es ist selten typisch.

Wir grüßen herzlich!
Eduard

Sachfußnoten

1
Dazu kam es nicht.↩
2
L. Ragaz, Neue Wege. X. Die Religiös-Sozialen — ein Versuch, in: Neue Wege, Jg. 12 (1918), S. 6–25 📖; XI. Dem Durchbruch entgegen, ebd. S. 25–28. 📖 ↩
3
Dr. Wangemann, Gustav Knak. Ein Prediger der Gerechtigkeit, die vor Gott gilt. Ein Lebensbild aus dem ewigen Leben und ein Spiegelbild für das zeitliche, Basel 18812. 📖 ↩