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15. November 1916
Lieber Freund!
Da kommt Schäfers1 betrübte Antwort und meine Replik, zu der du nun auch noch deinen Senf geben solltest durch ein mildes, verklärtes und erklärendes Friedenswort. […] Was ists doch für eine gefreute Sache, daß wir uns nicht so begrüßen und behandeln müssen. Der Montag [mit euch] war doch sehr erquicklich und wir freuen uns schon aufs nächste Wiedersehen. […]
Unterdessen ist hier [J.] Vetter auf die Szene getreten. Am Montag mit einem «in großer Leibesschwachheit» (wie er im Ge|162bet dem lieben Gott mitteilte!) getanen Spruch über Sergius Paulus und Elymas, den Zauberer. Er war aber wirklich auch geistesschwach in hohem Grad. Der Teufel und das «miserable Menschenherz» spielen die größte Rolle. Gott taucht hauptsächlich bei der immer neuen Versicherung auf, das sei nun «Wort Gottes» und nicht «Philosophie». Das letztere ist ihm offenbar von mir gebeizt [hinterbracht] worden, wenigstens weiß ich nicht, was er sonst damit will in Safenwil. Gestern Abend gings dann los mit dem «Kreuz Christi», und es wurde sehr blutig, und wieder gings der Menschheit sehr schlecht. Wir hören das sehr gelassen an, gespannt auf das, was noch kommen mag. Aber innerlich hole ich doch zu einem Schlag aus auf den Sonntag, und das ist bekanntlich eine fruchtbare Situation, auch wenn es dann nicht dazu kommt. Heute Abend kommt er zu uns zum Nachtessen, gestern hat er mich besucht, wobei es aber nur zu einem vorläufigen Betasten kam. Was kann da noch alles geschehen?! Ich habe die Woche nun ganz seiner Erscheinung und seinen Hintergründen gewidmet, indem ich tagsüber weiterlese in den alten Pietisten. Da kommen arge Dinge an den Tag, aber Alles vereinigt sich zu einem lehrreichen Bilde.
Lebt wohl, liebe Getreue, und seid herzlich gegrüßt von