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9. Dezember 1915
Warum schreibst du so à la Wernle? Ich habe gewiß nicht daran gedacht, daß dich mein Erguß über Evangelisation, Vorträge, Predigten just in einem Moment treffen könnte, wo du in der Arbeit an einem Vortrag drinstehst. Ich hatte nicht die Absicht, dir dreinzureden. Du hast es offenbar ein wenig so empfunden: … «der hat gut reden!» Kutter stand mir gar nicht im Sinn, ich hatte ihn auch in Zürich nicht gesehen. Und mir gegenüber brauchst du dich jedenfalls nicht zu rechtfertigen, wenn du Vorträge hältst. Daß ich es nicht auch tue, liegt an meiner schwerfälligeren Art, zu arbeiten. Also, nichtwahr, du glaubst mir, daß mein Wort vom Beweis des Geistes und der Kraft in keiner Weise nach dir hin gesagt war, es war vielmehr alles ein Selbstgespräch. Warum ich dir von meinen Predigten nichts schicke? Weil ich unzufriedener bin damit als je. Ich habe natürlich nicht ein Recht, dich um die Deinen zu bitten, tue es aber trotzdem. Sie geben mir viel.
Ich grüße dich, Nelly, Fränzeli und Markus herzlich.