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23. Oktober 1915
Lieber Freund,
Nun kann ich am Montag wohl doch nicht kommen. Ich muß etwas «tun», ein Armenfall, dem niemand nachgeht, wenn ichs nicht tue, und der sehr pressiert. Dafür Dienstag, wenn es sonst nichts gibt, andernfalls erst in acht Tagen, weil ich täglich Schulstunden habe von Mittwoch bis Samstag. Wegen des Vortrags im Dezember solltest du mich nicht plagen. Du weißt doch … viel Zeitverlust mit Basel, Handwerker im Hause, lange Tage und kurze Nächte! Und nun gar noch als Vortragsredner neben Peter, dem Volksmann aus Laupen, dem Propheten des Tuns aus Bern und dem Seelenschüttler aus der Heilsarmee! […] Greyerz sagte mir einmal, es brauche schon ein ziemliches Selbstbewußtsein und Gottvertrauen, um im Angesicht Baders, Tischhausers oder Ragazens eine etwas abweichende Reichsgotteserfahrung und -hoffnung zu vertreten, müsse man sich doch dabei als den scheinbar weniger Gläubigen und Entschiedenen erscheinen lassen. So ein wenig in diese Rolle treibst du einen mit deinen Aktionen und scharfen Schüssen aus Bern oder Safenwil. Eben schrieb mir Rudolf Pesta|97lozzi, Frau Rieter-Wille in Zürich habe dem C.V.J.M. ihren Beitrag aufgekündet wegen zunehmender antimilitaristischer Haltung der «Glocke». […]
Ich freue mich an allem, was du von den Kindern erzählst, und
grüße euch herzlich.