25. August 1917

Karl Barth an Eduard Thurneysen

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Ihr lieben Freunde!

[…] Leider ist meine Predigt nun gerade nicht so entscheidend ausgefallen: Römer 12,21 in speziellem Hinblick auf Obsternte und Zuckerverkauf und böse Gesichter dabei. Wir sind doch recht hilflos, wenn wir einmal «praktisch» reden möchten, d.h. es geht eben einfach nicht. Ich mußte fünfmal neu ansetzen, ein recht unerlöstes Gekrampfe das. Doch, du kannst das eigentlich, ich sagte also fälschlich «wir». Ja überhaupt ein befreiteres Reden, du hast ganz recht; es ist ein Elend. […]

Mit Orell Füßli1 ists also nichts. Was nun? Am Ende muß die Welt auf unsre sämtlichen Funde verzichten. Auch Abraham, Isaak und Jakob haben ja nichts drucken lassen. […]

Herzlichen Gruß in Eile
Dein, Euer
Karl

Sachfußnoten

1
Verlag in Zürich, der es abgelehnt hatte, den Predigtband 📖 von Barth und Thurneysen zu veröffentlichen.↩