18. September 1917

Karl Barth an Eduard Thurneysen

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Liebe Freunde!

So haben wir uns euch nun in der hehren Alpenwelt vorzustellen, und unsre aufrichtigen Wünsche begleiten euren Wandel daselbst. […] Und nun muß ich euren Frieden doch gleich mit diesem, um der vielen Stunden, die es mich gekostet, willen sorgfältig aufzubewahrenden Packe stören, das den verheißungsvollen Anfang unsres Werkes, Vorwort, mein Kontingent in Kriegsstärke und deine zwei Gewappneten, Eduard, enthält.

ad Vorwort 📖: Ich habe am Schluß noch einen Satz in der gewünschten Richtung angebaut. […]

ad Safenwiler Sturmtruppen. Seht euch den Zauber auch rasch noch einmal durch. Im Grundriß ist alles gleich geblieben, im Einzelnen allerlei kleine Veränderungen und Ergänzungen, am stärksten beim Vortrag, dem ich mit Lust noch einige Treibminen beigefügt habe für unvorsichtige Rezensenten und zur allgemeinen Verstärkung. Selbstverständlich bin auch ich offen für alle Arten von Verbesserungs- oder Streichungsvorschlägen, nur |235 köpft mir nicht gerade die schönsten Spitzen, mit denen da und dort die Leser begrüßt werden.

An den zwei Zeugen [= Predigten] aus Leutwil finde ich nichts auszusetzen noch zu bemerken; es steht Alles an seinem Ort, und ich bin höchst froh, daß du mit deiner so viel gütigeren Art neben mich stehen und meine Streitrufe durch deine so viel weihnachtlicheren Klänge willst decken helfen. Mein Zeug allein wäre ein kurioses Buch. […]

Zur sonstigen Besichtigung unterbreite ich euch noch die Bettagspredigt, die ich dann doch am Morgen gehalten habe. Ihr solltet doch den «Freien Aargauer» auch halten, wo so entscheidende Sachen drin stehen. […]

Herzliche Grüße!
Euer
Karl