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19. Januar 1918
Lieber Freund!
Nun ja, nun hat Wernle also seinen Schuß tun dürfen.1 […] Und sein Produkt ist genau die Stimme des gekränkten Men|258schenverstandes und der betrübten Kirchlichkeit, die zu erwarten war. Ich meine wir können das alles uns mit freundlichem Kopfnicken sagen lassen, um dann geschäftig weiterzumachen. Dem Absatz des Buches
📖 wird der Angriff, wie du meintest, wohl eher förderlich sein. Es wird nun der eine und andere danach greifen, um sich über die wüsten Stellen «des einen der beiden Pfarrer» mitzuentrüsten, vielleicht auch der eine und andere durch Wernles Widerspruch veranlaßt auf die Vermutung kommen, es könnte etwas an der Sache sein. Ah bah! […]
Morgen predigt mir Kistler.2 Am 27. also du, nichtwahr? Ist es nicht möglich, mir die Kinderlehre in Leutwil zu erlassen? Sie ist mir immer eine greuliche Sorge. Hier auch, ich kann das einfach nicht. Aber bei fremden Kindern und bei den deinigen noch besonders. Natürlich, wenns sein muß, so muß es eben sein. Römer 8
📖 geht dem Schluß entgegen. Deine Arbeit über die Praedestination3 habe ich mit Interesse gelesen und brauche sie dann noch für 9-11. […]
Am Donnerstag hatten wir eine gute Kirchenpflegssitzung mit rechten Gesprächen über Gott und Welt. Sie wollen nun so fortfahren. […] Dazu schlagen nun die Wackern der Kirchgemeinde eine bleibende Besoldungserhöhung von 400 Fr. für mich vor. Das ist doch schön, nach allem, nicht? Meinen 2. Urlaub nehme ich erst nach Ostern. […]
1000 herzliche Grüße über Berg und Tal!