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29. August 1916
Lieber Karl, liebes Nelly,
Wie erfreulich euer Kurzbericht über Nellys Geburtstag! Denk, Karl, im ersten Augenblick war mir Lauterburgs Angebot1 als ernstliche Versuchung erschienen, aber bei allem näheren Überlegen: nein! Wahrhaftig noch nicht, wer weiß ob überhaupt je! Wir müssen noch ganz andere Felsblöcke ins Wasser werfen, bevor von einer Grundlegung gesprochen werden kann. […] Wir hatten seinerzeit schon als Studenten [in Marburg] kein höheres Ziel für unser Arbeiten als das eine: Grundlegung! Und dem möchte ich wieder aufs neue treu werden und mich nicht dazu verleiten lassen, zu früh zu bauen, und wenn darüber das halbe oder das ganze Leben verstriche. Das ist der große Einwand gegen alles, auch das religiös-soziale, «Bauen». Es fehlt noch an den Grundlagen. Das möchte man allen, auch den neu-helvetischen Baumeistern wie Peter in Laupen, zu bedenken geben. Jedenfalls |151 sollen sie uns von da aus verstehen und gelten lassen. Auch die Bedenken gegen die Konferenz stammen bei mir aus dieser Erwägung. Ich möchte noch mehr erarbeiten, noch weniger ausgeben und entwerfen und planieren, wie das ja immer geschieht an Konferenzen. […]
Und nun grüsse ich dich und Nelly und die Kinder und erwarte wieder eine Kundgebung von dir als Stärkung in diesen trüben Zeiten. Auch ich will mich hinter die Bibel machen, denn das ist Grundlegung. […]
Wir geben euch die Hand über die Berge