22. September 1915

Karl Barth an Eduard Thurneysen

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Lieber Freund!

Wenn hier nichts Entscheidendes geschieht, so komme ich morgen im Lauf des Vormittags auf meinem getreuen Velo. […] Schon um die Gelegenheit zu benützen, deine Braut nun endlich einmal zu sehen. Hoffentlich sehe ich dann nicht zu arg aus nach der Fahrt, damit du mich vorweisen kannst. Halt also eine Bürste parat und einen Strähl!1 Auch den Dienstverweigerer werde |86 ich gerne hören und dich über die Sache. Sie ist mir praktisch noch nicht begegnet, und bloß theoretisch mag ich die Leute nicht damit bedrängen — ich meine mit der Verarbeitung eines Problems, das sie offenbar noch gar nicht bewegt. […] Das weitere morgen. Ich mache jetzt noch einmal drei Wochen Unterrichtsferien und lese eine Masse Shakespeare.

Herzlichen Gruß
Dein
K. B.

Sachfußnoten

1
= Kamm.↩